Świebodzin

Stadt in Polen
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Die Kreisstadt Świebodzin (deutsch: Schwiebus) gehört zur 1999 gebildeten Woiwodschaft Lebus und befindet sich ca. 40 Kilometer nördlich von Zielona Góra und ca. 70 Kilometer östlich der deutsch-polnischen Grenze bei Frankfurt (Oder) auf der Lebuser Seenplatte. Historisch gehört die Stadt zur Neumark. Im November 2010 wurde hier die weltgrößte Christus-Statue eingeweiht.

Świebodzin
Einwohner21.988 (2015)
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HintergrundBearbeiten

 
Karte von Świebodzin

Der polnische Name der Stadt Świebodzin leitet sich vom polnischen Familienname Świeboda ab, der einen Bezug zum polnischen Wort Freiheit, swoboda, besitzt,[1] und ist seit 1302 in unterschiedlichen Varianten belegt.

Das (damalige) Dorf wurde erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt, in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde hier eine Festung errichtet. Wie heute lag die Stadt schon immer an den Handelswegen nach Brandenburg, Pommern und Schlesien, was ihr bereits am Ende des Mittelalters einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Wichtige Wirtschaftszweige waren Textilherstellung, Bierbrauereien, das Handwerk und der Handel.

Nach dem Sieg von Friedrich II. von Preußen im ersten Schlesischen Krieg (1740–1742) wurde die Stadt Teil Preußens. Der damalige Regierungsbezirk war Frankfurt (Oder) in der Preußischen Provinz. Der Status blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 erhalten. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt an die Bahnlinie Frankfurt (Oder)-Posen angeschlossen (1849), und neue Betriebe wurden für die Textilherstellung, Maschinenbau und Nahrungsmittelproduktion errichtet.

In der Konferenz von Jalta im Februar 1945 wurde der neue deutsch-polnische Grenzverlauf an Oder und Neiße festgelegt. Dadurch kam die Stadt unter polnische Verwaltung. Durch die entstandene Westverschiebung Polens wurden die Deutschen aus der Stadt vertrieben. Die polnische Bevölkerung siedelte sich ein. Nach dem Kriege erholte sich die Industrie nur langsam. Brauereien verschwanden, neue Fabriken für elektromechanische Erzeugnisse, Schnittholz und Möbel entstanden. Nach dem gesellschaftlichen Umbruch um 1990 siedelten sich hier einige ausländische Unternehmen an, die u.a. Discounter-Supermärkte betrieben.

Mit der Weihe der weltgrößten Christus-Statue im November 2010 hofft man auch auf den Besuch Tausender Pilger und Touristen.

AnreiseBearbeiten

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Die nächsten Flughäfen sind 1 Zielona Góra-Babimost      (IATA: IEG) 29 km südöstlich mit einer Verbindung nach Warschau und 2 Posen        (IATA: POZ) 110 km östlich. Für den Flughafen Babimost organisiert die Fluggesellschaft LOT einen Shuttleservice Richtung Gorzów Wielkopolski. Schwiebus liegt an der Strecke. Voraussetzung sind mindestens 10 Passagiere. Unter diesem Link ist der Service buchbar. 48 Stunden bekommt man eine Information über die Durchführung und die Abfahrtszeit. Ein Ticket bis Gorzów Wielkopolski kostet 50 zł.

Aufgrund einer durchgehenden Zugverbindung mit Berlin ist auch der 3 Flughafen Berlin-Brandenburg        (IATA: BER) eine Option mit vielen Verbindungen.

Mit der BahnBearbeiten

Die Stadt befindet sich an der Haupteisenbahnstrecke von Berlin nach Warschau. Der EuroCity Berlin-Warschau hält mehrfach täglich am 4 Bahnhof Świebodzin     , die Fahrzeit ab Berlin Hbf beträgt knapp zwei Stunden.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Stadt Świebodzin befindet sich in der Nähe des Knotenpunkts Jordanowo der Autobahn Autostrada A2 Berlin-Warschau) und der Schnellstraße Swinemünde-Lubawka (S3). Am nördlichen und südlichen Stadtrand gibt es Auffahrten auf die Schnellstraße 3. Eine direkte Auffahrt auf die Autobahn existiert nicht, man muss zunächst auf die Schnellstraße 3 fahren. Diese verbindet Świebodzin auch mit den beiden größten Städten der Woiwodschaft, Zielona Góra im Süden und Gorzów Wielkopolski im Norden.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Świebodzin
 
Rathaus

Im Stadtzentrum befindet sich der Marktplatz, Plac Jana Pawła II, mit dem Rathaus der Stadt.

