Sudeten

Mittelgebirge in Deutschland, Polen und Tschechien

Die Sudeten sind ein 310 km langer Gebirgszug im südwestlichen Polen und dem nördlichen Tschechien. Der westlichste Teil gehört zum Zittauer Gebirge in Sachsen. Die Region ist auf polnischer Seite Teil der Woiwodschaften Niederschlesien und Oppeln; die tschechische Seite gehört zu den Regionen Nord- und Ostböhmen sowie Nordmähren und Schlesien. Die Sudeten grenzen im Norden an das Odertal, im Osten an die Mährische Pforte, im Westen an das Erzgebirge und im Süden an das Böhmische Becken. Höchste Erhebung ist die Schneekoppe (Sněžka / Śnieżka) mit 1603 Metern.

Schneekoppe im Riesengebirge

RegionenBearbeiten

 
Regionale Gliederung

Auf polnischer Seite gibt es zwei Nationalparks und mehrere Wintersport- und Kurorte.

WestsudetenBearbeiten

Die Schneekoppe im Riesengebirge an der polnisch-tschechischen Grenze stellt mit ca. 1.603 m den höchsten Berg dar. Sie ist zugleich der höchste Berg Tschechiens. In Polen ist die Meeraugspitze in der Hohen Tatra mit 2.499 m höher. Daneben gibt es noch das Lausitzer Gebirge, das Isergebirge, das Bober-Katzbach-Gebirge und den Landeshuter Kamm.

MittelsudetenBearbeiten

Hier liegen das Zobtengebirge, das Eulengebirge, das Rabengebirge, das Heuscheuergebirge, das Waldenburger Bergland, das Warthagebirge, das Habelschwerdter Gebirge und das Adlergebirge.

OstsudetenBearbeiten

Hier befindet sich das Schneegebirge, das Bielengebirge, das Reichensteiner Gebirge, das Zuckmanteler Bergland und der Altvater.

OrteBearbeiten

 
Karte von Sudeten
auf der polnischen Seite
  • 1 Jelenia Góra        (Hirschberg)
  • 2 Kłodzko        (Glatz)
  • 3 Karpacz        (Krummhübel)
  • 4 Kowary        (Schmiedeberg im Riesengebirge)
  • 5 Kudowa-Zdrój        (Bad Kudowa)
  • 6 Lądek-Zdrój        (Bad Landeck)
  • 7 Szklarska Poręba        (Schreiberhau)
  • 8 Świeradów-Zdrój        (Bad Flinsberg)
  • 9 Wałbrzych        (Waldenburg)
auf der tschechischen Seite

Weitere ZieleBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Die Sudeten sind eines der ältesten Gebirge Europas und damit schon stark erodiert. Gleichwohl zählen sie neben den Beskiden mit einer Höhe von bis zu 1603 Meter über NN zu den höchsten Mittelgebirgen Mitteleuropas. Sie sind stark bewaldet, besitzen gleichwohl eine gut ausgebaute touristische Infrastruktur.

Die Sudeten wurden bereits 150 n. Chr. von dem antiken griechischen Geographen Ptolemäus als Soudeta ore erwähnt, was möglicherweise „Wildschweinberge“ bedeutet. Über Jahrhunderte dienten sie als natürliche Grenze: zunächst zwischen den Ländern Böhmen und Schlesien, nach dem Schlesischen Krieg 1742 auch zwischen dem Reich der österreichischen Habsburger und Brandenburg-Preußen bzw. nach 1871 zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn. Seit der Ostkolonisation 13. Jahrhundert lebten jedoch auf beiden Seiten des Gebirges überwiegend deutschsprachige Bewohner, die schlesische Dialekte sprachen.

Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte der Südhang der Sudeten zur Tschechoslowakei. In jener Zeit entwickelte sich „Sudetenland“ zu einem Überbegriff für die mehrheitlich von Deutschen besiedelten Teile der Tschechoslowakei. Dazu wurden aber auch das böhmische Erzgebirge und Gebiete in Südböhmen und -mähren gezählt, die geographisch nichts mit dem Gebirge der Sudeten zu tun haben und in denen andere regionale Traditionen gepflegt sowie andere Dialekte gesprochen wurden. „Sudetenland“ wurde so zu einem Kampfbegriff, der vor allem von deutschnational gesinnten Kreisen verwendet wurde, die einen Anschluss dieser Gebiete entweder an Österreich oder an das Deutsche Reich wünschten. Dieser Anschluss wurde in Folge des Münchner Abkommens im Oktober 1938 Wirklichkeit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Nordhang der Sudeten zu Polen, der Südhang wieder zur Tschechoslowakei (bzw. nach 1993 zu Tschechien). Die deutschsprachige Bevölkerung wurde zum allergrößten Teil vertrieben, sodass heute auf der jeweiligen Seite fast ausschließlich Polen bzw. Tschechen leben. In Tschechien wird der Begriff „Sudeten“ (Sudety) aufgrund der historisch-politischen Konnotationen eher vermieden. Stattdessen benennt man den jeweiligen Gebirgsteil oder spricht, wenn ein Überbegriff erforderlich ist, von Krkonošsko-jesenická subprovincie („Bereich Riesengebirge-Altvatergebirge“).

SpracheBearbeiten

In Polen wird Polnisch, in Tschechien Tschechisch gesprochen. Englisch wird fast überall verstanden. In touristisch geprägten Bereichen kann man sich zum Teil auch auf Deutsch verständigen.

