Indien

Staat auf dem indischen Subkontinent in Südasien
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Indien ist das größte Land in Südasien und nach China das bevölkerungsmäßig zweitgrößte Land der Welt. Indien rühmt sich, die größte Demokratie der Welt zu sein (an der Bevölkerungszahl gemessen). Nachbarländer sind Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Bangladesch, Myanmar und Sri Lanka.

RegionenBearbeiten

Indien ist administrativ in 28 Bundesstaaten (englisch: states) und neun Unionsterritorien (englisch: union territories) unterteilt. Die Staaten grenzen sich weitgehend durch sprachliche Linien ab. Ihre Größe variiert sehr; einige Bundesstaaten sind größer als manche Nationalstaaten in Europa. Die Unionsterritorien sind meist kleiner als die Bundesstaaten - manchmal umfassen sie nur eine einzige Stadt - und besitzen weniger Autonomie.

Diese Staaten und Unionsterritorien lassen sich in folgende Regionen zusammenfassen:

 
Karte von Indien
Vom Himalaya geprägte gebirgige, zauberhafte Landschaft. Bietet sowohl für den Abenteuerer als auch für den spirituell Veranlagten etwas. Hier befindet sich auch die umstrittene Region Jammu und Kashmir.
Das Herz Indiens mit der Hauptstadt Neu Delhi. Die Flüsse Ganges und Yamuna fließen durch das Gebiet. Außerdem fanden hier viele Ereignisse statt, die die Geschichte Indiens prägten.
Wüstengebiete und hübsche Städte wie Jaipur, Jodhpur, Udaipur, Bikaner, Goa. Auch die größte Stadt, das lebhafte Mumbai (bis 1996: Bombay), befindet sich hier; außerdem schöne Strände und Bollywood (indische Filmindustrie in Mumbai).
Die ländlichste Region Indiens; größte Stadt ist Kolkata (ehemals Kalkutta); die Tempelstädte von Puri und Bhubaneswar, beide im Bundesstaat Odisha (ehemals Orissa).
Abgelegen und empfindlich; wunderschöne Landschaften und die berühmten Teegärten.
Farbige Hindutempel, Tropenwälder, die Stauseen von Kerala, Strände, die Ghats von Karnataka und die Inselgruppen vor der Küste. Eine Sonderrolle nehmen in jeder Hinsicht die Andamanen und Nikobaren ein, die zwar politisch zu Indien gehören, aber mehr als 900 km östlich vom nächsten Punkt des indischen Festlands liegen.

StädteBearbeiten

Weitere ZieleBearbeiten

  •   UNESCO-Welterbe in Indien: Es gibt 38 Welterbestätten zu besuchen, davon 30 Weltkulturerbestätten, sieben Weltnaturerbestätten und eine kombinierte Welterbestätte (Karte), sowie 43 weitere Kandidaten (Karte).
  • In Indien gibt es über 100 Nationalparks

HintergrundBearbeiten

Die indische Geschichte ist eine der längsten der Welt. Eine der ältesten Hochkulturen der Welt ist die Indus-Kultur. Das erste indische Großreich unter Kaiser Ashoka im dritten Jahrhundert vor Christus umfasste den gesamten indischen Subkontinent bis in den äußersten Süden, und zudem das heutige Pakistan und Afghanistan. Dem Hinduismus als sozialem System ist es immer wieder gelungen, sich an neue Herausforderungen anzupassen. So wurde der Ausbreitung des Buddhismus unter Ashoka einerseits mit einer Aufnahme buddhistischer Prinzipien (wie ahimsa – Gewaltlosigkeit) in den Hinduismus begegnet, andererseits entstand mit dem Jainismus eine Mischung aus beiden Religionen. In ähnlicher Weise entstand die Sikh-Religion, eine Mischung aus Hinduismus und Islam als Antwort auf die Angriffe durch moslemische Armeen seit dem 11. Jahrhundert.

Im 15. und 16. Jahrhundert gelang es Babur, dem Begründer der (muslimischen) Mogul Dynastie, ein Großreich in Nordindien und dem heutigen Pakistan zu schaffen, die muslimische Herrschaft konnte allerdings nie in den Süden vordringen.

Ab 1803 gelang es der britischen East India Company durch geschickte Ausnutzung von Feindseligkeiten unter Lokalfürsten sowie der Schwäche der letzten Mogulkaiser nach und nach den größten Teil des heutigen Indiens, Pakistans und Bangladeschs unter ihre Vorherrschaft zu stellen. Nach dem gescheiterten Aufstand indischer Soldaten 1857 wurde die Herrschaft offiziell der britischen Krone übergeben und das Herrschaftszentrum, das sich seit der Mogulzeit in der Umgebung von Delhi und Agra befunden hatte, nach Kolkata verlegt. Ausnahmen hiervon sind Goa (bis 1961 unter portugiesischer Herrschaft) und Puducherry (bis 1954 unter französischer Herrschaft).

Nach der Unabhängigkeit 1947 wurde der Regierungssitz erneut nach Delhi verlegt. Seit 1947 ist Indien die weltgrößte Demokratie. Im Gegensatz zu anderen Staaten dieser Region ist an dieser demokratischen Tradition ungebrochen festgehalten worden. Auf knapp 3,3 Mio. km² (in etwa neunmal die Fläche Deutschlands) leben ca. 1,37 Mrd. Menschen (in etwa 14 mal die Bevölkerung Deutschlands).

In der Epoche des Kalten Krieges zählte Indien, ebenso wie Jugoslawien und Ägypten zu den Wortführern der Bewegung der blockfreien Staaten, obwohl in Abgrenzung zum feindlichen Nachbarn und amerikanischen Verbündeten Pakistan traditionell stärkere Bindungen an die Sowjetunion bestanden. Mit dem Zerfall des Ostblocks 1989 ging auch eine wirtschaftliche Öffnung des (sozialistischen) Landes gegenüber dem Ausland einher.

 
Indische Kleidung

Die Mehrheit der Inder (ca. 80 %) sind Hindus. Moslems (ca. 13 %), Christen (ca. 2,3 %) und Sikhs (ca. 1,8 %) stellen zahlenstarke Minderheiten. Der Buddhismus ist zwar in Indien entstanden, findet dort heutzutage aber kaum noch Anhänger. Weitere religiöse Minderheiten sind Jains und Parsen. Trotz der überwältigenden Mehrheit von Hindus ist Indien ein säkularer Staat. Der Hinduismus ist keine einheitliche Religion mit einem festgesetzten Bekenntnis, sondern zerfällt in verschiedene Gruppierungen, philosophische und theologische Schulen, die sich allerdings auf eine gemeinsame Mythologie und eine beeindruckende Zahl religiöser und philosophischer Schriften stützt. Das Kastensystem ist sozusagen die soziale Ausprägung des Hinduismus, durchdringt jedoch teilweise auch religiöse Minderheiten wie Sikhs oder Christen. Die Kasten sind grob aufgeteilt in die vier varnas: brahmanas (Priester), kshatriyas (Krieger), vaishyas (Bauern und Händler) und shudras (Arbeiter). Diese varnas teilen sich erneut in Hunderte verschiedener jatis, oft lokal begrenzte Untergruppen der Kasten. Außer- und unterhalb des Kastensystems stehen die Dalits, die sogenannten Unberührbaren, offiziell Harijans (Kinder Gottes). Das Kastensystem ist mit der Unabhängigkeit offiziell abgeschafft und es gibt mittlerweile z.B. Quoten für Dalits in öffentlichen Ämtern. Es behält aber im Bewusstsein der Menschen nach wie vor zentrale Bedeutung, auch wenn sich diese in moderneren Gebieten auf die Wahl des Hochzeitspartners beschränkt. Seien sie aber nicht überrascht, wenn sie gelegentlich nach ihrer Kaste gefragt werden.

Heutzutage erlebt das Land einen wirtschaftlichen Aufschwung vor allem in der IT-Branche. Der damalige Premierminister Rajiv Gandhi hatte schon Anfang der 1990er Jahre ein Internet-Ministerium geschaffen, was sich auch an der Dichte der Internetcafés selbst in kleineren Dörfern zeigt. Der wirtschaftliche Aufschwung bringt in einigen Metropolen (z.B. Delhi, Bengaluru, Mumbai, Chennai) auch kulturellen und gesellschaftlichen Wandel mit sich, wie beispielsweise die Entwicklung eines Nachtlebens oder von Jugendkultur. In entlegeneren Gebieten, z.B. in Madhya Pradesh oder Bihar, ist dagegen vom Aufschwung nicht viel zu spüren: Nach wie vor ist die überwiegende Mehrheit der indischen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig.

AnreiseBearbeiten

EinreisebestimmungenBearbeiten

Visa ungültig:

  • Indien hat am 10. März 2020 in Folge der Corona-Pandemie alle bis zum 11. März 2020 ausgestellten Visa und eVisa für noch nicht eingereiste Deutsche mit sofortiger Wirkung für ungültig erklärt.
  • Indien hat mit Wirkung vom 13. März 2020 alle an Ausländer erteilten Visa, zunächst befristet bis zum 15. April 2020, für ungültig erklärt. Eine Einreise nach Indien ist somit nicht mehr möglich. (vgl. aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu Indien)

Reisepass und Visum sind für die Einreise erforderlich.

Deutsche, österreichische und schweizerische Touristen können ein eVisum online beantragen. Der Reisepass muss noch mindestens sechs Monate ab Antragsdatum gültig sein. Der Reisende muß über ein Rückflug- (oder Weiterflugticket) sowie über genügend Geldmittel für den Aufenthalt verfügen. eVisa gibt es wahlweise für eine Reise von 30 Tagen (25 US$), von 90 Tagen innerhalb eines Jahres (40 US$) oder von 90 Tagen innerhalb von fünf Jahren (80 US$). Mehrfacheinreisen sind möglich. Der Antrag muss mindestens vier Tage vor der Einreise gestellt werden; die Bearbeitungszeit kann bis zu 72 Stunden betragen. Ein biometrisches Foto (Hinweis: Format quadratisch, d.h. Höhe = Breite, ohne Brille etc.) und eine Passkopie sind hochzuladen. Die Antragsgebühr ist per Visa, MasterCard (plus je 2,5 % Bankgebühr) oder PayPal (plus 3,5 % Bankgebühr) zu bezahlen. Für die Einreise stehen 29 Flughäfen und fünf Seehäfen zur Wahl. Wenn der Server klemmt, sollte man es während der indischen Bürostunden erneut versuchen.

