Komoren

Inselstaat im Indischen Ozean
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Die Islamische Bundesrepublik Komoren ist ein Inselstaat im Indischen Ozean der aus drei der vier Hauptinseln der Komoren besteht. Die vierte Hauptinsel Mayotte wird von Frankreich verwaltet, allerdings von der Republik Komoren beansprucht. Die Komoren gehören geografisch zu Ostafrika und liegen zwischen Madagaskars Nordspitze und dem Afrikanischen Festland.

RegionenBearbeiten

 
Inseln mit Fährverbindungen 2010

Die Komoren bestehen den vier Hauptinseln Grande Comore oder Njazidja, Anjouan oder Nzwani, Mohéli oder Mwali und dem französischen Überseedépartement Mayotte.

StädteBearbeiten

  • Moroni - Hauptstadt auf Grande Comore
  • Mutsamudu - Zweitgrößte Stadt, auf Anjouan

HintergrundBearbeiten

Vor etwas über tausend Jahren wanderten die ersten Menschen hierher. Ab dem 11. Jahrhundert entstanden muslimische Sultanate, die seit 1841/66 als französische Protektorate, dann ab 1912 als Kolonie verwaltet wurden.

Seit der Unabhängigkeit 1975 hat es über 20 Staatsstreiche gegeben. Die damit einhergehenden Schießereien sich meist schnell vorbei. Die separatistischen Bestrebungen auf Anjouan haben sich nach dem Autonomiestatut entspannt.

AnreiseBearbeiten

Als Inselgruppe sind die Komoren naturgemäß nur auf dem Luft- oder Wasserweg erreichbar.

EinreisebestimmungenBearbeiten

Für die Einreise ist für jedermann ein Visum erforderlich. Für Deutsche ist die Botschaft der Komoren in Brüssel zuständig.

Ambassade des Comores, Adolphe Lacomblé 69-71, B-1030 Schaerbeek. Tel.: +32 27 79 58 38, Fax: +32 27 79 58 38, E-Mail: .

Ein Touristenvisum kann auch am internationalen Flughafen bei Moroni auf Grande Comore erteilt werden. Dieses ist 45 Tage gültig und wird nur erteilt wenn ein gültiges Rückflugticket sowie ausreichende Geldmittel für den Aufenthalt vorliegen. Bezahlt wird es in bar in Euro (2019: 30 € oder 50 US$). Das Visum kann vor Ort verlängert werden. Neben dem Visum ist ein gültiger Reisepass oder Kinderreisepass notwendig. Reisedokumente müssen im Zeitpunkt der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein.

ZollbestimmungenBearbeiten

Die Einfuhr von Waffen, Alkohol und pornografischem Material jedweger Art ist strengstens verboten. (Laut IATA darf man 1 Flasche Schnaps mitbringen.)

Freimengen für Tabak sind: 400 Zigaretten oder 500 g Tabak, oder 100 Zigarren.

„Ab dem 1. Januar 2020 soll bei Einreise der Nachweis von Impfungen gegen Gelbfieber und Meningokokken ACWY vorgeschrieben sein. Eine offizielle Bestätigung dieser Impfvorschriften durch die zuständigen Behörden steht allerdings noch aus.“[1]

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der einzige internationale Flughafen ist der Prince Said Ibrahim International Airport auf Grande Comore. Hierher gelangt man täglich von Madagaskar aus. Es werden ab Deutschland, Österreich und der Schweiz keine Direktflüge zu den Komoren angeboten. Flugverbindungen bestehen über Paris, Nairobi, Addis Abeba oder Dubai.

Mit dem SchiffBearbeiten

Eine Anreise mit der eigenen Yacht ist problemlos möglich. Es wird empfohlen zuerst alle Zollformalitäten im Hafen von Moroni oder Mutsamudu (Anjouan) zu erledigen (Visumsgebühren + 50 € Hafengebühr + 20 € Polizei; 2017). Vor Ankunft hat man sich beim Hafenmeister (“brigade du port”), vor dessen Büro man anlegen kann und soll, am besten auf Französisch auf VHF 16 zu melden. Sonntag ist Ruhetag.
Eine Anlegeerlaubnis für Mohéli (= Mwali) kann man bei der Anmeldung kostenlos mit erhalten.

MobilitätBearbeiten

SpracheBearbeiten

Für den Reisenden ist die Verständigung auf Französisch (Amtssprache) die beste Möglichkeit der Kommunikation. Ohne wird es schwierig. Daneben wird noch Arabisch und Komorisch (ebenfalls Amtssprache) gesprochen.

