Kongo (Republik)

Staat in Zentralafrika
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Die Republik Kongo liegt in Zentralafrika. Es ist auch als Kongo-Brazzaville bekannt. Angrenzende Länder sind Gabun, Kamerun, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo und die zu Angola gehörende Exklave Cabinda.

RegionenBearbeiten

 
Karte von Kongo (Republik).

StädteBearbeiten

  • Brazzaville - Hauptstadt
  • Pointe-Noire - wirtschaftliches Herz des Landes und einziger Hafen von Bedeutung, 1,1 Mio. Einw. in der Region

Weitere ZieleBearbeiten

  • Biosphärenreservat Dimonika.
  • Diosso und sein Canyon, etwa 25 km nördlich Pointe-Noire. Hier hatte das Königreich Loango sein Zentrum.
  • Wildtierreservat Léfini, 6330 km², davon zwei Drittel Steppe und der Rest Regenwald.
  • Nationalpark Odzala im Nordwesten nahe der Grenze zu Gabun. Safaricamps öffnen Dezember bis Ende April.
  • Ouesso, Verkehrsknoten im Norden.

HintergrundBearbeiten

Die Republik Kongo ist eine ehemalige französische Kolonie, die 1960 die Unabhängigkeit vom Mutterland erreichte. Nach einer halbwegs stabilen sozialistischen Regierung fiel das Land in einen mehrjährige Bürgerkriege (1993-97,[1] 2016-7[2]), welche die Infrastruktur zerfallen ließen. Grund war der zunehmende Ölreichtum, an dem amerikanische Gesellschaften ausnahmsweise nicht teilhaben. Stand 2010 kam 89% des Exportswerts von Petroleumprodukten.

Die Bevölkerung konzentriert sich nahezu vollständig auf die Hauptstadt Brazzaville und die umliegende Gegend. Das Hinterland mit seinem dichten Urwald ist nahezu unbesiedelt und aufgrund fehlender Verkehrswege auch undurchdringlich.

Das Land ist heute bitterarm, aber ein vergleichsweise sicheres Reiseland (insbesondere in Relation zu seinem großen Nachbarn, der DR Kongo).

AnreiseBearbeiten

EinreisebestimmungenBearbeiten

Zur Einreise in die Republik Kongo wird zwingend ein Visum benötigt. Derr Paß muß bei Einreise noch 6 Monate gültig sein. In jedem Fall ist schon bei Antragstellung eine Gelbfieberimpfpaß vorzulegen. Von Touristen werden Hotelbuchungen verlangt. Wer länger als 60 Tage bleiben will benötigt auch ein polizeiliches Führungszeugnis.

  • Botschaft der Republik Kongo in Deutschland, Wallstraße 69, 10179 Berlin (Mitte). Tel.: +49 30 49400753, E-Mail: . Die Botschaft in Berlin ist auch für Österreich akkreditiert. Das Honorarkonsulat in Wien stellt keine Visa aus. Geöffnet: Mo-Fr 10:00-16:00. Preis: 2021: € 80 für 15 Tage, € 155 für 3 Monate, mehrmalige Einreise; Expreßzuschlag € 5.
  • Botschaft der Republik Kongo in der Schweiz, Rue Chabrey 8, 1202 Genève. Tel.: +41 22 7318821, E-Mail: . Preis: 80 sfr für 15 Tage; Geschäftsvisum 15 Tage 130 sfr; Expreßzuschlag doppelter Preis.

Siehe auch: Liste der Auslandsvertretungen der Republik Kongo

Seit Mai 2019 ist von Firmenvertretern bei Ausreise eine Bestätigung der örtlichen Sozialversicherung CNSS über Entrichtung der Pflichtbeiträge vorlegen („certificat de non-redevance“).

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der einzige aus Europa erreichbare Flughafen befindet sich in Brazzaville. Hierher fliegt nur Air France von Paris-Charles de Gaulle.

