Somaliland

international nicht anerkannter Staat; Regionalstaat Somalias
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Somaliland ist eine de facto unabhängige Republik im Norden Somalias. Sie grenzt im Westen an Dschibuti, im Süden an Äthiopien und im Osten an die Region Puntland .

Regionen

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Geographisch teilt sich Somaliland in vier Gebiete:

  • Der Westen mit den Regionen Awdal und Hargeysa
  • Das Gebiet um die Hafenstadt Berbera
  • Die Provinz Togdheer im Süden mit der Stadt Burco
  • Der Osten mit den umstrittenen Provinzen Sanaag und Sool, die nur zum Teil unter der Kontrolle der somaliländischen Regierung stehen.
  • 1 Berbera
  • 2 Hargeysa

Weitere Ziele

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Hintergrund

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Die Republik Somaliand erklärte sich 1991 von Somalia unabhängig und versteht sich als Nachfolgerin der ehemaligen Kolonie Britisch Somaliland. Das Gebiet hat eine eigene Regierung, eine eigene Währung - den Somaliland Schilling - und unterhält eigene Verbindungsbüros im Ausland. In vielerlei Hinsicht hat sie nicht viel mit dem übrigen Somalia zu tun - sie ist die einzige Region Somalias, die zur Zeit bereist werden kann.

Die Landessprache ist Somali, weitere Amtssprachen sind Arabisch und Englisch.

 
Stämme und de facto politische Gliederung am Horn von Afrika.

Einreisebestimmungen

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Zur Einreise wird ein Visum benötigt. Dieses bekommt man bei den Verbindungsbüros in London, Paris oder Stockholm. Wer über Land einreist, kann manchmal auch ein Visum beim Verbindungsbüro in Dschibuti oder Addis Abeba bekommen. Antragsformulare zum Herunterladen.

Seit 2019 können EU-Bürger, Türken u.a. an allen Grenzübergängen ein visa-on-arrival erhalten. Am einfachsten geht es mit dem Flugzeug nach Hargeysa, ansonsten gibt es unregelmäßige Boote zwischen Berbera und dem Jemen. Bei der Anreise mit dem Boot muss das Risiko einer Entführung durch Piraten mit einkalkuliert werden. Bei Ein- und Ausreise sind Gebühren variabler Höhe zu zahlen (jeweils ca. 30 $). Außerdem müssen 50 $ zu einem niedrigen Phantasiekurs bei der Staatsbank gewechselt werden.

Überland gibt es Straßenverbindungen nach Äthiopien und Dschibuti.

Mobilität

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Die einzige Hauptstraße ist die Straße Nr. 1, die von der äthiopischen Grenze bei 3 Tog Wajaale (Wajaale) 91 km in die Hauptstadt und weiter zum Hafen Berbera führt. Sie ist nur teilweise asphaltiert.

Ausflüge außerhalb der Städte dürfen aus Sicherheitsgründen nur in Begleitung von lokalen Führern sowie einer bewaffneten Eskorte unternommen werden. Die Gebühren hierfür liegen bei ca. 20 $ pro Tag.

Gesundheit

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Nur ein Viertel der städtischen Häuser hat Wasseranschluß. Ansonsten wird verkeimtes Wasser faßweise, ein Ölfaß voll kostet etwa 25 US$, an Haushalte geliefert.

Feiertage

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Staatlich: 1. Mai, Tag der Arbeit; 18.-19. Mai „Wiederherstellung der Souveränität;“ 26. Juni Unabhängikeitstag.

Musulmanisch-religiös: 16. Juni 2024 Opferfest(mehrtägig); 10. April 2024 Ende des Ramadan (mehrtägig); 15. September 2024 Geburtstag des Propheten.

Einkaufen

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Somaliland-Shilling.

Der Wechselkurs des Somaliland Shillings ist 2021 zum Kurs von 580 fest an den US$ gebunden. US-Dollar-Bargeld läuft im Alltag für größere Zahlungen um.

Im Lande selbst wird außer Nutztieren, die man vor allem in arabische Länder exportiert, so gut wie nichts produziert. Das gilt auch für die fast alle Lebensmittel. Mangels Kraftwerk kommt Strom nur von Dieselgeneratoren und ist deshalb 3-4 Mal teurer als in Europa.

Sicherheit

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Die Sicherheit in Somaliland ist ungleich besser als im übrigen Somalia, aber keineswegs ist es völlig sicher. Besonders vor den Küsten und im Grenzgebiet zum somalischen Puntland gibt es immer wieder Zwischenfälle und auch Entführungen. Auch wenn Reisen nach Somaliland grundsätzlich möglich sind, sollten sie nur nach sehr genauer Vorbereitung und Abklärung der sicherheitsrelevanten Aspekte vor Ort durchgeführt werden. Die Grenzregionen zu Äthiopien und Puntland (Somalia) sollten wegen dort immer wieder auftretenden Gefechten zwischen Rebellengruppen gemieden werden.

Eine von der Regierung unabhängige Justiz gibt es nicht. Abgeordnetenhaus und Senat („Ältestenrat“) werden von klanbasierten Fraktionen dominiert. Gesetze werden auf Einklang mit religiösem Recht geprüft, d. h. die Scharia kommt zur Anwendung. Frauen verschleiern nicht immer das Gesicht, ein enges Kopftuch ist jedoch Pflicht.

In Somaliland herrscht tropisches Klima und die Temperaturen sind sehr hoch. In den Bergen gibt es von April bis Oktober Regenfälle. Im Januar sind es mittlere Temperaturen - am Golf von Aden 24 bis 25 °C, im Juli 36 bis 37 °C.

Etwa die Hälfte der 4 Millionen Einwohner lebt nomadisch. Bevorzugt gehalten werden Kamele, Schafe und Ziegen, wobei letzte durch das Abfressen des wenigen Grüns ganz erheblich zur weiteren Ausbreitung der Wüsten beitragen.

Literatur

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  • Prunier, Gérard; The country that does not exist: a history of Somaliland; London 2020 (Hurst & Company); ISBN 9781787382039
  • Rawlence, Ben; Stadt der Verlorenen: Leben im größten Flüchtlingslager der Welt; München 2016 Nagel & Kimche, ISBN 9783312006915; [Flüchtlingslager Dadaab]
  • Schranner, Maximilian; Spoiler, Parastaaten, Units? Alternativstaatliche Polities aus neorealistischer Perspektive: die Beispiele Somaliland und Islamischer Staat; Baden-Baden 2019 (Tectum Verlag); ISBN 9783828842861
  • Karte: Ethiopia, Eritrea, Djibouti, Somaliland: map for businessmen & tourists; geographical map; with index; relief with elevation tints = Ethiopia = Äthiopien = Éthiopie = Etiopia; 1:2.000.000; [Budapest]: GiziMap, 2011; ISBN 9786155010026
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(Stand: Sep 2022)

 
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