EinkaufenBearbeiten

Vanilleschoten oder Ylang-Ylang-Öl.

Abgesehen von einigen Supermärkten in Moroni gibt es nur Tante-Emma-Läden. Geschäfte öffnen Montag bis Samstag bis 17.30. Bürostunden sind: Montag bis Donnerstag 7.30-14.30 Uhr, Freitag und Samstag kürzer.

Kreditkarten kann man allenfalls in besseren Hotels nutzen. Geldautomaten finden sich in Moroni.

WährungBearbeiten

1 Komoren-Franc (KMF, Franc Comorien) = 100 Centimes. Der Kurs ist an den Euro gekoppelt 1 € = 491 KMF (9.9.20)

Es gibt Scheine für 500, 1000, 2000, 5000, 10000 KMF und Münzen für 25, 50, 100, 250.

KücheBearbeiten

Die Küche zeigt madegassische und französische Einflüsse. Man findet aber auch chapattis, die indische Wanderarbeiter brachten. Tagesfrisch gefangene Fische erhält man ungekühlt auf den Märkten. An Fleisch gibt es sonst viel Huhn. Kochbananen, Brotfrucht, Yams und Taro sind die wichtigsten Stärkequellen. Fast alle Gerichte enthalten Zwiebeln.

Die auf Mohéli noch zahlreichen Schildkröten werden trotz Verbots gewildert und auch auf anderen Inseln verzehrt.

Kleine Snacks gibt es an Straßenständen. Gekocht wird meist am Holzfeuer.

Typische Gerichte sind:

  • Madaba: Maniokblätter püriert, langsam in gewürzter Kokosmilch gekocht.
  • Hühnchen-Pilaw (Pilaou au poulet): Hühner-Reis mit Tomaten und Gewürzen.
  • Hühnchen in Kokosmilch mit viel Gewürzen.
  • Straucherbsen in Curry oder Tomatensauce.
  • Samoussa: indische Blätterteigbällchen mit verschiedensten Füllungen, meist Gemüse.
  • Rougail de tomates: aus Madagaskar übernommenes, scharfes Eintopfgericht. Beilage Reis.
  • Mardouf (Mkatra foutra): ungesäuertes Fladenbrot, in der Pfanne hergestellt mit Kokoswasser.
  • Ntrovi ya nazi: gekochter oder gebratener Fisch mit Kochbananen und Kokos. Ähnlich ist M'tsolola, wobei man grüne Bananen in Kokosmilch mitkocht.
  • Poutou: scharfe Sauce aus Chili, Tomaten, Zwiebeln und Zitrone.
  • Ntibé: gekochtes oder in Öl kurz gebratene Fleischstückchen.
  • Goudrou-godrou: Reis-Kokos-Gewürzkuchen.

Eher ein Festschmaus wäre Languste in Vanillesauce.

NachtlebenBearbeiten

Nachtleben im westlichen Sinn existiert nicht.

Bier und Wein werden nur in besseren (Hotel)-Restaurants ausgeschenkt. Solche gibt es eigentlich nur in Moroni. Offiziell ist das Mindestalter für Alkohol, den es in kleineren Orten nicht immer gibt, 18 Jahre. Zum Mitnehmen kauft man in Läden, die Inder oder Chinesen in Moroni betrieben.

UnterkunftBearbeiten

Hochpreiseige Ressort findet man vor allem auf Grande Comore an der Südwestküste. Auf Anjouan sind bessere Hotels in Mutsamudu.

LernenBearbeiten

 
Krokodile und andere Großechsen kommen nicht vor. Geckos und kleiner Skinke, wie hier ein Trachylepis comorensis, sieht man oft.

Die komorische Sprache ist dem Suaheli verwandt. Amts- und Bildungssprachen sind auch Arabisch und Französisch.

ArbeitenBearbeiten

Die meisten Komorer träumen davon im Ausland, bevorzugt in Frankreich, zu arbeiten. Die Überweisungen und Mitbringsel jener je viens tragen viel zur Wirtschaftsleistung des Landes bei, dessen primärer Sektor noch 40% des BIP erwirtschaftet und 80% der Arbeitskräfte bindet.

SicherheitBearbeiten

„Es ist verboten, uniformierte Personen, militärische Einrichtungen und öffentliche Bauten (Flughäfen, Brücken usw.) zu fotografieren. Gleichgeschlechtliche Handlungen sind strafbar. Vergehen gegen das Betäubungsmittelgesetz werden mit mehrjährigen Gefängnisstrafen geahndet. Der Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen, in Parks etc. ist kommunal geregelt und in einigen Gemeinden ganz oder teilweise verboten. Es ist verboten, die Regierung zu kritisieren.“[2]

GesundheitBearbeiten

Abfallbeseitigung hat keine hohe Priorität.

