Bydgoszcz

Stadt an der Weichsel in Kujawien-Pommern in Polen

Bydgoszcz (früherer deutscher Name Bromberg) ist eine Großstadt in der polnischen Woiwodschaft Kujawien-Pommern an der Mündung der Brda in die Weichsel. Die Universitätsstadt zeichnet sich durch ein reiches architektonisches Erbe, vor allem aus der Zeit um 1900, zahlreiche Grünflächen sowie ein vielfältiges Kulturangebot mit Philharmonie, Oper und Museen aus.

Bydgoszcz
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StadtteileBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Bydgoszcz liegt am Fluss Brda (Brahe), der gut acht Kilometer östlich des Stadtzentrums in die Weichsel mündet. Die Stadt liegt im polnischen Tiefland, die umgebende Landschaft ist also überwiegend flach.

Bydgoszcz war zunächst ein Fischerdorf, das sich durch seine günstige Lage an Handelsrouten zum Umschlagplatz für Waren entwickelte. 1346 bekam Bydgoszcz vom polnischen König Kasimir III. dem Großen das Stadtrecht verliehen. Dieser wird daher in der Stadt besonders verehrt: Ihm sind ein Denkmal und der Name der Universität gewidmet. Ab dem 15. und 16. Jahrhundert war Bydgoszscz vor allem ein wichtiger Handelsplatz für Weizen, zahlreiche historische Getreidespeicher zeugen bis heute davon. In den polnisch-schwedischen Kriegen des 17. Jahrhunderts wurde die Stadt mehrmals von den Schweden eingenommen und zerstört.

Im Zuge der Ersten Polnischen Teilung 1772 wurde die Stadt von Preußen annektiert. Sie bekam den deutschen Namen Bromberg und blieb – mit Ausnahme der napoleonischen Zeit 1807–15 – bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 1918 preußisch. Der Bromberger Kanal wurde während der Herrschaft Friedrichs des Großen 1772–75 angelegt. Er verbindet die Brda mit der Netze und damit das Flusssystem der Weichsel mit dem der Oder. Ab 1815 war Bromberg Verwaltungssitz eines der beiden Regierungsbezirke in der preußischen Provinz Posen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb es jedoch eine Kleinstadt.

Zu einem Bedeutungsgeinn trug die 1851 eröffnete Preußische Ostbahn bei, deren Hauptverwaltung und Reparaturbetrieb ihren Sitz in Bromberg hatten. In den folgenden Jahrzehnten vervielfachte sich dann die Bevölkerung. Mehrere Stadtteile stammen also aus dem späten 19. oder beginnenden 20. Jahrhundert, was sich in ganzen Straßenzügen im historistischen oder Jugendstil niederschlägt. In der zweiten Hälfte des 19. und im frühen 20. Jahrhundert wurden große Mengen an Kiefernholz aus den polnischen Wäldern über den Bromberger Kanal in die Großstädte des Deutschen Reichs transportiert.

Obwohl über 80 % der Bevölkerung Brombergs Deutsche waren, wurde die Stadt im Versailler Vertrag 1919 dem wiedergegründeten Polen zugeordnet. Aus dem einstigen Reparaturbetrieb der Preußische Ostbahn ging das Ausbesserungswerk der Polnischen Staatsbahnen (PKP) und aus diesem wiederum 2001 das heutige Waggonbauunternehmen Pesa hervor, das bis heute einer der größten und bekanntesten Arbeitgeber in Bydgoszcz ist. 1969 wurde die Pädagogische Hochschule Bydgoszcz gegründet, die 2005 zur Universität erhoben wurde.

Mit der etwas kleineren Schwesterstadt Toruń teilt sich Bydgoszcz die Hauptstadtrolle in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Während die Organe der regionalen Selbstverwaltung (Sejmik und Woiwodschaftsmarschall) in Toruń sitzen, residiert in Bydgoszcz der Woiwode, der im Auftrag der Zentralregierung die Gesetze vollzieht und den Polizei- und Sicherheitsbehörden vorsteht.

AnreiseBearbeiten

 
Karte von Bydgoszcz

Bydgoszcz ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt in Nordpolen.

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der 1 Flughafen Bydgoszcz-Szwederowo „Ignacy Jan Paderewski“        (IATA: BZG) ist 3 km von Stadtzentrum entfernt. Er ist von eher regionaler Bedeutung, hat aber seit den 2000er-Jahren deutlich an Verbindungen zugenommen. Aus Deutschland kann man direkt mit Lufthansa von Frankfurt (täglich) oder mit Ryanair von Weeze (Niederrhein; nur freitags) fliegen. Zudem gibt es Linienverbindungen mit Flughäfen auf den Britischen Inseln und in der Ukraine sowie Charterflüge zu Urlaubszielen am Mittelmeer.

