Oberpfalz

Bezirk und einer von sieben Regierungsbezirken in Bayern, Deutschland
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Oberpfalz
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Die Oberpfalz ist ein Regierungsbezirk im Osten von Bayern. Die Hauptstadt und Sitz der Regierung der Oberpfalz ist Regensburg.

RegionenBearbeiten

Der Regierungsbezirk Oberpfalz besteht aus den drei kreisfreien Städten Amberg, Regensburg, Weiden, und aus den folgenden sieben Landkreisen: Amberg-Sulzbach, Cham, Neumarkt in der Oberpfalz, Neustadt an der Waldnaab, Regensburg, Schwandorf und Tirschenreuth.

Der Bezirk Oberpfalz ist verwaltungstechnisch die dritte kommunale Ebene in Bayern als Vertretung der Kommunen und Kreise, der Bezirk ist mit der Fläche des Regierungsbezirks identisch.

Sitz der Verwaltung des Regierungsbezirks und des Bezirks ist Regensburg.

Die touristisch orientierte Regionseinteilung sieht wie folgt aus:

  • Der Oberpfälzer Anteil des Bayerischen Waldes. Die südlichen Teile dieses Gebirges gehören zu Niederbayern.
  • Das Naabtal zwischen Regensburg und Windischeschenbach, u.a. mit dem Oberpfälzer Seenland bei Schwandorf.
  • Das Oberpfälzer Hügelland, das den Westen des Naturparks Nördlicher Oberpfälzer Wald und des Landkreises Neustadt an der Waldnaab einschließt.
  • Der Oberpfälzer Jura, welcher den Oberpfälzer Teil der Fränkischen Alb darstellt und von Vilseck am Truppenübungsplatz Grafenwöhr bis zur Donau westlich von Regensburg führt.
  • Der Oberpfälzer Wald vom Naabtal entlang der tschechischen Grenze
  • Der Steinwald (mit dem Oberpfälzer Teil des ansonsten nur oberfränkischen Fichtelgebirges bei Ebnath) nördlich des Oberpfälzer Juras und südlich des Fichtelgebirges. Der Steinwald umfasst den Westteil des Landkreises Tirschenreuth.
  • Das Stiftland, das sich ebenfalls südlich an das Fichtelgebirge anschließt und den Ostteil des Landkreises Tirschenreuth umfasst.

OrteBearbeiten

 
Karte von Oberpfalz

Die wichtigsten Orte in der Oberpfalz sind:

Weitere ZieleBearbeiten

Die Oberpfalz ist vor allem für Wanderer und Radfahrer sowie Mountainbiker interessant. Der Hirschwald bei Amberg ist eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. In den Tälern von Vils, Naab, Lauterach, Regen, Altmühl und Waldnaab lässt sich auch hervorragend Fahrrad fahren, z. B. auf dem Fünf-Flüsse-Radweg.

Eine Besonderheit ist auch der Monte Kaolino bei Hirschau. Ein etwa 120 Meter hoher Sandberg, der aus dem nicht verwendbaren Sand des Kaolinabbaus entstand und der Austragungsort der jährlichen Sandboard-WM ist.

Viele schmucke Kleinstädte und Dörfer, zum Teil mit Burg oder Ruine laden ebenfalls zum Verweilen ein. Ein schönes Beispiel ist das Künstlerstädtchen Kallmünz an der Mündung der Vils in die Naab.

Die Naturparks der Oberpfalz sind:

  • Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald
  • Naturpark Oberer Bayerischer Wald
  • Naturpark Oberpfälzer Wald
  • Naturpark Steinwald

HintergrundBearbeiten

Die Landschaft der Oberpfalz ist sehr abwechslungsreich. Von Westen nach Osten folgt aufeinander zunächst der Oberpfälzer Jura, ein Ausläufer der Fränkischen Alb, mit zahlreichen Trockentälern und Hochebenen. Dann das Vils- und Naabtal mit den Städten Amberg, Schwandorf und Weiden und vielen Burgen und schließlich der Bayerische Wald mit seinen Ausläufern Oberpfälzer Wald, Steinwald und das Waldnaabtal.

