Nördlingen ist eine Stadt in Bayern am Nordrand der Schwäbischen Alb mit etwas über 22.000 Einwohnern.

Nördlingen
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Karte von Nördlingen

HintergrundBearbeiten

Nördlingen gehört neben Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber zu den besterhaltenen mittelalterlichen Reichsstädten Deutschlands. Die Stadt liegt im Nördlinger Ries, einem 25 Kilometer durchmessenden Krater, der bei einem Meteoriteneinschlag vor ungefähr 15 Millionen Jahren entstand. Um den mittelalterlichen Stadtkern erstreckt sich eine vollständig erhaltene Stadtmauer mit 5 Türmen und 11 Toren. Nördlingen besticht durch ein komplett erhaltenes Stadtbild. Die Stadt wurde 898 zum ersten Mal als Königshof urkundlich erwähnt, geht aber auf eine ältere römische Siedlung aus dem 1. bis 3. Jahrhundert zurück. Schädelfunde in der nahegelegenen Ofnethöhle belegen, dass das Nördlinger Ries bereits seit über 7.700 Jahren von Menschen besiedelt wurde. Später erhob Friedrich II. die Stadt zur Freien Reichsstadt und im Mittelalter wird diese zu einem der wichtigsten Messeorte Süddeutschlands. Im Dreißigjährigen Krieg wird das schwedische Heer bei Nördlingen das erste Mal besiegt. 1802 verliert die Reichsstadt ihre Unabhängigkeit und wird ein Teil Bayerns.

Nördlingen liegt inmitten des Nördlinger Ries - dem Einschlagskrater eines Meteoriten, der vor ungefähr 15 Millionen Jahren in den Nordrand der Schwäbischen Alb einschlug. Der Krater misst heute 25 Kilometer im Durchmesser und war über lange Zeit mit Wasser gefüllt. Erst 1960 konnte die bis dato bestehende These, dass der Krater das Resultat von vulkanologischen Vorgängen war, von den amerikanischen Wissenschaftlern Shoemaker und Chao widerlegt werden. 1970 trainierte die NASA mit Astronauten für die Apollo-Missionen im Ries, da dieses den Mondkratern ähnlich ist. Zum Dank ist heute echtes Mondgestein im Rieskratermuseum als Dauerleihgabe der NASA ausgestellt.

AnreiseBearbeiten

Mit der BahnBearbeiten

Der 1 Bahnhof wird stündlich (am Wochenende alle zwei Stunden) von Regionalzügen der Linie Aalen Hbf – Nördlingen – Donauwörth bedient. Einige Züge fahren über Donauwörth hinaus weiter bis München Hbf. In Aalen und Donauwörth besteht Anschluss an den Fernverkehr.

Mit dem BusBearbeiten

Mehrere Regionalbuslinien verbinden die umliegenden Städte und Gemeinden mit Nördlingen. Die Linie 7696 verläuft parallel zur oben angesprochenen Bahnlinie von Aalen kommend. Die Fahrzeit ist jedoch deutlich länger. Durch die Linie 501 (VGN 868) besteht in Dinkelsbügl Anschluss zu Bussen nach Ansbach.

Auf der StraßeBearbeiten

B25: aus Richtung Augsburg (B2)/Donauwörth, nach Dickelsbühl/Feuchtwangen,

B29: aus Richtung Aalen/Stuttgart

B466: aus Richtung Nürnberg, nach Heidenheim (Brenz)

verschiedene Staats- und Kreisstraßen, z. B. nach Ellwangen

MobilitätBearbeiten

In Nördlingen fährt der Stadtbus Montag bis Samstag auf drei Linien. Des weiteren binden mehrere Regionalbuslinien die umliegenden Orte an, darunter sind unter anderem Wemding oder Oettingen. Seit 2019 gibt es Abends und samstags Rufbusverbindungen.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Das Rathaus vom Daniel gesehen
  • 1 St. Georg Kirche     
Die Kirche bildet den Mittelpunkt der Stadt. Der 90 Meter hohe Kirchturm – genannt „Daniel“ – ist das Wahrzeichen der Stadt. Der Turm kann bestiegen werden und bietet einen tollen Blick aus der Vogelperspektive auf den kreisförmigen Stadtkern. Der Bau der Kirche begann 1427 und dauerte bis 1527. Im Inneren befindet sich ein sehenswerter barocker Hochaltar. Die ehemals katholische Kirche wurde während der Reformation 1523/25 zur evangelischen Stadtkirche.
  • Rathaus
Das Rathaus ist das älteste Steinhaus der Stadt. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Später war es in Klosterbesitz und diente als Messekaufhaus. Über die Jahre wurde es ständig erweitert. Im Jahre 1618 wurde dann die große Freitreppe durch Wolfgang Walberger angebaut.
  • 2 Heilig-Geist-Spital      Ehemalige Versorgungsstelle für Arme, Alte und Kranke aus dem Mittelalter
  • 3 Stadtmauer     
Die Stadtmauer in Nördlingen ist 2,7 km lang und die Einzige vollständig erhaltene und rundum begehbare Stadtmauer Deutschlands. Die Wehranlage bestitzt 11 Türme und 5 Tore.
  • Kaum ein Gerberviertel in Deutschland ist so gut erhalten wie das Nördlinger. In vielen kleinen Gassen können die verschiedenen Gerberhäuser bestaunt werden.

