Solnhofen
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Solnhofen ist ein Marktort im Altmühltal. Bekannt ist er wegen der frühromanischen Sola-Basilika, wegen des hier abgebauten Plattenkalks, der eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Lithografie spielte sowie wegen der vielen Fossilienfunde, darunter die ersten Funde des gefiederten Sauriers Archaeopterix.

HintergrundBearbeiten

 
Solnhofen - Fundort des Archaeopteryx

Überregionale Bekanntheit hat Solnhofen vor allem wegen der hier vorkommenden Plattenkalk, einem Kalkstein aus dem Weißen Jura, der sich leicht in Platten brechen lässt. Dieser hat einerseits für die Paläontologie, andererseits für die Kunstgeschichte große Bedeutung. Seit der Römerzeit wurde er zunächst für Bodenplatten verwendet, z. B. in der römischen Villa in Theilenhofen (Iciniacum) bei Weißenburg in Bayern. Im Jahr 1796 erfand dann der Schriftsteller, Schauspieler und Komponist Alois Senefelder (1771–1834) das Verfahren der Lithografie (Steindruck), das zunächst für die Vervielfältigung von Noten angewandt wurde und wofür sich – wie sich herausstellte – der Solnhofener Plattenkalk besonders gut eignete. Später wurde die Lithografie dann auch für den Druck von Bildern verwendet, viele Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts bedienten sich dieses Verfahrens. Die Nachfrage nach Solnhofener Plattenkalk nahm dadurch stark zu.

Beim Abbau des Gesteins stellte sich heraus, dass dieses auch zu den bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt gehört. Immer wieder wurden in den Solnhofener Steinbrüchen versteinerte Lebewesen aus der Jurazeit (ca. 150 Millionen Jahre vor heute) entdeckt. Der forschungsgeschichtlich bei weitem bedeutendste und zugleich in der Allgemeinheit bekannteste dieser Funde war die 1860 entdeckte „Feder“ des Archaeopteryx, einer Sauriergattung, die als stammesgeschichtliche Übergangsform zu den Vögeln gilt. Die Entdeckung des Archaeopterix lieferte ein starkes Argument zur Untermauerung von Charles Darwins 1859 publizierter Evolutionstheorie, die sich in der Folgezeit in der Wissenschaft durchsetzte.

Spuren menschlicher Siedlungen im Gebiet von Solnhofen sind bis auf die Zeit um 8000 v. Chr. zurückzuführen, sie stammen aus der Mittelsteinzeit, aus der späten Hallstatt- bzw. frühen Latène-Zeit sowie dem Frühmittelalter. In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde der Ort unter dem Namen „Husen“ urkundlich erstmals erwähnt. Der heutige Name geht auf den später heiliggesprochenen Missionar Sola zurück, der hier im Jahr 794 starb. Sola hatte hier eine Propstei gegründet, die zum Bistum Fulda gehörte und die eines der frühesten christlichen Zentren in Ostfranken war.

AnreiseBearbeiten

Mit der BahnBearbeiten

Solnhofen hat eine 1 Bahnstation an der Strecke München-Ingolstadt-Treuchtlingen-Nürnberg, der stündlich mit Regionalbahnen aus München (Fahrtzeit 1:40 Std.), Ingolstadt (40 Minuten) und Treuchtlingen (10 Minuten), zweistündlich von Nürnberg (1:10 Std.) bedient wird. Nächster ICE-Bahnhof ist Ingolstadt, einzelne Fernverkehrszüge halten auch in Treuchtlingen.

Mit dem BusBearbeiten

Auf der StraßeBearbeiten

Solnhofen liegt an den Staatsstraßen 2230 (Treuchtlingen–Eichstätt, parallel zur Altmühl) und 2217. Anschluss an Bundesstraßen besteht ca. 9 km nordwestlich, bei Treuchtlingen, an die B2 (Nürnberg–Augsburg) und 13 km östlich, bei Eichstätt, an die B13 (Würzburg–Ansbach–Ingolstadt–München). Die nächstgelegene Autobahn-Anschlussstelle ist Altmühltal an der A9 (Nürnberg–München).

Mit dem FahrradBearbeiten

Solnhofen liegt direkt am Altmühltal-Radweg. In flussabwärtiger Richtung sind es 15 km von Treuchtlingen, 40 km von Gunzenhausen; flussaufwärts 30 km von Eichstätt.

