Neapel

italienische Großstadt

Neapel (italienisch: Napoli), die Hauptstadt der Region Kampanien und wichtiger Fährhafen, ist mit ziemlich genau einer Million Einwohnern die drittgrößte Stadt Italiens.

Neapel

HintergrundBearbeiten

GeschichteBearbeiten

Neapel ist das alte Neapolis („Neustadt“), eine griechische Kolonie in Kampanien, sechs römische Meilen von dem älteren Paläopolis („Altstadt“) gelegen, welches auf dem heutigen Monte Posilipo zu suchen ist. Dort ließen sich nach Strabon die chalkidischen Kolonisten aus dem nahen Kyme (Cumä) zuerst nieder. Später erst gründeten sie, durch Chalkidier und Athener verstärkt, die „neue Stadt“, welche mit Paläopolis eine Zeitlang eine Gemeinde Parthenope bildete. Obwohl von den Samnitern erobert, bewahrte Neapolis doch seinen griechischen Charakter, seine altgriechischen Spiele und Wettkämpfe, seine Einteilung in Phratrien bis in die spätesten Zeiten. Noch aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. haben sich griechische Inschriften von Neapel erhalten.

Während Paläopolis einen Krieg mit den Römern begann und nach der römischen Eroberung 326 v. Chr. aus der Geschichte verschwand, schloss Neapel ein Bündnis mit den Römern, die der Stadt als civitas foederata ihre eigene Verfassung ließen. Neapel stieg rasch zu hoher Blüte auf. Es leistete Rom durch seine Flotte wesentliche Dienste und war wegen der herrlichen Gegend und der blühenden griechischen Kunst und Wissenschaften ein Lieblingsaufenthaltort gebildeter und vornehmer Römer, wie Vergil, Claudius, Nero, Statius u. a. Die Stadt hatte, wenn sie auch neben Tarent die größte Seestadt Unteritaliens war, nicht denselben Umfang wie das heutige Neapel.

Dieses erhielt erst im Mittelalter als Residenz der normannischen Könige seine damalige Größe und Bedeutsamkeit. 536 wurde Neapel den Goten durch Belisar entrissen und gehörte dann zum byzantinischen Reich. Unter den eigenen Herzögen war es aber fast selbständig und wurde 1148 von den Normannen erobert.

Ab dem 13. Jahrhundert war Neapel die Residenz des Königreichs Sizilien, das nicht nur die gleichnamige Insel, sondern ganz Süditalien umfasste und im Besitz des aus Frankreich stammenden Hauses Anjou stand. Im Jahr 1302 wurde das Königreich Sizilien geteilt, der auf dem Festland gelegene Teil wurde fortan das „diesseitige Königreich Sizilien“ (Regno di Sicilia citeriore) oder einfach Königreich Neapel genannt. 1443 wurde es vom spanischen Haus Aragón erobert. Von 1516 bis 1735 war es im Besitz der Habsburger, anschließend der Bourbonen. Nach dem Wiener Kongress 1815 wurden Neapel und Sizilien wieder vereint, zum sogenannten Königreich beider Sizilien. Die Hauptstadt blieb Neapel. Erst im Zuge des Risorgimento wurde Neapel – und damit ganz Süditalien – 1861 dem geeinten Königreich Italien hinzugefügt.

StadtteileBearbeiten

Die Stadt Neapel teilt sich prinzipiell in zwei Teile, die Ober- und Unterstadt. Die Unterstadt beinhaltet das Stadtzentrum, das Centro Storico, zu diesem rechnet man die Stadtteile 1-San Ferdinando, 2-Chiaia, 3-San Giuseppe, 4-Montecalvario, 5-Avvocata, 6-Stella, 7-San Carlo all’Arena, 9-San Lorenzo, 11-Pendino und 12-Porto.

Die Oberstadt besteht aus Vomero und anderen Stadtteilen.

Politisch sind die insgesamt 30 Stadtteile (quartieri) der Stadt in zehn Verwaltungsbezirken (municipalità) zusammengefasst:

Municipalità 1 1. San Ferdinando, 2. Chiaia und 15. Posillipo
 
Die 30 Stadtteile Neapels
Municipalità 2 3. San Giuseppe, 4. Montecalvario, 5. Avvocata, 10. Mercato, 11. Pendino und 12. Porto
Municipalità 3 6. Stella, 7. San Carlo all’Arena
Municipalità 4 8. Vicaria, 9. San Lorenzo, 16. Poggioreale und 17. Zona Industriale
Municipalità 5 13. Vomero und 14. Arenella
Municipalità 6 28. Ponticelli, 29. Barra und 30. San Giovanni a Teduccio
Municipalità 7 24. Miano, 25. Secondigliano und 27. San Pietro a Patierno
Municipalità 8 22. Chiaiano, 23. Piscinola und 26. Scampia
Municipalità 9 20. Soccavo und 21. Pianura
Municipalità 10 18. Bagnoli und 19. Fuorigrotta

AnreiseBearbeiten

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der moderne internationale 1 Aeroporto di Napoli        (IATA: NAP) befindet sich im Bezirk Capodichino, circa 6 Kilometer nordöstlich der Stadtmitte. Er verfügt über alle zu erwarteten Annehmlichkeiten und Dienstleistungen.

