Dschibuti

Staat in Ostafrika
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Dschibuti
Lagekarte
Flagge
Flag of Djibouti.svg
Kurzdaten
HauptstadtDschibuti (Stadt)
Regierungsform
WährungDschibuti-Franc (DJF)
Fläche23.200 km²
Einwohnerzahl956.985 (2017)
AmtsspracheFranzösisch, Arabisch
ReligionMuslime 94%, Christen 6%
Strom/Stecker220 V, 50 Hz;
Eurostecker/​E
Telefonvorwahl+253
Domain.dj
ZeitzoneUTC+3

Dschibuti, die international übliche Schreibweise ist Djibouti, liegt im östlichen Afrika. Die Hauptstadt trägt den gleichen Namen. Das Land grenzt im Norden an Eritrea, im Westen und Süden an Äthiopien, im Südosten an Somalia (Somaliland) und im Osten an das Rote Meer.

RegionenBearbeiten

StädteBearbeiten

 
Karte von Dschibuti
  • 1 Dschibuti جيبوتي Djibouti wikipedia commons wikidata
  • 2 Ali Sabieh على صبيح wikipedia commons wikidata
  • 3 Tadjoura تاجورة Tadjourah wikipedia commons wikidata
  • 4 Obock أوبوك wikipedia commons wikidata
  • 5 Dikhil دخيل wikipedia commons wikidata

Weitere ZieleBearbeiten

Siehe den Abschnitt Ausflüge zur Hauptstadt.

HintergrundBearbeiten

 
Ghoubbet-el-Kharab

Der erst 1977 unabhängig gewordene Staat war als Französisch-Somaliland seit 1888/96 Kolonie.

Die USA haben rund 4000 Soldaten im Camp Lemonnier stationiert von wo aus seit Oktober 2016 aus auch Angriffe auf die Saudi-Arabien nicht genehme Regierung des Jemen erfolgen. Mindestens 35000 Jemeniten sind nach Djibouti geflohen. Im zentralen Flüchtlingslager bei Ali Adde sind sonst vor allem Somalier untergebracht.

AnreiseBearbeiten

Kreuzfahrtpassagiere dürfen zu touristischen Zwecken bis zu 72 Stunden visumsfrei einreisen.

Inhaber von gewöhnlichen Reisepässen können ein elektronisches Visum für bis zu 30 Tage beantragen. Dies berechtigt nur zur Einreise über den Flughafen. Das visa-on-arrival bekommen nur noch Inhaber von Dienst- oder Diplomatenpässen auf Dienstreise.

EinreisebestimmungenBearbeiten

  • Für Deutsche und Österreicher zuständig ist die Botschaft von Djibouti, Kurfürstenstraße 84, 10787 Berlin. Tel.: +49(0) 30 263 901 57 (Konsularabteilung). Vorzulegen sind 2 Antragsformulare, 2 Passbilder, Hotelbuchung oder „lettre d'hébergement.“ Bearbeitungsdauer max. 1 Woche, meist 24 Std. Angehörige der kämpfenden Truppe der Bundeswehr dürfen dienstlich visumsfrei einreisen. Geöffnet: Mo.-Fr. 8.30-16.30. Preis: Touristenvisum: bis 14 Tage € 10, bis 30 Tg. € 20.
  • Schweizer wenden sich mit denselben Unterlagen an Section consulaire de l'Ambassade de la République de Djibouti, Chemin Camille-VIDART 15, 1202 Genève (Bus 5: Vermont. Bus 8: IUT.). Tel.: +41 (22) 749 1090. Nur persönliche Abholung nach Terminabsprache. Geöffnet: Mo.-Do. 10-12.

In Ländern ohne dschibutische Vertretung kann das Visum bei französischen Konsulaten beantragt werden.

eVisumBearbeiten

Seit 30. April 2018 ist die Einreise mit einem eVisum möglich; dies nicht nur am Flughafen, sondern bei der Ankunft an allen Grenzübergängen. Die Beantragung im Internet, Zahlung ausschließlich mit Visa- oder Mastercard; Bearbeitungsdauer soll 72 Stunden sein.

ZollbstimmungenBearbeiten

Die Einfuhr jeder Art pornographischen Materials ist verboten. Alkohol ist bis zu einem Liter pro Person gestattet.[1] Besitz und Ausfuhr von Blättern des Kathstrauchs, der regionalen Volksdroge, ist gestattet. Der Wirkstoff Cathinon unterliegt in Deutschland (und vielen anderen Staaten) dem Betäubungsmittelrecht, mehr als 30 g gelten als „nicht geringe Menge.“

FlugzeugBearbeiten

Ab Frankfurt fliegt man günstig mit Ethiopian (über Addis Abbeba oder Jeddah) oder Emirates über Dubai. Vergleichsweise lang sind Flugzeiten mit Kenia Airways, deren Flüge über Nairobi gehen.