Tipp
In Deutschland ansässige Ausländer erhalten nur dann in Deutschland Sichtvermerke ausgestellt, wenn sie über eine mindestens ein Jahr (für Geschäftsreisen zwei Jahre) gültige deutsche Aufenthaltsberechtigung verfügen. Ansonsten ist der Antrag im Heimatland zu stellen, in seltenen Ausnahmefällen ist gegen Zahlung einer Weiterleitungsgebühr von € 27 (2015) die Antragsannahme möglich.
Hinweis: Seit Ende 2009 müssen Staatsangehöriger bestimmter Länder, meist aus dem asiatischen Raum, nach jeder Ausreise mindestens 2 Monate außerhalb des Landes verbringen bevor sie wieder einreisen dürfen – auch bei vorhandenem multiple entry Visum! Wer einen Ausflug (z.B. nach Nepal oder Bangladesch) machen will, muss dies vorher bei der Botschaft gesondert beantragen und nach der Ankunft eine weitere Genehmigung beim Ausländeramt besorgen. In Ausnahmefällen kann eine Wiedereinreisegenehmigung auch vom Grenzbeamten erteilt werden - es bleibt abzuwarten wie sich dies in der Praxis darstellen wird. Auch unter den Ausnahmeregelungen sind maximal 2 Wiedereinreisen möglich.

eVisa erlauben keinen Zugang zu Sperrgebieten. Dazu sowie für bestimmte andere Visaarten ist ein "klassisches" Visum bei der zuständigen Vertretung Indiens zu beantragen. Sichtvermerke können bei den indischen Konsulaten in Deutschland per Post bestellt oder direkt abgeholt werden. Normalerweise dauert die Ausstellung ca. eine Woche. Die eingereichten Photos müssen auf das eher ungewöhnliche Format 5×5 cm gebracht werden. Beachten Sie, dass das Visum vom Tag der Ausstellung an gültig ist, nicht von dem der Einreise. Ein ein Jahr gültiges Visum kostet 95 €, ein fünf Jahre gültiges Visum kostet 190 € (vgl. "Visa Fees" auf der Seite der indischen Botschaft in Berlin).

Das Visum kann bei Bedarf in Indien verlängert werden, u. U. ist es dafür aber erforderlich, zunächst in ein Nachbarland auszureisen. Theoretisch sind Aufenthaltsverlängerungen, die in allen größeren Städten möglich sind, kostenlos, jedoch beschleunigt die Einlegung einiger bunter Papierchen mit Gandhi-Konterfei die Bearbeitung erfahrungsgemäß gewaltig. Es empfiehlt sich in jedem Fall morgens zeitig zu erscheinen, eine Kopie von Pass und Sichtvermerk sowie mindestens zwei Passbilder mitzubringen.

Sperrgebiete: Zum Besuch grenznaher Bereiche von Himachal Pradesh, Jammu und Kashmir, Rajasthan und Uttarakhand, von Teilen von Sikkim, des gesamten Bundesstaates Arunachal Pradesh, der Insel Lakshadweep sowie tibetischer Siedlungen in Indien benötigen alle Nicht-Inder ein Protected Area Permit (PAP) bzw. Restricted Area Permit (RAP), das sinnvollerweise mit dem Visum beantragt wird.

Die Reisegenehmigung für tibetische Siedlungen kann online beantragt werden.

Bei Visumserteilung in Deutschland wird für ein Permit 29 € verlangt, wohingegen die Ausstellung vor Ort immer noch kostenfrei ist, in Port Blair eventuell auch bei Landung am Flughafen möglich ist. Das inner line permit für gewisse Bereiche im Himalaya ist besonders schwer, nur vom Innenministerium zu erhalten.

Mitgeführte Fremdwährungen im Wert von über 5000 US$ müssen deklariert werden. Um Probleme bei der Ausreise zu vermeiden, sollte man auch z.B. teure Kameraausrüstungen deklarieren.

KonsulateBearbeiten

 
Indische Botschaft Berlin

In Deutschland und Österreich kommen zu allen Gebühren € 3 „Konsularzuschlag“, in der Schweiz sind es CHF 2,00. Für die erzwungene Einschaltung externer Dienstleister können zusätzliche Gebühren anfallen (+€ 7,50 bzw. +CHF 6,80).

Deutschland

Je nach Bundesland ist ein unterschiedliches Konsulat zuständig:

Österreich
Schweiz

Je nach Kanton ist ein unterschiedliches Konsulat zuständig:

  • Zürich, Bern, Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Zug, Freiburg, Solothurn, Basel, Schaffhausen, Appenzell, St. Gallen, Graubünden, Aargau, Thurgau, Tessin, Jura sowie Liechtenstein: 6 Konsularabteilung der Botschaft (Embassy of India, Berne), Kirchenfeldstrasse 28, 3005 Bern. Tel.: +41 (0)31 350 11 30, Fax: +41 (0)31 351 15 57, E-Mail: .      . Die eigentliche Bearbeitung erfolgt durch VFS Global India, Weststr. 2, 3005 Bern, Tel. 0900 000018 (CHF 1.95/Anruf), e-mail: info.inch@vfshelpline.com, 8.30-14 h Geöffnet: Montag bis Freitag 9.30-12.30 h.
  • Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf: 7 Generalkonsulat Genf (Consulate General of India, Geneva), Rue du Valais 9, 1202 Genève. Tel.: +41 22 9068686, Fax: +41 22 9068696, E-Mail: .   . Die eigentliche Bearbeitung erfolgt durch VFS Global India, Rue de Lausanne 70, 1202 Genève, Tel. +41 22 7310372, Callcenter 0900 000018 (CHF 1.95/Anruf), e-mail: info.inch@vfshelpline.com, Montag bis Freitag 8.30-14 h, Abholung 16-17.30 h Geöffnet: Montag bis Freitag 9.15-12.30 h, Abholung 16.30-17.30 h.

Mit dem FlugzeugBearbeiten

 
Blau: Länder mit Flugverbindungen zum Flughafen Delhi

Der Luftverkehr in und nach Indien wird von der staatlichen Air India beherrscht, die jedoch nicht vorwiegend selber fliegt, sondern Lizenzen zur Nutzung der Flugrechte an andere Linien abgibt. Welche Städte wann angeflogen werden liegt daher auch nicht vollständig im Ermessen der betreffenden Fluggesellschaften: Flüge von Europa werden in der Regel nach Delhi gehen und zwischen Mitternacht und 5 Uhr nachts dort ankommen - beachten Sie die Hinweise für die Ankunft dort. Flüge direkt nach Mumbai, Bengaluru oder Kolkata sind ebenfalls möglich, aber teurer, da sie die Delhi-Linie einfach um einen Inlandsflug ergänzen. Günstiger, aber mit Zwischenstopp ist man mit den arabischen Fluglinien unterwegs. Diese haben inzwischen eine recht ansehnliche Auswahl an indischen Flughäfen, die von der arabischen Halbinsel direkt angeflogen werden. In der Regel sind die Flugziele Delhi und Mumbai am günstigsten. Faustregel ist, je weniger der angeflogene Zielflughafen frequentiert wird, desto teuer wird es. Auch Turkish Airlines haben oft günstige Flüge mit Zwischenlandung in Istanbul.

Siehe auch: Flughäfen in Indien

In Indien gibt es darüber hinaus recht günstige Inlandsflüge, die über die lokalen Fluggesellschaften (z.B. Indigo, Air Deccan oder Spice Jet). Allerdings sollte man auf die Gepäckregularien achten, die meist weniger großzügig sind als bei den internationalen Flügen von und nach Indien.

Mit der BahnBearbeiten

Grenzüberschreitende Bahnverbindungen nach Indien gibt es von Nepal, Pakistan und Bangladesch aus.

Mit dem BusBearbeiten

Eine Busreise ist in Indien oft ein Abenteuer, da man damit rechnen muss, dass es Zwischenfälle gibt. Das kann ein Platten sein, (vor allem in Bundesstaaten, in denen es keine staatlichen Busse mehr gibt, die den superbilligen Privatlinien einen einigermaßen gut gewarteten Fuhrpark entgegenstellen könnten,) ein kochender Kühler und hoffentlich nichts Schlimmes wie ein Unfall. Die Busse sind sehr viel langsamer unterwegs als in Mitteleuropa, was hauptsächlich an den oftmals schlechten Straßenverhältnissen aber auch an der schwachen Motorisierung der Busse liegt. Oft verfügen Busse über keine Türen oder sie werden offen gehalten. Fenster sind in der Regel ebenfalls geöffnet, wenn der Bus kein A/C-Bus ist. Wer empfindliche Ohren hat, sollte versuchen, einen A/C-Bus (es gibt sie meist sowohl von staatlichen als auch privaten Busunternehmen) zu nehmen oder möglichst vorne beim Fahrer Platz nehmen. Busse, die sich in entlegenen Gebieten über Feldwege quälen, kommen oft an Dornenbüschen entlang, deren Äste in die geöffneten Fenster hereinschlagen. Hier sollte ein am Fenster sitzenden Fahrgast entsprechend aufpassen. Die Federung der Busse lässt meist sehr zu wünschen übrig. Gerade auf der letzten Bank kann man hin und wieder die Sitzhaftung verlieren. Wenn es der Fahrer zu bunt treibt – jedoch ist die Toleranz der indischen Fahrgäste sehr hoch – wird er von den Fahrgästen auch mal zur Ordnung gerufen. Andererseits lernt man in den einfachen Bussen das Leben der weniger wohlhabenden Menschen in Indien besser kennen und kommt mit den Mitreisenden gut ins Gespräch. Es gibt aber auch bessere Busse mit großen, gut gepolsterten Sitzen mit einstellbarer Rückenlehne, die jedoch oft im Voraus gebucht werden müssen.