MobilitätBearbeiten

 
Karte von Solnhofen

SehenswürdigkeitenBearbeiten

  • 1 Bürgermeister-Müller-Museum, Bahnhofstraße 8. Tel.: (0)9145 8320-30.     . Der Urvogel Archaeopteryx wurde bisher nur im Solnhofener Gebiet gefunden. Einer der bisherigen 11 Funde ist hier ausgestellt. Zahlreiche Fossilien-Funde und manchmal auch Nachbildungen aus der Umgebung sind hier ausgestellt und erläutert. Im Obergeschoss des Museums ist die Erfindung der Lithographie durch Alois Senefelder (Steindruck auf Solnhofener Platten) ausgestellt. Geöffnet: 01.04.-31.10. täglich von 9-17 Uhr, von 01.11.-31.03. So von 13-16 Uhr und n.V. Preis: Eintritt Erw. 5 €, Kombi mit Fossiliensteinbruch 11 €.
  • 2 Hobbysteinbruch (bei Mörnsheim). Tel.: (0)9145 - 839042. Geöffnet: April-Oktober täglich 10-16 Uhr. Preis: Eintritt Erw. 7 €, Werkzeug kann ausgeliehen werden.
  • 3 Sola-Basilika.     . Ruine einer romanischen Basilika aus dem 11. Jahrhundert am Grab des Heiligen Sola, einem Missionar, der 794 in Solnhofen starb. Mit ihren hochwertigen Stuckverzierungen und Säulenkapitellen gehört sie zu den wichtigsten Kulturdenkmälern dieser Zeit in der Region.
  • Senefelder-Denkmal (in der Ortsmitte). Denkmal für Alois Senefelder, den Erfinder der Lithografie, durch die der Solnhofener Plattenkalk international an Bedeutung gewonnen hat.

AktivitätenBearbeiten

EinkaufenBearbeiten

  • Getränkemarkt Hefele, Bahnhofstraße 12
  • Lebensmittel Thoma, Bahnhofstraße 1
  • Museumscafe, Benediktstr. 15
  • Metzgerei
  • Bäckereien

KücheBearbeiten

  • 1 Zur alten Schule, Ferd.-Arauner-Str. 28. Tel.: (0)9145 6422. reichhaltige Speisen
  • 2 Zum Mühlenwirt, Eßlinger Str. 3. Tel.: (0)9145 836820.
  • 3 Gasthaus Café 13. Apostel, Eßlingen 1. Tel.: (0)9145 836760.
  • Hotel Gasthof Zum Verkauften Grossvater Brot und Semmeln aus eigener Herstellung. Täglich Frühstücksbrunch von 8 Uhr bis 10 Uhr! Kein Ruhetag!
  • Venus Döner Imbiss, Ferdinand-Arauner-Str. 1a

Nach 21:00 hat im Allgemeinen keine Gaststätte mehr geöffnet.

UnterkunftBearbeiten

GesundheitBearbeiten

  • Dr. Gedon, Bahnhofstraße 4a

Praktische HinweiseBearbeiten

AusflügeBearbeiten

Solnhofen liegt inmitten des Naturparks Altmühltal. Diesen kann man gut bei einer Radtour auf dem Altmühltal-Radweg, einer Kanutour auf der Altmühl oder Wanderungen entlang des insgesamt 200 km langen Altmühltal-Panoramawegs erkunden.

  • Pappenheim (7 km nördlich; 5 min mit der Bahn), Stammburg der aus Schillers Wallenstein bekannten Pappenheimer
  • Barockstadt Eichstätt (20 km östlich; 13 min mit der Bahn), auf der Willibaldsburg befindet sich ein Jura-Museum, in dem u. a. ein versteinertes Exemplar des Archaeopterix ausgestellt wird
  • Mittelalterliches Weißenburg (21 km nördlich; 21 min mit der Bahn)
  • Gunzenhausen (35 km nordwestlich; 30 min mit der Bahn via Treuchtlingen), Fossilien- und Steindruckmuseum mit Exponaten aus Solnhofen, außerdem Wassersport am Altmühlsee
  • Renaissancestadt Neuburg (36 km südöstlich)

WeblinksBearbeiten