Scuol ist eine Gemeinde im Unterengadin ganz im Osten des Kantons Graubünden, sie wird durchflossen vom Inn, der ins Tirol entwässert. Das Tirol und auch das italienische Südtirol über den Reschenpass sind rascher erreicht, als die Bündner Kantonshauptstadt.

Scuol
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Mit der durch eine Volksabstimmung bekräftigte Fusion der bis dahin unabhängigen Unterengadiner Gemeinden Ardez, Ftan, Guarda, Sent und 1 Tarasp Tarasp in der Enzyklopädie Wikipedia Tarasp im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsTarasp (Q68372) in der Datenbank Wikidata entstand auf 1. Januar 2015 die Grossgemeinde Scuol, die dank der vielen Nebentäler nicht nur die flächengrösste Gemeinde der Schweiz sondern mit 4'600 Einwohnern auch eine der grössten Gemeinden mit romanischsprechender Bevölkerung.

Der Ort unterteilt sich in zwei Ortsteile, das Oberdorf (Scuol Sura) und das Unterdorf (Scuol Sot). Zur Gemeinde Scuol gehört auch der kleine Weiler 2 S-Charl S-Charl in der Enzyklopädie Wikipedia S-Charl im Medienverzeichnis Wikimedia CommonsS-Charl (Q2507796) in der Datenbank Wikidata im Val S-charl. Diese ist im Winter nur mit dem Schlitten erreichbar, im Sommer verkehrt ein Postauto in das Wandergebiet.

HintergrundBearbeiten

 
Histor. Ansicht

Auf dem Kirchhügel fanden sich bei Ausgrabungen bronzezeitliche Siedlungsspuren. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Scuol als Schulle im Jahr 1095 im Zusammenhang mit dem Bau eines Benediktinerklosters, das 1089/90 erbaut wurde und zum Mutterkloster der Abtei Marienberg im Vinschgau wurde; erst 1652 konnte sich das Unterengadin von Österreich loskaufen.

Die erste karolingische Kirche brannte 1258 ab, der romanische Nachfolgebau wurde durch das heute noch bestehende gotische Gotteshaus San Geer (St. Georg) ersetzt, welches 1516 geweiht wurde. 1530 wurde in Scuol und wenig später im ganzen Unterengadin die Reformation eingeführt. Bereits 1659 entstand in Scuol eine Druckerei, in der 1679 die "Bibla da Scuol" in romanischer Sprache gedruckt wurde.

Ab 1499 wurde das Engadin im Rahmen der Schwabenkriege gegen die im Tal brandschatzenden Truppen des Habsburgerkönigs Maximilien I. und später im 30-jährigen Krieg wiederholt verwüstet.

Ab dem 14. Jhdt. wurde im Ort S-Charl Bleierz abgebaut, der Grossteil der Bevölkerung lebte von der Landwirtschaft und wurde bei schlechten Ernen oft zum Auswandern gezwungen. Viele Engadiner fanden im nahen Italien als Zuckerbäcker oder Kaufleute ein Auskommen. Um 1860 wurde die Strasse durchs Engadin und 1866 diejenige über den Flüelapass nach Davos gebaut, ab 1860 wurden die ersten Hotels in Scuol, Tarasp, Nairs und Vulpera gebaut und der Tourismus führte zu einem wirtschaftlichen Aufschwung in der Talschaft. Einem Dorfbrand 1877 fiel ein Grossteil der alten Häuser im Ortsteil Clozza dem Feuer zum Opfer. 1950/51 wurde die erste Wintersaison eröffnet, 1956 begann mit dem Bau der ersten Bergbahn die Entwicklung zum Wintersportort. Die Mineralquellen sind Grund für die Bedeutung von Schuls-Tarasp als Kurort.

Scuol wechselte seinen Namen seit dem letzten Jahrhundert mehrmals. Bis 1943 hiess die Gemeinde offiziell Schuls, danach bis 1970 nannte sich der Ort dann Bad Scuol/Schuls, seit 1970 nur noch Bad Scuol und seit 1999 ist die offizielle Ortsbezeichnung Scuol.

AnreiseBearbeiten

 
Bahnhof Scuol-Tarasp

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Die meisten Gäste reisen über den internationalen Flughafen Zürich        (IATA: STR) an. Auf dem 1 Flugplatz Samedan (Engadin Airport) wird nur Privatflugverkehr abgewickelt.