Von Deutschland bietet Lufthansa ganzjährig Direktflüge aus Frankfurt und München an. Ebenso Eurowings aus Köln/Bonn, Düsseldorf und Stuttgart sowie in der Sommersaison zusätzlich aus Dortmund, Hamburg und Hannover. easyJet bedient Neapel aus Berlin, Basel und Zürich. Umsteigeverbindungen ergeben sich zudem mit Alitalia über Rom und Mailand-Linate. Da eine Fahrt mit dem Hochgeschwindigkeitszug aus Rom nur etwas über eine Stunde dauert, ist auch eine Anreise per Flugzeug nach Rom denkbar.

Der Flughafen ist mit zwei zuverlässigen, wenn auch teils deutlich verspäteten, Buslinien an die Innenstadt angebunden: Der Flughafenbus Alibus (5,-€ einfach) verkehrt ohne Zwischenhalte in ca. 15 Minuten zum Hauptbahnhof (Napoli Centrale) und dann in weiteren 20 Minuten zum Fährhafen (Porto), von wo aus die Fähren nach Capri und Ischia ablegen. Eine günstigere, jedoch wesentlich langsamere Alternative zum Hauptbahnhof ist die Linie 3S (1,50€ einfach). Tickets gibt es jeweils beim Fahrer, an Kiosken oder über die Unico Campania-App. Eine Metrolinie zum Flughafen ist im Bau, hat jedoch bereits mehrere Jahre Verspätung und ist nicht vor 2024 zu erwarten.

Mit der BahnBearbeiten

  • Bahnhof 2 Napoli Centrale     
  • Bahnhof 3 Napoli Afragola     

Das Zugsystem in Italien ist in den letzten Jahren immer weiter modernisiert worden und mitunter deutlich günstiger als in Deutschland. Die Anreise aus Deutschland mit dem Zug nach Neapel ist prinzipiell mit einmaligem Umstieg möglich. Jeweils aus München kommend entweder in Mailand (EuroCity, mehrmals täglich) oder in Rom (ÖBB nightjet, einmal täglich über Nacht).

Zwischen Rom und Neapel verkehren sowohl Regionalzüge (ca. 3 Stunden, ab 10,-€) als auch die Hochgeschwindigkeitszüge Frecciarossa und italo. mit bis zu 300km/h ohne Zwischenhalte (ca. 1 Stunde, bei früher Buchung ab 19,-€), letztere verkehren oft auch bereits ab Mailand.

Neapel verfügt über zwei Fernbahnhöfe: Den Hauptbahnhof Napoli Centrale östlich der Innenstadt sowie den neuen Hochgeschwindigkeitsbahnhof Napoli Afragola in einem Vorort nordöstlich der Stadt, mit dem zukünftig Züge von Rom auf die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke nach Bari durchfahren können, ohne in die Innenstadt Neapels zu müssen.

Mit dem BusBearbeiten

Mittlerweile kann Neapel mit überregionalen Buslinien wie Flixbus von z. B. Rom aus erreicht werden.

Auf der StraßeBearbeiten

Autofahren in Neapel ist nichts für schwache Nerven. Fahrbahnmarkierungen haben ebenso wie Ampeln und Verkehrsschilder einen empfehlenden Charakter und werden allgemein nicht ernst genommen. Am Ehesten kann man sich noch auf das Rechtsfahrgebot verlassen, aber auch das nicht immer. Für Autofahrer, die die herrschenden Prinzipien nicht kennen, ist es sehr schwer, ohne Blechschaden im Straßenverkehr zurecht zu kommen. Auf Fußgänger wird hingegen sehr genau geachtet und Rücksicht genommen. Die Straße kann auch bei fließendem Verkehr zu jeder Zeit an jeder Stelle überquert werden. Die Hupe wird in Neapel noch stärker als anderswo in Italien als Signalmittel genutzt. Ihre Nutzung heißt so viel wie "Achtung, hier fährt noch jemand" und soll zum Beispiel vor Kurven entgegenkommende Fahrzeuge warnen.

Die Orientierung wird durch die teilweise steile Topographie erschwert. Zwischen Strassen, die sich auf dem Stadtplan berühren, können auch mal 10 Höhenmeter liegen.

Es besteht eine große Gefahr von Autodiebstählen. Im Jahr 2004 wurden in Neapel pro Kopf gesehen die drittmeisten Autos in der EU gestohlen (nach der Nachbarstadt Caserta und Catania). Viele Neapolitaner parken ihre Autos in bewachten Tiefgaragen, auf der Straße gibt es meist keinen Platz zu parken. Die sogenannten "Parcheggiatori", die man überall an Parklücken sieht, bieten für einen Betrag von etwa zwei Euro einen Parkplatz an. Dieser ist zumeist nicht gesetzeskonform, aufgrund der Kontakte dieser Parkeinweiser zur Polizei ist jedoch kein Ordnungsgeld zu befürchten. Besser als mit dem Auto kommt man in Neapels Gassen mit dem Motorroller vorwärts. Ohne spezifische Kenntnisse der "ungeschriebenen Gesetze" im Straßenverkehr ist auch davon jedoch abzuraten.