Die wiedererstandene Air Djibouti mit Firmensitz am Flughafen bietet seit 2016 wieder Passagierflüge an. Bedient werden zentralafrikanische Städte und Dubai.

Das Aérodrome de Chabelley, zehn Kilometer südlich der Hauptstadt, dient nur dem französischen und amerikanischen Militär.

BahnBearbeiten

 
Bahnstrecke Addis Abeba - Djibouti, eröf. 2016.

Im Oktober 2016 wurde die mit chinesischer Hilfe gebaute Dschibuti-Äthiopien-Bahn in Normalspur eröffnet. Die 756 km lange Strecke geht von Sebeta/Addis Abeba über Awash (Zweiglinie nach Weldiya/Hara Gebeya im Bau bis 2018[veraltet]) und Miesso nach Dschibuti. Fahrplanmäßige Fahrtdauer für die durchgehend elektrifizierte Strecke ist zehn Stunden. Die Züge fahren jeden zweiten Tag um 8.00 ab, gebucht werden muss in Addis 24 Stunden vorher. Ausländer zahlen das Doppelte.

BusBearbeiten

Auto/Motorrad/FahrradBearbeiten

 
Asphaltierte Straßen und Pisten (Stand 2009).

Der 2008 bewaffnet ausgetragene Grenzdisput mit Eritrea wurde Ende 2015 durch Schiedsspruch beigelegt, eine Normalisierung des Grenzregimes zwischen beiden Staaten war zu erwarten. Seit Juni 2017 kam es wieder zu Schießereien im Grenzgebiet nachdem die Friedenstruppe abgezogen war. Reisen nördlich von Obock sollten vermieden werden.

Das Überschreiten der Landgrenze bei Loyada (‏لويادا‎) nach Somaliland wird 2016 als problemlos beschrieben.[2]

SchiffBearbeiten

Es gibt Verbindungen nach Jemen und Berbera in Somaliland mit einheimischen Schiffen. Entsprechende Fahrten sind im Hafen zu erfragen, aufgrund der schlechten Sicherheitslage ist von deren Benutzung wohl abzuraten.

Wegen der Pirateriegefahr vor Somalia ist die Region für Segler gefährlich. Aktuelle Informationen erhält man beim Maritime Security Centre.

MobilitätBearbeiten

Busse/Minibusse verkehren ohne Fahrplan. Abfahrt ist wenn das Fahrzeug – nach örtlichem Verständnis – „voll“ ist. Minibusse halten nach Heranwinken.

Taxipreise sind an größeren Ständen (auch am Flughafen) angeschlagen. Ein Nachtzuschlag von 50% ist üblich.

SpracheBearbeiten

Amtssprachen sind Französisch und Arabisch, übliche Umgangssprachen Somali und Afar. Außerhalb der Hauptstadt wird selten Französisch gesprochen.

AktivitätenBearbeiten

EinkaufenBearbeiten

Wechselkurs € 1 etwas mehr als 215 Djibouti Franc (DJF) (Stand: Feb 2021).

Banken und viele kleinere Geschäfte haben Freitag und Samstag geschlossen, Sonntags geöffnet. Lange Mittagsruhe ist üblich. Sofern Kreditkarten akzeptiert werden – was eigentlich nur in der Hauptstadt geschieht – nimmt man meist nur Visa, Mastercard akzeptiert man nicht. Bei Bargeldwechsel (der außerhalb der Hauptstadt schwierig ist) von Dollarnoten werden nur Scheine (in gutem Zustand) der nach 2000 verausgabten Serie akzeptiert.

KücheBearbeiten

 
Lahoh-Fladenbrot, Teller und Sättigungsbeilage zugleich.

Die kulinarischen Genüsse Djiboutis werden von Einflüssen der Nachbarländer bestimmt. Arabische-jemenitische Geschmäcker findet man ebenfalls.

Das Frühstück ist normalerweise eine kräftig Mahlzeit mit Tee. Auf der Basis eines Fladenbrots lahoh, ähnlich dem äthiopischen Injera aber dünner, werden oft mit Fleisch, Innereien oder Honig bzw. Butterschmalz (niter kebbeh) gegessen. Garoobey ist ein Haferbrei mit Milch und Kümmel gewürzt.