Der Name Oberpfalz kommt von der Bezeichnung „obere Pfalz“, wie die Region früher hieß. Tatsächlich gehörte das Gebiet bis zum Dreißigjährigen Krieg zur Pfalz mit seiner Hauptstadt Heidelberg. Die Gegend um Amberg war das sog. Ruhrgebiet des Mittelalters mit reichlich Eisenerzvorkommen, Bergbau und Verhüttung, wovon heute noch zahlreiche Hammermühlen im Vils- und Naabtal zeugen. Durch die günstige Flussschifffahrt bis Regensburg konnte Amberg im Tauschhandel Eisen gegen Salz zu großem Reichtum kommen, der heute noch in den Straßen Ambergs bemerkbar ist. Heute liegen zwei große Truppenübungsplätze der USA in der Oberpfalz: Hohenfels und Grafenwöhr. Die Oberpfalz ist bislang wenig touristisch und noch eine sehr ursprüngliche und authentische Gegend Bayerns.

BrauchtumBearbeiten

Die Oberpfalz ist ein Teil des Kulturraums Altbayern auf der Fläche des ehemaligen Kurfürstentums Bayern mit gemeinsamen Traditionen und Brauchtum. Eine Gesamtübersicht zum altbayerischen Brauchtum befindet sich im Artikel zu Altbayern.

SpracheBearbeiten

Der oberpfälzer Dialekt ist ein nordbaierischer Dialekt, dessen Ausprägung sich von Ort zu Ort unterscheiden kann, sodass der Dialekt des Nachbardorfs hinter dem nächsten Hügel bereits etwas abweichen kann. Wer meint, des Baierischen mächtig zu sein, weil er die Münchener und Altbaiern versteht, wird in der Oberpfalz bald merken, dass sich das Oberpfälzische nicht unerheblich vom altbaierischen Dialekt unterscheidet. Das Oberpfälzische enthält viele vom altbaierischen Dialekt abweichende Diphthonge. Deshalb erzählen böse Zungen den Witz, dass man, will man einen Oberpfälzer zum Bellen bringen, ihm nur sagen muss, dass es Freibier gibt. Er wird fragen: „wou, wou?“. Ein Leichenfund wird mit den Worten "Dou, dou lichd a Douder dou!" kommentiert.

AnreiseBearbeiten

Auf der StraßeBearbeiten

Mit dem Auto am besten über die Autobahnen A 6, A 3 oder A 93. Wer von Süden kommt, sollte in Regensburg von der A 93 an der Anschlussstelle Pfaffenstein abfahren und dann durch das Naabtal über Mariaort und Kallmünz fahren. Die Fahrt lohnt sich wirklich. Die drei Autobahnen, die die Region durchqueren, sind

Mit der BahnBearbeiten

Alle großen Städte der Oberpfalz sind per Bahn erreichbar. Bis Regensburg oder Nürnberg mit Fernverkehr, ab dann Nahverkehr. Von Nürnberg bis Amberg günstig mit dem VGN-Ticket, von Regensburg bis nach Schwandorf gelten die RVV-Ticketpreise. Durch die Oberpfalz führen die Bahnstrecken:

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der nächste internationale Flughafen ist in Nürnberg (IATA Code: NUE).

Mit dem FahrradBearbeiten

Mit dem Rad kann man von Regensburg aus, das am Donau-Radweg liegt, sehr gut die Flüsse aufwärts in die Oberpfalz hinein fahren. Es gibt zahlreiche überregionale Fernradwege und ein gut beschildertes Radwegenetz (Bayernnetz für Radler).