Nicht alle Busse halten überall an der Straße, um Fahrgäste aufzunehmen. Manchmal gibt es Bushaltestellen, die meist als solche nicht erkennbar sind. Oft sind es Straßenkreuzungen. Möchte man mit einem Bus mitfahren, so halte man einfach die geöffnete Hand heraus. Die Faust mit Daumen nach oben ist in Indien meist unbekannt und könnte missverstanden werden. Will man aber aussteigen, so kann man dies praktisch an jeder Stelle tun.

In einigen Bussen wird man sein schweres Gepäck nicht im Laderaum los, sondern man nimmt es mit in den Fahrgastraum. Dann ist es manchmal nicht leicht, einen Ort zu finden, wo man sein Gepäck lässt, denn das Gepäckablagebord über den Sitzen ist meist winzig. Ein Platz ganz hinten ist sicherlich geeignet, da man hier das Gepäck festhalten kann und nicht dauernd Leute vorbei müssen. Manchmal kann man das Gepäck auch unter die Rückbank legen. Evtl. ist auch ganz vorne eine gute Möglichkeit, das Gepäck abzustellen. Kann man nicht in unmittelbarer Nähe zum Gepäck sitzen oder stehen, so sollte man es gegen Umfallen sichern. Fällt das Gepäckstück um, wird sich in der Regel niemand berufen fühlen, es wieder aufzuheben, was möglicherweise aus der Tradition des Kastenwesens herrührt nach dem Motto: „Ich bin kein Dienstmann. Warum sollte ich den Kram aufheben? Wenn ich ihn aufhebe, könnten die Leute im Bus glauben, ich gehöre einer dienenden (niedrigen) Kaste an.“ Wenn ein Rucksack umgefallen ist, kann es sein, dass Leute einfach darüber hinweg trampeln. Dies ist keine Böswilligkeit, sondern Unkenntnis. Auf die so ähnlich aussehenden Reissäcke, die den Passanten meist viel geläufiger sind, kann man schließlich steigen, ohne dass irgendein Schaden entsteht.

Busse sind oft überfüllt. Hält ein Bus an einem Busbahnhof, herrscht hin und wieder Anarchie beim Einsteigen. Hierbei sollte man so gut es geht auf seine Habseligkeiten achten. In Rajasthan werden an den Busbahnhöfen an Verkaufsschaltern Busfahrkarten mit Sitzplatznummer verkauft, was Rajasthan in dieser Hinsicht zivilisierter macht als die meisten anderen Bundesstaaten. In der Regel wird man als Fremder in den Bussen meist so herzlich und bevorzugt behandelt, dass es einem oft peinlich ist: So wird die Zeit, in der man stehen muss, meist kürzer sein als bei Einheimischen, da man oft bald einen frei werdenden Platz angeboten bekommt. Es passiert hin und wieder, dass jemand aufsteht und seinen Platz anbietet. Im Glauben, dieser Fahrgast wolle gleich aussteigen, setzt man sich. Er steigt aber nicht aus und man hat ein ungutes Gefühl.

Auf der StraßeBearbeiten

Theoretisch gibt es aus Europa vier verschiedene Anreiserouten:

  1. Die direkte Route über die Türkei und den Iran nach Quetta und dann weiter nach Wagah/Amritsar. Auf dieser Route gibt es massive Probleme mit der Sicherheit (Entführungen!) in Belutschestan (zwischen Bam und Quetta).
  2. Über Russland, Kasachstan und China und dann über entweder den Karakorum-Pass (derzeit nach Erdrutsch gesperrt) oder über Tibet, Nepal nach Indien. Leider sind Ausnahmegenehmigungen für die Einreise mit dem eigene Fahrzeug nach China sehr schwierig zu bekommen.

Aus Pakistan kommend bietet sich Reisenden nur die Möglichkeit, über den Grenzübergang Wagah (Pakistan)/ Attari (Indien) einzureisen, der täglich bis 16:00 Uhr für Touristen offen steht. Attari liegt ca. 30 km westlich von Amritsar und ist berühmt für seine täglich stattfindende Grenzschließungszeremonie.

Für die Einreise benötigt man ein Carnet de Passage.

Mit dem SchiffBearbeiten

MobilitätBearbeiten

weite Strecken

Als dicht bevölkertes Land ist Indien verkehrsmäßig recht gut erschlossen und hat z.B. eines der größten Eisenbahnnetze der Welt. Die Eisenbahn ist gemäß der komplexen Hierarchie der indischen Gesellschaft prinzipiell in vier Klassen unterteilt, die im Preis weit auseinander gehen, von klimatisierten und gepolsterten Einzelsitzen zum Preis eines Inlandsfluges bis zu vollgestopften Abteilen mit Holzsitzen für wenig mehr als ein leichtes Mittagessen. Empfehlenswert ist in der Regel der Mittelweg: “second class sleeper,” ein Abteil mit reservierbaren Sitzen, die nachts zu Liegen hochgeklappt werden. Die Sitze müssen – je nach Reiseziel und Zeit – im voraus reserviert werden, u.U. kann die Wartezeit recht lang werden. Für Ausländer gibt es in manchen Zügen Platzkontingente, die es ebenfalls Tage im voraus zu buchen gilt. Auch kann man versuchen, mit der sogenannten Tatkal quota ein Ticket zu ergattern, für das ein geringer Aufschlag erhoben wird. Zusammengefasst gilt die Regel: buchen – je eher, desto besser. Daher ist die Bahnfahrt hauptsächlich dann geeignet, wenn man ihren Start planen kann und eher nichts für Kurzentschlossene. Auf den reservierten Tickets sind der Wagen und der Sitzplatz angegeben. Hin und wieder gibt es aber Änderungen, die an den Bahnsteigen angeschlagen sind. In der Regel sind Änderungen auch an den betreffenden Wagen geklebt. Im Zweifelsfall kann der Schaffner, genannt „TT“ – englisch ausgesprochen – helfen. Für Vielfahrer gibt es den Indrail Pass, der aber preislich wenig attraktiv ist. Verglichen mit Europa ist das Preisniveau für Bahnfahrten ausgesprochen günstig.

Für Smartphonenutzer empfiehlt sich eine App wie Where is my train. Sowohl im Vorfeld der Fahrt als auch während der Fahrt ist sie von Nutzen. Man kann u.a. nach Zügen von A nach B suchen, kann den Bahnsteig und die Wagenreihung sowie die Sitznummerierung im gebuchten Waggon nachschlagen. Streckenplan, aktueller Standort, Geschwindigkeit, aktuelle Verspätung und nächster Bahnhof können nachgeschlagen werden - innerhalb des Zuges sogar ohne Internet und GPS. Um den Ausstieg nicht zu verpassen, kann man sich in der App einen Alarm setzen, der flexibel unter Berücksichtigung etwaiger Verspätungen an die Vorbereitung auf das Aussteigen erinnert.

Sollte man doch kurzentschlossen eine Bahnreise ins Auge fassen, bleibt einem meist nur die Holzklasse, genannt: second class. Das ist die unreservierte 2. Klasse. Holzklasse ist nicht wörtlich zu nehmen, denn man wird im allgemeinen auf einer gepolsterten Kunstlederbank sitzen können, wenn man denn einen regulären Platz erhält. Ansonsten kann man über den Bänken auf den geräumigen Gepäckablagen sitzen – auch hier wird man nicht der einzige sein – oder wie eine Sardine dichtest in eine Dose gezwängt im Gang stehen. Als ausländischer Reisender wird man häufig der Freundlichkeit und Neugier der Inder teilhaftig, die vielleicht etwas zusammenrücken. Wenn der Wagen stark überfüllt ist, sollte man frühzeitig vor dem Ausstieg in Richtung Ausgang gehen. Da man oftmals nicht so recht verfolgen kann, wo man eigentlich ist, ist es sinnvoll, seinen Zielort den Mitreisenden mitzuteilen, die einem dann Bescheid geben können, wenn es an der Zeit ist auszusteigen. Es ist selbstredend, dass eine Reise mit einem kleinen Tagesrucksack in der Holzklasse viel einfacher ist als mit dem großen Gepäck. Tendentiell ist es meist besser, in Bummelzügen in der unreservierten 2. Klasse zu fahren als in Schnellzügen mit nur wenigen Wagen dieser Klasse ganz vorne oder ganz hinten, da die Bummelzüge meist weniger überfüllt sind.

Wer noch nie in Indien in der unreservierten 2. Klasse gefahren ist, sollte eine solche Reise ins Pflichtprogramm aufnehmen, da man hier sehr viel über Land, Leute und Gepflogenheiten kennen lernt. Oft spielen Wandermusiker auf und die Tee- und Snackverkäufer bahnen sich ihren Weg auch durch den vollsten Zug. Man kommt mit den Mitreisenden gut ins Gespräch.

In den Zügen der S-Bahnen der großen Städte (z.B. Mumbai oder Chennai) kann man auch unreservierte Tickets der ersten Klasse erwerben, die ein Vielfaches der 2. Klasse kosten, verglichen mit Europa aber immer noch sehr günstig sind. Hier hat man gute Chancen, einen Sitzplatz zu ergattern. Männer sollten Acht geben, nicht in einen für Damen reservierten Wagen der 2. Klasse (englisch: ladies compartment) zu steigen. Für Frauen ist dies eine gute Alternative, da diese Wagen meist leerer sind und hier weniger Hauen und Stechen herrschen.

Etliche touristisch interessante Orte sind per historischer kolonialzeitlicher Schmalspurbahn erreichbar, so z.B. Shimla, Matheran, Ooty oder Darjeeling mittels der Darjeeling Himalayan Railway.