Die nächsten größeren Alternativen sind die Flughäfen Posen (140 km entfernt; 2½ Stunden mit der Bahn) und Danzig (170 km; 2 Std. mit dem Auto).

Mit der BahnBearbeiten

Der Hauptbahnhof 2 Bydgoszcz Główna      liegt an der stark frequentierten Strecken DanzigPosen sowie Warschau–Bydgoszcz.

Ungefähr stündlich fahren Intercity- und TLK-Züge (entspricht einem Interregio) von Danzig (Fahrtzeit etwa 1:40 Std.) und Gdynia (2 Std.); aller zwei Stunden von Posen (rund 1½ Stunden), Warschau (3½ Stunden) und Breslau (4 Stunden); viermal täglich von Łódź (3:15 Std.) und Katowice (6½ Std). Zwischen Toruń und Bydgoszcz fahren ein- bis zweimal pro Stunde Regionalzüge, die Fahrt dauert 40–45 Minuten.

Einmal pro Tag gibt es eine direkte Eurocity-Verbindung von Berlin (4:15 Std.) und Frankfurt/Oder (3:05 Std).

Mit dem BusBearbeiten

Fernbusse und Regionalbusse halten im Zentrum.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Anreise aus Deutschland ist über Berlin und Posen auf der Autobahn A2 möglich. Östlich von Posen wechselt man dann am Dreieck Poznań Wschód auf die S5, die als autobahnähnliche Schnellstraße ausgeführt ist.

Mit dem SchiffBearbeiten

Ausflugsschiffe verkehren auf der Weichsel und Brda.

MobilitätBearbeiten

Das Straßenbahnnetz der MZK Bydgoszcz besteht aus 10 Linien mit einer Streckenlänge von insgesamt 41 km. Zum Einsatz kommen größtenteils Hochflurwagen aus den 1980er-Jahren, zunehmend aber auch moderne Niederflurwagen aus dem heimischen Pesa-Werk.

In den Sommermonaten fährt eine „Wasser-Tram“ (Bydgoski Tramwaj Wodny) auf der Brda.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Brücke zur Mühleninsel
  • 1 Mühleninsel (Wyspa Młyńska).     . Die Insel in der Brda ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Hier finden sich Kornspeicher und Mühlengebäude, teils aus Fachwerk, teils aus Backstein, aus dem 18. und 19. Jahrhundert.

KirchenBearbeiten

  • 2 Klarissenkirche (Kościół Klarysek pw. Wniebowzięcia Najświętszej Maryi Panny), ul. Gdańska 2 (Ecke Jagiellońska).     . Ehemalige Klosterkirche des Klarissenordens, barock, geweiht 1645.
  • 3 St.-Vinzenz-von-Paul-Basilika (Bazylika św. Wincentego a Paulo), Aleja Ossolińskich 2.     . 1945 erbaute neoklassizistische Kirche mit 55 Meter hoher Kuppel. Seit 1997 hat sie den Status einer Basilica minor.
  • 4 Kathedrale St. Martin und Nikolai (Katedra św. Marcina i Mikołaja, Farna), ul. Farna 10.     . Der Bau der backsteingotischen Pfarrkirche (polnisch farna) wurde Mitte des 14. Jahrhunderts begonnen. Sie ist eines der wichtigsten historischen Gebäude in der Altstadt. Eine Besonderheit ist die intensive farbige Gestaltung (Polychromie) des Innenraums (z. B. tiefblau gestrichenes Gewölbe des Mittelschiffs, violette Säulen usw.) sowie die Bleiglasfenster, die in den 1920er-Jahren eingesetzt wurden. Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 2004 eine eigene Diözese Bydgoszcz errichtete, erhob er die Pfarrkirche zur Kathedrale.

Burgen, Schlösser und PalästeBearbeiten

BauwerkeBearbeiten

  • 5 Hotel Adler (Hotel Pod Orłem), ul. Gdańska 14.     . Traditionsreiches Hotel in einem historistischen Gebäude mit Neobarock-Elementen, erbaut 1893–96.

DenkmälerBearbeiten

 
Die Bogenspannerin
  • 6 Bogenspannerin (Łuczniczka).     . Die elegante Bronzestatue des Berliner Künstlers Ferdinand Lepcke aus dem Jahr 1897 steht seit 1910 in Bromberg/Bydgoszcz im Jan-Kochanowski-Park, dem Theater gegenüber.

