Nidwalden

Kanton der Schweiz
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Kanton Nidwalden
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Der Kanton Nidwalden liegt in der Zentralschweiz; da Unterwalden mit dem Bundesschluss von 1291 zu einem der drei Gründungskantone der Eidgenossenschaft gehörte, ist auch von der Urschweiz die Rede. Als "Halbkanton" hat Nidwalden nur einen Nationalrat in der grossen und nur einen Ständerat (anstelle der üblichen zwei) in der kleinen Kammer des Parlaments; zusammen mit dem Geschwister - Halbkanton Obwalden ist oft gemeinsam von Unterwalden die Rede.

Der Kanton Nidwalden liegt am Südwestlichen Ufer des Vierwaldstättersees, in die die Bergzüge vom Bürgenstock und Seelisberg hineinragen. Der Hauptort Stans liegt in einer Ebene südlich des Bürgenstocks, das flache Land erlaubte die Anlage des Militärflugplatzes Buochs. Im Westen und Süden grenzt Nidwalden an das Gebiet des Kantons Obwalden, resp. an das der Exklave Engelberg. Nur dazwischen besteht beim Jochpass ein kurzes Stück Grenze zum Kanton Bern. Gegen Osten bildet beim Seelisberg der Kanton Uri die Grenze.

RegionenBearbeiten

 
Karte von Nidwalden

OrteBearbeiten

Weitere ZieleBearbeiten

HintergrundBearbeiten

 
Stans in der Schilling-Chronik

Früheste archäologische Funde fanden sich bei Ausgrabungen bei Kehrsiten (Standsstaad) mit jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen der Cortaillod, Pfyner und Horgener Kultur; der Übergang des Renggpasses und der Lopper waren bereits schon in der Bronzezeit begangen. Aus den späteren Jahrhunderten gaben nur wenige Grab- und Streufunde Hinweise auf die gallorömische Bevölkerung, im 8. Jhdt. wanderte eine allemannische Bevölkerung ein. Wahrscheinlich im Einzugsgebiet des alemannischen Klosters Konstanz kam es um 750 zum Bau eines ersten Gotteshauses in Stans, das bis ins Jahr ca. 1000 das einzige in der Talschaft blieb.

Als Communitas hominum Intramontanorum Vallis Inferioris wurden Teilnehmer aus Unterwalden im Bundesbrief von 1291 bezeichnet, nicht ganz klar ist, inwieweit Obwalden ebenfalls involviert war, oder ob Obwalden erst beim Bundesschluss von 1315 zur Eidgenossenschaft dazukam, dann waren auf jeden Fall Männer von Unterwalden aus beiden Orten erwähnt. Nach 1330 geriet Stans verstärkt unter den EInfluss des Klosters Engelberg. 1398 entstanden in Nidwalden ein Rat und eine Landsgemeinde, um 1400 ein Gericht; schrittweise erfolgte der Loskauf vom Kloster Luzern. Die Urkantone lehnten sich nach 1477 gegen ein Bündnis der Städte Luzern, Zürich und Bern mit Freiburg und Solothurn und die Obwaldner gingen gegen das luzernische Entlebuch vor; nur dank Vermittlung von Niklaus von Flüe konnte an der Tagsatzung von 1481 das "Stanser Verkommnis", ein Vertrag zwischen den acht alten Orten und den beiden Städten zu einem Zehnerbund, verabschiedet werden.

Im Gegensatz zum Nachbarn Obwalden lehnte Nidwalden wie die anderen Urschweizer Kantone von den einmarschierten Franzosen auferlegte Helvetische Vefassung ab, mit der die Errungenschaften der französischen Revolution auch auf die Schweiz übertragen worden waren. Dennoch musste sich der Stand unterwerfen und wurde als "Distrikt Stans" in den neugegründeten Kanton "Waldstätte" eingegliedert. Eine ausserordentliche Landsgemeindeversammlung beschloss die Mobilmachung und und am 9.9.1798 stürzen sich die Nidwaldner in eine aussichtslose Schlacht gegen die Franzosen. Nach der Niederlage und den nachfolgenden Massakern wurden in den "Nidwaldner Schreckenstagen" die Dörfer Ennetmoos, Stansstaad, Buochs und Stans verwüstet. Mit der Mediationsakte von 1803 wurde das "Ancien Régime" und somit auch der Kanton wiederhergestellt, Obwalden musste aber auf seinen Zweidrittelsvorteil gegenüber Nidwalden verzichten. Nidwalden verweigerte dem eidgenössischen Bundesvertrag von 1815 die Zustimmung und trat aus der Eidgenossenschaft aus, erst nach dem Einmarsch von Bundestruppen lenkten die Nidwaldner am 18. Aug. 1815 ein, musste aber den Verlust des eidgenössisch gesinnten Engelberg an Obwalden hinnehmen.

