Kykladen

Inselgruppe im Ägäischen Meer

Die Kykladen sind eine griechische Inselgruppe und liegen in der Ägäis. Die westlichen Inseln kann man als Fortsetzung der Halbinsel Attika betrachten, die östlichen sind dementsprechend die Verlängerung der Insel Euböa.

Santorini
Mykonos

RegionenBearbeiten

Das Archipel der Kykladen kann man in folgende Inselgruppen gliedern

 
Karte von Kykladen

WestkykladenBearbeiten

  • 1 Kea (Κέα).       . Die Küstengebiete sind felsig und karg durchsetzt von zahlreichen kleinen Buchten, zum Teil mit schönen, einsamen Stränden, Meeresgrotten und Kaps. Im fruchtbaren Inselinnern prägen kleine Hochebenen unterbrochen von Tälern, und Schluchten mit üppiger Vegetation und kleine Waldbestände das Landschaftsbild. Es gibt nur wenig Tourismus. Die Hauptsehenswürdigkeit der Insel ist der Löwe von Kea.
  • 2 Kythnos (Κύθνος).       . Die bergige Insel hat eine stark gegliederte Küste mit zahllosen kleinen Buchten mit schönen, nicht überfüllten Stränden. Fischfang und die eher dürftige Landwirtschaft auf der kargen Insel sind die Haupteinnahmequellen. Als Ferieninsel wird Kythnos vor allem von Athenern besucht. In der Nähe von Dryopis liegt die Schauhöhle Katafiki. In Loutra gibt es auch ein kleines Thermalbad mit heißen Quellen gegen Frauenleiden.
  • 3 Serifos (Σέριφος).       . Die Küstenlinie der kleinen, bergigen, wenig touristischen Insel wird durch zahlreiche kleine Buchten gegliedert, teils mit sehr schönen, wenig besuchten Stränden.
  • 4 Sifnos   (Σίφνος).     . Die bergige Insel ist für eine Kykladen-Insel sehr grün. Die Landwirtschaft, insbesondere der Oliven- und Weinanbau, spielen noch immer eine dominierende Rolle. In jüngster Zeit spielt der Tourismus eine immer wichtigere Rolle. Einige sehr schöne Sandstrände in den vielen Buchten locken vor allem Touristen auf der Suche nach dem noch ursprünglichem Inselcharakter.
  • 5 Kimolos (Κίμωλος).       . Die Küstenlinie der bergigen Insel ist stark zerklüftet mit zahlreiche Kleinstinseln und Felsen. Einige Buchten haben ruhige sehr schöne Strände. Die meisten Einwohner der sehr wasserarmen Insel leben immer noch vom Fischfang und der Landwirtschaft. Der Tourismus hat auf Kimolos zwar Fuß gefasst, wird aber fast nur im innergriechischen Rahmen und von Ausflugsbooten aus Milos betrieben.
  • 6 Milos   (Μήλος).     . Sie ist die touristisch am besten entwickelte Insel der Westkykladen mit vielen schönen Stränden, sehenswerten Badeorten und auch bekannten antiken Stätten.

Ost- und ZentralkykladenBearbeiten

 
Wichtiges Verkehrsmittel: Autofähre bei der Einfahrt in den Hafen von Parikia
  • 1 Andros   (Άνδρος).     . Sie ist eine der bergigsten Kykladeninseln mit einer reich gegliederten, größtenteils steil abfallenden Küste. Vier nahezu parallel verlaufende Bergzüge ziehen sich jeweils von Südwest nach Nordost. Dazwischen liegen Schluchten und Täler mit teilweise ganzjährig Wasser führenden Bächen und üppiger Vegetation. Strände existieren fast ausschließlich im Mündungsbereich von Bächen. Der überwiegend griechische Tourismus findet vor allem in Batsi statt, aber auch in der Umgebung von Andros-Stadt und in Gavrio. Hauptsächlich am Wochenende besuchen viele Athener Andros. Die Insel ist selten das Ziel von Pauschalreisen.
  • 2 Tinos   (Τήνος).     . die kahle Insel der Pilgerer. Sie ist überwiegend Ziel von religiösen Tourismus, obwohl sie auch über eine Reihe schöner Strände verfügt.
  • 3 Syros (Σύρος).     . Verwaltungszentrum der Kykladen. Sie ist ein Ziel für ruhigere Ferien an wunderschönen, nicht überlaufenen Stränden. Die Stadt Hermoupolis ist die Hauptstadt der Kykladen und einer der architektonisch faszinierendsten Häfen des Mittelmeers, ein lebendiges Museum mit einigen der schönsten Gebäude des 19. Jahrhunderts in Griechenland.
  • 4 Mykonos   (Μύκονος).     . sehr schönes,berühmtes und stark besuchtes Touristenziel, bekannt als nicht ganz billige Partyinsel.
  • 5 Delos (Δήλος).     . heilige Insel in der griechischen Mythologie. Die Insel ist eine archäologische Stätte ohne touristische Angebote wie Restaurants oder Unterkunft.  
  • 6 Paros (Πάρος).     . beliebte Touristeninsel mit einem ausgewogenen Mix aus ruhigen Stränden und Partystränden. Bekannt für ein interessantes Nachtleben.
  • 7 Antiparos   (Αντίπαρος).     . kleine, ruhige Schwesterinsel von Paros.
  • 8 Naxos   (Νάξος).     . die größte und grünste Insel der Gruppe. Naxos ist das Ziel sonnenhungriger Touristen, die einen Großteil ihres Urlaubs am Strand verbringen möchten.
  • 9 Amorgos   (Αμοργός).     . ruhige Ferieninsel mit schönen, nicht überfüllten Stränden und vielen Wandermöglichkeiten