MuseenBearbeiten

  • 7 Izba Tradycji Bydgoskich Dróg Żelaznych (Traditionskammer der Bromberger Eisenbahnen), Inwalidów 26, 85-727 Bydgoszcz. E-Mail: .      . Das kleine Museum der Freunde der Bromberger Eisenbahn befindet sich beim Bahnhof Bydgoszcz Wschód. Das Museum beinhaltet Erinnerungsstücke an den Bromberger Eisenbahnknoten, aber auch bahntechnische Ausstellungsstücke wie z. B. alte Bahnfahrkarten, alte Entwertungszangen, alte Eisenbahnerkleidung aus dem In- und Ausland, Bahntelefone, Nachbauten von Signalelementen, Gleiszubehör, Zugzielanzeiger und Modellbahnen. Darüber hinaus findet man auch Eisenbahnliteratur. Vor dem Lokschuppen ist die Dampflokomotive TKp-1 der Firma Union Gießerei Königsberg aus dem Jahr 1915 als Denkmal ausgestellt.

Straßen und PlätzeBearbeiten

ParksBearbeiten

  • 8 Myślęcinek (Leśny Park Kultury i Wypoczynku).   . Offiziell "Waldpark für Kultur und Erholung" genannt, ist er mit 830 Hektar der größte städtische Park in Polen. Weite Teile sind naturnah als lichter Wald belassen, den man bei ausgedehnten Spaziergängen durchstreifen kann. Teile des Parks sind aber auch als Zoo, Botanischer Garten, Vergnügungs- und Dinosaurierpark, Seilgarten und Skatepark gestaltet. An einem Teich kann man Lachmöwen und Seeschwalben beobachten.

VerschiedenesBearbeiten

AktivitätenBearbeiten

 
Opera Nova
  • 1 Opera Nova.     . 2006 eingeweihtes modernes Opernhaus am Ufer der Brda.

EinkaufenBearbeiten

Große Einkaufszentren sind ebenso wie kleine Tante-Emma-Läden vorhanden.

KücheBearbeiten

Zur polnischen Küche siehe den entsprechenden Abschnitt im Artikel zu Polen.

NachtlebenBearbeiten

Das Nachtleben der Universitätsstadt konzentriert sich auf die Altstadt.

UnterkunftBearbeiten

  • 1 Hotel Ratuszowy, Dluga 37. Tel.: +48 52 3398400. Komfortabel und aus deutscher Sicht preiswert. Direkt in der Fußgängerzone unweit dem Marktplatz. An der Rezeption wird zumindest gutes Englisch gesprochen. PKW werden auf einen bewachten, gebührenpflichtigen Parkplatz in 200 m Entfernung verwiesen; zum Ein- und Ausladen darf man vorfahren.

LernenBearbeiten

  • 1 Kazimierz-Wielki-Universität Bydgoszcz (Uniwersytet Kazimierza Wielkiego, UKW).     . Die Universität mit ca. 14.000 Studenten nimmt am Erasmus-, Leonardo- und Comenius-Programm teil. Zudem wird eine Sommerschule mit einem vierwöchigen Intensivkurs in polnischer Sprache und Seminar in polnischer Kultur angeboten.

ArbeitenBearbeiten

Deutsche Muttersprachler werden als private Sprachlehrer geschätzt.

SicherheitBearbeiten

Es ist recht sicher.

GesundheitBearbeiten

Die Versorgung mit Ärzten und Apotheken ist sehr gut.

Praktische HinweiseBearbeiten

AusflügeBearbeiten

 
Neues Palais Ostromecko
  • 9 Palais und Park Ostromecko, ul. Bydgoska 9, 86-070 Ostromecko (15 km östlich).     . Das „Alte Palais“ im Rokokostil wurde 1759–66 für Paweł Michał Mostowski, den damaligen Woiwoden von Pommern erbaut. Heute beherbergt es ein Klaviermuseum. Das klassizistische „Neues Palais“ wurde 1832–48 ergänzt, als die Anlage Jacob Martin von Schönborn gehörte. Es wurde vom Berliner Architekten Karl Friedrich Schinkel entworfen und dient heute als Schlosshotel. Umgeben sind so von einem 38 Hektar großen englischen Landschaftsgarten, den der königlich-preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné gestaltet hat.
  • Inowrocław. 40 km südöstlich, halbe Stunde mit der Bahn. Solekurort mit Kurpark.
  • Toruń. 45 km östlich; 40–45 min mit der Bahn. Mittelalterliche Altstadt mit gotischen Backsteinbauten, gehört zum UNESCO-Weltkulturerb.
  • Archäologischer Park Biskupin, bei Gąsawa. 52 km südlich. Rekonstruktion einer bronzezeitlichen Siedlung.
  • Gniezno. Gnesen; 85 km südlich, gut 1 Std. mit der Bahn. Sitz des Erzbischofs von Gniezno, der traditionell Primas Poloniae, d. h. der höchstrangige unter den Bischöfen Polens, ist. Sehenswerte Altstadt, vor allem die beeindruckende Erzkathedrale.

LiteraturBearbeiten

Siehe Artikel zu Polen.

WeblinksBearbeiten

http://www.bydgoszcz.pl – Offizielle Webseite von Bydgoszcz

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