Berninapass

Schweizer Alpenpass

Der Berninapass führt von Samedan im Engadin nach Poschiavo und weiter ins italienische Tirano und ist somit ein in Nord-Süd-Richtung alpenquerender Pass von Graubünden nach Italien. Er verläuft im Berninagebiet, das Bergsteiger, Wanderer und Radfahrer gleichzeitig anzieht.

Die Berninapassstrasse wird soweit möglich im Winter offen gehalten, nach heftigen Schneefällen kann zeitweise eine Wintersperre ausgesprochen werden; die Berninabahnlinie ist wintersicher ausgebaut. Die historische Bahnstrecke mit dem Kehrviadukt von Brusio als besonderen Blickfang wurde ins UNESCO Welterbe aufgenommen.

Blick vom Piz Lagalb auf den Berninapass und Lago bianco

HintergrundBearbeiten

 
Passo del Bernina

Nachdem die westlicheren Alpenpässe bis ins Mittelalter den Grossteil des alpenquerenden Verkehrs bewältigten, wurde im frühen 15. Jhdt. auch die Berninaroute vermehrt genutzt. So verpflichteten sich 1410 die Gemeinden Pontresina im Engadin, Poschiavo und Brusio dazu, den Weg bis zum Ausgang des Puschlavs zu unterhalten. Als die Bünder im Jahre 1512 das Veltlin erobert hatten, gewann die Berninaroute rasch an Bedeutung. 1519 wurde das mit einer Kapelle ausgestattete Bernina - Hospiz errichtet.

Im frühen 16. Jhdt. hatte die Ostroute mehr Bedeutung, sie umrundet vom Bernina-Hospiz und dem 1 Lagh da la Cruseta her kommend das Massiv des 2 Piz Carpasc im Osten und führt über das damals ganzjährig besiedelte 1 Pisciadel.

Erst 1555 wurde die Strecke über die sogenannte Westroute über 2 Cavaglia und 3 Cadera ausgebaut, bei 4 San Carlo treffen die beiden Routen kurz vor 5 Poschiavo wieder aufeinander.

Über die Ostroute wurde 1842/65 eine Fahrstrasse ausgebaut, der Bau der Eisenbahnlinie der Berninabahn in den Jahren 1908/10 folgte dem Verlauf der Westroute entlang des Lago Bianco und am Westhang des Piz Caspasc.

RegionenBearbeiten

Der Berninapass verbindet das Oberengadin mit dem Puschlav, die Route endet bei Tirano im Veltlin, dem italienischen Valtellina, das sich bis an den Comersee erstreckt.

StreckenverlaufBearbeiten

 
Bernina - Passhöhe
 
Berninabahn, Station Bernina Hospiz
 
Berninabahn
 
Alp Grüm - Cavaglia
 
La Rösa, Alte Post

Zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr nimmt man von Zürich her kommend die SBB-Verbindung bis Landquart und steigt dann auf die rote Schmalspurbahn der Rhätischen Bahn in Richtung St. Moritz um. Üblicherweise fährt man über die Albulalinie und erreicht nach dem Albulatunnel den Bahnhof Samedan. Hier steigt man in die Berninabahn um. Bis 6 Morteratsch folgt die Eisenbahn dem Flüsschen Ova di Bernina, in einer weiten Kehre umfährt sie die Fälle der Cascata di Bernina. Die nächsten Haltestellen bringen die Reisenden in die Skigebiete der Diavolezza und der Lagalp. An der Staumauer des Lago Bianco wird die Passhöhe auf 2235 m ü.M. überwunden und die Bahn hält am Bernina Hospiz.

Wieder talabwärts führt die Strecke auf der alten Westroute zunächst dem Ufer des Lago Bianco entlang; nach der Haltestelle der 1 Alp Grüm führt die Linie in weiten Kehren mit teils 270°-Tunneln hinab nach Cavaglia. Nach einer flacheren Strecke entlang des Flüsschens Cadera führt die Linie wieder mit zahlreichen serpentinenartigen Kehren durch das Gebiet der Alp Cadera ins Tal hinab nach Poschiavo. Vorbei am See Lago die Poschiavo führt die Linie durch den Talgrund und steigt nach Brusio auf einem Kehr-Viadukt nach Campocologno und dem bereits jenseits der Landesgrenze liegenden Tirano als Endbahnhof hinab. Hier besteht Anschlüss an die Züge der italienischen TreNord.