Mit dem SchiffBearbeiten

Es gibt einen großen, internationalen Hafen, der hauptsächlich für Fracht und große Personenschiffe genutzt wird. An dessen Westrand befindet sich die 4 Molo Beverello, an der Fähren zu den vielen kleinen Inseln (Capri, Procida und Ischia), sowie zur Amalfiküste (Sorrent, Positano, Amalfi) fahren. Weitere bedeutende Fährstrecken vom großen Hafen sind Neapel-Genua und Neapel-Palermo. Hier ist auch die Stazione Marittima, an der auch Kreuzfahrtschiffe anlegen.

MobilitätBearbeiten

 
Karte von Neapel
 
Karte der U-Bahn Neapel

Obwohl Neapel eine Millionenstadt ist, kann im Zentrum prinzipiell alles für Touristen Interessante auch zu Fuß erreicht werden.

Um zügiger voran zu kommen oder Gepäck zu transportieren, bietet sich die Fahrt mit der Metro an. Das U-Bahn-System besteht im Kern aus drei Linien und den weiteren metroähnlichen Vorortzügen Circumvesuviana, Circumflegrea und Cumana sowie mehreren Standseilbahnen.

  • Linie M1 vom Piazza Garibaldi (Hauptbahnhof) in einer Schleife durch die Innenstadt nach Norden bis Piscinola
  • Linie M6 verkehrt in einem isolierten Abschnitt im Süden der Stadt von Mostra nach Mergellina
  • Linie M2 ist eigentlich eine von Trenitalia betriebene Regionalbahn und verkehrt von West nach Ost durch die Vororte und Teile der Innenstadt.

Die U-Bahn wird seit einigen Jahren stark ausgebaut, was sich aufgrund der Bausubstanz und zahlreichen historischen Funden im Erdreich als extrem komplex erweist und mit jahrelangen Verspätungen verbunden ist. So haben die Anbindung des Kreuzfahrthafens und des Flughafens mit Stand 2021 mehrere Jahre Verspätung, die zentrale Haltestelle Duomo ebenso. In der Innenstadt ist daher auch mit großflächigen Baustellen zu rechnen.

Die umliegenden Städte lassen sich mit der Circumvesuviana, einem Zug ähnlich einer S-Bahn erreichen. Der Bahnhof in Neapel (Napoli Garibaldi) liegt unterhalb des Hauptbahnhofs hinter dem Zugang zur Metro. Der Zugang ist auch über das Bahnhofsgebäude in einer Seitenstraße an der Piazza Garibaldi möglich, der dortige Bahnhof heißt Porta Nolana. Die "Vesuviana" hat sehr unterschiedliches Zugmaterial im Einsatz. Die Bahn hält vor allem in Trabantenstädten, in denen es keine für Touristen relevanten Sehenswürdigkeiten gibt. Ausländer nutzen sie meist nur für Fahrten nach Pompei, Ercolano und Sorrento. Mit der Circumflegrea und der Cumana gibt es zwei weitere Vorortbahnen. Sie fahren auf zwei unterschiedlichen Routen vom Bahnhof Montesanto, unweit der Piazza Dante, in die westlichen Vororte Neapels, beide enden in Torregaveta. Viele Züge sind sehr alt von außen komplett beschmiert, andere sind neu und mit Klimaanlage ausgestattet.

Neapel verfügt darüber hinaus über mehrere Standseilbahnen in Mergellina, Montesanto, Chiaia und im Zentrum an der Via Toledo, die in die oberen Teile der Stadt führen. Sie können mit den gewöhnlichen Unico-Napoli-Fahrscheinen genutzt werden und sind bis Mitternacht in Betrieb.

Da die vorhandenen Haltestellen meist nicht direkt an den Sehenswürdigkeiten gelegen sind, empfiehlt sich im innerstädtischen Kurzstreckenverkehr in der Praxis meist die Nutzung einer Buslinie. Die roten oder orangenen Fahrzeuge sind allerdings oft rappelvoll, wodurch eine gewisse Diebstahlgefahr entsteht.

Taxis gibt es in Hülle und Fülle, die Preise sind relativ hoch. Für einige Strecken, zum Beispiel vom Hauptbahnhof zum Flughafen, gibt es von der Region Kampanien vorgegebene Tarife, die aber in der Praxis bei Auswärtigen selten eingehalten werden. Auf Nachfrage bekommt man statt des offiziellen Tarifs oft nur eine gefälschte Quittung. Einige Taxifahrer fahren Umwege oder wollen Zusatzleistungen abrechnen, die weder verlangt noch erbracht wurden. Wenn Taxen bestellt werden, so ist für die Anfahrt keine Pauschale, sondern immer der gesamte Fahrpreis zu entrichten, selbst wenn der Fahrer aus Rom käme. Es gibt viele konkurrierende Taxizentralen. Die Aufschrift macht keinen Unterschied, solange die Taxen gelb oder weiß sind und über ein Schild mit dem Wappen der Region Kampanien sowie einer Nummer verfügen.

Das Tarifsystem für den öffentlichen Nahverkehr in Neapel wurde zum 1. Januar 2015 überarbeitet und stark vereinfacht. 90-minütige Tickets im Stadtgebiet kosten mit Stand 2021 1,50 Euro und Tagestickets 3,50 Euro. Tickets gibt es an Kiosken und teilweise an besetzten Schaltern in den Bahnhöfen, die wenigen Automaten sind häufig defekt - es empfiehlt sich zwischenzeitlich auch die Nutzung der (auf Deutsch verfügbaren) App Unico Campania, mit der sich Tickets von zahlreichen Verkehrsunternehmen der Region erwerben lassen.