  • 1 Christus-König-Statue (Pomnik Chrystusa Króla w Świebodzinie).     . Am 21. November 2010 wurde die Christus-König-Statue (Pomnik Chrystusa Króla) geweiht. Mit einer Höhe von 36 Metern und einer Armspannweite von 25 Metern übertrifft sie den Cristo Redentor in Rio de Janeiro und den Cristo de la Concordia im bolivianischen Cochabamba an Größe. Die Statue ist 440 Tonnen schwer, auf dem 15 Tonnen schweren Kopf befindet sich eine drei Meter hohe vergoldete Krone. Der Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, hatte den Bau der Statue angeregt. Der Entwurf stammte vom polnischen Bildhauer Mirosław Kazimierz Patecki. Die Arbeiten an der Statue auf dem 16 Meter hohen Hügel wurden seit 2005 ausgeführt und nach mehrfacher Verschiebung im November 2010 abgeschlossen.
  • Das 2 Rathaus (Ratusz w Świebodzinie).     . (Ratusz) stammt aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich stand hier bereits seit dem Ende des 14. Jahrhunderts ein Gebäude, welches aber dem großen Startbrand von 1541 zum Opfer fiel. Im 19. Jahrhundert erfolgte ein Umbau. So kam auch der von Zinnen gekränte Uhrenturm hinzu. Der Stil besitzt neostilistische Formen mit Inspirationen aus Gotik und Renaissance. Heute ist es Sitz des Regionalmuseums, des Standesamtes und des Stadtrates. Jeden Tag nach 12 Uhr erschallt vom Turm des Gebäudes der Hornruf Świebodzins von Edmund Wilgocki. [2].
  • Das 3 Schloss (Zamek joannitów, ob. szpital).   . (Zamek w Świebodzinie), das aus dem 14. Jahrhundert stammte, wurde im 19. Jahrhundert neu errichtet.
  • Die einstige evangelische 4 Kirche der Heiligen Jungfrau Maria, Königin von Polen (Kościół Najświętszej Maryi Panny Królowej Polski w Świebodzinie), Park Chopina 4.     . wurde in preußischer Zeit im neugotischen Stil errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie als katholische Kirche geweiht.
  • Die 5 St. Michaeliskirche (Kościół św. Michała Archanioła w Świebodzinie).     . stammt aus dem 15. Jahrhundert. Im 19. Jahrhundert erhielt sie eine neugotische Fassade.
  • Das 6 Heiligtum der Barmherzigkeit Gottes (Sanktuarium Miłosierdzia Bożego w Świebodzinie).   . wurde erst im 2008 geweiht. Sie wurde vom Pfarrer des Ortes, Sylwester Zawadzki, begründet.
  • Die Kapelle des hl. Johannes Nepomuk. (Kapliczka św. Jana Nepomucena) Schutzpatrons der Reisenden, in der ul. Żymierskiego stammt aus dem 18. Jahrhundert.
  • Die Reste der mittelalterlichen Stadtmauer (polnisch Mury miejskie) stammen aus dem 14.–16. Jahrhundert. Zwei der Wachtürme sind noch erhalten.
  • Im Bereich des Rathauses befindet sich das 7 Bank-Denkmal (Ławeczka Czesława Niemena w Świebodzinie).   . des polnischen Rocksängers Czesław Niemen (1939–2004, Ławeczka Czesława Niemena).
  • Die Altstadt verfügt über einige historische Holzhäuser aus dem 18. Jahrhundert.
  • Regionalmuseum Świebodzin (Muzeum Regionalne), Plac Jana Pawła II 1, Świebodzin 66-200 (Rathaus). Tel.: +48 (0)68 475 08 38, 475 08 37, Fax: +48 (0)68 475 08 39, E-Mail: . Das 1971 eröffnete Museum im Rathaus zeigt alte Fotos und Drucke der Stadt, Waffen, Schaukästen mit Szenen aus dem leben der Tuchhändler, Münzen, Skulpturen, deutsche Gemälde aus dem 20. Jahrhundert und Handwerkserzeugnisse der letzten beiden Jahrhunderte. Das Museum ist gegenwärtig wegen Renovierung des Rathauses geschlossen. Geöffnet: dienstags bis freitags 9–16 Uhr, samstags 10–16 Uhr. Preis: 4,50 PLN, Turm 3,50 PLN.
  • Jüdischer Friedhof, ul. Sobieskiego. Polnisch Cmentarz żydowski.