AnreiseBearbeiten

FlugzeugBearbeiten

Die am nächsten gelegenen Flughäfen befinden sich auf polnischer Seite bei 1 Breslau        (IATA: WRO) (WRO); auf tschechischer Seite bei 2 Ostrava        (IATA: OSR) (OSR) für die Ostsudeten, bei 3 Pardubice        (IATA: PED) (PED) oder 4 Prag        (IATA: PRG) (PRG) für die Westsudeten. Liegt das Ziel im westlichsten Teil des Gebirges, kommt auch ein Flug nach Dresden (DRS) in Betracht.

BahnBearbeiten

Größere Bahnknotenpunkte befinden sich auf polnischer Seite in Jelenia Góra, Wałbrzych und Kłodzko. Jelenia Góra kann man mit Regionalzügen aus Görlitz erreichen. Im Übrigen wird die Fahrt in der Regel über Breslau erfolgen (erreichbar mit NightJet Berlin–Wien).

Von Dresden fährt der Trilex-Express über Zittau direkt nach Liberec (Fahrtzeit 2:15 Std).

Mit dem Railjet Wien–Prag kann man bis Česká Třebová oder Pardubice fahren, wo jeweils Anschluss in Richtung der Sudeten besteht. Von Ostrava und Olomouc fahren Schnellzüge nach Krnov und Bruntál.

StraßeBearbeiten

Nördlich der Sudeten führt die Autobahn A4 von Görlitz über Breslau und Oppeln weiter nach Kattowitz und Krakau.

MobilitätBearbeiten

Das Straßennetz ist sehr gut und man kommt am besten mit einem eigenen fahrbaren Untersatz von A nach B. Zug- und Busverbindungen gibt es zwar auch, hier muss man aber mit längeren Fahrtzeiten und Umsteigeverbindungen an den größeren Verkehrsknotenpunkten rechnen. Auf die wichtigsten Gipfel führen Seilbahnen. Das Wanderwegenetz ist gut markiert und dicht.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

in den polnischen Westsudeten
in den tschechischen Westsudeten
  • 5 Schloss Frýdlant      (Friedland)
  • 6 Burg Grabštejn      (Grafenstein)
  • 7 Fernsehturm Ještěd      bei Liberec – 100 Meter hohe architektonisch ungewöhnliche Hyperboloidkonstruktion auf dem gleichnamigen Berg Ještěd; beherbergt auch ein Hotel und Restaurant
  • Innenstadt von Liberec mit Rathaus, Schloss und Theater
  • 8 Zoo Liberec     
  • 9 Festung Stachelberg      – tschechoslowakische Artilleriefestung aus den 1930er-Jahren mit Museum
in den polnischen Mittelsudeten
  • 10 Schloss Fürstenstein      (Zamek Książ) bei Wałbrzych
  • 11 Kloster Grüssau      (Opactwo Cysterskie w Krzeszowie) bei Kamienna Góra
  • 12 Schädelkapelle      (Kaplica Czaszek) in Czermna bei Kudowa-Zdrój
  • 13 Festung Glatz      (Twierdza Kłodzko)
  • 14 Kloster Heinrichau      (Opactwo Cystersów w Henrykowie)
  • 15 Schloss Bożków      (Eckersdorf)
  • die barocke 16 Wallfahrtsbasilika      in Wambierzyce (Albendorf; Sanktuarium Wambierzyckiej) – das „schlesische Jerusalem“
in den tschechischen Mittelsudeten
  • 17 Benediktinerstift Broumov     
in den polnischen Ostsudeten
in den tschechischen Ostsudeten


AktivitätenBearbeiten

Die Sudeten eigenen sich sehr gut zum Wintersport, Wandern und Kanu. Skilanglauf erfreut sich bei Szklarska Poręba besonderer Beliebtheit. Im Sommer ist Reiten in den Wäldern beliebt.

Vor allem im Riesengebirge gibt es eine Reihe von „Bauden“ genannten Berghütten und Herbergen, z. B. Luční bouda (Wiesenbaude), Schronisko Dom Śląski (Schlesierhaus), Schronisko Strzecha Akademicka (Hampelbaude). Auf polnischer Seite werden diese überwiegend von der Polnischen Touristik- und Landeskundegesellschaft (Polskie Towarzystwo Turystyczno-Krajoznawcze, PTTK) betrieben.

  • Badesee 1 Kristýna      bei Hrádek nad Nisou

KücheBearbeiten

Die Regionale Küche ist stark durch die Wälder und Flüsse der Gebirge geprägt. Pilze, Waldfrüchte, Fisch — insbesondere Forellen – und Wild findet man oft. Ansonsten ist die jeweilige Landesküche stark vertreten.

NachtlebenBearbeiten

Das Nachtleben konzentriert sich auf die größeren Städte.

SicherheitBearbeiten

Beim Wandern sollte man die markierten Wege in den Nationalparks nicht verlassen. Insbesondere im Riesengebirge besteht sonst Absturzgefahr. Im Winter sollte man die Kälte und den eisigen Wind nicht unterschätzen. Wetterfeste Wanderkleidung ist ein Muß.

KlimaBearbeiten

Das Mikroklima im Winter ist sehr kalt und schneereich. Aber auch im Sommer ist es in den höheren Lagen eher kühl. Hochnebel treten oft auf.

LiteraturBearbeiten

Siehe Artikel zu Polen und Tschechien.

WeblinksBearbeiten

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