kleine KykladenBearbeiten

Diese Inseln liegen zwischen den Inseln Naxos und Amorgos. Sie sind alle sehr klein, karg und auch kaum von touristischem Interesse.

  • 1 Iraklia (Ηρακλειά).       . touristisch kaum erschlossen, da sie außer ihrer Ursprünglichkeit wenig zu bieten hat.
  • 2 Schinoussa   (Σχοινούσα).     . die kleine Insel verfügt über eine Reihe schöner Strände aber keine sonstigen wirklichen Sehenswürdigkeiten. Sehr ruhig.
  • 3 Epano Koufonissi (Άνω Κουφονήσι Κυκλάδων).       . karge, kleine Insel mit einer Reihe schöner Strände, sehr ruhig
  • 4 Donoussa (Δονούσα).       . kleine ruhige, karge Insel mit ein paar schönen Stränden

SüdkykladenBearbeiten

  • 1 Folegandros   (Φολέγανδρος).     . hübsche kleine Insel westlich von Santorini.
  • 2 Sikinos (Σίκινος).       . ist eine der gebirgigsten Kykladeninseln und touristisch kaum entwickelt.
  • 3 Ios   (Ίος).     . Die Partyinsel hat die typischen kleinen, weiß getünchte Häuser, enge Kopfsteinpflastergassen, malerische Dörfer auf Klippen und faszinierende Strände. Seit den 1970er-Jahren erlebt Ios einen Boom des internationalen Tourismus, vorwiegend jüngere Leute aus allen Ländern genießen die schönen Badestrände (insbesondere den Milopotas) sowie ein ausgeprägtes und als besonders freizügig geltendes Nachtleben. Ios ist, von Touristen abgesehen, nur sehr spärlich und vereinzelt besiedelt. Bisher konzentriert sich das Leben auf den weitläufigen Hafen, das oberhalb gelegene, malerische und autofreie Kykladendorf Chora und Milopotas, den größten durch öffentliche Verkehrsmittel angebundenen Strand der Insel.
  • 4 Santorini   (Σαντορίνη).     . phantastische weltberühmte Vulkaninsel, sehr touristisch überlaufen, aber von einzigartiger Schönheit. Eine der Haupttouristenziele in Griechenland
  • 5 Anafi   (Ανάφη).     . Obwohl es so nahe an der Insel Santorin liegt, hat Anafi nichts mit dem kosmopolitischen Ambiente des ersten zu tun und ist vom Massentourismus immer noch unberührt. Sie ist genau wie Santorin vulkanischen Ursprungs und verfügt daher über eine einzigartige Vulkanlandschaft. Imposante Klippen und Sandstrände schaffen eine wilde Naturlandschaft, ideal für diejenigen, die Urlaub in der Natur lieben. Da die meisten Strände leicht zu Fuß erreichbar sind und die Insel nur ein Dorf hat, ist es ziemlich einfach, sich auf der Insel fortzubewegen.

HintergrundBearbeiten

Der Begriff Kykladen wurde bereits 1000 v.Chr. von den Ioniern benutzt, ihre heilige Insel war Delos, sie liegt in der Mitte der sie kreisförmig (kyklos = κύκλος) umgebenden Inseln. So ganz kreisförmig ist das aus heutiger Sicht wohl nicht, bei den Ioniern zählten aber die südlichen Kykladen noch nicht zu dieser Inselgruppe.