Mit der BahnBearbeiten

Zur Anreise mit dem öffentlichen Verkehr nimmt man von Zürich her kommend die SBB-Verbindung bis Landquart und steigt dann auf die rote Schmalspurbahn der Rhätischen Bahn nach St. Moritz um. Üblicherweise nimmt man die wintersicher ausgebaute Verbindung durch den Vereinatunnel. Der Vereinatunnel erreicht bei Sagliains das Unterengadin. Ohne Umsteigen erreicht man mit dem Regionalzug Scuol in eineinhalb Stunden.

Am 2 Bahnhof Scuol-Tarasp      endet die Linie der Rhätischen Bahn im Unterengadin; von Scuol aus führend Postautolinien in die verschiedenen Täler.

Auf der StraßeBearbeiten

Von Zürich oder St. Margarethen im Rheintal herkommend gelangt man auf der Autobahn   ins Bündnerland.

Nach Scuol gelangt man am besten über das Prättigau und den Autoverlad durch den Vereinatunnel. Man verlässt die Autobahn   bei Landquart und nimmt die   in Richtung Davos. Bei winterlichen Verhältnissen benutzt man den Autoverlad ab Klosters durch den Vereinatunnel und gelangt bei Sagliains ins Engadin. Auf der Hauptstraße   geht es dann weiter nach Scuol.

Die mautfreie Route (keine Kosten für den Autoverlad) über den Flüelapass über Davos nach Susch ist im Winter in der Regel mit einer Wintersperre belegt.

Von Österreich her ist das Engadin über das Tirol erreichbar: Die Arlbergautobahn wird bei Landeck verlassen, über Pfunds und Martina erreicht man die Schweizer Grenze.

MobilitätBearbeiten

 
Karte von Scuol

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Ref.Kirche St.Georg
 
Dorfplatz
 
Holzbrücke La Tuor
 
Gurlainabrücke
  • 1 Kirche St. Georg      Die spätgotische Kirche St. Georg wurde im Jahre 1516 auf einem Felssporn oberhalb des Inns erbaut. Sie gilt als das Wahrzeichen des Orts.
  • Im 2 Unterdorf gruppieren sich in einem schönen Ensemble alte Engadinerhäuser mit Sgraffiti um einen malerischen Dorfplatz mit einem Dofbrunnen.
  • 3 Unterengadiner Museum. Unterengadiner Heimatmuseum in einem denkmalgeschützten typischen Engadinerhaus. Geöffnet: Di-Fr 16:00 - 18:00 Uhr.
  • die 4 Holzbrücke von La Tuor    führt hinüber zur Grillstelle und dem Kinder-Spielplatz von Gurlaina.
  • Die 5 Gurlainabrücke      wurde 1905 errichtet, um den Kurgästen die Querung des Tals und des Inn zu erlauben, um die Wege auf der anderen Talseite zu erreichen.
  • Das Val S-charl, mit der Ortschaft S-Charl und dem 6 Museum Schmelzra S-charl      , welches über das ehemalige Blei- und Silberbergwerk informiert.
Aus dem Tal sind Wanderungen in den Schweizerischen Nationalpark von der Ostseite aus möglich.
  • in Tarasp das 7 Schloss Tarasp      und die 3 Dreifaltigkeitskirche.

AktivitätenBearbeiten

  • Bogn Engiadina Scuol. Das Thermalbad Bogn Engiadina Scuol (sprich: Boin Endschadina Schkuol) lädt das ganze Jahr zum Verweilen und Entspannen ein. Geöffnet: täglich 9.00 – 22.00 Uhr.

im WinterBearbeiten

  • Das Skigebiet Motta Naluns umfasst 12 Liftanlagen und rund 70 Kilometer Pisten.
Name Telefon Höhenlage Anzahl Klein- und Großkabinenbahnen  Anzahl Sessellifte  Anzahl Schlepplifte  Pistenkilometer leicht  Pistenkilometer mittel  Pistenkilometer schwer  Σ
Skigebiet Mottal Naluns +41 (0)81 861 14 14 1.250 - 2.800 m 1 6 3 26 32.5 11.5 70 km
  • Scuol ist in das 72 Kilometer lange Langlaufloipennetz des Unterengadin eingebunden.

im SommerBearbeiten

EinkaufenBearbeiten

KücheBearbeiten

NachtlebenBearbeiten

UnterkunftBearbeiten

Scuol verfügt über zahlreiche Unterkünfte vom Privatzimmer über Bed&Breakfast und kleine Pensionen Hotels bis hin zum *****-Hotel.

Praktische HinweiseBearbeiten

  • Engadin/Scuol Tourismus AG, Stradun, 7550 Scuol. Tel.: +41 (0)81-861 22 22, Fax: +41 (0)81-861 22 23.

AusflügeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

http://www.scuol.net/ – Offizielle Webseite von Scuol

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.