Mittag- und Abendessen bestehen oft aus Eintopf (maraq) unterschiedlichster Art. Fah-fah ist eine Rindersuppe. Reis serviert man mit Kochbananen oder Fleisch. Zu Pasta (baasto) gibt es sehr dickflüssige Saucen. Unerläßlich ist die scharfe Würzmischung Berbere und, wer es sich leisten kann, Safran. Wie in Somalia werden Speisezimmer, wenn Gäste zu Besuch sind, gerne mit Weihrauch in speziellen Brennern (Dabqaad) „ausgeräuchert“.

Die Süßspeise halwo (Halwa) gibt es vor allem zu besonderen Anlässen.

NachtlebenBearbeiten

Findet vor allem im Europäerviertel der Hauptststadt statt.

UnterkunftBearbeiten

In der Hauptstadt gibt es etwa vierzig Hotels, die wenigsten davon preisgünstig.

In anderen Orten finden sich kaum Unterküfte. Nahe der wenigen Naturschönheiten existieren ein paar Campements, die speziell auf touristischen Bedarf eingerichtet sind.

FeiertageBearbeiten

Termin Name Bedeutung
Mo, 1. Jan. 2024 Neujahr
Mo, 1. Mai 2023 Tag der Arbeit
Mi, 22. Mär. 2023 1. Ramadan
Sa, 22. Apr. 2023 Id al-Fitr letzter Tag im Fastenmonat Ramada
Mi, 28. Jun. 2023 Īd al-Aḍḥā Zweitägiges islamisches Opferfest
Mi, 7. Jun. 2023 Nationalfeiertag
Mi, 27. Sep. 2023 Geburtstag (Mulid/maulid) des Propheten Mohammed am 12. Rabi' al-auwal
Mo, 25. Dez. 2023 Weihnachten

SicherheitBearbeiten

Für afrikanische Verhältnisse ist Dschibuti ein sicheres Land. Nur vor Gelegenheits- und Taschendieben in Basaren wird gewarnt.

„Von nicht unbedingt notwendigen Einzelreisen in entlegene Gebiete Dschibutis wird abgeraten.”[1] Gebiete entlang der Grenze zu Eritrea sind vermint.

Amerikaner und Franzosen üben bevorzugt an der 1 Bucht von Arta (11° 35′ 18″ N 42° 51′ 17″ O) das Töten von Menschen, es empfiehlt sich diese Gegend zu meiden.

GesundheitBearbeiten

 
Khat essender Mann im Jemen (2009).

Viele eingeborene Männer kauen ab Mittag Khat, was zu eingeschränktem Reaktionsvermögen (auch im Straßenverkehr) oder ungewöhlichen, erst lebendigem, mitteilungsbedürftigen, nach etwa zwei Stunden dann lethargischem Verhalten führen kann.

Gefahr von Malaria (durch Plasmodium falciparum) besteht allenfalls während der nassen Jahreszeit November bis April.

Klima und ReisezeitBearbeiten

 
Klima Djiboutis gem. Köppen-Klassifikation.

Tagestemperaturen von über 40 °C sind von Mai bis Oktober die Regel.

Regeln und RespektBearbeiten

Post und TelekommunikationBearbeiten

Praktische HinweiseBearbeiten

Man lässt sich ungern fotografieren, es sollte in jedem Fall um Erlaubnis gefragt werden. Militärisches darf prinzipiell nicht aufgenommen werden.

Alkoholgenuss in der Öffentlichkeit, außer in lizensierten Gaststätten, ist strafbar. Für Frauen sind Hijab und weite Abaya angemessene Kleidung.

Post: Briefe in alle EU-Länder und die Schweiz gelten als „Zone 1“ und kosten 2018 für bis zu 20 g: 220 DJF, 100 g: 675 DJF.

AuslandsvertretungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Redman, Nigel; Birds of the Horn of Africa: Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somalia, Socotra; London 2009 (Helm); ISBN 9780713665413
  • Saïd Chiré, Amina; Djibouti contemporain; Paris 2013; ISBN 9782811108243
Karten
  • Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somaliland: map for businessmen & tourists; geographical map; with index; relief with elevation tints; Budapest 2011; 1:2 Mio, 82 x 91 cm; ISBN 9786155010026
  • Houssein Ahmed Hersi; Carte de Djibouti: ville et ses agglomérations: carte de rues, street map; [Djibouti] ²2015; 68 x 98 cm

WeblinksBearbeiten

(Stand: Sep 2022)

Nachrichten aus der Region

Einzelnachweise

 
Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.