MuseenBearbeiten

 
Im Löpsinger Torturm befindet sich das Stadtmauermuseum


  • 4 Stadtmuseum    Das Stadtmuseum dokumentiert die bewegte Geschichte der Stadt Nördlingen. Ausgestellt sind ein Modell der Schlacht bei Nördlingen 1634, bestehend aus ca. 6000 Zinnfiguren. Daneben sind Tafelgemälde aus des 15. und 16. Jahrhundert, vor allem von Friedrich Herlin, Hans Schäufelin und Sebastian Taig zu sehen. Darüber hinaus dokumentiert das Museum anhand von Originalobjekten verschiedene Elemente des mittelalterlichen Lebens. Auch die Schädelfunde in der Ofnethöhle und die spätere römische Besiedlung werden dargestellt.
Adresse: Vordere Gerbergasse 1, Tel. (09081) 2738230, Email stadtmuseum@noerdlingen.de. Öffnungszeiten: März bis 31. Oktober täglich 13.30–16.30 Uhr, montags geschlossen.
  • 5 Rieskratermuseum    Das Rieskratermuseum beschäftigt sich mit der Entstehung des Rieskraters. Das Museum befindet sich in einem mittelalterlichen Scheunengebäude von 1503. Ausgestellt sind Meteoriten, Gesteine und Fossilien, unter anderem Mondgestein.
Adresse: Eugene-Shoemaker-Platz 1, Tel. (09081) 2738220, Fax (09081) 27382220, Email rieskratermuseum@noerdlingen.de. Öffnungszeiten: von Januar bis Dezember, von Dienstag bis Sonntag 10.00–12.00 Uhr und 13.30–16.30 Uhr, montags geschlossen.
  • 6 Stadtmauermuseum      Im Löpsinger Torturm aus dem späten 16. Jahrhundert befindet sich das Stadtmauermuseum, das über sechs Stockwerke die Geschichte der Stadtmauer dokumentiert. Ausgestellt ist auch eine Miniatur der Schlacht von 1634 und ein Modell der mittelalterlichen Stadt, sowie Uniformen aus dem Dreißigjährigen Krieg und eine alte Kanone.
Adresse: im Löpsinger Torturm, Tel. (09081) 91 80. Öffnungszeiten: im Winterhalbjahr geschlossen; 23. März bis 3. November 2013: Di–So 10.00–16.30 Uhr. Eintritt: Erwachsene 2 € (in der Gruppe 1,40 €); Schüler, Studenten 1,40 €
  • 7 Bayerisches Eisenbahnmuseum (BEM) (Eisenbahnmuseum Nördlingen), Am Hohen Weg 6a, 86720 Nördlingen. Tel.: +49 (0)9081 243 09, E-Mail: .      . Mit über zweihundert Originalfahrzeugen ist es das größte private Eisenbahnmuseum Süddeutschlands. Es ist untergebracht auf dem Gelände des 1982 stillgelegten Bahnbetriebswerks Nördlingen. Das Areal des Museums erstreckt sich über ca. 35.000 m² und umfasst den 15-ständigen Lokschuppen, die ehem. Triebwagenhalle, einen funktionsfähigen Wasserturm, ehem. Verwaltungsgebäude, Werkstätten, Lokbehandlungsanlagen, Abstellgleise, eine Drehscheibe und vieles mehr. Veranstaltet regelmäßig Fahrten mit historischen Zügen. Geöffnet: März,Apr.,Okt.: Sa,So + Feiertage 10:00-17:00 / Mai-Sept.: Di-Fr 12:00-16:00, Sa,So + Feiertage 10:00-17:00. Preis: Erw. 7,- €, Kinder (5-14 J.) 3,- €.
  • "augenblick"-Museum
Adresse: Pfarrgasse 2, Tel. (09081) 28183, Fax (09081) 28483. Öffnungszeiten: Freitag, Samstag und Sonntag: 14.00–17.30 Uhr.

AktivitätenBearbeiten

Der Historische Rundgang führt Besucher durch die Altstadt zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Der durchgängig ausgeschildderte Weg ist ca. 4,8 km lang.

Mit der Lauschtour kann man den Hexenprozessen in Nördlingen auf den Grund gehen.