Siehe auch: Schmalspurbahnen in Indien

Eine Alternative ist die Reise mit dem Bus, zumal auch nicht alle Ziele mit der Bahn erreichbar sind. Auch die Busse gibt es in unterschiedlichen Preis- und Qualitätsklassen, wegen der allgemein schlechten Qualität der Straßen und der damit verbundenen Abnutzung der Federungen sind Busreisen oft wenig komfortabel. Zum mangelnden Komfort trägt auch die geringe Beinfreiheit, die fünf schmalen Sitze je Reihe (2+3) in "ordinary" Bussen und die dünne Sitzpolsterung bei. Enger Körperkontakt zum Sitznachbarn ist dort auch für schmalschultrige Reisende garantiert. Demjenigen, der den Zeitpunkt seiner Weiterfahrt früh genug im Voraus kennt, sei auf jeden Fall die Bahnreise ans Herz gelegt. Flexibel Reisende werden an den Bussen nicht vorbei kommen und das ist halb so schlimm wie es im Vorhinein erscheinen mag. Klimatisierte Sleeper-Busse (werden häufig entsprechend dem Hersteller als VOLVO A/C angeboten) erleichtern die Strapazen. Die in zwei Etagen angeordneten Schlafplätze erinnern bei manchen Bussen aber an die inzwischen abgeschaffte Käfighaltung für Legehennen. Vorteil an der Reise mit dem Bus gegenüber einer Bahnreise ist, dass Fahrkarten meist kurzfristiger und oft ohne sehr lange Wartezeiten erhältlich sind. Es stehen in den meisten Bundesstaaten staatliche Busunternehmen und private Busagenturen zur Verfügung. In einigen Bundesstaaten wurden aber die staatlichen Busgesellschaften abgeschafft. Dort sind auf dem Privatsektor einige „Seelenverkäufer“ unterwegs. Bei den privaten Gesellschaften variieren Preis und Qualität für identische Strecken teilweise erheblich. Auch einige staatliche Gesellschaften bieten teurere Fahrten auf breiteren Sitzen mit ordentlichem Sitzabstand und Klimatisierung (A/C) an.

Smartphonenutzer können zur Reiseplanung mit "luxury"-Bussen auf eine App wie Redbus oder die gleichnamige Website zurückgreifen. Sie listet nach konfigurierbarer Suche anbieterübergreifend die Busse mit Zeiten, Ausstattungsmerkmalen und Preisen auf und bietet gleich die Möglichkeit zur Buchung. Gerade für neue Nutzer (wie Touristen) ist eine solche App wegen der angebotenen Rabatte interessant. Aber selbst ohne Rabatte ist Busfahren in Indien spottbillig: Eine zehn- bis elfstündige Busfahrt von Neu-Delhi nach Amritsar (ca. 450 km) kostet im ordinary Bus etwa ₹ 500 (ca. € 6,10), im luxury Bus zwischen ₹ 700 und 1200 (ca. € 8,60 bis 14,70) (Stand: 2020).

Für mittlere Distanzen bieten oft alte Quasi-Geländefahrzeuge (zwar mit Bodenfreiheit, aber ohne Vierradantrieb und oft auch mit Reifen, denen man nicht zutraut, dass sie jemals ein Profil gehabt haben) an. Diese kann man meist individuell mieten. Oft fahren sie aber auch als Mehrpersonennahverkehr über mittlere Distanzen, auf denen auch Busse verkehren. Hat man zuvor gedacht, Busse seien hoffnungslos überfüllt, zeigt sich hier eine weitere Steigerung der Enge. Möglichst sollte man vermeiden, hinter dem Schaltknüppel der durchgehenden Bank sitzen zu müssen, denn es mag unangenehm sein, wenn einem der Fahrer zwischen den Beinen herumrührt.

Mietautos und -motorräder sind erhältlich, wegen des chaotischen und gefährlichen Straßenverkehrs ist davon aber eher abzuraten. Besonders Mutige sollten an einen internationalen Führerschein denken. In der Regel werden aber Mietautos direkt mit Fahrer gebucht. Diese kennen die Verkehrsverhältnisse und kommen mit ihnen besser klar als ein Fremder.

Ortsverkehr

In der Regel stehen Fahrrad- und Autorikschas in verschiedenen lokalen Variationen überall zur Verfügung. Eine Autorikscha hat für europäische Betrachter drei Sitzplätze für Passagiere; Einheimische bringen bis zu elf Fahrgäste darin unter. Entgegen westlichen Klischees sind Fahrrad-Rikschas in einigen Teilen Indiens (z.B. Karnataka) wegen der großen körperlichen Anstrengung für die Fahrer verboten. Allerdings werden die Fahrradrikschas überall in Indien in letzter Zeit immer seltener. Neuerdings werden Autorikschas zumindest in Delhi und Bengaluru mit einem Taxameter ausgerüstet. Der Taxameterpreis ist z.T. so extrem niedrig, dass kein Fahrer dafür fahren kann. Üblich ist es daher, den Preis vorher auszuhandeln. Es ist empfehlenswert, sich bei indischen Passanten oder an Kiosken nach einem realistischen Preis zum gewählten Ort zu erkundigen, bevor die Verhandlungen beginnen. In manchen Autorikschas sind die Preise auch angeschlagen. Immer mehr Autorikschas werden auf Erdgas (LNG oder CNG genannt) umgerüstet und sind dann meist grün-gelb statt ansonsten schwarz-gelb angestrichen. In manchen Städten dürfen nur LNG- oder nur Elektro-Autorikschas in die Innenstadt fahren.

Smartphonenutzer können Apps wie Uber und Ola nutzen. Darüber werden - je nach Stadt - sowohl Autorikschas als auch Taxis verschiedener Kategorien angeboten. Man bekommt einen realistischen Preis für die gewünschte Strecke genannt, so dass man mit Rikschafahrern vor Ort wissender verhandeln kann. Kommt man dann nicht zu einer Einigung, kann man über eine der Apps eine Fahrt buchen. Es kann dauern, bis der Rikscha- oder Taxifahrer, der die Fahrt übernommen hat, am Abholpunkt ist. Gelegentlich findet er auch unterwegs einen lukrativeren Auftrag und storniert den Fahrauftrag, insbesondere zur abendlichen Rushhour. Für Fahrer sind Fahrten via solcher Apps aufgrund der hohen Provision für die Appbetreiber weniger attraktiv als direkte Aufträge.

Reisende mit Gottvertrauen, aber ohne großes Gepäck, können auch Rapido nutzen: Statt vierrädriger Taxis und dreirädriger Rikschas hat Rapido sich auf den zweirädrigen Transport via Motorrad spezialisiert. Funktioniert gut, da die Bike Taxis sich überall durchschlängeln, und ist unschlagbar billig. Manche Fahrer bringen sogar einen Helm für den Fahrgast mit, wenn auch gelegentlich als Universalgröße ohne Kinnriemen.

Man kann bar zahlen oder verschiedene Finanzdienstleister nutzen. Barzahler sollten stets genügend Kleingeld mitführen, da manche Fahrer selten bis nie wechseln können. Wer nur mit einem zu großen Geldschein bezahlen kann, sollte den Fahrer vor Fahrtantritt nach Wechselgeld ("change") fragen. Nach der Fahrt bewerten sich Fahrer und Fahrgast in allen diesen Apps gegenseitig.

In manchen Orten oder ländlichen Gebieten gibt es oft etwas größere AutoRikschas – je nach Region Tempo, Vikram, Tum-Tum oder wie auch immer genannt, die als Sammeltaxis fungieren und deutlich billiger sind. In vielen Städten gibt es auch sogenannte „Shared Rikschas“. Diese fahren entweder zu einem bestimmten Ziel, das der Fahrer bekannt gibt oder in eine bestimmte Richtung, wo der Fahrer die Fahrgäste zu ihren individuellen Zielen bringt. Auch sie sind spottbillig, allerdings kann es eng werden. Hierbei ist zu beachten, dass die Sitzgelegenheiten auf der Bank des Fahrers für große Menschen mehr Beinfreiheit bedeuten als die im hinteren Bereich.

Taxis haben normalerweise Taxameter, je nach Region muss eventuell der doppelte Taxameterpreis oder ein fester Aufschlag für Steuern bezahlt werden. Viele Taxifahrer werden diese Steuer spontan verdoppeln oder verdreifachen, daher vorher über die Preissituation informieren und Wechselgeld dabei haben.

In vielen Städten gibt es aber auch ein dichtes Stadtbussystem mit vielen Linien. Hier kann es sein, dass die Nummern nicht in unserer Schrift angeschrieben sind und die Ziele mit noch geringerer Wahrscheinlichkeit. Vielleicht kann man an der Haltestelle einen Anschlag finden, wohin welcher Bus fährt (sehr unwahrscheinlich) oder man fragt die Wartenden oder einen Polizisten. Am besten bittet man den Schaffner, einem Bescheid zu geben, wann man den aussteigen soll. Es kann nützlich sein, an seinem Hotel einfach mal einige Busnummern zu notieren, die dort vorbei kommen. Dann wirkt es cool, wenn man einfach, ohne zu fragen, in den richtigen Bus einsteigen kann und an der richtigen Stelle wieder aussteigt. In einigen Städten kann man gut die Route des Busses mit GPS oder Stadtplan und Kompass verfolgen und so lange sitzen bleiben, wie einem die Richtung gefällt. Hierzu sollte man einen guten Blick auf die Umgebung haben und vorzugsweie sitzen. Ansonsten steigt man aus und fährt mit dem nächsten Bus weiter oder legt die letzte Strecke per Autorikscha zurück. In der Regel haben Stadtbusse reservierte Plätze für Frauen und für alte oder behinderte Menschen, die es zu meiden gilt, sollte man nicht zu einer dieser Gruppen gehören. Manche Städte (z.B. Mumbai) verfügen über Internet-Informationen über das Omnibussystem. Wenn man also im voraus weiß, dass man vom Flughafen zum Hotel X muss oder vom Hotel X zur Sehenswürdigkeit Y oder vom Hotel X zum Bahnhof Z gelangen will, kann man sich schon die entsprechenden Verbindungen heraussuchen.