Die Kykladen bilden zusammen mit der Inselgruppe Dodekanes die Region Südliche Ägäis, Verwaltungssitz ist die Stadt Ermoupoli auf der Kykladeninsel Syros

SpracheBearbeiten

Auf den Kykladen wird neugriechisch gesprochen. Einige immer wieder auftretende Begriffe sind

  • χώρα - Chóra, es bedeutet Stadt oder auch Land, meist ist der Hauptort einer Insel gemeint
  • γιαλός - Gialós oder Yalós, der Strand, manchmal auch der Hafen (siehe Ios).
  • όρμος - Órmos, die Bucht, der Ankerplatz oder der Hafen

Auf touristisch gut erschlossenen Inseln wird Englisch überall verstanden, oft auch etwas Deutsch.

AnreiseBearbeiten

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Flughäfen gibt es auf den Inseln Milos, Mykonos, Naxos, Paros, Santorini und Syros. Alle anderen Inseln sind nur per Fähre erreichbar. Linienflüge (meistens täglich) gibt es von Athen, sie werden von Olympic Airways und Aegean Airlines betrieben. Es gibt auch Flugverbindungen über die kretischen Flughäfen Iráklion und Chaniá. In den Sommermonaten fliegen etliche Charterunternehmen von mitteleuropäischen Flughäfen auf die Kykladen, manchmal sind es Direktflüge, häufig jedoch mit Zwischenstopp.

Mit dem SchiffBearbeiten

Fast alle Inseln der Kykladen lassen sich im Sommer nahezu täglich von Piräus mit dem Schiff erreichen, die größten davon mehrmals täglich. Auch von den attischen Häfen Rafina und Lavrio gibt es Fährverbindungen. ebenso von und nach Kreta und zu den Inseln des Dodekanes. In Norden sind Thessaloniki, Kavala und Volos die bedeutendsten Fährhäfen. Über Opensaes kann man die Fährverbindungen abrufen, Tickets sind online erhältlich bei Danae.

MobilitätBearbeiten

Auf beinahe allen Inseln kann man Mietautos leihen. Kleinwagen sind beliebt, die meisten Straßen sind nur schmal. Beliebte Verkehrsmittel sind jedoch Motorroller und Quads, für die Fahrt zum nächsten Strand reichen sie in der Regel auch völlig aus. Auf den wenigen Überlandstraßen sind sie jedoch meist ein Verkehrshindernis. Man sollte daran denken, dass viele Einheimische nur die Straßen ihrer kleinen Inseln kennen und einen entsprechenden Fahrstil entwickelt haben. Fahrräder sind auf den meisten Inseln weniger empfehlenswert.

Die größeren Inseln verfügen über ein passables Netz von Buslinien, betrieben von KTEL. Die Fahrpläne können sich auf den Inseln fast wöchentlich ändern.

Zu entfernter gelegenen Stränden kommt man auch mit Badebooten, oft sind es kleinere Fischerboote (Kaikis), die eine bestimmte Route abfahren.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Kykladische Architektur
 
In Naoussa

Architektur der KykladenBearbeiten

Die typischen Dörfer der Kykladen stellt man sich oft vor als eine Anhäufung von kleinen quaderförmigen Häusern mit blauen Türen und Fensterrahmen, sie werden überragt von einfachen Kirchen mit ihren blauen Kuppeln und ihren Glockentürmen, liebevoll umrahmt mit Blüten in tiefroter Farbe. Das ist jedoch nur teilweise richtig, es gibt keinen einheitlichen Stil, es wird jedoch versucht, neue Gebäude der Umgebung anzupassen, auch wenn entsprechende Vorschriften mancherorts schon recht spät gekommen sind.

Die Kykladen sind arm an Baumaterialien wie Holz, dafür aber reich an Steinen, sei es Kalkgestein wie Marmor oder vulkanischen Ursprungs wie Gneis oder Granit. Die Außenwände der alten Häuser sind oft mehr als 50 cm stark, sie wurden verputzt und mit der einzigen Farbe gestrichen, die leicht verfügbar war: Kalk. Dieser wurde zum Leidwesen mancher Archäologen aus dem Marmor von antiken Tempeln gewonnen. Die Dächer wurden als Flachdach gestaltet, sie dienten dem Sammeln von Regenwasser in Zisternen. Auch die blaue Farbe war recht leicht verfügbar.

