Epirus

eine der 13 administrativen Regionen Griechenlands
Epirus

Die Region Epirus liegt im Nordwesten von Griechenland. Sie erstreckt sich im Westen an das Ionische Meer, im Süden bis zum Ambrakischen Golf. Im Osten ist das Pindos-Gebirge eine natürliche Grenze zur benachbarten Provinz Makedonien. Der Norden der historischen Region gehört zu Albanien. Die Region beeindruckt durch die besonders schönen Bergregionen und die traditionellen Dörfer mit ihren steingedeckten Häusern.

RegionenBearbeiten

Die Provinz Epiros besteht aus vier Regionalbezirken: Arta, Ioannina, Preveza und Thesprotia. Touristisch entwickelt und gut besucht sind die Strände der Küste, während das gebirgige Innere wenig Beachtung findet.

OrteBearbeiten

 
Karte von Epirus
  • 1 Igoumenitsa   (Ηγουμενίτσα).     . Hafenstadt mit Fährverbindung nach Italien und Korfu
  • 2 Parga   (Πάργα).     . Neben einigen schönen Stränden (Kryoneri, Piso Kryoneri, Valtos, Lychnos) und der verwinkelten Innenstadt mit der Promenade ist die hoch über der Stadt gelegene, um das Jahr 1570 errichtete venezianische Festung mit Aussicht auf die zerklüftete Küste die wohl bedeutendste Sehenswürdigkeit.
  • 3 Arta   (Άρτα).     . Sehenswerte Provinzstadt. Die Hauptattraktion ist die alte, beeindruckende Steinbrücke und die Burgruine im Zentrum.
  • 4 Preveza   (Πρέβεζα).     . reizvoll gelegener Ort mit schöner Promenade und einigen sehenswerten Befestigungsanlage und dem Hafen.
  • 5 Ioannina   (Ιωάννινα).     . Hauptort der Provinz und des gleichnamigen Sees mit sehr vielen Sehenswürdigkeiten.
  • 6 Konitsa (Κόνιτσα Ιωαννίνων).       . vor allem wegen seiner schönen alten Steinbrücke bekannt
  • 7 Metsovo   (Μέτσοβο).     . Am Rand der Zagoria im Bergland gelegen, Siedlungsgebiet der Aromunen oder Vlach. Schöner Bergort.
  • Entlang der Küste reihen sich schöne Küstenorte (z.B. Sagiada, Plataria, Syvota, Ammoudia, Lygia, Pidima Kiras, u.a.m.), die stark touristisch geprägt sind und alles bieten, was man als Tourist erwartet.

HintergrundBearbeiten

Epirus zählt zu den ärmeren Regionen Griechenlands. Die gebirgige Landschaft, die zu den schönsten in Griechenland gehört, ist verkehrsmäßig und touristisch noch wenig erschlossen - mit Ausnahme der Küste. Die Region war bis zum Balkankrieg 1912 unter türkischer Herrschaft, erst danach kam der südliche Teil der historischen Region zu Griechenland. Leider ist diese landschaftlich so beeindruckende Bergregion bei Griechenlandreisenden kaum bekannt, obwohl sie für alle, die über Igoumenitsa anreisen, praktisch auf dem Weg liegt. Fährt man entlang der Küste, kommt man an einer Vielzahl sehr schöner Strände, Buchten und stark touristisch geprägter Küstenorte vorbei.

AnreiseBearbeiten

MobilitätBearbeiten

In den Bergregionen ist ein eigenes Fahrzeug Voraussetzung, um an die touristisch interessanten Stellen zu gelangen. Zwar verkehren auch öffentliche Verkehrsmittel, aber der Zeitaufwand wird dann recht hoch.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Epirus
 
Igoumenitsa

Der Epirus ist selten das Ziel von Griechenlandreisenden, die von Igoumenitsa meist entweder direkt Richtung Peloponnes oder Chalkidiki fahren. Ein Stopp an den "must see"-Orten ist auf jeden Fall eine Bereicherung.