Besonders schön ist ein Rundgang auf der Stadtmauer. Dieser eignet sich auch an regnerischen Tagen, da der Wehrgang fast vollständig überdacht ist.

Im Sommerhalbjahr kann jeder ohne Voranmeldung bei einer Stadtführung nachmittags und dem abendlichen Rundgang die Stadt entdecken.

Im Sommer werden in der Freilichtbühne Alte Bastei verschiedene Theaterstücke aufgeführt. Auch im Stadtsaal Klösterle gibt es ein vielseitiges Programm.

An ausgewählten Terminen bietet das Bay. Eisenbahnmuseum Sonderfahrten mit einem Dampfzug an.

Das Freibad auf der Marienhöhe ist die ideale Abkühlung an heißen Sommertagen. Mit 50m Schwimmbecken, zwei Rutschen, Sprungtürmen, riesiger Liegewiese und noch vielem mehr ist in diesem Schwimmbad für jeden etwas geboten.

Mit der TouristCard können alle Museen, Freibad, Hallenbad, Stadtführung und noch viel mehr ohne Eintritt genutzt werden. Die Karte ist an drei aufeinanderfolgenden Tagen gültig und kostet knapp 25 Euro für Familien.

Am Berger Tor befindet sich eine Minigolf-Anlage. Im Winter kann man an der Natureislaufbahn am Bäumlesgraben Schlittschuh laufen.

Auf der Marienhöhe, einem Waldstück am Stadtrand, kann gut entspannen.

EinkaufenBearbeiten

KücheBearbeiten

GünstigBearbeiten

  • 1 Zum Hubele, Bei den Kornschrannen 19. Tel.: +499081 87437. Kroatische Küche. Geöffnet: Mi–Mo 11:30–23 Uhr.

MittelBearbeiten

  • 2 Sixenbräu-Stüble, Bergerstraße 17. Tel.: +499081 3101, E-Mail: . Bayerisch-schwäbische Küche. Geöffnet: Di–Fr ab 17 Uhr, Sa, So, Feiertage 11–14 Uhr sowie ab 17 Uhr.
  • 3 Zum Stuck, Henkergasse 1. Bayerisch-schwäbische Küche.
  • 4 Athena, Nürnberger Straße 4. Tel.: +499081 22484, Fax: +499081 2904690, E-Mail: . Griechische Küche. Geöffnet: Di–Sa 11:30–14:40 Uhr, 17:30–24 Uhr, So 11–15 Uhr, 17–24 Uhr.
  • 5 Shanghai, Reimlinger Straße 18. Tel.: +499081 8050471, Fax: +499081 2187209, E-Mail: . Chinesische Küche.
  • 6 Il Camino, Wemdinger Straße 8B. Tel.: +499081 87598, E-Mail: . Italienische Küche. Geöffnet: 11:30–14 Uhr, 17:30–24 Uhr.

GehobenBearbeiten

  • 7 Meyers Keller, Marienhöhe 8. Tel.: +499081 4493, E-Mail: .  , gehobene Rieser Küche mit einem Michelin-Stern. Geöffnet: Mi 18–22 Uhr, Do–So 12–14 Uhr, 18–22 Uhr.

NachtlebenBearbeiten

  • 1 Neue Welt. In der urigen Kneipe gibt es die angeblich beste Pizza der Stadt.
  • 2 Living, Bürgermeister-Reiger-Straße 1. Geöffnet: Fr 22–4 Uhr, Sa 20:30–4 Uhr. Preis: Eintritt 5 €.
  • 3 Rieser Tanzzentrum, Brückenstraße 1, Ortsteil Pfäfflingen. Ein besonderes Highlight ist die sogenannte „Drehbar“, eine Bar, die drehbar ist. Geöffnet: Sa ab 20:30 Uhr.

UnterkunftBearbeiten

LernenBearbeiten

ArbeitenBearbeiten

SicherheitBearbeiten

GesundheitBearbeiten

Praktische HinweiseBearbeiten

 
Ofnethöhlen, Holheim
 
Villa rustica, Parterre

AusflügeBearbeiten

  • Im Ortsteil Holheim kann man die Ofnethöhlen besuchen (vom Mittelpaläolithikum bis ins Mesolithikum bewohnt) 8. Am Fuße der Höhlen findet man ferne die gut erhaltene Grundmauern einer Villa rustica.
  • In das 5 Kilometer nördlich gelegene Wallerstein.
  • In das westlich gelegene Bopfingen mit seinem großartigen Herlin-Altar
  • Am östlichen Rand des Rieses, knapp 20 Kilometer von Nördlingen entfernt, befindet sich Wemding mit der Wallfahrtskirche Maria Brünnlein.
  • Geotop Lindle
  • Ipf und Goldberg zwischen Kirchheim/Ries und Bopfingen

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.