Um diesem Stil gerecht zu werden, dürfen Neubauten nur in Ausnahmefällen höher als 8 m werden, und in den Ortskernen ist die weiße Farbe der Fassaden verbindliche Vorschrift, außerhalb darf auch Naturmauerwerk als gestaltendes Element benutzt werden.

Weitere Abweichungen von dem strengen Stil sind in der Geschichte der Inseln begründet: während der Herrschaft der Venezianer wurden auch rote und gelbe Farbtöne benutzt, man findet sie in einigen Gassen der alten Dörfer, aber auch bei Neubauten. Und die Anordnung der Einfluglöcher der venezianischen Taubentürme findet man als dekoratives Element.

Die üppigen typisch kykladischen Blütensträucher wie z.B. die Bougainvillen sind jedoch absolut nicht authentisch: sie stammen ursprünglich von anderen Kontinenten und wurden meist erst im 20. Jahrhundert angepflanzt.

 
Mosaik auf Delos

Antike StättenBearbeiten

  • Akrotiri: Die Ausgrabungen auf der Vulkaninsel Santorini gelten als das "Pompeii Griechenlands"
  • Delos: Das antike Zentrum der Kykladen präsentiert sich ais gigantisches Open-Air-Museum

Religiöse StättenBearbeiten

  • Tinos: Wallfahrtskirche Panagia Evangelistra, das Lourdes der Ägäis
  • Paros: Kirche Panagia Ekatontapiliani in Parikia

Landschaft und NaturBearbeiten

  • Kraterrand und Vulkan von Santorini
  • Tropfsteinhöhle auf Antiparos
  • Schmetterlingstal Petaloudes auf Paros

AktivitätenBearbeiten

  • Strände: ungezählte Badebuchten, feiner Sand bis grober Kies, reines weiß bis tiefes schwarz,
  • schnorcheln, surfen, kiten, tauchen, ...
  • wandern

KücheBearbeiten

 
Kapernblüte

Die Küche der Kykladen ist geprägt vom Meer, von mediterranen Zutaten und Gewürzen

NachtlebenBearbeiten

  • ruhige verschlafene Inseln
  • Die Partyinseln der Kykladen: Ein Urlaub auf den Kykladen kann vieles sein. Die populäre Inselgruppe zeichnet sich durch wunderschöne Ortschaften und blaues Wasser aus, aber auch ihr Nachtleben ist nicht außer Acht zulassen. Wenn Sie also zu den Junggebliebenen zählen, dann wird es jetzt interessant für Sie. Bereits in den 70er Jahren hat Ios zahlreiche feierfreudige, junge Leute in seinen Bann gezogen. Auch heute starten die legendären Partys von Ios bereits nachmittags in einer der vielen Strandbars. Die Strände bieten sich an zum Schwimmen, Musik hören und Cocktails trinken. Sobald die Nacht heran bricht wird die Sause dann nach Chora in die Hauptstadt von Ios verlegt, wo bereits laute Musik durch die Gassen schallt. Die berühmtesten Clubs finden Sie am Hauptplatz des Orts. Enden tut die Party wieder am Strand, wo bei einem Glas Wein den Sonnenaufgang beobachtet werden kann. Die Insel Paros bietet etwas für jeden Musikgeschmack. Auf dem Küstenweg in Paroikia finden Sie Bars mit Ambient-Musik, die eine entspannte Atmosphäre bieten. Die meisten Clubs in der Gegend hingegen, die als "potami" (Fluss) bekannt ist und spielen laute Tanzmusik. Alternativ finden Sie in der Gegend von Piso Livadi bis Dryos einige Bars mit Soul-, Jazz- und Rockmusik am Meer. Das wahre Partyparadies jedoch ist die Insel Mykonos. Hier ziehen die weltbekannten Strände von Paradise und Super Paradise Beach junge Leute aus der gesamten Welt an. Doch auch in den Clubs der Stadt am Fuße der Windmühlen rund um Klein-Vendig tanzen VIP's neben Studenten und Menschen die sich gerne sehen lassen möchten.

SicherheitBearbeiten

 
Zum Trocknen aufgehängte Oktopusse

KlimaBearbeiten

Auf den Kykladen regnet es im Sommer nicht. Daher wird im Winter häufig das wenige Regenwasser für Vieh und Land in Zisternen gesammelt.

AusflügeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Eberhard Fohrer: Kykladen. Michael Müller Verlag, 2012 (9. Auflage), ISBN 9783899536959, S. 708. 24,90 € sehr ausführlich

WeblinksBearbeiten

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