HighlightsBearbeiten

Archäologische und historische StättenBearbeiten

  • 1 Dodona (Δωδώνη).     . eine der ältesten und bedeutendsten Orakelstätten Griechenlands
  • 2 Burg Pente Pigadia (Πέντε Πηγάδια).   . Eine kleine, aber eindrucksvolle osmanische Festung, die Anfang des 19. Jahrhunderts von Ali Pascha erbaut wurde.
  • 3 Rogoi (Pογοί).     . Eine größere Burg auf einem Hügel in wunderschöner Lage an einer Kurve des Flusses Louros. Es ist eine alte Burg. Ihre bedeutendste Zeit war während des Despotats von Epirus im 13. Jh. und zu Beginn des 14. Jh. Der Name der Burg stammt vom Wort "arogi" und bedeutet "Hilfe", da sie während der Angriffe der Slawen und Bulgaren als Zufluchtsort der Küstenbevölkerung diente.
  • 4 Acropolis von Polyneri (Πολυνέρι Θεσπρωτίας).   . Polyneri ist einer der weltweit seltenen Fälle eines Ortes, der seit der Altsteinzeit bis heute bewohnt ist. Unter den Überresten der verschiedenen Epochen befinden sich die Ruinen einer kleinen mittelalterlichen Burg. Sie wurde wahrscheinlich in der spätrömischen Zeit erbaut, wurde aber auch von den Byzantinern genutzt.
  • 5 Burg von Riniasa (Κάστρο Ριζών ή Ρηνιάσας ή Θωμόκαστρο).  . Aus strategischer Sicht war die Lage des Schlosses ausgezeichnet, da es sich auf der Straße befindet, die von den albanischen Bergen nach Südgriechenland führt, und die Route von Nikopolis und der heutigen Stadt Preveza nach Parga und Thesprotia kontrolliert die Seewege nach Italien und zu den Ionischen Inseln.
  • 6 Amphitheater von Kassiopi (Αρχαία Κασσώπη).     . Relativ gut erhaltenes Theater in einer antiken Ruinen-Stadt mit herrlichem Ausblick auf die Küste.
  • 7 Monument vom Zalongo (Μνημείο Ζαλόγγου).   . ist eine monumentale Skulptur, die an den Tanz von Zalongo erinnert, einem Massenselbstmord von Frauen und Kindern im Jahr 1803, um nicht in die Hände der türkischen Streitkräfte zu gelangen. Die Statue befindet sich auf 700 Metern Höhe auf dem Berg Zalongo
  • 8 Nicopolis (Νικόπολη).     . Nikopolis war die wichtigste Stadt von Epirus in den ersten Jahrhunderten des ersten Jahrtausends nach Christus.
  • 9 Nekromanteion Ephyra (Νεκρομαντείο Αχέροντα).     . das hier beheimatete Totenorakel Nekromanteion war das einzige Totenorakel in Griechenland. Die Überreste des Nekromanteion fanden sich in 500 m Entfernung zu den Überresten der mykenischen Ruinen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr. Am Acheron, dem Totenfluss, standen auf dem Hügel von Ephyra in alter Zeit die Tempel der Persephone und des Hades wie auch das Heiligtum des Todesorakels. Unterhalb des Hügels dehnte sich der heute verschwundene See Acherousia aus. Das Totenorakel wurde im 3. Jh. v.Chr. erbaut und von den Römern bei der Eroberung des Epirus zerstört. Von weit her kamen Pilger, die sich von ihren Toten Ratschläge für die Zukunft erhofften.
  • 10 Römisches Aquädukt von Nikopolis (Ρωμαϊκό Υδραγωγείο Νικόπολης).     . Es ist ein wunderbares Werk alter Technologie, eine 50 km langer Versorgungsleitung, die Nikopolis mit 150.000 Einwohnern aus einer Entfernung von 50 km mit Wasser versorgte.

LandschaftenBearbeiten

Besonders das Pindos-Gebirge im Norden bietet besonders reizvolle Berglandschaften mit tiefen Schluchten, Wasserfällen, abwechslungsreicher Vegetation, viele alte Steinbrücken, traditionelle Dörfer mit steingedeckten Häusern, herrliche Wanderwege, gutes Essen in den Restaurants und wenig Tourismus.

 
Zagori-Vikos-Schlucht
  • 1 Zagori   (Ζαγόρι).     . Beeindruckende "must see"-Berglandschaft mit traditionellen Dörfern im Vikos-Aoos-Nationalpark und der berühmten Vikos-Schlucht
  • 2 Tzoumerka-Nationalpark   (Εθνικό Πάρκο Τζουμέρκων, Περιστερίου και Χαράδρας Αράχθου).  . Wilde Gebirgslandschaft mit vielen Wasserfällen, alten Steinbrücken und romantischen Dörfern
  • 3 Pindos National Park   (Εθνικός Δρυμός Πίνδου).     . Der nördlich von Metsovo gelegene Park beeindruckt durch seine fast menschenleeren Gebirgslandschaften und Flusstäler. Es ist ein kaum bekanntes, aber lohnenswertes Wandergebiet.
  • 4 Acheron-Schlucht (Αχέρων).     . In der griechischen Mythologie ist der Acheron einer der fünf Flüsse der Unterwelt, in den die anderen, Styx, Kokytos, Phlegethon und Lethe, einmünden. Er gilt – neben der Styx – als Totenfluss, über den Charon mit seiner Fähre die toten Seelen in den Hades gebracht hat. An seiner Mündung stand der Sage nach ein Totenorakel. Sehenswert ist vor allem die wunderschöne Landschaft.