Es kann sinnvoll sein bei Erkrankungen zu versuchen nach Mayotte zu gelangen. Dort gilt die europäische Krankenversicherungskarte.

Die medizinische Infrastruktur zum Teil ausgesprochen mangelhaft. Neben den Schutzimpfungen gegen Tetanus, Diphtherie, Polio und Hepatitis A sowie bei Langzeitaufenthalten über drei Monate auch Hepatitis B ist unter Umständen (z.B. Trekking, o.ä.) ein Impfschutz gegen Typhus sinnvoll.

Sauberes Trinkwasser ist nicht sicher gewährleistet. Hier gilt es im Zweifel abgekochtes oder abgepacktes Wasser zu benutzen. Ansonsten gilt “cook it, peel it or forget it.”

Chinesische Entwicklungshilfe hat seit 2011 dafür gesorgt, dass Malaria kaum noch vorlkommt. Bezüglich Malariaprophylaxe sollte man sich mit einem Reise- oder Tropenmediziner beraten. Plasmodium falciparum, der Erreger der gefürchteten Malaria tropica kommt im ganzen Land vor. Seitens der WHO wird eine Prophylaxe empfohlen. Da es allerdings Resistenzen gegen Chloroquin und Sulfadoxin–Pyrimethamin gibt, sollte auch hier eine Beratung vorausgehen.

Es kommen Chikungunya- und Dengue-Fieber vor. Komoren-Flughunde (Pteropus sp.) können Tollwut übertragen.

KlimaBearbeiten

Das Klima ist Tropisch mit der Trockenzeit von Mai bis Oktober und der Regenzeit (Monsun) von November bis April. Die durchschnittliche Tagestemperatur beträgt ganzjährig um 25° C.

Klarkommen und RespektBearbeiten

Die Komoren sind zu 99% islamisch geprägt. Der Islam ist zugleich Staatsreligion. Es gelten daher die üblichen Grundregeln für islamische Länder. Dazu gehört eine angemessene Kleidung (Bikini in der Stadt oder Shorts und Hotpants, respektive Miniröcke sind eher ungeschickt) und der Verzicht auf Alkoholkonsum in der Öffentlichkeit.

Jüngere Männer ziehen besonders auf Anjouan in Jungesellenhütten (vala), gehen dann aber weiterhin zum Futtern heim zu Mami. Es ist für Männer nicht unüblich im Rahmen einer „kleinen Ehe“ mit einer Frau zusammenzuleben und evtl. Kinder zu haben. Aber erst die „garnde mariage“ (anda) macht den Mann zum Manne. Hierfür sind teure Geschenke für die ganze Familie der Braut fällig. Oft verschuldet such der Bräutigam auf Jahre. Zu Hause hat auf den Komoren die Frau die Hosen an. Ihnen gehören die Häuser, Vererbung erfolgt in weiblicher Linie an die Töchter.

Auf den Komoren gibt es lediglich eine EU-Botschaft, die Frankreichs. In dringenden Fällen ist diese unter Fon: +269-730.753 oder Fax: +269-730.922 sowie in Notfällen unter Fon: +269-730.615 erreichbar.

Die zuständige deutsche Botschaft befindet sich in Dar-es-Salam (Umoja House, Ecke Hamburg Av. / Mirambo St., 2nd Floor, Daressalam.) in Tansania. Tel. (Mo.-Do. 7.00-14.30 h): +255 22 2212300. NUR Notfälle, nach Dienstschluss: +255686054081.

Das schweizer Konsulat in Moroni (Quartier Magoudjou, Mangani; Tel.: +269 333 0787 ) ist der Botschaft nachgeordnet: Ambassade de Suisse, Immeuble "ARO" - 2ème étage, Làlana Solombavambahoaka Frantsay 77, Antsahavola, 101 Antananarivo, Madagaskar. Tel.: +41 58 462 19 61, Fax: +41 31 462 19 64, E-Mail: .

Praktische HinweiseBearbeiten

Stromausfälle sind häufig.

Tagsüber Ruhe herrscht im Ramadan, dieses Jahr 23. April 2020-23. Mai 2020.

LiteraturBearbeiten

Spinnler, Ellen; Reise durch die Komoren und Mayotte; Würzburg 2018, ISBN 9783800342945

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.
  1. [1] 9.9.20
  2. [2] 23.03.2020