Bretagne

französische Region, Halbinsel im Westen Nordfrankreichs, Aremorica
Region Bretagne

Die Bretagne ist die westlichste Region in Frankreich, umrahmt von schroffen Küsten und mit abwechslungsreicher Hügellandschaft. Sie ist die französische Region, in der das keltische Erbe am stärksten präsent ist.

Die Bretagne ist genau das Richtige für alle, die neben Sonne, Sand und Meer auch Essen auf hohem Niveau haben wollen. Nirgendwo schmecken Austern besser als in Cancale, und es gibt Meeresschnecken, Seespinnen und Langusten.

RegionenBearbeiten

 
Karte der Départements: Côtes-d’Armor in orange, Finistère in gelb, Ille-et-Vilaine in violett, Morbihan in rot.

Die Bretagne ist unterteilt in vier Départements:

OrteBearbeiten

 
Karte von Bretagne
  • 1 Rennes        Hauptstadt der Bretagne und Präfektur des Departments Ille-et-Vilaine. Mit gut 200.000 Einwohnern auch die größte Stadt der Bretagne.
  • 6 Carnac        Megalithanlagen mit ca. 3000 Menhiren
  • 7 Concarneau       
  • 8 Dinan        – mittelalterlicher Ortskern, von beeindruckenden Ring an Stadtmauern umgeben
  • 9 Dinard        - Seebad mit Strand und spektakulären Spaziergängen auf befestigten Wegen direkt entlang der Küste
  • 10 Quiberon       
  • 11 Saint-Malo        Eine schöne Innenstadt und respektable Wehranlagen machen die Stadt sehenswert. Am Stadtrand liegt ein Gezeitenkraftwerk, das auch eine Besichtigung wert ist.
  • 12 Saint-Brieuc       

Weitere ZieleBearbeiten

HintergrundBearbeiten

In der Antike hieß dieses Land Aremorica, was so viel bedeutet wie „Land am Meer“. Hier befand sich das (fiktive) gallische Dorf aus den Asterix & Obelix-Comics. Anders als in diesen war tatsächlich die ganze Bretagne von den Römern beherrscht und wurde auch kulturell romanisiert. Die ursprüngliche festlandskeltische Sprache verschwand. Als das Römische Reich Anfang des 5. Jahrhunderts n. Chr. im Niedergang begriffen war, mussten die römischen Truppen und Verwaltungsbeamten abziehen und die Bretagne erklärte sich 409 für unabhängig.

Von der Mitte des 5. bis ins 7. Jahrhundert wanderten schubweise immer wieder Gruppen von Inselkelten aus Wales in die Bretagne, die in ihrer Heimat unter den Verdrängungsdruck der Angelsachsen geraten waren. Die Galloromanen (entstanden aus der Vermischung der römischen mit der gallischen Kultur), die überall sonst im heutigen Frankreich die Bevölkerungsmehrheit stellten, wurden hingegen um 580 aus der Bretagne verdrängt. So kommt es, dass während der gesamte Rest Frankreichs romanisiert wurde, sich in der Bretagne bis heute ein keltisches Erbe erhalten hat. Die heutige bretonische Sprache gehört aber eben nicht zu den einstigen Sprachen der Gallier, sondern mit Walisisch und Kornisch (sowie, etwas entfernter verwandt, Irisch und Schottisch-Gälisch) zur Gruppe der inselkeltischen Sprachen. Die Bretagne wird daher – neben Schottland, Irland, Isle of Man, Wales und Cornwall – zum „keltischen Gürtel“ bzw. den „sechs Keltischen Nationen“ gezählt, die sich bis in die Neuzeit erhalten haben. Der Name Bretagne leitet sich von Britannien ab, früher wurde die Region auch „Klein-Britannien“ genannt (in Abgrenzung zu Großbritannien).