Sehenswürdigkeiten und WeltkulturerbeBearbeiten

UNESCO WeltkulturerbeBearbeiten

  • Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof

UNESCO Immaterielles KulturerbeBearbeiten

  • Wunsiedler Brunnenfest
  • Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald
  • Further Drachenstich
  • Oberpfälzer Zoiglkultur

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • Walhalla, bei Donaustauf östlich von Regensburg an der Donau.
  • Basilika und Kloster Waldsassen. Mit berühmter Stiftsbibliothek.
  • Altstadt von Amberg. Basilika St. Martin, Stadtmauer, St. Georg, Maria-Hilf-Bergkirche.
  • Altstadt und Stadtbefestigung von Nabburg. Zahlreiche Türme, Kirchen und Stadttore hoch über dem Naabtal.
  • Altstadt und Schloss Neunburg vor Wald. Wittelsbacherresidenz und historische Altstadt. Geburtsort von Beethovens Elise.
  • Schwandorfer Felsenkellerlabyrinth. Bayerns größtes Felsenkellersystem dieser Art.
  • Künstlerort Kallmünz. Im Schatten einer Ruine fast in den Fels gebaut.
  • Klosterburg Kastl. Mit mittelalterlichem Wappenfries.
  • Fischhofpark in Tirschenreuth
  • Bayerischer Wald und Oberpfälzer Wald. Sanfte Berge mit wildromantischer Natur.
  • Waldnaabtal. Wasser, Steine, Wälder.
  • Schwarzachtal. Unberührtes wildromantisches Flusstal (Natura 2000 Gebiet).

GalerieBearbeiten

Land der Burgen und SchlösserBearbeiten

In der Oberpfalz befinden sich mit 600 Burgen und Schlössern die meisten Bayerns. Dazu gehören u. a:

  • Burg Falkenstein. Die Burg, die sich über dem gleichnamigen Ort erhebt. Jedes Jahr finden im dortigen Innenhof Burghofspiele statt, außerdem gibt es ein Museum „Jagd und Wild“.
  • Burgruine Flossenbürg. Die wildromantische Burgruine. Tragischerweise ist der Ort, über dem sich diese Burg erhebt, wegen etwas anderem bekannt geworden: dem KZ Flossenbürg, in dem etwa 30.000 Menschen umkamen.
  • Schloss Wörth an der Donau. Das Schloss Wörth an der Donau ist eines der großen Schlösser in der Oberpfalz. Die mächtige Anlage ist vollständig erhalten, im Renaissancestil errichtet und hat Festungscharakter.

MuseenBearbeiten

  • Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern, in Theuern.
  • 2 Internationales Keramik-Museum, Luitpoldstraße 25, 92637 Weiden in der Oberpfalz. Tel.: +49 961 32030. Geöffnet: Mo geschlossen, Di – So 11.00 – 17.00 Uhr.
  • Oberpfälzer Fischereimuseum, in Tirschenreuth.
  • 3 Oberpfälzer Freilandmuseum Neusath-Perschen, Neusath 200, 92507 Nabburg. Tel.: +49 (0)9433 2442-0. Das Museum besteht aus zwei Teilmuseen, dem Freilandmuseum in Neusath und dem Bauernmuseum "Edelmannshof" in Perschen, beide sind ca. 3 km voneinander entfernt. Geöffnet: Das Bauernmuseum ist ganzjährig geöffnet, Dienstag und Donnerstag 13.00-18.00, Mittwoch, Freitag und Samstag 13.00-23.00, Sonntag 10.00-23.00, Das Freilandmuseum macht eine Winterpause und ist ab März geöffnet. Preis: Erwachsene 4,50, Schüler 3,00 Euro.

AktivitätenBearbeiten

Natürlich Wandern und Radsport, das Oberpfälzer Seeland im Landkreis Schwandorf mit zahlreichen Baggerseen lädt aber auch zum Baden und Segeln sowie Wasserskifahren ein.

Kanufahren auf den Flüssen Regen, Naab, Schwarzach, Vils und Altmühl erfreut sich auch immer größerer Beliebtheit. Die Flüsse sind eher ruhig und nicht tief und führen oft durch traumhafte Landschaften.

KücheBearbeiten

Siehe auch: Essen und Trinken in Altbayern

Vieles, was die bayerische Küche zu bieten hat, gibt es auch in der Oberpfalz. Schweinebraten und Knödel, Weißwurst, Leberkäse, sowie Bratwurst und Sauerkraut. Die Böden der Oberpfalz eignen sich hervorragend zum Kartoffelanbau, besondere Spezialitäten sind deshalb Kartoffelknödel (Spotzn) und Kartoffelpuffer (Reiberdatschi oder Dotsch) sowie Schupfnudeln aus Kartoffelteig (Bauchstechala und Schopperla). Daneben findet man auch viele Wildgehege und Restaurants mit hervorragenden Wildgerichten.