Nach der Klosteraufhebung 1841 schloss sich Nidwalden dem Sonderbund an und musste nach der Niederlage der katholischen Kantone im Sonderbundskrieg sich trotz Ablehnung an der Landsgemeinde der eidgenössischen Verfassung von 1848 unterwerfen. 1934 wurde ein Elektrizitätswerk auf der Bannalp gebaut, 1935 wurde der Militärflugplatz in Buochs errichtet, 1939 wurden die Pilatus Flugzeugwerke gegründet. Nach der Fertigstellung des Lopper-Tunnels 1964 konnte die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn eröffnet werden, sie ging 2005 in die Zentralbahn über. Ein weiterer Schritt zur Verkehrsanbindung war der Bau der Autobahn A2 ab Ennethorw und die Eröffnung des Seelisbergtunnels im Jahre 1980. Mit seinen 9,29 km Länge ist der Seelisbergtunnel weiterhin der weltweit längste doppelröhrige Strassentunnel.

Bis 1860 eine Zugbrücke über die Seeenge zwischen Stansstaad und dem Lopper errichtet worden war, war Stansstad ab Luzern praktisch nur mit dem Dampfschiff zu erreichen. Ab 1870 wurden die Belle Epoque-Hotels auf dem Bürgenstock, in Fürigen und in Emmetten errichtet; zunächst entwickelte sich ein Sommertourismus, der von der Alpenromantik profitierte.

SpracheBearbeiten

Als Amtssprache wird Deutsch gesprochen; das Nidwaldnerdyytsch ist verwandt mit dem Luzerner Dialekt und gehört zu den höchstallemannischen Sprachen.

AnreiseBearbeiten

Mit dem ZugBearbeiten

Von Luzern aus gibt es stündliche Verbindungen der Zentralbahn nach Stans, Dallenwil, Wolfenschiessen und weiter ins obwaldnerische Engelberg.

Auf der StrasseBearbeiten

Die von Luzern her kommende Gotthard - Autobahn   durchquert Nidwalden und führt über Altdorf und den Gotthard - Strassentunnel weiter ins Tessin und nach Italien.

Die ebenfalls von Luzern her kommende Seestrasse   biegt als Lopperstrasse Richtung Sarnen ab, über eine Brücke führt die Kantonsstrasse weiter nach Stansstadam See und über Stans nach Engelberg. Ab Stans führt die Kantonsstrasse über Buochs weiter nach Beckenried und auf den Seelisberg; auf dem Seelisberg endet die Durchgangsstrasse, weiter geht es nur auf einem Fussweg nach Bauen im Kanton Uri, oder unten durch den Berg auf dem Strassentunnel.

MobilitätBearbeiten

Neben der Bahnverbindung zwischen Stansstad, Stans, Dallenwil und Wolfenschiessen durch die Zentralbahn bestehen Postautoverbindungen zu den verschiedenen kleineren Ortschaften.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Schnitzturm, Stansstad
 
Wolfenschiessen
 
Hammetschwandlift auf den Bürgenstock
 
Emmetten
  • in Stans steht auf dem Rathausplatz das 1 Winkelrieddenkmal , die Dreifigurengruppe aus weissem Carrara-Marmor wurde 1865 von Ferdinand Schlöth geschaffen. Sie erinnert an die Tat des Schweizer Mationalhelden Arnold Winkelried, der sich während der Schlacht bei Sempach in die Reihen der Lanzen der Habsburger gestürzt haben soll, um den eidgenössischen Kämpfern eine Gasse und somit den Weg zum Sieg zu bahnen. Um den Rathausplatz bilden das Rathaus und die Kirche St. Peter und Paul ein denkmalgeschütztes Ensemble.
  • in Stansstad steht der 2 Schnitzerturm , der Teil einer Seebefestigung war. Er gehörte früher zu zwei Dritteln Obwalden, 1997 schenke Obwalden seinen Anteil der Standortgemeinde.
  • an der Hauptstrasse in 3 Wolfenschiessen sind mehrere sehenswerte Holzhäuser.
  • die Hotels auf dem 4 Bürgenstock stammen aus der Belle Epoque. Eine Standseilbahn führt von der 1 Schiffanlegestelle Kehrsiten zum Bürgenstock Resort hinauf. Von dort aus wurde der Felsenweg der Bergflanke entlang bis zum Aussichtspunkt Chänzeli angelegt, von dort aus überwindet der 5 Hammetschwand-Lift die 150 Höhenmeter bis zum Gipfel des Bürgenstocks. Interessanterweise gehört der Steilhang am Nordhang des Bürgenstock zum Kanton Luzern, er stellt quasi eine nur vom See her zugängliche Exklave da.
  • Auf einer Terrasse über dem Vierwaldstättersee, an der Grenze zum Kanton Uri liegt Emmetten. Eine 2 Gondelbahn führt hinauf zum Skigebiet 3 Stockhütte . Über die 4 Twäregg besteht eine Verbindung zum Skigebiet auf der 6 Klewenalp
  • Die Streusiedlung Seelisberg, zu der die legendenumwobene 7 Rütliwiese gehört, gehört schon zum Kanton Uri.