 
Nummerierung der National Highways in Indien
Fernstraßen

Die oberste Kategorie der Straßen in Indien sind die National Highways, abgekürzt NH. Sie sind meist stark befahren und öffentliche Verkehrsmittel sind meist verfügbar. Dies ist aber nur eine Faustregel. Meist ist die Qualität der Straßen für indische Verhältnisse sehr gut. Am ehesten entspricht einem National Highway in Indien in Deutschland eine Bundesstraße. National Highways können oft auch mehrspurig ausgebaut sein. Trotzdem ist es in der Regel völlig normal, auch an mehrspurig ausgebauten Straßen mit getrennten Fahrstreifen auf Gegenverkehr zu treffen. Was im deutschsprachigen Raum Geisterfahrermeldungen im Radio nach sich ziehen würde, wird den indischen Verkehrsteilnehmer kaum eine Reaktion abringen. Die nächstniedrigere Kategorie ist der State Highway, abgekürzt SH.

SpracheBearbeiten

In Indien werden mehr als 1.600 Sprachen gesprochen. Neben den überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch gibt es folgende 21 regionale Amtssprachen: Assamesisch, Bengali, Bodo, Dogri, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Maithili, Malayalam, Manipuri, Marathi, Nepali, Oriya, Punjabi, Sanskrit, Santali, Sindhi, Tamil, Telugu und Urdu.

Von den 23 Verfassungssprachen gehören sechzehn der indoarischen, vier der dravidischen (Telugu, Tamil, Kannada und Malayalam), eine der austroasiatischen (Santali) und eine der tibetoburmesischen bzw. sinotibetischen Sprachfamilie (Manipuri) an. Erschwerend wirkt sich der Umstand aus, dass die meisten der Sprachen unterschiedliche Schriftsysteme aufweisen. Während Telugu, Tamil, Kannada, Malayalam, Gujarati, Oriya, Punjabi durch eine jeweils eigene Schrift charakterisiert sind, verwendet man für Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit eine Schrift, für Bengali, Assami und Manipuri eine weitere sowie für Urdu, Kaschmiri und Sindhi eine dritte, wobei sich jedes der drei von verschiedenen Sprachen verwendeten Schriftsysteme durch ergänzende, sprachlich bedingte Sonderzeichen weiter unterscheidet. Indien ist damit das Land mit den weltweit meisten Amtssprachen.

Die Versuche der Zentralregierung, Hindi als überregionale Verkehrssprache zu etablieren, sind nur im Norden erfolgreich. Südlich einer gedachten Linie in Höhe von Goa verwenden die Menschen eher Tamil als Verkehrssprache. Dies führt dazu, dass Inder aus dem Süden mit Nordindern Englisch sprechen und umgekehrt. Bei offiziellen Anlässen gibt es daher keine Probleme mit Englisch. Der Bildungsstandard ist allerdings vielerorts sehr niedrig; gerade auf dem Land oder in weniger touristisch erschlossenen Städten kann die Kommunikation arge Probleme bereiten. In Geschäften, Restaurants, Rikschas und Taxis gibt es kaum Probleme, da die Englischkenntnisse meist zumindest für grundlegenden sachbezogenen Austausch reichen.

Inder haben ein Faible für Abkürzungen. Dies gilt besonders für geographische Bezeichnungen. So heißt die Mahatma Gandhi Road im allgemeinen Sprachgebrauch MG Road und die Sadar Patel Marg SP Marg. Diese Bezeichnungen haben sich oft derart eingebürgert, dass der Besucher, der nach der Hauptpost fragt (General Post Office), nicht verstanden wird, jedoch nach GPO fragend von jedem eine Antwort erhalten kann. Mit Public Works Department kann fast niemand etwas anfangen, mit PWD aber nahezu jeder.

AktivitätenBearbeiten

KaufenBearbeiten

 
Indische Banknoten
Hinweis

Zum 10. Nov. 2016 wurden 500- und 1000-Rupien-Scheine für ungültig erklärt. Mittlerweile gibt es neue 500-Rupien-Scheine sowie einen neuen 2000-Rupien-Schein.

Indien bietet eine Fülle wunderschönster Textilien, Kunstgegenstände, Möbel, Schmuck und Unzähliges mehr. Es wird sowohl auf Basaren als auch in festen Geschäften verkauft. Auf Märkten ist es generell üblich, zu handeln. Für Touristen, die die Preise nicht kennen, ist dies anfangs sicherlich schwierig, zumal Verkäufer Neulinge sofort erkennen und gerne den Preis erhöhen. Wer Zeit und Lust hat, sieht sich am besten bei mehreren Geschäften um und überlegt sich vorher, welchen Preis er maximal zu zahlen bereit ist (der Geübte nennt dann als Anfangsgebot etwa ein Drittel). Für die, die auf Feilschen lieber verzichten, gibt es Geschäfte mit festen Preisen ("Fixed Prices").

Typische Souvenirs werden auch von staatlich betriebenen Geschäften (governmental shops) angeboten, Handeln ist nicht nötig. Die Preise sind dort höher als auf Märkten, die Betrugsgefahr allerdings niedriger.

Viele Stadtrundfahrten enthalten die mehr oder weniger obligatorischen Besuche in Shops, die "very cheap and best quality" Waren anbieten - man kann davon ausgehen, dass man die Provision für den Stadtführer oder das Busunternehmen mit bezahlt.

Wer größere Ausgaben tätigen möchte, z.B. für Kunstgegenstände, hochwertige Textilien o. ä., sollte ein gewisses Wissen über das Gewünschte mitbringen, um die Qualität selbst beurteilen zu können. Auf die Beschwörungen der Verkäufer sollte man sich nicht verlassen.

Wenn es das Gepäcklimit beim Rückflug hergibt, kann man die vielen leckeren Gewürze, die hier her kommen, für einen Bruchteil der heimischen Preises erwerben. Auch guten Tee kann man besonders in den Anbaugebieten gut erwerben.

Dienstleistungen sind in Indien sehr günstig. Dinge, deren Reparatur in der Heimat unwirtschaftlich wären, kann man nach Indien mitnehmen und reparieren oder umarbeiten lassen: z.B. eine Uhr oder ein Handy mit „Spinnenweben-App“ reparieren lassen, einen kaputten Reißverschluss wechseln oder ein Oberhemd mit abgewetzten Ärmeln auf kurzärmelig umschneidern lassen. Wer sich traut, kann sich in Indien die Haare schneiden lassen. Wie auch bei Einkäufen ist es bei Dienstleistungen ebenfalls sinnvoll, die touristischen Gebiete zu meiden, will man nicht ein Vielfaches von dem zahlen, was Einheimischen abverlangt wird.

KücheBearbeiten

 
Thali mit Curries und Chapati
 
Indische Gerichte
 
Pulao auf einem Bananenblatt

Indien hat eine lange und lebendige Tradition in vegetarischer Küche. Es gibt ganze Regionen mit Millionen von Indern, die noch nie in ihrem Leben ein Stück Fleisch gegessen haben. Daher ist es auch für Reisende kein Problem, sich dauerhaft sehr schmackhaft und abwechsungsreich vegetarisch zu ernähren. Bei der Frage, welche Lebensmittel als vegetarisch zu betrachten sind, unterscheiden sich der europäische und der indische Blickwinkel. Europäer fragen sich, ob für ein Lebensmittel ein Tier getötet werden musste, Inder fragen sich, ob aus diesem Lebensmittel noch ein Tier entstehen könnte. Dementsprechend zählen Eier in Europa als vegetarisch ("veg"), in Indien als nicht-vegetarisch ("non-veg"). In manchen (Unter-)Kasten werden auch keine unterirdisch wachsenden Gemüse wie Zwiebeln und Knoblauch akzeptiert.

Es gibt Restaurants in verschiedenen Preisklassen. Indisches Essen ist aber in allen Klassen meist sehr gut. Selbst teure Restaurants sind nach deutschen Maßstäben billig. Mughal cuisine beinhaltet normalerweise auch Fleisch. Fleisch sollte nur in sehr guten, vertrauenswürdigen Restaurants gegessen werden, da die hierfür notwendige höhere Hygiene nicht in allen Etablissements gewährleistet ist. Mughal ist allerdings auf den Norden beschränkt. Im Süden ist man konservativer das Fleisch betreffend: Restaurants, die Fleisch servieren, müssen es hier zumindest in einer eigenen Küche kochen, in der Regel wird es auch in einem eigenen Speisesaal serviert.

Ausländisches (d.h. europäisches oder chinesisches) Essen ist in vielen Restaurants erhältlich, reicht in der Qualität allerdings in der Regel nicht an das heran, was man gewohnt ist. Indische Küche ist sehr vielseitig und es lohnt sich, in dieser Hinsicht offen zu sein. Bei Beachtung der genannten Vorsichtsmaßnahmen bezüglich des Essens kann prinzipiell alles bedenkenlos gegessen werden.

Auf spezielle Anfrage können die meisten Restaurants die Speisen auch weniger scharf („not spicy“) zubereiten. Besser ist es aber, das Gericht im Original zu bestellen und dazu eine Portion Joghurt, da z.B. frische Chillies nicht nur Schärfe, sondern auch ein tolles Aroma ins Essen bringen. Ein Löffel Joghurt nimmt sofort die Schärfe. Es wird auch nicht in allen Regionen scharf gekocht. In anderen Regionen dagegen kann das Essen so scharf sein, dass man die Schärfe zweimal spürt: Einmal beim Essen, und das zweite Mal am Folgetag an anderer Stelle ;-)

Siehe auch: Koch-Wiki: Indische und Pakistanische Küche

NachtlebenBearbeiten

In Indien ist ausgehen gar nicht so einfach. Es gibt ein paar gute Bars, in denen sich die Jugend trifft. Möchte man tanzen gehen, sollte man sich bei den Luxushotels umschauen. Die haben oftmals Diskos mit dabei und die sind sogar richtig gut! Allerdings ziemlich teuer. Aber es lohnt sich. Wenn die Inder feiern und tanzen, ist das eine völlig andere Stimmung als hier bei uns!