Mit dem PKWBearbeiten

Seit einigen Jahren wird das Stadtzentrum von Neapel mit einer "Zona traffico limitato" (ZTL) verkehrsberuhigt. Nach wütenden Protesten von Anwohnern und Geschäftsinhabern wurde zunächst die Promenade "Lungomare Caracciolo" für Autofahrer gesperrt und wird nun insbesondere bei Sonnenuntergang gerne von Fußgängern, Radfahrern und Skatern genutzt. Mit der Eröffnung der Metrostationen Municipio und Duomo wurden sich die dortigen Straßen für den Individualverkehr verengt mit mehr Platz für Passanten. Zwischen 9 und 18 Uhr ist die historische Altstadt für den Autoverkehr gesperrt. Weitere Informationen zu den aktuell in Kraft gesetzten ZTL gibt es auf der Internetseite der Kommune Neapel.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Im Dom von Neapel

Die historische Altstadt, das Centro storico, ist voll von Sehenswürdigkeiten. Es gibt hunderte alte Baudenkmale.

Kirchen und KlösterBearbeiten

  • 1 Duomo di Napoli (Dom von Neapel)     
  • 2 Monastro di Santa Chiara (Kloster mit Kirche Santa Chiara)     
  • 3 Chiesa del Gesù Nuovo.     . Renaissancekirche mit prachtvoll barocker Innengestaltung. Ungewöhnlich ist die dunkle, von räumlichen Diamantquadern geprägte Werksteinfassade. In die Fassade gemeißelt sind Schriftzeichen in Aramäisch (der Sprache Jesu), die miteinander verbunden ein Pentagramm ergeben und zudem – wenn man jedem Buchstaben einen bestimmten Ton zuordnet – ein Musikstück darstellen. Auf dem Platz vor der Kirche steht die barocke Mariensäule Guglia dell'Immacolata.
  • 4 San Lorenzo Maggiore (basilica di San Lorenzo Maggiore), Piazza San Gaetano 316. Tel.: +39 081 2110860.     . Kirche und ehemaliges Franziskanerkloster. Erbaut im 13. JH., umgebaut im Stil des Barock im 18. JH. Sie steht im Zentrum der antiken griechisch-römischen Stadt. Der antike römische Markt unter der Kirche kann besichtigt werden. Geöffnet: tägl. 9:30 - 17:30. Preis: Erw. 9 €.
  • 5 San Francesco di Paola (basilica di San Francesco di Paola)     
  • 6 San Paolo Maggiore (basilica di San Paolo Maggiore).     . Barocke Kirche, basilika minor.

Schlösser und BurgenBearbeiten

 
Castel Nuovo, eines der vielen Castelli in Neapel
  • 7 Castel Sant'Elmo, Largo S. Martino, 24.     . Das Kastell wurde im 14. JH. erbaut , es steht auf dem Hügel Vomero und wurde über den Fundamenten einer ehemaligen Kirche erbut, die ursprünglich Sant'Erasmo hieß. Im 18./19. JH Militärgefängnis, jetzt dient es als Museum. Nach einer alten Sage beherbergt das Kastell ein weiß gekleidetes Gespenst.
  • 8 Castel Nuovo (Maschio Angioino)     
  • 9 Castel dell'Ovo. Es gibt hier einen kostenfrei nutzbaren Aufzug, um vom Zugang bis zum Burggelände zu gelangen. Der Name der Burg geht zurück auf den römischen Dichter Vergil, der bis ins Mittelalter als Zauberer galt. Dieser hat der Sage nach ein Ei unter dem Fundament der Burg versteckt und prophezeit, dass die Burg einstürzt, sobald das Ei zerbricht.
  • 10 Palazzo Reale.     . Der ehemalige Herrscherpalast des Königreichs Neapel-Sizilien. Der Spätrenaissance-Bau wurde 1600–1620 nach einem Entwurf des Domenico Fontana errichtet. Noch bis 1946 wurde er als eine Nebenresidenz der italienischen Könige genutzt. Heute beherbergt der Palast ein staatliches Museum (Museo di Palazzo Reale) und – im Ostflügel – die Nationalbibliothek Neapel.
  • 11 Palazzo Donn'Anna.     . Barocker Palast aus der Mitte des 17. Jahrhunderts, malerisch unmittelbar an die Küste geschmiegt und vom Meer umspült.
 
Vornehmer Salon in der Villa Pignatelli
  • 12 Villa Pignatelli.     . Klassizistische Monumentalvilla aus dem 19. Jahrhundert, errichtet für den britischen Baronet Ferdinand Dalberg-Acton, dessen Vater zeitweilig Premierminister von Neapel war. Die Anlage beherbergt heute das Museo Principe Diego Aragona Pignatelli Cortés (stellt die Wohnverhältnisse der einstigen adligen Besitzer dar, mit wertvollen Möbeln, Porzellan, Gemälden, Bibliothek, Schallplattensammlung usw.) und das Museo delle carrozze (Kutschenmuseum).
  • 13 Villa Floridiana.     . Klassizistische Villa, errichtet 1817–19 als Sommerresidenz von Lucia Migliaccio, der Gattin des Königs Ferdinand I., die, weil sie nicht standesgemäß war, „nur“ den Titel Herzogin von Floridia trug. Heute beherbergt die Villa das Museo Duca di Martina, eine Sammlung wertvoller Porzellan- und Majolikaarbeiten.

