Eswatini

Königreich im südlichen Afrika

Eswatini, Langform Königreich Eswatini, bis 2018 Swasiland (engl. Swaziland), liegt im südlichen Afrika. Das Land wird zu etwa zwei Dritteln von Südafrika und einem Drittel von Mosambik begrenzt. Zum Anlass der 50jährigen Unabhängigkeit verfügte König Mswati III, dass das Land künftig offiziell "Eswatini" (eswatinsche Schreibweise eSwatini) heißen soll. Der neue Name wurde bereits international, wie z.B. von der ISO 3166[1], der UNO[2], den Außenministerien der deutschsprachigen Länder[3] usw. adaptiert.

RegionenBearbeiten

HhohhoManziniShiselweniLubomboMpumalangaKwaZulu-NatalMosambikEswatini 
Eswatini

Eswatini liegt im südlichen Afrika im Binnenland zwischen seinen Nachbarn Südafrika und Mosambik. Das Land misst von Nord nach Süd etwa 180 km, von Ost nach West gar nur 120 km. Politisch wird es eingeteilt in vier Regionen

Geografisch lässt sich das Land einteilen in vier Zonen, die in Nord-Süd-Richtung verlaufen:

  • das Highveld mit Höhen über 1000 m. Die bergige Landschaft wird forstwirtschaftlich genutzt mit Eukalyptus- und Kiefernwäldern.
  • das Middleveld, eine fruchtbare hügelige Landschaft rings um das Zentrum Manzini.
  • das Lowveld ist eine afrikanische Savannenlandschaft. Obwohl es keine besonders hohen Niederschläge gibt, ist das Lowveld durch einige Flüsse durchzogen und bietet gute Anbaumöglichkeiten für Zuckerrohr, für Zitrusfrüchte und Ananasplantagen.
  • das Lubombo Plateau ist ein schmaler Höhenzug entlang der Grenze zu Mosambik, es wird als Acker- und Weideland genutzt.

StädteBearbeiten

Weitere ZieleBearbeiten

HintergrundBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Etwa um 1750 kamen Nguni aus Zentralafrika unter der Führung des Dlamini-Clans in die Gegend des heutigen Eswatini. Nach Auseinandersetzungen mit den benachbarten Zulu gelang es dem damaligen König Mswati II um 1850, sein Herrschaftsgebiet zu festigen. Auf diesen Ngwenyama (=Löwe) geht der Name des Volkes der Swasi zurück. Die Buren und in Folge die Briten benannten deren Siedlungsgebiet daher einfach Swasiland. Seine Nachfolger verkauften Bergbaukonzessionen und Nutzungsrechte an Ländereien an Europäer, Buren und Briten. Dies gab immer wieder Streitereien über die Besitzverhältnisse, da nach Vorstellung der Swasi das Land Eigentum des Königs bleibt.

Um 1880 geriet daher das Land immer stärker unter den Einfluss der Briten, und 1894 wurde es schließlich britisches Protektorat. Erst am 6. September 1968 wurde Swasiland unabhängig, damals herrschte König Sobhuza II aus dem immer noch regierenden Dlamini-Clan. Nach seinem Tod ging die Regentschaft zunächst an seine Witwe Dzeliwe; anschließend übernahm seine Witwe Ntombi das Amt der Ndlovukazi (=Elefant), bis ihr damals minderjähriger Sohn Makhosetive neuer Ngwenyama unter dem Namen Mswati III wurde. Dieser regiert seit 1986 als absoluter Herrscher, er hat zur Zeit (Stand 2020) 14 Frauen und den Hang zu einem luxuriösen Leben. So soll er Ende 2019 19 Rolls-Royce und 120 BMWs für seinen königlichen Fuhrpark gekauft haben.

Land und LeuteBearbeiten

Etwa 1,1 Millionen Menschen leben in Eswatini (Zensus 2017), über 90% sind Swasi, daneben gibt es weitere Bantu wie Zulu, Tsonga und Sotho sowie einige wenige Weiße und Farbige (Inder, Pakistani). Etwa 70% müssen mit weniger als 1 USD pro Tag auskommen. Die Landwirtschaft kommt nur in Ausnahmefällen über den Status einer Subsistenzwirtschaft hinaus, so dass viele Swazi förmlich von der Hand in den Mund leben. Dies ist allerdings auch ein Problem der Ausbildung. Schulpflicht besteht offiziell nicht, dennoch geht ein Großteil der Kinder regelmäßig in die Primary school. Der Großteil der Swasi bekennt sich zum Christentum, wobei der Glaube oft mit Naturreligionen vermischt ist. In der Medizin spielen Wahrsager und Naturheiler (Inyanga) eine große Rolle, ebenso wie in der Gesellschaft. In den Familien sind die Rollen von Mann und Frau noch sehr den Traditionen verhaftet. So ist das Bezahlen von Brautgeld (meist in Form mehrerer Rinder) immer noch gängige Praxis.