Eine süße Spezialität ist Schmalzgebäck aus Hefeteig das mit Puderzucker bestreut besonders gut schmeckt. Dazu gehören Käichla und Schoitenkäichla. Nur in Regensburg gibt es Nussbeugerl – ein mit Nüssen gefülltes Hörnchen.

Eine Spezialität der Oberpfalz ist der Spiegelkarpfen. Besonders im Herbst kann man ihn in fast jedem einheimischen Lokal in den unterschiedlichsten Variationen bekommen. Meist wird der Karpfen im Ganzen paniert und in Fett gebacken (Karpfen gebacken) oder in einem Sud pochiert (Karpfen blau).

In der nördlichen Oberpfalz sollte man unbedingt ein Zoigl probieren. Ein Bier, das meistens in den Wirtshäusern in kleinen Mengen selbst gebraut wird und unfiltriert vom Sudkessel direkt in die Flasche bzw. auf den Tisch kommt. Dazu trifft man sich in geselliger Runde im kleinen, urigen Dorfwirtshaus zum Musizieren und Kartenspielen.

KarpfenBearbeiten

Die Geschichte der Karpfenzucht hat in der nördlichen und mittleren Oberpfalz eine fast 100-jährige Geschichte. Damals begannen die Menschen, gerodete Waldflächen für die Teichwirtschaft zu nutzen, dies prägt bis heute die Landschaft. Einerseits ging es um die Ernährung der Bevölkerung mit Fisch, andererseits auch um die Versorgung der örtlichen Kloster. Im Mittelalter gab es sehr viele religiöse Fastentage im Jahr, an denen kein Fleisch gegessen werden durfte. So war eine ausreichende Speisung der Mönche mit Fisch an diesen Tagen lebensnotwendig. Nach Abnahme der Nachfrage im Dreißigjähriger Krieg und der Säkularisation, kam es Ende des 19. Jahrhunderts zu einer Wiederbelebung. Heute gibt es in der Oberpfalz etwa 3 000 Betriebe mit ca. 10.000 Hektar Teichfläche, die Teichwirtschaft betreiben.

Die einheimische Gastronomie greift gerne von September bis April auf den Karpfen zurück und bringt ihn in einer Vielfalt an Gerichten auf den Teller. Als Besucher sollte man es nicht versäumen die oberpfälzer Fischküche zu probieren. Zentrum der Fischzucht sind Wiesau und Tirschenreuth.

SicherheitBearbeiten

In der Oberpfalz herrscht flächendeckend eine niedrige Kriminalitätsrate.

GesundheitBearbeiten

  • bundesweite Bereitschaftsdienstnummer 116 117 (kostenfrei)

KlimaBearbeiten

Die Oberpfalz zeichnet sich durch ein gemäßigtes Klima mit warmen Sommern und schneereichen Wintern aus.

AusflügeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Franz X. Bogner: Die Oberpfalz aus der Luft. Regensburg: Pustet, 2010, ISBN 978-3791722498; 128 Seiten. 29,90 €
  • Sabine Reithmaier und weitere Autoren: Schäfflertanz & Perchtenlauf, Lebendige Traditionen und Bräuche in Altbayern. Süddeutsche, 2009, (Süddeutsche Zeitung Edition), ISBN 978-3-86615-729-3; 192 Seiten. 19,90 €
  • Hubert Treml: Hawadehre! Oberpfälzisch in 30 x 2 Minuten: Ein vergnüglicher Sprachkurs oberpfälzisch. Weiden: Stangl Taubald, 2009, ISBN 978-3-924783-464; 128 Seiten. 6,50 €
  • Harald Schieder, Ralph Forster: Oberpfälzer Bierführer: Alle Brauereien, alle Biere. Mit Ausflugs- und Wandertips. Mz Buchverlag, 1999, ISBN 978-3931904562.

WeblinksBearbeiten


 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.