AktivitätenBearbeiten

Im Sommer kann man in den Bergen wandern. Das Stanserhorn beispielsweise ist ein bekannter Aussichtsberg mit Blick auf den Vierwaldstätter See und das Schweizer Mittelland. Es ist auch per Cabrioseilbahn mit offenem Oberdeck ab Stans erreichbar.

  • 5 Stanserhorn-Bahn, Stansstaderstrasse 19, 6370 Stans. Tel.: +41 (0)41 618 80 40, E-Mail: . Historische Standseilbahn in der ersten Sektion, Schwebebahn mit offenem Oberdeck ("Cabrio-Seilbahn") in der zweiten Sektion auf das Stanserhorn.

Auf der Musenalp befindet sich eine Alpkäserei und natürlich eine Alpbeiz; die Alp ist Ausgangspunkt für verschiedene Bergwanderungen.

Im Winter läst die Region zum Skifahren ein. Das größte Skigebiet Klewenalp-Stockhütte liegt oberhalb von Beckenried und Emmetten, eine Zugangsmöglichkeit ist die 7 Klewenalpbahn , die von Beckenried aus direkt auf die Klewenalp führt.

Name Telefon Höhenlage Anzahl Klein- und Großkabinenbahnen  Anzahl Sessellifte  Anzahl Schlepplifte  Pistenkilometer leicht  Pistenkilometer mittel  Pistenkilometer schwer  Σ
Skigebiet Klewenalp - Stockhütte +41 (0)41 624 66 00 774 - 2.001 m 2 3 8 15 25 40 km

Weitere Wintersportmöglichkeit bestehen im Tal von Engelberg in Dallenwil und in Engelberg selber mit den Titlisbahnen. In Dallenwil führt die 8 Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli auf das Plateau von Wirzweli, dort wird an einem Skilift mit einer 1,5 km langen Piste gefahren, man kann winterwandern und Schneeschuh laufen, keine signalisierte Talabfahrt.

Name Telefon Höhenlage Anzahl Klein- und Großkabinenbahnen  Anzahl Sessellifte  Anzahl Schlepplifte  Pistenkilometer leicht  Pistenkilometer mittel  Pistenkilometer schwer  Σ
Luftseilbahn Dallenwil-Wirzweli AG +41 (0)41 628 23 94 1.227 - 1.600 m 1 1 1.5 1,5 km

KücheBearbeiten

  • Der Sbrinz ist ein Hartkäse, der mit zu den ältesten Käsesorten Europas zählt. Er wird nach traditioneller Methode in Handarbeit in Kupferkesseln in den Kantonen Luzern, Obwalden und Nidwalden hergestellt.

NachtlebenBearbeiten

SicherheitBearbeiten

KlimaBearbeiten

AusflügeBearbeiten

  • Nicht weit und gut erreichbar liegt am Vierwaldstädter See Luzern mit einer sehenswerten Altstadt.
  • Auf der Grenze zwischen Obwalden und Luzern liegt der Aussichtsberg Pilatus mit Blick auf den Vierwaldstädter See und Luzern. Erreichbar ist er sowohl von Kriens bei Luzern mit einer Gondelbahn als auch mit der historischen Zahnradbahn von Alpnachstad aus.
  • Südlich liegt die Obwaldener Exklave Engelberg mit seinem Benediktinerkloster und mit zwei Skigebieten am 3.000 Meter hohem Berg Titlis.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Kanton Nidwalden Online

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.