WirtschaftBearbeiten

Wirtschaftlich bedeutend ist die enge Verflechtung des Landes mit Südafrika, die Währung Lilangeni (Plural: Emalangeni mit E abgekürzt) wird dem südafrikanischen Rand gleichgesetzt. Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft mit Zucker, Ananas und Zitrusfrüchten. Darüber hinaus werden Baumwolle, Mais, Tabak, Reis, Hirse und Erdnüsse in nennenswertem Umfang angebaut. Der überwiegende Teil der Bevölkerung betreibt Landwirtschaft nur für den Eigenbedarf und nicht für den Verkauf auf dem Markt oder den Export. Auch die Forstwirtschaft und einfach industrielle Produkte aus Holz spielen eine Rolle, im Bergbau ist es der Kohleabbau. In den letzten Jahren gewann auch der Tourismus an Bedeutung.

AnreiseBearbeiten

 
Am Grenzübergang Matsamo

Ein Visum ist für die meisten Europäer nicht erforderlich.

Mit dem FlugzeugBearbeiten

In Eswatini gibt es nur einen internationalen Flughafen. Dies ist der mit großer Verzögerung 2014 fertiggestellte King Mswati International Airport Er liegt etwa 70 km östlich der Hauptstadt Mbabane und 45 km vom Wirtschaftszentrum Manzini entfernt. Er ist durch eine 17 Kilometer lange Zufahrtsstraße mit der Hauptstraße MR3 verbunden und ist somit bis zur Hauptstadt ausnahmslos auf asphaltierten Straßen erreichbar. Flüge hierher werden von Eswatini Airlink (eine Tochter der South African Airlink) aus Johannesburg angeboten. Am Flughafen gibt es auch einen Mietwagenverleih. Bei der Ausreise mit dem Flugzeug wird eine Steuer von 20 E pro Person erhoben. Der ehemalige internationale Flughafen Matsapha Airport, der circa 1 km westlich von Manzini liegt, dient nur noch Flügen der königlichen Familie, Regierungsmitgliedern, Hilfstransporten und der Luftwaffe.

Mit der BahnBearbeiten

Auf dem rudimentären Schienennetz (rund 300 km) der Eswatini Railways werden nur Güter transportiert.

Mit dem BusBearbeiten

Es gibt Busverbindungen in die Nachbarländer, u.a. nach Johannesburg, Durban und Maputo.

Auf der StraßeBearbeiten

Achtung: Linksverkehr! Die Geschwindigkeitsbegrenzung ausserorts liegt generell bei 80 km/ h, auf einigen Straßen ist laut Beschilderung auch eine Geschwindigkeit von 120 km/h erlaubt. Man kann praktisch das ganze Land in einem normalen PKW bereisen, d.h. ohne Allradantrieb (4x4). Nichtasphaltierte Straßen ("Gravel Roads") abseits der größeren Strecken können meist auch ohne Allradantrieb befahren werden. Unbedingt vorsehen sollten man sich vor Schlaglöchern ("Pottholes") sowie Fußgängern und Tieren. Viele ältere PKWs und LKWs sind nur langsam unterwegs und teilweise schlecht beleuchtet. Gerade nachts sollte man die Geschwindigkeitsbegrenzung daher unbedingt einhalten! In Dörfern (und wenn es nur wenige Hütten sind) und bei Schulen gilt generell eine Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h. Eventuelle Geldbußen werden sofort fällig.

Beim Grenzübertritt ist zu beachten, daß die meisten Grenzstationen abends schließen. Autokennzeichen werden zusammen mit den Personalien bei der Einreise erfasst und bei der Ausreise überprüft. Vor der Einreise mit Mietwagen aus Südafrika sollte man sich erkundigen, ob der Grenzübertritt gestattet ist.