BauwerkeBearbeiten

  • 14 Teatro di San Carlo (Opernhaus von Neapel)     
  • 1 Galleria Umberto I. Mit einem Glasgewölbe uberdachte Einkaufspassage in aller Grandezza, die das ausgehende 19. Jahrhundert hervorbrachte
  • Aus der griechisch-römischen Vergangenheit sind noch viele Bauwerke im Untergrund der Stadt verborgen, darunter ein Theater, das zusammen mit den Tunnelgewölben im Rahmen der Tour Napoli Sotterranea („unterirdisches Neapel“) besucht werden kann. Eine Übersicht über die wichtigsten archäologischen Stätten von Neapel hier im Abschnitt Neapel.

MuseenBearbeiten

 
Das Alexandermosaik aus Pompeji im Museo Archeologico Nazionale di Napoli
 
Deckengemälde im Museo di Capodimonte
  • 15 Museo Archeologico Nazionale di Napoli (archäologisches Museum) (nahe Piazza Museo und Metrostation "Museo").     .
  • 16 Museo Nazionale di Capodimonte (im Bosco di Capodimonte, einem großen Park auf einem der Berge in Neapel, Anreise mit dem Bus z. B. ab Piazza Cavour).     .
  • Museo del Tesoro di San Gennaro, Via Duomo, 149. Hier wird der Domschatz von Neapel ausgestellt, u. a. eine diamant-, rubin- und smaragdverzierte Mitra (Bischofshut), Silberarbeiten vom 14. Jahrhundert bis in die Gegenwart sowie Gemälde neapolitanischer Künstler wie Luca Giordano.

Straßen und PlätzeBearbeiten

 
Uferpromenade (Lungomare) Via Caracciolo

Um der Hektik im Stadtzentrum ein wenig zu entgehen, bietet sich ein Schlendern auf der Uferpromenade (Lungomare) 17 Via Francesco Caracciolo zwischen Castel dell'Ovo und Mergellina an, mit Blick auf den Golf von Neapel, den Vesuv und Capri. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite laden zahlreiche Restaurants und Cafés zur Einkehr ein.

  • 18 Piazza del Plebiscito.     . Die Piazza ist eingerahmt von der Kirche San Francesco di Paola und ihrer Säulenhalle, ihr gegenüber liegt der Palazzo Reale. Vonhier sind es nur wenige Schritte zum Gran Caffè Gambrinus, zum Teatro San Carlo und zur Galleria Umberto I.

ParksBearbeiten

 
Parco di Capodimonte

Auch in den Parks findet man Ruhe von der Hektik in den Straßen:

  • 19 Villa Comunale.   . Dieser Park liegt am Meer etwas nördlich der Festung Castel dell' Ovo. Im Kern wurde der Garten um 1700 angelegt, wesentliche Elemente stammen vom Ende des 18. Jahrhunderts, darunter aufwendig gestaltete Brunnen und klassizistische Statuen. Hier kann man auch ein kleines Aquarium bestaunen. Der Zugang ist öffentlich und kostenlos.
    • 20 Aquarium (Stazione zoologica Anton Dohrn)     
  • 21 Botanischer Garten (Orto botanico di Napoli), Via Foria.     .
  • 22 Parco di Capodimonte.     . Größter und vielleicht schönster Park von Neapel, das Nationalmuseum liegt mittendrin.
  • 24 Parco Vergiliano a Piedigrotta.     . Kleiner Park mit Zugang zur sogenannten 23 Crypta Neapolitana      , einem Tunnel aus römischer Zeit mit dem angeblichen Grab des lateinischen Dichters Vergil. Geöffnet: täglich außer Di, Mitte Oktober–Mitte April: 10–14.50 Uhr, April–Oktober: 9–19 Uhr.

VerschiedenesBearbeiten

In der Altstadt findet man an vielen Stellen die individuell aus Kork gefertigten Weihnachtskrippen.

AktivitätenBearbeiten

EinkaufenBearbeiten

Das antike Forum von Neapel
 
Unter San Lorenzo Maggiore

Es gibt überall Filialen der Supermarktketten Carrefour, Superò, Conad oder MD Discount (vergleichbar mit Aldi, sehr preisgünstig) von ganz kleinen Filialen bis zum "Ipermercato" in der Peripherie. Daneben existieren sehr viele kleine Lebensmittelläden, Straßenhändler und -stände sowie auch ganze Märkte, zum Beispiel an der Porta Nolana, wo sich ein großer Markt entlang einer Straße, die am gleichnamigen Stadttor beginnt, vor allem für frischen Fisch und Lebensmittel bekannt. Die Straßenhändler haben bei einheimischen Produkten oft bessere Qualität und Preise, insbesondere bei Obst, Gemüse und Käseprodukten (vor allem der exzellente Mozzarella di Buffala, den es nur in dieser Region gibt). Die Bauern verkaufen ihre Produkte oft selbst, zumeist an Ständen. Für alles andere gibt es kleinere Fachgeschäfte, die Enoteca für Wein, die Latteria für Milchprodukte (zumeist ein kleiner Laden für alles), die "Pasticceria" für Backwaren, die Konditoreien etc.