UnterkunftBearbeiten

 
Suite in einem Hotel in Delhi

Vom Fünf-Sterne-Luxushotel bis zum einfachen Guesthouse mit kalter Dusche gibt es Hotels für jedes Bedürfnis und für (fast) jeden Geldbeutel. In einfacheren Hotels ist es manchmal erforderlich, ein eigenes Vorhängeschloss mitzubringen. Für die Wintersaison gibt es in billigeren Hotels ohne fließend heißes Wasser meist einen Service für Eimer mit heißem Wasser (englisch: bucket hot water), ggf. gegen Aufpreis. Verglichen mit Europa und auch mit den meisten ost- oder südostasiatischen Ländern ist Indien ein sehr preisgünstiges Reiseland, insbesondere, wenn man auf Luxus keinen Wert legt und das Hotelzimmer mehr oder weniger nur zum Schlafen, Waschen und zur Reisevorbereitung benutzt.

Hier sind ein paar Punkte aufgeführt, auf die man insbesondere bei billigen Unterkünften achten sollte. Sie mögen aber nicht auf jeden Reisenden zutreffen und sind daher nur als Denkanstoß anzusehen.

  • Sind die Fenster mückendicht? Sind Mücken im Raum? Die kleinen Blutsauger sind nicht nur lästig und hindern am Schlaf, sondern sie können in Indien auch ernsthafte Krankheiten übertragen wie Malaria oder Dengue-Fieber. Sind verdächtige Blutspuren in der Nähe des Bettes? Neben Mücken soll es auch hin und wieder Bettwanzen in den Zimmern geben. Die fast überall erhältlichen Moskito-Coils helfen in der Regel gegen Mücken recht gut.
  • Kakerlaken tun zwar niemandem etwas zuleide und gehören mancherorts zur Folklore. Man will sie aber wahrscheinlich weder im mitgeführten Essen wissen noch im Rucksack ins traute Heim importieren.
  • Sollten in der Nähe diebische Affen ihr Unwesen treiben, was an einigen Tempeln der Fall ist, sollte das Zimmer affensicher sein.
  • In vielen Hotels ist das Bad das absolute Low-Light. Ohne Besichtigung des Bades (insbesondere, wenn es ein Gemeinschaftsbad ist) sollte nicht gebucht werden. Insbesondere Menschen, die auf die gewohnte thronartige Toilette nicht verzichten wollen oder können, sollten einen prüfenden Blick nicht vergessen. Da im Bad ohnehin normalerweise Eimer stehen und niedrige Wasserhähne installiert sind, ist eine funktionierende Spülung Nebensache.
  • Die Matratze und das Bett sollte geprüft werden. Einem verwöhnten Europäer mag eine dünne baumwollgefüllte Unterlage auf Brettern möglicherweise nicht behagen. Vielleicht sollte man im Zweifelsfall mal am Laken riechen, ob es frisch ist.
  • Große Menschen sollten das Bett in Bezug auf die Länge prüfen.
  • Im heißen Klima wird man ohne einigermaßen gut funktionierendem Ventilator nicht sehr glücklich sein. Das Prüfen des Ventilators ist daher ein Muss.
  • Macht die Unterkunft einen sicheren Eindruck? Wenn das Hab und Gut gestohlen wird, ist die Urlaubsstimmung schnell im Keller.
  • Wie laut ist es? Dringen Straßengeräusche ins Zimmer? Wer glaubt, in Indien würde es in der Nacht schon leiser als am Tag werden, ist meist auf dem Holzweg.
  • Auf indischen Eisenbahnstrecken hupt der Zug alle paar Hundert Meter und das auch in der Nacht. Lärmempfindliche Naturen sollten also auf Bahngeräusche und Abstand zur Bahn achten.
  • Gibt es einen Hochzeitssaal im Hotel oder gegenüber? Indische Hochzeiten können sehr laut sein und das die ganze Nacht.
  • Ist eine Moschee in der Nähe? Der Ruf zum frühen Morgengebet mag nicht mit dem Weckbedürfnis der meisten Reisenden übereinstimmen.
  • Welchen Eindruck macht das Hotelpersonal, die Rezeption?
  • Man sollte sich nach der Checkout-Zeit erkundigen. Viele Hotels haben ein 24h-System. Dann muss man um 6:59 Uhr raus, wenn man um 7 Uhr angekommen ist.

In Touristen-Hotspots wird man normalerweise direkt nach der Ankunft von Touts, Rikschafahrern oder Rikscha fahrenden Touts umlagert, die einem ein Zimmer aufschwatzen möchten. Die Provision, die diese von den Hotelbesitzern bekommen, wird dann direkt auf den Zimmerpreis aufgeschlagen, daher sollte man die mehr oder minder freundlichen Angebote ausschlagen und keinem Tout etwas über Preise in anderen Hotels oder deren Brandschutzbestimmungen glauben. Da die Touts jedoch unermüdlich Tag und Nacht auf Kunden warten, geben sie einem unter Umständen auch eine wertvolle Möglichkeit ein Zimmer inmitten finsterer Nacht zu finden oder noch ein Hotelzimmer in einer ausgebuchten Stadt zu bekommen. Man sollte aber darauf achten, dass man nicht zu weit in die Außenbezirke verfrachtet wird, wo man dann vielleicht keine alternative Unterkunft in der Nähe findet, wenn einem die Unterkunft nicht zusagt.

Generell ist es dringend zu empfehlen, sich das gewünschte Zimmer zuerst anzusehen, einen Preis auszuhandeln und dann erst zu mieten. In einfacheren Hotels und in der Nebensaison kann es sich durchaus lohnen zu handeln.

Lernen und StudierenBearbeiten

ArbeitenBearbeiten

FeiertageBearbeiten

 
Menschen feiern farbenfroh Holi in Delhi

Als Nationalfeiertage werden der Republic Day (Tag der Republik) am 26. Januar, dem Tag des Inkrafttretens der Verfassung im Jahre 1950 und der Independence Day (Tag der Unabhängigkeit) am 15. August, der an das Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 erinnert, begangen. Letzterer wird jedoch nicht so aufwändig zelebriert, wie der Tag der Republik, an dem in Delhi eine große Parade stattfindet, die vom Staatspräsidenten abgenommen wird. Auch der Geburtstag des Führers der Unabhängigkeitsbewegung Mohandas Karamchand („Mahatma“) Gandhi am 2. Oktober sowie mehrere religiöse Feste sind landesweite gesetzliche Feiertage. Religiöse Festtage nehmen in Indien einen außerordentlich hohen Stellenwert ein. Zu den wichtigsten hinduistischen Feierlichkeiten gehören das Lichterfest Diwali, Dussehra (der Tag des Sieges von Rama über den Dämonen Ravana), die Frühlingsfeste Holi und Vasant Panchami, Ganesh-Chaturthi zu Ehren Ganeshas, Raksha Bandhan (Fest der „Schützenden Verbindung“ zwischen Geschwistern), Maha Shivarati sowie viele weitere Pujas zu Ehren einzelner Gottheiten. Muslime feiern etwa das Opferfest (Id al-Adha) zum Höhepunkt der Pilgerfahrt (Haddsch) nach Mekka und Id al-Fitr zum Ende des Fastenmonats Ramadan. Der wichtigste Feiertag der Sikhs, Buddhisten und Jainas ist der Geburtstag ihres jeweiligen Glaubensstifters (Guru Nanak bzw. Buddha bzw. Mahavira). Christen feiern vor allem Ostern und Weihnachten.

Daneben existiert eine unüberschaubare Vielzahl regionaler Feste. In der Erntezeit feiert man in ländlichen Gegenden Erntedankfeste wie das tamilische Pongal oder Lohri im Punjab, während die Menschen in anderen Landesteilen am selben Tag Makar Sankranti feiern .

SicherheitBearbeiten

Mit Sicherheitskontrollen ist an vielen Stellen zu rechnen: An Flughäfen, an Metrostationen, vor Sehenswürdigkeiten, vor Tempelkomplexen, vor Einkaufsmalls etc. sind Sicherheitskontrollen obligatorisch. In getrennten Warteschlangen für Männer und Frauen legt man seine Taschen, Rucksäcke und sonstiges Gepäck auf das Band zur Durchleuchtung, geht (ggf. nach Aufforderung) durch den Metalldetektor und läßt sich abtasten.

GesundheitBearbeiten

 
Moskitoabwehrstecker (Voraussetzung: funktionierende Stromversorgung) und ein abbrennender Mosquito Coil.

Bei der direkten Einreise aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es keine Pflichtimpfungen. Prüfen sollte man, ob die Standardimpfungen (wie Tetanus, Diphterie, Pertussis) auf dem aktuellen Stand sind (vgl. Impfkalender des Robert-Koch-Instituts). Als Reiseimpfungen werden Impfungen gegen Hepatitis A und Typhus empfohlen. Bei längerem Aufenthalt oder entsprechenden Umständen sollte man sich auch gegen Tollwut, Hepatitis B, Meningokokken und Japanische Enzephalitis impfen lassen.

Zur Vermeidung von Malaria, insbesondere in den Monaten während und nach der Regenzeit, sollten Reisende sich konsequent vor Insektenstichen schützen, indem sie lange Hosen und Hemden tragen, ggf. unter einem imprägnierten Moskitonetz schlafen und wiederholt Insektenschutzmittel auf alle freien Körperstellen auftragen. Je nach Reiseziel und Reiseart ist eine Tabletteneinnahme sinnvoll.

Die Notwendigkeit und Auswahl der Medikamente sowie der Reiseimpfungen sollte man mit einem Tropenmediziner oder Reisemediziner rechtzeitig vorab besprechen. Deutsche Krankenkassen müssen die Kosten für Reiseimpfungen nicht übernehmen, tun dies aber oft freiwillig. Einige Krankenkassen (z.B. Barmer) rechnen sogar direkt mit den Ärzten und Apotheken ab, so dass der Reisende nicht in Vorleistung treten muss.