Afrikanische Gesellschaften bedienen regional den Agostinho-Neto International Airport in Pointe-Noire.

Mit der BahnBearbeiten

Keine grenzüberschreitenden Passagierdienste.

Mit dem BusBearbeiten

Keine grenzüberschreitenden Passagierdienste.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Möglichkeit der Einreise auf dem Landweg aus Gabun oder Kamerun besteht nur auf dem Papier, denn die Straßen sind Schlammpisten und vor allem in der Regenzeit unpassierbar. Mehrtägige Unterbrechungen bei der Benzinversorgung kommen selbst in der Hauptstadt gelegentlich vor.

Der internationale Führerschein ist erforderlich und nur in Verbindung mit dem nationalen deutschen Führerschein gültig.

Mit dem SchiffBearbeiten

Regelmäßige Fährverbindungen bestehen von Kinshasa (DR Kongo).

Zumindest während der Regenzeit, Juni bis Dezember, gibt es Mitfahrgelegenheiten auf dem Kongo/Ubangi bis Bangui (1120 km). Hier sollte man sich erst mit der Sicherheitslage vertraut machen.

MobilitätBearbeiten

 
Bus in Pointe-Noire.

Für kürzere Flußfahrten kann man auf sogenannten Baleinières, das sind 10-20 Meter lange Holzboote eine Mitfahrt arrangieren. Frachter befördern auch immer Passagiere, Service oder Komfort erwarte man nicht.

Für die 900 km zwischen Brazza und Ouesso rechne man 9 Tage, bei Niedrigwasser auch länger. Für die 850 km zwischen Impfondo und Hauptstadtbraucht man ebenso lang. Größe Schiffe können hier nur Mai bis Januar fahren.

StraßenverkehrBearbeiten

Mietwagen gibt es in der Republik Kongo fast gar nicht, man ist also weitestgehend auf Buschtaxis angewiesen. Das Straßennetz ist nur um Brazzaville herum asphaltiert.

Nationalstraßen
  1. Brazzaville – Pointe-Noire 550 km
  2. Brazzaville – Ouésso 815 km
  3. Dolisie – Moussogo – Grenze zum Gabun 230 km
  4. Pointe-Noire – Nzassi – Grenze nach Angola 40 km
  5. Pointe-Noire – Madingo-Kayes 130 km
  6. DoungouNiali 160 km

Nationalstraße Nr. 1 von Brazzaville Richtung Kinkala und weiter über Mindouli bis Pointe-Noiree ist gebührenpflichtig.

FlugverkehrBearbeiten

Siehe die List of airports in the Republic of the Congo

BahnverkehrBearbeiten

 
Bahnstrecken 2021.

Die von der der Weltbank seit 2010 finanzierte Sanierung der in Kapsur ausgelegten Bahnstrecken zeigt etwas Wirkung. Seit Wiedereröffnung des Bahnhofs Brazzaville 2019 gibt es unregelmäßigen Passagierverkehr nach Pointe-Noire sowie von dort nach Mbinda, wegen Waggonmangels jedoch normalerweise nur ein Mal wöchentlich.

SpracheBearbeiten

Die Amtssprache ist Französisch. Französischkenntnisse sind zwingend erforderlich, da Deutsch oder Englisch kaum gesprochen werden.

Gebräuchlich sind Bantusprachen sowie das darauf basierenden Kreol Kituba, eine Vereinfachung des Kikongo. Das im Norden verbreitete Lingala hat in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen.

KaufenBearbeiten

Die Währung in der Republik Kongo ist der CFA-Franc BEAC (XAF). Aufgrund starker Überbewertung ist Einkaufen kein Schnäppchen. Der Kurs ist auf 655,96 pro Euro festgelegt.

Plastikgeld wird so gut wie überhaupt nicht akzeptiert, gleichzeitig herrscht fast immer chronischer Mangel an Kleingeld. Man sollte deshalb von zuhause ausreichend Bargeld mitnehmen und in den Banken vor Ort tauschen.