KlösterBearbeiten

 
Kloster Kipina

In der gebirgigen, einsamen Landschaft des Epirus gibt es eine große Zahl von Klöstern, von denen nur einige hier genannt sind. Auch wenn man nicht religiös ist, lohnt ein Besuch dieser Anlagen, da sie überwiegend an landschaftlich einzigartigen Orten erbaut wurden.

  • 1 Kloster Gyromeri (Ιερά Μονή Γηρομερίου).  . Sehr schönes Kloster mit einer reichen religiösen Geschichte. Es wurde im 13. Jahrhundert gegründet. Sehr schöne Aussicht.
  • 2 St. Minas Kloster. Kleines Kloster in beeindruckender Landschaft und Lage und sehr schöner Aussicht
  • 3 Kloster Agia Paraskevi. Kleine Kirche an der Vikos-Schlucht mit fantastischer Aussicht.
  • 4 Kipina Kloster (Κοίμηση της Θεοτόκου).   . Ein kleines Kloster, das in eine Felsspalte am Abgrund gebaut ist. Ein "must see", wenn man in der Gegend ist.
  • 5 Kloster Molivdoskepasti (Μονή Παναγίας Μολυβδοσκεπάστου).     . Bekannte Klosteranlage an einem sehr schönen Ort direkt an der griechisch-albanischen Grenze. In der Nähe des Klosters gibt es einen Wasserfall.
  • 6 Kloster St. Vissarionos (Dusan) (Μονή Αγίου Βησσαρίωνος (Δούσικο)).  . Altes sehenswertes Kloster in schöner Landschaft
  • 7 Kloster von Panagia Tsoukas. Bemerkenswertes, historisches, gut erhaltenes Kloster. Fantastische Aussicht!
  • 8 Kloster Chrysospiliotissa (Μονή Χρυσοσπηλιώτισσας).  . Schöne kleine Kirche in beeindruckender Berglage mit fantastischer Aussicht.
  • 9 Kloster Panagia Spileotissa. In einer Landschaft von seltener natürlicher Schönheit in der Gegend von Aristis, oberhalb des Flusses Voidomatis, befindet sich das Kloster der Himmelfahrt der Jungfrau Maria (Spileiotissa). Ihren Namen verdankt es der Bauweise, da es buchstäblich an der hohen Klippe neben Felsenhöhlen hängt.

SträndeBearbeiten

 
Lichnos beach
 
Parga-Badestrand

Epirus hat mehr als 100 km Küste mit einsamen Buchten und auch voll erschlossen Stränden, die im Sommer gut besucht sind. Die bekanntesten sind:

  • 1 Karavostasi Beach. Kleinerer, nicht überfüllter Strand mit Beach Bar, Sonnenliegen, Restaurants
  • 2 Valtos Beach. Sehr weitläufiger und stark frequentierter Strand mit Blick auf die Festung von Parga und einer Vielzahl von Tavernen und Beach Bars, auch recht lauten. Sonnenschirme und Liegen stehen reichlich zur Verfügung, für Wassersportfans gibt es ebenfalls ein ausreichendes Angebot. Es verkehrt regelmäßig ein Taxiboot von und nach Parga. Im hinteren Teil des Strandes befinden sich ein Yachthafen und eine kleine Kapelle.
  • 3 Parga Beach. Kleiner sehr voller Sandstrand direkt an der Promenade mit Blick auf Panagia und den Felsen. Mit Sonnenschirmen und -liegen, die allerdings teilweise für die Hotels der Stadt reserviert sind. Das Wasser ist flach abfallend und klar, bis zu den Felsen und der Insel Panagia kann man problemlos schwimmen.
  • 4 Lichnos Beach. Sehr schöner und beliebter Strand, der von Stein/Kies in Sand übergeht. Sonnenschirme und Liegen werden angeboten, es gibt Wassersportmöglichkeiten, z.B. Wasserski, Tretboot und Jetski, Tavernen und Beach Bars. Der Strand wird von einem Taxiboot angefahren, es pendelt regelmäßig zwischen Parga und Lichnos. Da der Strand recht weitläufig ist, wirkt er auch nicht überlaufen. Nur an den Wochenenden wird es merklich voller.
  • 5 Loutsa Vrachos Beach. Sehr großer, 3 km langer Strand teilweise mit Gratisliegen und kristallklarem Wasser. Sehr touristisch, aber trotzdem schön.
  • 6 Lygia Beach. Langer und relativ leerer Strand, kein Massentourismus. Nur vereinzelte Beach Bars und Liegen.
  • 7 Preveza Beach. Sehr langer Strand, wenige Kilometer von Preveza. Es gibt einige schöne Bars mit Sonnenliegen und Duschen entlang des Strandes und dazwischen viel Platz um sich auf eigene Handtücher legen zu können.