Um 600 gründeten die Bretonen ein eigenes Königreich, das erst unter Karl dem Großen 799 vom Frankenreich unterworfen wurde. Aus der unter fränkischer Oberherrschaft stehenden Bretonischen Mark entwickelte sich ein Herzogtum, das sich trotz kriegerischen Auseinandersetzungen mit Normannen, Franzosen und Engländern noch bis ins 15. Jahrhundert eine relative Selbständigkeit bewahrte. Von 1341 bis 1364 tobte der Bretonische Erbfolgekrieg, in den England und Frankreich auf jeweils entgegengesetzten Seiten eingriffen. Frankreich setzte sich durch. Die letzte autonome Herzogin, Anne de Bretagne, heiratete nacheinander zwei französische Könige. Ihre Tochter Claude heiratete schließlich König Franz I. von Frankreich, der 1532 schließlich die endgültige Angliederung der Bretagne an das französische Königreich. Einige bretonische Nationalisten betrachten die nunmehr bald 500-jährige Zugehörigkeit zu Frankreich aber immer noch als „Besatzung“.

Aufgrund der von Meeren umspülten Lage befinden sich in der Bretagne mehrere bedeutende Häfen (allen voran Brest) und die Region brachte eine Reihe von prominenten Seefahrern hervor (z. B. der Entdecker Jacques Cartier oder der Korsar Robert Surcouf).

Die Gegend um Nantes, das heutige Département Loire-Atlantique gehörte bis 1790 zur Provinz Bretagne und wurde darüber hinaus auch weiterhin kulturell und historisch weiter zur Bretagne gerechnet. In Nantes befand sich sogar eine der Residenzen der bretonischen Herzöge. Als 1955 die französischen Verwaltungsregionen eingeführt wurden, ordnete man das Département Loire-Atlantique jedoch – eher aus ökonomischen Erwägungen – den Pays de la Loire zu. Diese Entscheidung ist bis heute umstritten. Es ist daher zwischen der Bretagne im historischen und kulturellen Sinne (einschließlich Nantes) und der Bretagne im verwaltungstechnischen Sinne (ohne Nantes) zu unterscheiden.

SpracheBearbeiten

 
Zweisprachige Beschilderung auf Französisch und Bretonisch

Die Einwohner sprechen neben Französisch teilweise auch Bretonisch. Besonders an Wegweisern, Ortsschildern oder Touristenattraktionen gibt es häufig, neben der französischen Bezeichnung, auch noch die entsprechende bretonische Übersetzung. Allerdings sprechen nicht einmal 10 % der Bretonen diese Sprache, im Alltag ist sie kaum noch präsent. Dabei gibt es deutliche regionale Unterschiede: während es in der Westhälfte der Halbinsel (Niederbretagne) Gebiete mit über 25 % Bretonischsprechern gibt, spricht im östlichen Teil (Oberbretagne; um Rennes und Saint-Malo) fast niemand die keltische Sprache.

Aufgrund der Nähe zu England kommen recht viele englische Touristen in die Bretagne und einige Engländer haben sich sogar dauerhaft in der Region angesiedelt. Englischkenntnisse sind daher – insbesondere in touristischen Einrichtungen – etwas verbreiteter als in anderen Teilen Frankreichs.

AnreiseBearbeiten

 
Typische Landschaft in der Bretagne

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Verkehrsflughäfen mit nennenswertem Linienverkehr sind – nach der Größe sortiert – Brest (IATA CodeBES), Rennes (RNS), Lorient («Bretagne Sud», LRT), Dinard/Saint-Malo (DNR) und Quimper (UIP). Aus den deutschsprachigen Ländern ist keiner davon mit Direktflügen erreichbar. In der Regel muss man an einem der Pariser Flughäfen – Orly (ORY) oder Charles-de-Gaulle (CDG) – umsteigen.

Will man in den Süden der Bretagne, kann man nach Nantes fliegen (IATA CodeNTE; direkt erreichbar aus Deutschland, Schweiz und Österreich) und dort einen Mietwagen nehmen.