KücheBearbeiten

Die Speisen unterscheiden sich wenig von denen in Gabun bzw. dem westlichen Kongo-Kinshasa.

NachtlebenBearbeiten

UnterkunftBearbeiten

FeiertageBearbeiten

Staatliche Feiertage sind Neujahr, der Tag der Arbeit am 1. Mai, der „Versöhnungstag“ am 10. Juni und die Nationalfeiertage am 15. August und 28. November.

Dazu kommen die von den französischen Kolonialherren übernommenen, katholisch-christlichen Feiertage: Christi Himmelfahrt 13. Mai 2021. Pfingsten 23. Mai 2021, Allerheiligen am 1. November und Weihnachten.

SicherheitBearbeiten

Offene Kriminalität gegenüber Reisenden ist vergleichsweise selten, Gelegenheitsdiebstähle kommen aber wie in wohl jedem touristisch frequentierten Gebiet vor.

Nachts sollte man sich insbesondere in den ärmeren Vierteln von Brazzaville und in Pointe-Noire nicht mehr im Freien aufhalten.

„Die Militäroperationen im südlichen Department Pool sind beendet. Die Entwaffnung der Rebellen ist erfolgt. Bereisen Sie das Department Pool nur bei Tageslicht und auf dem Landweg.“[3]

GesundheitBearbeiten

Die medizinische Versorgung am Land ist völlig unzureichend, weshalb der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport nach Deutschland in jedem Falle anzuraten ist. Allenfalls in den beiden Großsstädte guibt es halbwegs ausgestattete Kliniken, die aber weit unter europäischem Niveau bleiben.

Leitungswasser ist wie in vielen afrikanischen Ländern ungenießbar, man sollte deshalb auf abgepackte Flaschen aus dem Supermarkt zurückgreifen.

Ganzjährig vorbeugen muß man gegen Malaria tropica. Seit 2019 ist in mehreren Provinzen Chikungunya-Fieber gemeldet worden. Im Mai 2020 gab es Ebola-Fälle.

KlimaBearbeiten

Ganzjährig tropisch heiß und feucht.

RespektBearbeiten

Wie oft in der dritten Welt besteht ein gernerelles Photoverbot für sensibe Bereiche, also Flughafen, Militär(personen) usw. das kann auch bei Palmölplantagen und Rodungsflächen im Regenwald durchgesetzt werden.

Wie in den meisten Ländern Schwarzafrikas steht man homosexuellen Handlungen sehr ablehnend gegenüber.

Praktische HinweiseBearbeiten

Die deutsche Botschaft in Brazzaville leistet nur Nothilfe (Tel.: +243 825173064 nur für Notfälle außerhalb der Dienstzeiten). In Notfällen kann man sich als EU-Bürger aus einem anderen Land auch an die französische Botschaft in Brazzaville wenden, mit der sich die Deutschen das Gebäude teilen.

LiteraturBearbeiten

  • Auzias, Dominique; Labourdette, Jean-Paul; Congo-Brazzaville: 2018/2019; Sert.: Le Petit futé. Country guide 2018; ISBN 9791033171799
  • Swartenbroeckx, Pierre; Dictionnaire kikongo et kituba-français: Vocabulaire comparé des langages Kongo traditionnels et véhiculaires; Bandundu 1973 (Centre d'études ethnologiques)
  • Mpasi, Rogerio Goma; Aussprache-Trainer Lingala für Kongo-Reisende und Zaire-Reisende; Bielefeld 2005 (Reise Know-How Verlag Rump); [Frühere Ausgaben u.d.T.: Lingala für Kongo und Republik Kongo Wort für Wort.]
Weiterführend zum Bürgerkrieg
  1. Hintergründe: [1] und [2].
  2. Betrieben durch die Ninja-Miliz, der Privatarmee von Bernard Kolélas und Pator Ntumi schlechten Verlierern bei freien Wahlen.
  3. Reisewarnung des Auswärtigen Amtes, Stand 2021-07-01.

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.