Es gibt auch sehr gute hochpreisige Waren, vor allem im Bereich Kleidung. Die Neapolitaner legen viel Wert auf ihr Äußeres, die getragene Mode entspricht oft dem letzten Schrei und ist erst mit Abstand von ein bis zwei Jahren auch in Deutschland zu sehen. Lederwaren wie Gürtel oder Handtaschen bekommt man in einer gewaltigen Auswahl. Besonders viele Kleidungsgeschäfte gibt es auf dem Corso Umberto oder auf der Via Roma. Es gibt auch noch zahlreiche Schneider, die (teil-) maßgeschneiderte Anzüge herstellen, in der Regel ab dreistelligen Preisen. Der Krawattenschneider Marinella bedient prominente Kundschaft in der ganzen Welt. Hochwertige Regenschirme können bei Mario Talarico gekauft oder in Auftrag gegeben werden. Alle italienischen Luxusmarken sind mit mindestens einer Filiale in Neapel vertreten, auch viele ausländische Kleidungsmarken können in eigenen Geschäften gekauft werden. Diese befinden sich hauptsächlich in Chiaia und auf dem Vomero. Feilschen ist bei privaten Händlern grundsätzlich möglich. Die Neapolitaner lieben es geradezu zu feilschen, egal ob sie ein paar Socken oder ein Auto kaufen. Vor allem bei niedrigpreisigen Produkten können die Preise in der Stadt sehr unterschiedlich sein. Es ist daher zum bedächtigen Kauf zu raten.

  Monaciello
Der Monaciello ist eine teils gutartige, oft jedoch boshafte Figur mit dem Aussehen eines kleinen Mönchs. Er kann in der Nacht aus den Wasserbrunnen in die Häuser kommen, dort Gegenstände verschwinden lassen oder mit seinen magischen Kräften unerklärliche Dinge anstellen. Man kann ihn besänftigen, wenn man ihm einige versteckte Münzen anbietet.

Bücher können bei Feltrinelli im Hauptbahnhof oder einer anderen Filiale gekauft werden. Für italienischsprachige Wissenschaftsliteratur gibt es zahlreiche kleinere Universitätsbuchhandlungen auf der Via Mezzocannone und dem Corso Umberto. In den "Copisterie" um die Universität können einschlägige Fachbücher für Vorlesungen und Seminare als preisgünstige Kopie erworben werden.

Auf keinen Fall sollten Dinge auf der Straße gekauft werden, die mehr als fünf Euro wert sind. Betrüger bieten oft gestohlene oder professionell gefälschte Ware an, von Kameras, Handys, Schuhen und Jacken bis hin zu Bohrmaschinen. Es ist auch möglich, dass die Verpackung nach dem Kauf keine Ware, sondern nur einen Stein enthält. Populär sind auch Bancarelle, Stände, an denen Karten, Hütchen oder sonstige Spiele angeboten und scheinbar rege praktiziert werden. Dort spielt man um Geld, allerdings nur um das des Teilnehmers - alle anderen Spieler gehören zum Team. Die gefälschten Markenprodukte haben oft eine minderwertige Qualität oder enthalten Giftstoffe.

Sehr beliebt bei Touristen ist auch der Weihnachtsmarkt entlang der Spaccanapoli, zu dem Touristen in der Weihnachtszeit strömen, um handgemachte Krippen und Figuren zu kaufen. Zu dieser Zeit ist die Straße aufgrund der schieren Anzahl an Menschen kaum begehbar.

Souvenirs gibt es in Neapel zu Hauf. Allen voran das "Glücksbringende Horn" Corna fortunata oder auch Cornicello, das eigentlich wie eine Chilischote aussieht, tatsächlich aber ein Fruchtbarkeitssymbol darstellt. Recht beliebt sind auch Pulcinella-Masken, einer Figur des neapolitanischen Volkstheaters, die übrigens männlich ist.

  • 2 Il Piccolo Museo del Cammeo, Via dei Tribunali 116 (angelo Piazza Gerolomini). Tel.: +39 081 033 2576. Eigentlich mehr Ladengeschäft als Museum. Aber man kann sich die Kameen oder Gemmen ansehen.
  • 3 Marinella (Krawattenschneider), Via Riviera di Chiaia, 287, 80121 | Napoli. Tel.: +39 0813359972.
  • 4 Mario Talarico (Fertigung von Schirmen), Punto Vendita Via Toledo, 329, 80134 Napoli (Nähe Metro Toledo).
  • 5 Caramanna Gioielli (Schmuck), Via Cavallerizza, 46 • 80121 Napoli.

KücheBearbeiten

Die Küche in Neapel ist exzellent, es ist wirklich schwer, in Neapel schlecht zu essen. Man sagt, Pizza, Pasta und Caffè, also quasi die halbe italienische Küche, stammen aus Neapel. Es gibt viele familiengeführte Restaurants, die mittags und abends Menüs zu guten Preisen servieren. Abzuraten ist von kleinen Pizzen, die den ganzen Tag in einem Schaukasten gelegen haben und dann zum Aufwärmen kurz in die Mikrowelle gelegt werden. In guten Lokalen werden sie frisch zubereitet, man zahlt maximal zwei Euro. Neapel ist bekannt für eine Vielzahl an schmackhaften Straßensnacks wie Panzarotti, Zeppole, Arancini (eigentlich aus Sizilien, hier jedoch mit Büffelmozzarella gefüllt) oder Frittatine.