Leitungswasser, ungeschältes Obst, frisch gepresste Fruchtsäfte und rohes Gemüse (Salat) sowie Speiseeis und Eiswürfel sollten vermieden werden. Gefiltertes Wasser ("RO water"), das in Hotelzimmern in Krügen oder Flaschen bereitgestellt wird, kann getrunken werden. Die Filter werden allerdings nicht immer ordnungsgemäß gewartet und können daher auch defekt sein. Wer also kein Risiko eingehen will, sollte immer versiegeltes Wasser (bottled water) bestellen und auf die Originalversiegelung achten. (Die aber gerne gefälscht wird. In aufgesammelte alte Flaschen kommt dann einfach Leitungswasser.) Es gibt in jedem deutschen Campingladen Wasserreinigungstropfen. Fanatisches Mineralwassertrinken ist dann nicht unbedingt nötig. Eine unzerbrechliche PET-Flasche (aus Deutschland mitbringen) ist hilfreich. Sinnvoll kann es auch sein, vor Ort kostengünstig einen Mini-Tauchsieder zu erwerben, um in einem billigen Blechnapf Wasser abzukochen.

Ein Moskitonetz schützt vor Mückenstichen während des Schlafs, sollte aber sicherheitshalber von zu Hause mitgebracht werden und ist in Indien nicht einfach erhältlich, bzw. in Hotelzimmern oft mit großen Löchern. Man sollte bei europäischen Netzen allerdings darauf achten, dass die Maschen nicht so fein sind, dass sie die Ventilatorluft abhalten. Eine Alternative ist ein Moskitoabwehrstecker – der allerdings Kratzen im Hals verursachen kann – für die Steckdose (z.B. AllOut), in Apotheken und General Stores erhältlich. Eine preisgünstige Alternative sind die überall erhältlichen Mosquito Coils, spiralförmige Räucherstäbchen, die bei Windstille eine ganze Nacht brennen.

Medikamente gegen Durchfall (z.B. Imodium) und Erbrechen (z.B. Vomex) sowie spezielle Arznei sollten sicherheitshalber mitgeführt werden. Asthmatiker sollten sich auf starke Luftverschmutzung in Großstädten einstellen. Indische Apotheker verkaufen, abgesehen von Betäubungsmitteln, alle Medikamente ohne Rezept, dies zu einem deutlich günstigeren Preis als in Europa. Man kann jedoch nie sicher sein, ob man tatsächlich den Wirkstoff erhält oder eine gefälschte Zuckerkapsel.

Delhi Belly, die in Indien übliche Bezeichnung von „Montezumas Rache,“ erwischt irgendwann jeden Reisenden, seltsamerweise aber oft erst nach 4–6 Wochen im Lande. Eine Woche schmerzhafte Durchfälle, die auch durch Medikamente wenig gelindert werden. Immodium hilft wenig, es hält die Bakterien eher länger drin; ggf. homöopathisch (in Indien sehr verbreitet) mit Sulfur und Kohletabletten. Mehrtägige Bettruhe, schwarzer Tee (ohne Milch – in Indien schwer zu bekommen) und täglich eine Banane, dienen zur Gesundung. Ist Aktivkohle nicht schnell zu erhalten, kann man im Notfall pulverisierte Holzkohle nehmen.

Indische niedergelassene Ärzte sprechen in der Regel gut Englisch. Ob sie einem hereinschneienden europäischen Reisenden tatsächlich nur den angemessenen Preis für die Konsultation in berechnen ist nicht immer sicher. Europäische Reisekrankenversicherungen verlangen zur Erstattung Rechnungen auf englisch, mit der exakten Krankheitsbeschreibung auf Latein oder nach ICD.

In den letzten Jahren haben sich, der europäischen Mode entsprechend, besonders in Touristenzentren wie Goa, Dharamsala oder Puducherry, Aryuveda-„Spezialisten“ angesiedelt. Einige betreiben ihr „Geschäft“ mit ein paar Kräutern auf einer ausgebreiteten Decke am Straßenrand, andere führen „Wellness“-Praxen. Ob „Generaluntersuchungen“ mit ein paar Tropfen Öl auf die Stirn, für € 50 oder 200 wirklich angemessen sind, sollte man sich in einem Land, in dem die Hälfte der Bevölkerung von weniger als € 1,50 täglich leben muss, gut überlegen.

Klima und ReisezeitBearbeiten

Im wesentlichen teilt sich das Jahr in Sommer, Winter, und Regenzeit, die regional unterschiedlich ausfallen. In den Sommermonaten April bis Juni ist die Hitze eigentlich nur in den Bergen zu ertragen. Die genaue Ausprägung reicht von der trockenen Brennofenhitze der Wüste Thar im Westen bis hin zur Dampfsauna Bengalens im Osten. Dem Reisenden, den das nicht schreckt, sei leichte (Baumwoll-)Kleidung und eine Kopfbedeckung empfohlen. Sonnencreme ist nur nötig, falls längere Fahrten mit dem Motorrad o.ä. anstehen, in der Regel ist es aber ohnehin zu heiß, um sich in der Sonne aufzuhalten.

Von Juli bis August ist Regenzeit (Monsun). Genaugenommen ist dies eine Regenfront, die über dem indischen Ozean entsteht und einmal pro Jahr den Subkontinent überzieht. Daher ist der genaue Beginn regional unterschiedlich. Schirm und/oder Regenkleidung sind hier empfehlenswert, schützen jedoch unzureichend gegen den ständigen heftigen Regen und die alles durchdringende Nässe.

In den Wintermonaten Dezember bis Februar kann es im Norden nachts empfindlich kühl werden, da die meisten Häuser und Wohnungen nur unzureichend gegen Kälte geschützt sind und nicht über eine Heizung verfügen. In dieser Zeit ist Übergangskleidung angebracht. Schals und Mützen schützen vor dem Fahrtwind auf Rikschafahrten, ein warmer Schlafsack vor der nächtlichen Kälte. Für ₹ 200-300 kann ein Heizstrahler mit dickem Glühdraht (rod heater) erworben werden. Generell ist jedoch der Winter für die meisten Gebiete klimatisch die angenehmste Reisezeit.

Regeln und RespektBearbeiten

  Beschwerdebuch
Jede Filiale staatlicher oder halbstaatlicher Organisationen, auch Bahnhöfe, Banken usw. hält für Kunden ein Beschwerdebuch (englisch: complaint book) bereit. Im Gegensatz zu deutschen Behörden haben Einträge hier für den Betroffenen dienstrechtliche Folgen. In der Regel wird - bei wirklich schlechtem Service - schon das Verlangen des “Complaint Books” zu ungewöhnlichster Geschäftigkeit bei bisher vollkommen lethargischen Beamten führen – oft wird sofort Abhilfe geschaffen, so dass auf einen Eintrag verzichtet werden kann. Man sollte aber ein gewisses Fingerspitzengefühl zeigen.

Die rechte Hand wird zum Essen benutzt, die linke für die Toilette. (In vielen, auch einfachen Restaurants stehen Löffel und Gabeln bereit, wobei es ein Nord-Süd-Gefälle gibt: Denn im Süden ist es teilweise auch in Restaurants der mittleren Kategorie Usus, dass die Speisen auf Bananenblättern serviert werden und man mit der rechten Hand isst.) Aufgrund dessen sollte man generell darauf achten, die rechte Hand zu benutzen, um Dinge zu übergeben oder entgegenzunehmen. Gegessen wird traditionell mit der Hand, Besteck ist aber erhältlich. In Tempeln und Moscheen darf weder geraucht noch dürfen Schuhe getragen werden. Dies gilt aber meistens auch für Kirchen! In Tempeln gilt es außerdem als Beleidigung, sich mit dem Rücken zur Gottheit zu stellen oder zu setzen.

Die Füße gelten als unreiner Körperteil, daher gilt es als Beleidigung, jemanden mit den Füßen zu berühren oder mit den Fußsohlen auf jemanden zu zeigen. In der Regel werden auch beim Besuch von Privatwohnungen die Schuhe ausgezogen. Man tut es einfach dem Gastgeber gleich. Dort, wo man ohne Stuhl sitzt, sollte man auf die Sache mit den Fußsohlen genau achtgeben. In der Öffentlichkeit Zärtlichkeiten auszutauschen, ist absolut tabu. Die westliche Kultur ist in Indien bekannt, dennoch sollte man sich dezent kleiden. Auf kurze Hosen, schulterfreie oder tief ausgeschnittene Oberteile sowie kurze Röcke sollte verzichtet werden. Für Räume mit Klimaanlage sollte man einen dünnen Pullover mitnehmen.

Inder sind sehr gesellig und bis zur Aufdringlichkeit kontaktfreudig. Normalerweise reicht es aus, sich fünf Minuten an einem belebten Ort (d.h. einem beliebigen Ort in Indien) aufzuhalten, um mit jemandem ins Gespräch zu kommen. Das kann unter Umständen stören, da kein Signal dafür, dass eine Unterhaltung unerwünscht ist, zur Kenntnis genommen wird. Es hilft, sich in solchen Situationen vor Augen zu halten, dass die Menschen an unkomplizierteren gesellschaftlichen Umgang gewohnt sind und daher solche Signale normalerweise nicht einordnen oder verstehen. Die Unterhaltungen beschränken sich oft auf “Hello Mister! Where you come from?,” ob man verheiratet ist oder warum nicht und wie viele Kinder man hat. Alleinreisende Frauen werden von indischen Männern gerne als „Freiwild“ angebaggert. Oft dient ein Ansprechen auch zum „Abschleppen“ eines Touristen in „das Geschäft des Onkels“ – derartige, oft plumpe Versuche sind schnell offensichtlich. Aber auch hier ist es gerade an Touristen-Hopspots schwierig, diejenigen Menschen zu unterscheiden, die jemandem etwas verkaufen wollen oder sonstige Dienstleistung feilbieten, von denjenigen, die sich über den fremdartigen Besucher ihrer Heimat freuen und mit ihm ein Gespräch beginnen wollen. Hier werden selbst erfahrene Reisende hin und wieder in ihrer Einschätzung danebenliegen.

Irgendwann kommt der Punkt, wo Individualreisenden die Hitze, der Lärm, Dreck, Hitze und Gestank sowie die aufdringlichen Bettler zu viel werden (mit „aufdringlich“ gemeint ist z.B. der zwanzigste Schuhputzer des Tages, der anbietet, Gummischlappen auf Hochglanz zu polieren). In dem Fall hilft eine 1-2-tägige „Flucht“ – ins Luxushotel für 30-50 €, air-con an, Vorhänge zu und ordentlich ausschlafen. Eine Alternative ist, einen Ort aufzusuchen, der touristisch nicht so stark frequentiert wird.