AktivitätenBearbeiten

  • 8 Jezioro Błędno (Bentschener See).   . Der See liegt östlich von Schwiebus neben Zbąszyń und ist ein Teil des Flusses Obra. Es gibt ein Badestrand und Möglichkeiten zum Segeln, Bootsfahren, Paddeln und Angeln. Nördlich und südlich des Sees befinden sich weitere Seen und der Fluss Obra, die zum Wandern und Radfahren einladen. Selbst markierte Radwege sind meist keine asphaltierten Radwege, teilweise eher Wanderwege, landschaftlich aber durchaus reizvoll.

EinkaufenBearbeiten

KücheBearbeiten

  • 1 u Toma, Wiejska 1, 66-200 Świebodzin. Tel.: +48 68 475 42 44, E-Mail: .  . Merkmale: Terrasse, polnische Küche. Geöffnet: Mo–Do 10:00–19:00; Fr 10:00–20:00; Sa 11:00–21:00; So 11:00–19:00.
  • 2 L'angolo Italiano M. Gleszczyńska, plac Jana Pawła II 15A, 66-200 Świebodzin. Tel.: +48 792 253 060.  . Italienische Küche direkt am Rathausplatz. Merkmale: Terrasse, italienische Küche. Geöffnet: Mo–Do 10:00–22:00; Fr–Sa 10:00–23:00; So 12:00–22:00.
  • 3 Na Starówce, plac Jana Pawła II 4a, 66-200 Świebodzin. Tel.: +48 570 370 818, E-Mail: . . Polnische Hausmannskost direkt am Marktplatz. Merkmale: Terrasse, polnische Küche. Geöffnet: täglich 12:00–18:00.
  • Das Hotel Graffit im Süden der Stadt hat ein Restaurant und eine Bar.

NachtlebenBearbeiten

  • 1 Sofa Pub, plac Jana Pawła II 14, 66-200 Świebodzin. Tel.: +48 668 902 555. . Bierkeller mit einer Außenterrasse direkkt am Rathausplatz. Merkmale: Terrasse, Pizza. Geöffnet: Mo–Do 18:00–23:00; Fr–Sa 17:00–1:00; So 18:00–23:00.

UnterkunftBearbeiten

  • 1 SEN Hotel (Hotel Sen), Zachodnia 1, 66-200 Świebodzin. Tel.: +48 724 101 212, Fax: +48 68 475 66 43, E-Mail: . . Das Hotel verfügt über 33 Zimmer mit Bad. Zum Hotel gehören Sauna, Billard, ein Konferenzraum für 65 Personen und ein Restaurant für 100 Personen. Übernachtung mit Frühstück und Parkplatz. Merkmale: ★★★, freies WLAN, Besprechungszimmer, Restaurant, Sauna. Check-in: 14:00. Check-out: 12:00. Preis: ab 57 zł.
  • 2 Hotel Graffit, Osiedle Południowe 34, 66-200 Świebodzin (Im Süden der Stadt gegenüber der Christus-Statue). Tel.: +48 609 417 273. . Merkmale: freies WLAN,  , Bar, Besprechungszimmer, Restaurant. Check-in: 14:00. Check-out: 11:00. Preis: 35/51/77 € (EZ/DZ/4P). Akzeptierte Zahlungsarten: Maestro, Mastercard, VISA, American Express.
  • 3 Ostoja Chobienice, Chobienice 166, 64-212 Chobienice. Tel.: +48 723 570 580 , E-Mail: . . Wellnesshotel ca. 32 Kilometer südöstlich der Stadt im Dorf Chobienice. Merkmale: freies WLAN, Bar, Besprechungszimmer, Fitnessstudio, Restaurant, Sauna, Schwimmbecken, Wellness-Center. Check-in: 15:00. Check-out: 11:00. Preis: 260-455 zł.