  Pizza Margherita - Ein königliches Essen
Diese Pizza soll erstmals am 11. Juni 1889 in Neapel vom Pizzaiolo Raffaele Esposito von der Pizzeria Brandi hergestellt worden sein. Er war beauftragt worden, König Umberto I. und seiner Frau Margherita eine Pizza zu servieren. Diese soll er patriotisch mit Zutaten in den italienischen Nationalfarben belegt haben: Basilikum (grün), Mozzarella (weiß) und Tomaten (rot). Diese ist bis heute unter dem Namen „Pizza Margherita“ eine der bekanntesten und verbreitetsten, wenn nicht die verbreitetste Pizzavariante.

Man sollte sich vor allem für die simpel belegten Pizzen Margherita oder Marinara entscheiden, die in ihrer Einfachheit das größte Geschmackserlebnis bieten. Es gibt Pizzerien, die sogar nur diese Sorten anbieten. Die besten Pizzerien liegen im historischen Zentrum. In sehr vielen Restaurants zahlt man zusätzlich Servizio (Entgelt für die Bedienung) und Coperto (Gebühr für Besteck, Teller, etc.), zum Nettopreis müssen daher 1 bis 4 Euro pro Person addiert werden. Wasser gibt es oft für etwa 1 Euro, manchmal umsonst, Softdrinks und Bier hingegen kosten mehr Geld. Auch die Hausweine, Vini di Casa, sind normalerweise gut und günstig. Während Touristen zumeist von "Da Michele", "Brandi" oder "Trianon" als beste Pizzeria Neapels schwärmen, legen sich die Neapolitaner überraschend einstimmig auf Gino Sorbillo fest. Der Chef hat eine soziale und humorvolle Art und kreiert immer wieder Pizzen für karitative Zwecke oder verlangt von großfüßig lebenden Politikern 100 Euro für eine Pizza.

Neapolitaner lieben Süßes. Es gibt hervorragende Süßigkeiten, die man hier und da kaufen kann. Die Neapolitaner schwören vor allem auf den Babà, ein alkoholgetränktes Gebäck, das es in dutzenden weiteren Varianten und Größen gibt. Man kann die Süßigkeiten in kleinen Geschäften oder einer Bar kaufen, um sie auf dem Weg zu essen. Zu empfehlen ist zum Beispiel "La Sfogliatella Mary" am Eingang der Galleria Umberto I. Es gibt an allen Ecken kleine Geschäfte, wo man sich etwas zu essen kaufen kann, wie Minipizzen (Pizzette), Saltimbocca, gefüllte Brötchen und Ähnliches. Es gibt auch sehr gute Eis- und Schokoladenmacher, vor allem Gay Odin mit mehreren Filialen. Die Preise sind gehoben, der hervorragenden Qualität jedoch angemessen.

Studenten können anstelle einer Mensa in verschiedenen "Trattorie" wie dem "Cavallino Bianco" vergünstigt essen. Für drei Euro können aus vielen verschiedenen (aufgewärmten) Gerichten zwei Gänge ausgesucht werden, dazu gibt es Brot und eine Flasche Wasser. Um den Preis zu erhalten, wird die "Tessera" (Chipkarte) benötigt, die man im A.Di.S.U. (vergleichbar etwa mit dem deutschen Studentenwerk) bekommt. Der Normalpreis für das Menü liegt bei 7 bis 8 Euro. Wer gar kein Student ist, kann mit etwas Glück und Italienischkenntnissen den Preis drücken.

NachtlebenBearbeiten

Es gibt einige Theater, Kinos, sehr viele Cafés. Clubs sind entweder in der historischen Altstadt (zumeist Studentenclubs) oder sonst kreuz und quer über die Stadt verteilt. Die Neapolitaner, die etwas auf sich halten, gehen gerne nach Chiaia, einem extrem reichen Viertel, wo das Leben vollkommen anders läuft als in der historischen Altstadt. Dort sitzt man zumeist in Cafés, sieht und wird gesehen. Buchhandlungen haben oft sehr lang auf, so dass Leute gerne dort hingehen und ein Buch lesen (Kauf nicht unbedingt notwendig).

Sein Ziel erreicht man zumeist mit Bussen oder Bahnen, aber für die Rückreise sollte man wohl Taxis in Anspruch nehmen, da die Bahnen gegen 23 Uhr den Verkehr einstellen und die Busse oft nicht in die Peripheria fahren (alles außerhalb des Stadtzentrums). Außerdem sollte man nachts wegen eventueller Räuber vorsichtig sein.

Unterhaltsam ist auch die Notte Bianca, die weiße Nacht, die im Herbst stattfindet und in der die Nacht zum Tag gemacht wird. Dann sind Tausende auf den Straßen unterwegs, um öffentliche Konzerte oder andere Kunstdarbietungen zu sehen.