Sexualmoral

Öffentliche Intimitäten und zu freizügige Kleidung sowie kurze Hosen gelten als anstößig. Die indische Gesellschaft, besonders unter Korangläubigen und in den höheren Hindukasten, ist hinsichtlich Sexualität höchst repressiv. Zu Moralvorstellungen, die aus der Hochzeit viktorianischer Ideen stammen, kommt das oft noch beachtete Verbot sexueller Beziehungen zwischen den Kasten hinzu. Auf Jungfräulichkeit der Braut wird großer Wert gelegt. Aufklärung findet nicht statt. Wie auch andernorts führt dies zu einer Doppelmoral. Jeder größere Ort hat seinen red light district, in dem Prostituierte unter miserablen Lebensbedingungen hausen. Bekannt sind die Vivakananda St. von Siliguri, ein „Umschlagplatz“ für oft zwangsweise rekrutierte Prostituierte aus Nepal, die G. B. Road von Delhi, die Falkland Rd. im Viertel Kamathipura von Mumbai oder Soangachi in Kolkata. Letzteres dargestellt im oscarprämierten Dokumentarfilm Born into Brothels. Alle diese Bezirke sollten schon wegen des hohen Risikos einer HIV-Infektion und besonders nachts als gefährlich gemieden werden. Unter „Herrenpartien“ aus Mumbai, die wegen der lockeren Alkoholgesetze und der Spielbanken für ein “dirty weekend” nach Goa fahren, ist es nicht unüblich, auch nach barbrüstigen Europäerinnen Ausschau zu halten, was ziemlich aufdringlich vor sich gehen kann.

Homosexuelle Akte unter Männern sind nach § 377 des indischen StGB mit bis zu zehn Jahren Haft strafbar. Zwar hat der High Court von Delhi 2012 und erneut 2017 die Bestimmung für verfassungswidrig erklärt, eine Aufhebung diskriminierender Gesetze ist damit aber nicht verbunden. Strafverfolgung findet weiter in hunderten Fällen jährlich statt.[1] Diskretion ist in jedem Fall angeraten. Händchenhaltende junge Männer im Straßenbild sind häufig, dies ist kein Zeichen von Homosexualität, sondern normale Freundschaft.

Praktische HinweiseBearbeiten

TelefonBearbeiten

Die Landesvorwahl für Indien ist +91. Überall in Indien, selbst in den kleinsten Dörfern, gibt es private Telefonzellen für lokale (STD), nationale (PCO) oder internationale (ISD) Gespräche. Diese Abkürzungen sind auf großen Schildern an der Straße entsprechend angebracht. Manchmal steht auch nur ein Schreibtisch mit zwei oder drei Wählscheibentelefonen am Straßenrand. Für internationale Gespräche wird 00 vorgewählt. Der Tarif für ein Gespräch nach Europa betrug im Frühjahr 2004 nach 20 Uhr ₹ 10/min. Kostenfreie Nummern beginnen mit 1800…

Indische Mobilfunknummern sind zehnstellig und beginnen mit einer 9… Bei einem längeren Aufenthalt lohnt sich der Kauf einer Prepaid-Karte fürs Handy. Für ca. ₹ 1000/~13 Euro (Stand 11.2018) bei der Einrichtung bekommt man z.B. am Flughafen eine Karte mit 100 GB (1,2 GB/Tag), die 86 Tage gültig ist. Beim Kauf wird eine Passkopie angefertigt. Die Freischaltung dauert dann noch einmal bis zu 8 h, wobei es im Bazar durchaus Händler gibt, bei denen das Prozedere einfacher gestaltet ist (Verzeichnis der Mobifunkbetreiber). Beim Wechsel in einen anderen Bundesstaat muss Datenroaming erlaubt werden, um weiterhin Internetzugang nutzen zu können. Bei Dual-SIM-Android-Smartphones sollte die SIM-Karte zudem im ersten Slot eingelegt werden.

PostBearbeiten

Briefe abschicken: Aerogramme und Postkarten kosten ₹ 12, Luftpostbriefe bis 20 g ₹ 25, für jeweils weitere 20 g werden zusätzlich ₹ 8 fällig. Beim Aufgeben der Briefe darauf achten, dass die Briefmarken abgestempelt werden, sonst erfolgt möglicherweise ein Diebstahl der Briefmarken, denn das Porto eines schweren Luftpostbriefs kann leicht einen Tageslohn des Schalterbeamten wert sein. Einschreibbriefe (+ ₹ 50) werden nur mit Barfrankier-Aufklebern versandt, das verringert dieses Risiko. Die Laufzeit per Luftpost nach Europa liegt bei etwa zwei Wochen, auf dem Land-/Seeweg (sea mail) sind Päckchen 4–5 Monate unterwegs. Auf der Webseite der Post gibt es unter Tools verschiedene Portorechner.

Briefe empfangen: Briefe nach Indien sollten wie folgt adressiert sein:
To Mr. TEST Theo, Poste Restante, GPO, city name, state name, INDIA.
Poste Restante (postlagernde) Briefe werden ca. einen Monat aufbewahrt, danach zurück an den Absender geschickt (nicht immer).

Pakete: müssen in Indien in Stoff eingenäht und versiegelt sein! Vor größeren Postämtern sitzen im/vorm Eingang spezialisierte Schneider, die dies in wenigen Minuten erledigen. Je nach Größe kostet die Dienstleistung ₹ 30-100 (Handeln selten nötig). Bei Versand nach Europa sind die zollrechtlichen Bestimmungen, auch hinsichtlich Artenschutz bzw. lebender Pflanzen (z.B. Schmutz an Blumenzwiebeln), zu beachten. Besonders Textilien (z.B. ein billig in Indien geschneiderter Maßanzug) werden in der EU hoch besteuert. Luftpostpakete nach Deutschland kosten etwa ein Viertel mehr als solche nach Österreich und in die Schweiz.

InternetBearbeiten

Die Dichte an Internetcafés ist hoch, normalerweise gibt es auch in kleineren Örtchen irgendwo ein Geschäft. Der Preis für die Nutzung beträgt in der Regel ca. ₹ 50/h. In vielen dieser Cafés können auch CDs gebrannt werden. Die indische Regierung schreibt vor, dass Nutzer namentlich erfasst werden, oft wird der Pass kopiert/gescannt. Einige wenige Internetcafés photographieren ihre Nutzer oder verlangen einen Scan des Fingerabdrucks. Ob man sich letztere zwei Schikanen antun möchte, ist jedem selbst überlassen. Es gibt in Indien per Gesetz keinerlei Schutz der Privatsphäre vor staatlichen Stellen. Bei Benutzung eigener Geräte in WLAN-Netzen scheint der Einsatz des Tor-Browsers oder einer ähnlichen Technologie angebracht.

Die Temporary Suspension of Telecom Services Rules erlauben es der Regierung, willkürlich Internet und Mobilfunk regional vorübergehend abzuschalten, was vor allem bei Demonstrationen gerne gemacht wird. Alleine in den ersten fünf Monaten 2018 gab es 57 solche Abschaltungen.

ZahlenwerteBearbeiten

Die Inder rechnen nicht mit Millionen und Milliarden, sondern mit Lakh und Crore (cr.). Ein Lakh entspricht Hunderttausend, ein Crore zehn Millionen. Dementsprechend unterscheidet sich auch die Gruppierung von Ziffern von der gewohnten Schreibweise. Diese Einheiten begegnen Reisenden nicht nur bei größeren Geldbeträgen, sondern auch z.B. bei Einwohnerzahlen etc.

1 Lakh ⁼ 1,00,000 (entspricht 100.000 in dt. Schreibweise)
10 Lakh ⁼ 10,00,000 (entspricht 1.000.000)
1 Crore = 100 Lakh = 1,00,00,000 (entspricht 10.000.000)

StromnetzBearbeiten

 
Strommast à la Indien (2009)
 
2-Pol-Stecker europäischen Musters
 
BS 546, M-type

Die Stromversorgung in Indien ist mit 220-240 Volt und 50 Hz in etwa identisch mit der deutschen, aber nicht immer zuverlässig. Die indischen Stecker entsprechen für bis zu 6 A dem europäischen 2-Pol-Stecker. für Absicherungen bis 15 A kommen drei dicke Stifte (BS 546 M-type), von denen einer die Erdung ist, zum Einsatz. Hotels und gemietete Zimmer haben oft universale Steckdosen, in die auch europäische oder amerikanische Stecker passen. Schutzkontaktstecker haben dann allerdings keinen Erdungskontakt. Manche Steckdosen müssen erst mittels eines daneben befindlichen Schalters eingeschaltet werden.

Es gibt relativ häufig Stromausfälle, daher empfiehlt es sich vor Ort Kerzen zu kaufen und eine Taschenlampe im Gepäck zu haben. Laptops oder andere empfindliche elektronische Geräte sollten nicht direkt am Netz betrieben werden, da bei Stromausfällen Spannungsspitzen auftreten können, die elektronische Geräte beschädigen könnten. Ein spezielles Gerät zum Schutz vor Spannungsspitzen (englisch: spike buster/surge protector) kann vor Ort in Elektronikläden für ₹ 300 erstanden werden.[2] Dieses Gerät hat auch Universalsteckdosen, so dass der Kauf von Adaptern überflüssig wird. Eine USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung), die im Fall eines Stromausfalls für einige Zeit weiter Energie liefert, kann ebenfalls gekauft werden. Elektroinstallationen entsprechen vielfach nicht europäischen Vorstellungen von Sicherheit. Besonders in ärmeren Vierteln ist das Anzapfen von Stromleitungen häufig, eine ordentliche Isolierung oder Erdung ist nicht gewährleistet.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 600 homosexuals arrested in 2014. In: Deccan Herald, Samstag, 10. Januar 2015.
  2. Auf Sicherheitskennzeichnungen wie VDE- oder CE-Marken kann man sich in Indien nicht verlassen, vielfach werden Elektrowaren aus China importiert und sind nur imitiert.

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.