Weniger stark frequentiert und auch teils als FKK-Strand geeignet sind:

  • 8 Dei plus Beach. Wunderschöner versteckter Strand, der absolute Entspannung und phänomenale Sonnenuntergänge bietet.
  • 9 Artolithia Beach. Großer unbewirtschafteter Strand, mit schöner vorgelagerter Felsformation.
  • 10 Kastrosykia Beach. Sehr langer, meist unbewirtschafteter Strand
  • 11 Kanali Beach. Endloser Strand im tiefblauen Ionischen Meer.

AktivitätenBearbeiten

 
beliebtes Segelrevier

Wer das gebirgige Innere des Epirus beim Vikos-Aoos-Nationalpark besucht, findet wunderbare Landschaften, die zum Wandern einladen oder auch nur zum Entspannen. Entlang der Küste sind es die Badefreuden, die die Besucher anziehen. Außerdem ist die Küste ein beliebtes Segelrevier.

Thermalbäder:

  • 12 Thermalbäder von Kavasilon. Heilendes Thermalbad aber baulich auf dem Niveau der 70ger Jahre. Für Leute die Heilung suchen, nicht modernen SPA.
  • 13 Thermen von Amarandos. Schöner Ort. Vor dem Besuch anrufen. Nur Dampfbäder.

Segeln: Gute, berechenbare Winde, viele Buchten und Häfen entlang der Küste oder auf den Inseln und günstige Preisen der Marinas machen es zu einem beliebten Segelrevier, das auch für Anfänger nicht zu schwierig ist. Man muss wegen den vielen Segler immer beizeiten bei den bekannten Ankerplätzen sein, um noch gute Plätze zu bekommen.

KücheBearbeiten

 
Strifti Tiropita - Blätterteig mit Schafskäsefüllung

Eine Spezialität der Gegend sind die Pittas (Pasteten), gefüllt mit Käse (Tiropita), Spinat (Spanakopita), Wildgemüse (Hortopita), Kürbis (Kolokothopita - süß oder salzig) oder Spinat und Fetakäse (Tirospanakopita). Besonders schmackhaft ist das Ziegen- und Schafsfleisch der Gegend, da die Tiere frei weiden und viele verschiedene Gräser und Kräuter fressen.

NachtlebenBearbeiten

In den Bergdörfern beschränkt sich das Nachtleben meist auf Restaurantbesuche oder Hotels. Ioannina, als Studentenstadt, bietet dagegen ein reichhaltiges Nachtleben. In den Küstenorten ist das Nachtleben deutlich ausgeprägter, mit einer Vielzahl von Restaurants, Bars, Beach Bars usw.

SicherheitBearbeiten

Die Gegend ist, wie eigentlich überall in Griechenland, sehr sicher in Bezug auf Kriminalität, und die einzige wirkliche Gefahr ist die wilde Natur mit steilen Abhängen und einsamen Wäldern, in denen ein verletzter Wanderer nicht sofort gefunden werden kann. Nicht überall ist der Empfang des Mobilfunknetzes so gut, um Hilfe zu holen.

KlimaBearbeiten

Das Klima ist in der Bergregion deutlich kühler und regenreicher, als man es von den Küsten Griechenlands gewohnt ist. Beste Reisezeit ist Mitte Juni bis Ende August.

SpracheBearbeiten

Wie fast überall in Griechenland kommt man mit Englisch gut zurecht, auch Deutsch wird in den Touristenzentren oft verstanden.

LiteraturBearbeiten

  • Reisen im Epirus - Griechenlands unbekannte Schönheit: Mit Routen- und Wanderbeschreibungen von Helge Knüppel, Hartmut Wegener, ISBN 978-3981828740

WeblinksBearbeiten

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