 
Einfacher Bauernhof: Rundhütten im Lowveld
 
Neue Häuser in einem Dorf am Lowveld

Öffnungszeiten der Grenzübergänge

Jeppes Reef Matsamo 7 - 20 Uhr
Josefdal Bulembu 8 - 16 Uhr
Oshoek Ngwenya 7 - 22 Uhr
Waverly Lundzi 8 - 16 Uhr
Sandlane Nerston 8 - 16 Uhr
Houtkop Sicunusa 8 - 18 Uhr
Bothashoop Gege 8 - 16 Uhr
Mahamba Mahamba 7 - 22 Uhr
Onverwacht Nsalitie 8 - 16 Uhr
Golela Lavumisa 7 - 22 Uhr
Goba Mhlumeni 7 - 22 Uhr
Namaacha Lomahasha 7 - 22 Uhr

MobilitätBearbeiten

 
Gewerbegebiet im Distrikt Manzini

SpracheBearbeiten

Englisch, die offizielle Amts- und Geschäftssprache wird praktisch überall gesprochen und verstanden. Auch sind sämtliche offizielle Websites des Landes so wie die zwei größten Zeitungen des Landes in englischer Sprache gehalten. Kenntnisse in Siswati, der zweiten Amtssprache sind nicht unbedingt erforderlich, helfen aber sicherlich Sympathie bei den Einheimischen zu gewinnen.

KaufenBearbeiten

Bezahlen kann man mit dem südafrikanischen Rand oder der einheimischen Währung Lilangeni. In der Praxis geht es meist um mehr als nur einen Lilangeni, was zur Folge hat, dass bei Preisangaben fast ausschließlich der mit E abgekürzte Plural Emalangeni Verwendung findet. Man sollte beim Wechselgeld aufpassen, dass man in Südafrika weiter verwenden kann, was beim Lilangeni nicht gegeben ist.

In Eswatin gibt es nur wenige industrielle Produkte, die für Touristen interessant sind. An Kunsthandwerk sind nennenswert Glasfiguren, Schnitzereien, Schmuck, Stoffe und Batiktücher sowie kunstvoll gestaltete Kerzen. Einzelne Künstler haben sich darauf spezialisiert, aus Draht und anderen Abfällen der Zivilisation originelle Gegenstände zu fertigen. Die Preise auf den Märkten sind moderat, ansonsten sind sie mit denen des benachbarten Südafrika gleichzusetzen.

Die normalen Geschäfte haben in der Regel geöffnet Mo-Fr von 8 - 17 Uhr, Sa 8 - 13 Uhr.

Öffnungszeiten der Banken: Mo-Fr 8:30 - 14:30 Uhr, Sa 8:30 - 11 Uhr. Das Bezahlen mit gängigen Karten wie Maestro-Card ist verbreitet und auch in kleineren Geschäften üblich.

Post: geöffnet Mo-Fr 8:30 - 16 Uhr

KücheBearbeiten

NachtlebenBearbeiten

UnterkunftBearbeiten

 
Verkauf landestypischer Souvenirs

Eswatini ist zwar sehr klein, bietet aufgrund seiner vielen Attraktionen aber eine relativ hohe Anzahl an Hotels, Lodges und anderen Unterkünften.

  • Phophonyane Falls Lodge. Die Phophonyane Falls Lodge ist ein wahres Highlight. Abseits im Phophonyane Falls Nature Reserve gelegen und nur unweit der namensgebenden Wasserfälle, ist diese kleine Anlage ein Juwel für alle die Ruhe suchen oder die atemberaubende Landschaft Eswatinis erkunden wollen. Zur Auswahl stehen gut ausgestattete riedgedeckte Doppelstockhütten, traditionelle Rundhütten oder romantische Zelte am Fluss (hier kommt "Afrika-Feeling" à la Hemingway auf), allerdings ohne eigenes Bad. Es gibt ein gutes, eigenes Restaurant, den Naturpool der Wasserfälle und auch mehrere einsamen Wanderrouten. Die Stadt Piggs Peak (inkl. Läden etc.) ist ca. 14 km entfernt und in der Nähe gibt es auch alte Felsenzeichnungen zu sehen. Die Übernachtungskosten liegen bei etwa R480-R750 pro Person. Buchen kann man per Telefon unter +268 437 1429, per Fax +268 437 1319 oder auch online. In dringenden Fällen kann man auch die Handynummer +268 604 2802 anrufen.
  • Mantenga Lodge, Ezulwini. Tel.: +268 4161049, +268 4162681, Fax: +268 4162618. Zentral gelegen in der Nähe vieler Attraktionen wie Kunsthandwerksmärkte, Naturreservate, Golfkurs, Spa und Wanderwege ist dieses Hotel ein hervorranger Ausgangspunkt um Eswatini zu entdecken. Zu Füßen der Sheaba’s Breasts-Berge stehen hier 30 Zimmer und 8 Hütten zur Auswahl, die ab etwa R470-R600 pro Person alle mit Frühstück angeboten werden. Dieses nimmt man natürlich auf der Aussichtsterrasse ein oder man erfrischt sich an der hauseigenen Bar. Ein Swimmingpool gehört dabei ebenso zum Standard des Hotels, wie die Fernseher auf den Zimmern.