Mit dem Auto gelangt man von Zürich oder St. Margarethen herkommend gelangt man auf der Autobahn   ins Bündnerland und am besten über den Julierpass nach Samedan. Von der Hauptstrasse   durchs Engadin biegt man auf die   ab und gelangt vorbei an der Talstation der Muottas Muragl Standseilbahn nach Pontresina, nach der Ebene von Plauns mit dem Campingplatz beginn die Bernina-Passstrasse anzusteigen und erreicht die Haltestelle 2 Bernina-Suot der Bahn, die Gehöfte waren im Mittelalter ganzjährig bewohnt. Vorbei an den Talstationen der Bergbahnen der Diavolezza- und Lagalp-Skigebiete führt die Strasse vorbei an den kleineren Seen Lej Pitschen und Lej Nair bis zur Staumauer des Lago Bianco und zum Bernina Hospiz, das knapp vor der 1 Passhöhe mit ihren 2329 m ü.M. liegt.

Der Strassenverlauf führt der alten Ostroute entlang, die Strasse schlängelt sich zügig in das östlich des Piz Carpasc gelegene Val Laguné hinab. Mit einigen Kehren vorbei am Lac da Braita geht es hinab zum Weiler Pisciadel. Die Strecke führt nun durch die Talschaft Puschlav, durch den Ort Poschiavo und vorbei am 2 Lago di Poschiavo über Brusio zur Landesgrenze und als   ins italienische Tirano.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
San Vittore Mauro, Poschiavo
 
Kehrviadukt von Brusio
  • auf der Bernina Passhöhe ist der Lagh de la Cruseta rasch erreicht.
3 Camera obscura. am Stützpunkt des kantonalen Tiefbauamts wurde eine Camera obscura errichtet. Durch eine 20 mm grosse Lochblendefällt das Licht in einen total dunklen Raum und wie bei einer photographischen Kamera kann man das kopfstehende Abbild der umgebenden Gipfelwelt an die Wände projiziert sehen. geführte Besichtigung, ca. 30 Min. Geöffnet: Juli, August Führungen täglich 11:00 h, 12:00 h, 13:00 h, 14:00 h, in der Zwischensaison Juni - Okt. nur Sa, So; Führungen nur bei sonnigem Wetter. Preis: 10.00 Fr.
1 Bernina-Hospiz, Ospizio Bernina, Via Dal Bernina 2371, 7710 Ospizio Bernina (Poschiavo). Tel.: +41 (0)81 844 03 03, E-Mail: .
2 Albergo Ristorante Cambrena, 7710 Ospizio Bernina (Poschiavo). Tel.: +41 (0)81 844 05 12, E-Mail: .
  • die alte Poststation in 3 La Rösa wurde zu einem Erlebnishotel umgebaut.
  • die Kirche 4 San Carlo Borromeo im Weiler San Carlo vor Poschiavo
  • der Ort Poschiavo mit seiner 5 Chiesa San Vittore Mauro und der 6 evangel. Kirche.
  • östlich vom Lago di Poschiavo liegt auf der gleichnamigen Alp die 7 Chiesa di San Romerio
  • das 8 Kehrviadukt der Berninabahn bei Brusio; die Berninabahnstrecke gehört zum UNESCO Welterbe.

AktivitätenBearbeiten

Lagh da Caralin: Wanderung von der Alp Grüm zum Lagh da Palü und weiter zum Bergsee Lagh da Caralin
  • im Winter Skifahren in den Skigebieten Diavolezza und Lagalp (siehe Artikel Pontresina).

SicherheitBearbeiten

In den Wintermonaten muss im Alpengebiet mit Schnee- und Eisglätte gerechnet werden, Automobilisten informieren sich über Sperrungen auf der Website des Bündner Tiefbauamts.

AusflügeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.