Mit der BahnBearbeiten

Von Paris führt eine Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Rennes. Es fahren stündlich TGV vom Pariser Gare Montparnasse in die Bretagne, die Fahrt bis Rennes dauert nur 1½ Stunden. Von dort geht es langsamer weiter, sodass man Saint-Malo in 2½ bis 3 Std., Lorient in gut 3 Std., Quimper oder Rennes in ca. 3:40 Std. (jeweils ab Paris-Montparnasse) erreicht.

Aus den deutschsprachigen Ländern kommend, muss man in Paris umsteigen und auch den Bahnhof wechseln (vom Gare de l’Est oder Nord zum Gare Montparnasse). Insgesamt ist man z. B. von Stuttgart nach Rennes 5½ Std. unterwegs, von Basel etwas unter 6 Std., von Köln oder Frankfurt a. M. rund 6½ Stunden.

Mit dem BusBearbeiten

Einzelne Buslinien verbinden größere Städte miteinander, allerdings ist das ÖPNV-System bei weitem nicht so ausgebaut wie man es von Deutschland kennt.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Bretagne ist über verschiedene Routen an das französische Autobahnnetz angeschlossen. Die Besonderheit: sämtliche Autobahn- und autobahnähnliche Strecken innerhalb der Bretagne sind mautfrei!

MobilitätBearbeiten

Das Straßennetz der Bretagne ist gut ausgebaut und auch die Schnellstraßen, die autobahnähnlich ausgebaut sind, sind nicht mautpflichtig.

Der öffentliche Nahverkehr ist an der Küste befriedigend ausgebaut, im Landesinneren gibt es Versorgungslücken bzw. wenig versorgte Gebiete.

Das Eisenbahnnetz ist in die größeren Städte ausreichend ausgebaut, im flachen Land ist die Versorgung eher löchrig.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Saint Malo. Die Halbinsel Saint Malo mit dem historischen Stadtkern intra muros (innerhalb der Stadtmauern).
  • Fort la Latte. Eine Burg auf dem Gebiet der Gemeinde Plévenon, etwa 4 km südöstlich des Cap Fréhels. Sie war mehrfach Kulisse von Filmen und im Sommer finden hier regelmäßig Historienspiele statt.
  • Cap Fréhel. Eine Halbinsel im Norden der Côte d'Émeraude. Hier befinden sich zwei Leuchttürme, von denen der neuere (erbaut 1950) gelegentlich bestiegen werden kann. Bei gutem Wetter kann man von dort die Normannische Halbinsel erkennen.
  • Plougrescant. Ein kleines Örtchen an der Rosengranitküste (Côte de Granit Rose) mit mehreren Sehenswürdigkeiten. Die Chapelle St–Gonéry, mit einer abgeknickten Spitze, an der wie fast immer der Teufel schuld sein soll. Etwas nördlich des Dorfes liegt Le Gouffre (Der Schlund), ein Felseinschnitt in dem sich die Brandung mit lauten Knallen bricht und das Haus zwischen den Felsen (La petite maison du gouffre oder Maison Castel Meur), ein kleines Haus zwischen zwei großen Granitfelsen. Eines der am häufigsten photographierten Motive der Bretagne.
  • Gezeitenkraftwerk Rance, bei Saint-Malo. Das größte Gezeitenkraftwerk in Europa.

AktivitätenBearbeiten

  • Ein Küstenwanderweg (unbefestigt und teilweise leider recht schlecht markiert) führt durch die gesamte Bretagne und bietet teilweise wunderschöne Ausblicke auf Strände, Buchten, Felsklippen, usw.
  • Wassersport (insbesondere Wind- und Wellensurfen) ist an vielen Stränden möglich (teilweise mit Badeaufsicht).
  • In Lorient findet jedes Jahr ab Anfang August das 10-tägige "Festival Interceltique" statt mit vielen Konzerten, kulinarischen Angeboten und Informationen aus allen keltischen Nationen.