GesundheitBearbeiten

Praktische HinweiseBearbeiten

AusflügeBearbeiten

  • Die Festungsfront Oder-Warthe-Bogen (Ostwall) verläuft 5 km westlich der Stadt. Im Ort Pniewo (20 km nördlich) gibt es einen Parkplatz, eine Ausstellung, einen 9 Aussichtsturm und die Möglichkeit einer Führung durch die Bunker der Werkgruppe Scharnhorst. Ein kleines Bistro ist ebenfalls vorhanden. In der Burschener Schleife sind ebenfalls Führungen möglich, die man aber im Vorfeld organisieren muss.
  • Westlich der Stadt befindet sich die Reppener Heide (polnisch Puszcza Rzepińska) und einige kleine Seen. Die namensgebende Stadt 1 Rzepin        (Reppen) liegt ca. 52 km westlich von Świebodzin. Im Heidegebiet auf dem Weg dorthin durchquert man das Städtchen 2 Torzym        (Sternberg) am Fluss Ilanka. Kurz davor und etwas nördlicher liegt 3 Łagów        (Lagow), ein Erholungsort, malerisch an zwei Seen gelegen.
  • 4 Gorzów Wielkopolski        (Landsberg (Warthe)) mit seiner Altstadt und schönen Uferpromenade ist eine der Hauptstädte der Woiwodschaft Lebus und liegt 70 km nördlich. Auf dem Weg dorthin durchquert man 5 Międzyrzecz        (Meseritz) mit seiner Piastenburg und einer Reihe von Kirchen.
  • Entlang der Obra 10 km östlich der Stadt kann man sich von See zu See hangeln, über 6 Zbąszynek        (Neu Bentschen) und bis zu den Seen nördlich von 7 Trzciel        (Tirschtiegel) (ca. 30 km)
  • 8 Wolsztyn        (Wollstein), liegt ca. 48 Kilometer südöstlich und ist eingerahmt von zwei Seen. Die Stadt liegt idyllisch zwischen bewaldeten Moränenhügeln und Seen am Nordrand der Metropolregion Posen. Besonders bekannt ist der Ort vor allem bei Eisenbahnfreunden, gibt es hier doch noch 30 Dampfloks zu bewundern, einige davon noch im regelmäßigen Zugeinsatz. Einmal im Jahr findet auch ein größeres Dampflokfest in Verbindung mit einem Stadtfest statt. 6 km südlich der Stadt befindet sich das Zisterzienserkloster Obra.
  • 9 Zielona Góra        (Grünberg), Regierungssitz der Woiwodschaft Lebus, ist weithin bekannt für das größte Weinfest Polens (Winobranie). Es findet jedes Jahr im September statt. Die Stadt liegt ca. 44 Kilometer südlich. Auf halber Strecke durchquert man die Stadt 10 Sulechów        (Züllichau)
  • 11 Krosno Odrzańskie        (Crossen an der Oder), schließlich findet man im Süwesten (43 km). Hier gibt es die Ruine einer Piastenburg sowie die neugotische Andreaskirche von Karl Friedrich Schinkel.

LiteraturBearbeiten

  1. Linde, Samuel Bogumił: Slownik jẹzyka polskiego; Bd. 5. 1812.
  2. Słyszeliście hejnał Świebodzina?: Świebodzin - Okolicenajbliższe.pl. In: Admin, Donnerstag, 16. März 2017.

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.