LernenBearbeiten

ArbeitenBearbeiten

FeiertageBearbeiten

  • 1. Januar Neujahr
  • 19. April Geburtstag des Königs Mswati III
  • 25. April Nationaler Flaggentag
  • 1. Mai Tag der Arbeit
  • 22. Juli Geburtstag des früheren Königs Sobhuza
  • 6. September Nationalfeiertag Somhlolo. Unabhängigkeitstag. Swasiland war ab 1903 britisches Protektorat und wurde am 6.9.1968 unabhängig.
  • Ncwala-Fest oder Incwala-Zeremonie, ist das Fest der ersten Früchte. Es richtet sich nicht nach unserem Kalender, die dreiwöchigen Zeremonien finden statt im Dezember/Januar, sie sind Erntefest und dienen der Festigung der Monarchie.
  • Umhlanga oder Reed Dance. Tausende von jungen Mädchen versammeln sich jährlich zu der achttägigen Zeremonie am Palast der Ndlovukati, der Mutter des Königs. Sie schneiden Schilf, reparieren damit den Windschutz der Residenz, singen und tanzen. Im Verlauf der Zeremonie hat der König die Gelegenheit, sich eine weitere Frau zu erwählen. Zuschauer sind bei diesem farbenfrohen Spektakel zugelassen, fotografieren darf man jedoch nur mit Erlaubnis des Tourist Office.

Weitere Feiertage: Ostern, Christi Himmelfahrt, Weihnachten

SicherheitBearbeiten

GesundheitBearbeiten

Das Hauptproblem des Landes heißt AIDS. Offiziell sind rund 40% der Bevölkerung HIV-positiv, es wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl deutlich höher liegt. Eswatini ist der einzige Staat in Afrika, wo es trotz recht hoher Geburtenrate kaum Bevölkerungswachstum gibt.

Das Risiko einer Malaria-Erkrankung ist gering, jedoch zumindest in der Regenzeit vorhanden.

Bei Einreise aus einem Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten ist der Nachweis einer Impfung erforderlich.

KlimaBearbeiten

Mbabane
J F M A M J J A S O N D
25
15.1
15
24.8
14.9
14
23.7
13.9
13
22.7
11.6
8
21.1
7.7
4
19.1
4.7
3
19.9
5.1
3
21.4
7.1
4
23
10
7
23.1
13.4
12
24
13.4
14
25
14.5
16


243 212 187 71 34 19 23 28 62 126 169 213
22.7
Mittlere Jahreshöchsttemperaturen in °C
11
Mittlere Jahrestiefsttemperaturen in °C
1387
Jahresniederschlag in mm
113
Anzahl der Regentage

Das nebenstehende Diagramm bezieht sich auf die Wetterstation in Mbabane, die Hauptstadt liegt im Highveld auf etwa 1150 m Höhe Das Klima hat eine ausgeprägte Regenzeit im Sommer von November bis März, die Winter sind trocken. Man muss vier Klimazonen unterscheiden:

  • das Highveld im Westen des Landes hat häufige Niederschläge (Steigungsregen), hohe Luftfeuchtigkeit
  • das Middelveld mit subtropischem Klima, mäßige Niederschläge
  • das Lowveld ist subtropisch - tropisch warm, nur wenig Regen
  • das Lebombo Plateau hat klimatische Bedingungen ähnlich dem Middelveld

Praktische HinweiseBearbeiten

  • Das Fotografieren von Angehörigen der königlichen Familie und des königlichen Palastes ist verboten. Auch Polizei und Militär dürfen nicht fotografiert werden.
  • Traditionelle Zeremonien wie der Umhlanga dürfen nur fotografiert werden mit Erlaubnis des Government Information Service, P.O. Box 372, Mbabane.
  • In Restaurants werden Trinkgelder auf den Rechnungen normalerweise nicht ausgewiesen, etwa 10% sind üblich.

Post und TelekommunikationBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Einzelnachweise

  1. Eswatini (SZ) bei ISO 3166-1, Änderung 16. Juli 2018
  2. Standard country or area codes for statistical use (M49), Statistical Devision, Vereinte Nationen
  3. Z.B.: Auswärtiges Amt: Verzeichnis der Staatennamen für den amtlichen Gebrauch in der Bundesrepublik Deutschland Stand: 18.06.2018, PDF,S.3
 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.