KücheBearbeiten

Die Bretagne ist in erster Linie für ihre Meeresfrüchte, Fische, Austern, Muscheln und Krebse bekannt. Aber auch die Galette, herzhafte Pfannkuchen aus Buchweizenmehl, sind eine Spezialität der Region. Sie werden mit Spiegelei, Schinken, Salat u.v.m. gefüllt und dann zusammen mit Cidre (Apfelwein) serviert. Aus den Galettes haben sich später die besser bekannten Crêpes entwickelt, die Weichweizen- statt Buchweizenmehl verwenden und oftmals süß belegt werden. In Crêperien werden beide Varianten angeboten. Butter ist ein wichtiger, ja essentieller Bestandteil vieler Gerichte. Ein Spruch sagt, dass ein Bretone nicht ohne seine Butter überleben könne.

NachtlebenBearbeiten

In die Bretagne fährt man wegen der Landschaft und nicht wegen des Nachtlebens. Abgesehen von den größeren Städten wie Brest oder Rennes gibt es außer den üblichen Restaurants, Cafés und Kneipen wenige Einrichtungen, um die Nacht zum Tag zu machen.

UnterkunftBearbeiten

Über die Touristeninformation der Bretagne z.B. http://www.tourismebretagne.com/ kann eine Vielzahl Zimmer und Ferienhäuser gesucht und gebucht werden. Die Bretagne ist touristisch gut erschlossen und daher gibt es selbst in der Hochsaison selten Engpässe in der Versorgung mit Unterkünften. Neben Hotels, Pensionen, Privatunterkünften und Ferienhäusern gibt es, speziell an der Küste, eine Vielzahl von Campingplätzen und Stellplätze für Wohnmobile, die in vielen Fällen aber außerhalb der Saison geschlossen sind.

SicherheitBearbeiten

Bezüglich der Sicherheit ist die Bretagne nicht kritisch einzustufen.

KlimaBearbeiten

Mild und maritim, sehr feucht. Leider ist es auch im Sommer unbeständig und verregnet, die Temperaturen liegen um 15 Grad am Tag. An den Küsten, speziell im Westen und Norden fast immer windig bis stürmisch. Hier bricht sich der Westwind das erste mal an Land. Dies ist bei der Wahl der Kleidung zu beachten; etwas winddichtes sollte immer dabei sein.

AusflügeBearbeiten

  • 1 Le Mont-Saint-Michel        − Die markante felsige Insel Mont Saint-Michel liegt in einer weiten Bucht des Ärmelkanals und ist nur bei Flut mit Wasser umgeben. Auch wenn er streng genommen nicht in der Bretagne, sondern in der Normandie liegt, ist ein Abstecher für jeden Bretagneurlauber ein Muss.
  • Île de Bréhat. Eine Insel an der Côtes-d’Armor an der Nordküste der Bretagne. Sie ist die Hauptinsel des Archipels der Bréhat-Inseln. Sie ist touristisch gut erschlossen und es gibt vielfältige Angebote wie Inselrundfahrten, Schiffsrundfahrten um die Insel, Fahrradverleih. Streng genommen ist sie eine Doppelinsel, die durch eine Brücke verbunden ist, es wird üblicherweise aber nur von einer Insel gesprochen. Sehenswürdigkeiten sind im Norden der Leuchtturm Phare du Paon und im Süden die auf einem kleinen Hügel gelegene Kapelle Saint-Michel aus dem Jahr 1651. Autoverkehr ist verboten, mit Fahrrädern ist die Insel aber gut zu erkunden.
  • Le Village Gaulois. In der Nähe von Pleumeur-Bodou liegt Le Village Gaulois (das Gallierdorf), ein Museumsprojekt, um die Lebensumstände der Gallier um die Zeitenwende zu demonstrieren und um dem Verein MEEM Mittel zur Verfügung zu stellen, um seine Arbeit in Afrika zu finanzieren. Direkt neben dem Dorf liegt ein Planetarium.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.