UnterkunftBearbeiten

 
Souvenirshop, Glückshörner Corniciello
 
Volkstümliche Figur des Pulcinella

Es gibt eine große Anzahl Hotels in allen Preisklassen und Stadtteilen. Sehr günstige, allerdings auch bestenfalls mittelklassige Hotels liegen an der Piazza Garibaldi. Ein Einzelzimmer ist dort schon für 30 Euro zu haben. Die meisten Hotels liegen zwischen 60 und 100 Euro (drei bis vier Sterne). Teuer sind alle Hotels, die am "Lungomare Caracciolo" liegen und (in vielen Zimmern) Blick auf das Meer bieten. Bei der Buchung ausdrücklich bestätigen lassen, dass man ein solches Zimmer - und keines zum Hinterhof - erhält. Das Luxussegment ist in Neapel breit gefächert, alle internationalen Ketten sind mit einem Haus vertreten. Hier zahlt man gerne 200 Euro und mehr. Weit verbreitet sind sogenannte Bed & Breakfast (B&B), zumeist günstigere Unterkünfte, vergleichbar mit Zwei- bis Drei-Sterne-Hotels, oft ohne viel Service, die aber durchaus auch mal kleine Vier-Sterne Hotels mit luxuriösen Zimmern und Fresken an der Decke sein können.

Hotels können über Vermittlungsdienste gebucht werden, z. B. HRS. Bed & Breakfast sind oftmals in Portalen wie Hostelworld gelistet, jedoch sollte auch im Jahr 2015 nicht davon ausgegangen werden, dass sich jeder neapolitanische Vermieter um eine angemessene Internetpräsenz kümmert. Auf Capri sind die Übernachtungspreise mindestens doppelt so hoch wie in Neapel. Mitunter kann sich daher eine Rückfahrt mit der Fähre am Abend lohnen.

Ebenso verfügt Neapel über ein knappes Dutzend Hostels und einer Jugendherberge in Mergellina, die dem staatlichen Jugendherbergsverband angehört. Die Hostels bieten vor allem Mehrbett- aber auch Einzelzimmer an. Eine Übernachtung im Mehrbettzimmer kostet zwischen 15 und 25 Euro. Viele der privat geführten Hostels bieten einen guten Komfort, sind verkehrsgünstig gelegen und haben Services wie WiFi oder Frühstück im Preis inbegriffen. Ausstattung und baulicher Zustand der Hostels übertreffen manches Drei-Sterne-Hotel. Allgemein sollte die Übernachtung bereits vorher direkt beim Hostel oder über ein Onlineportal gebucht werden, da die Preise bei unangekündigter Ankunft oft willkürlich festgelegt oder anhand überhöhter Normalpreislisten berechnet werden. Empfehlenswert sind dabei zum Beispiel:

  • 1 La Controra, Piazza Trinità alla Cesarea 231, 80135 - Napoli. Tel.: +39 0815494014. Nähe Metro-Haltestelle Salvator Rosa, inkl. Frühstück, WiFi, Küche und Innenhof.
  • 2 Hostel of the Sun, Via Guglielmo Melisurgo 15, 80133 Napoli. Metro-Haltestelle Università, inkl. Frühstück, WiFi, Küche. Merkmal: ★★★.
  • 3 6 Small Rooms, Via Diodato Lioy. Metro-Haltestellen Toledo und Dante, inkl. WiFi, Küche.

Für längerfristige Aufenthalte kann man entweder zu einem der zahlreichen Makler gehen (Mietverhältnisse ab sechs Monaten) oder sich an den Universitäten und in der näheren Umgebung nach angeklebten Zetteln (sehr zahlreich) umschauen. Oder man kauft sich eine der zwei Anzeigenzeitungen, die ein- oder zweimal die Woche erscheinen (Bric à Brac und Il Mattone). Vermieter sind zumeist privat, die Mieten sind oft deutlich höher als in Deutschland, da normalerweise nur Ausländer und Studenten zur Miete wohnen - Neapolitaner kaufen Wohnungen, spätestens wenn sie heiraten. Außerdem können Wohnungen über das Onlineportal EasyStanza.it gefunden werden. Nicht alle Vermieter sind vertrauenswürdig, es sollte auf die Seriosität des Angebots geachtet werden.

Im Zentrum bezahlt man für eine kleine Einzelwohnung 400 bis 800 Euro monatlich, abhängig von Lage, Größe und Ausstattung. Auf dem Wohnungsmarkt unterscheidet man zwischen Appartemento intero (eine eigene Wohnung für ein bis drei Leute, ab 400 Euro), einer Camera singola (Einzelzimmer, 200 bis 400 Euro) und einem Posto letto (Bett in einem Zimmer mit bis zu vier Bewohnern, 150 bis 300 Euro). Italiener mieten oft gemeinschaftlich eine große Wohnung an. Es gibt Wohnungen, in denen 12 oder sogar 15 Personen wohnen (insbesondere in Altbauten, den Palazzi, wo manchmal eine ganze Etage aus nur einer oder zwei Wohnungen besteht).

Grundsätzlich bezahlt man ein bis zwei Monatsmieten als Kaution, wofür man die letzten Mieten dann nicht bezahlen muss. Mietverträge sind bei privaten Vermietern unüblich, oft auch unmöglich. Zimmer und Wohnungen werden fast immer möbliert vermietet, in der Regel auch mit Waschmaschine und einfacher Küchenausstattung. Die Wohnungen verfügen im Normalfall nicht über Heizungen, sodass Nebenkosten nur für Strom, Wasser und gelegentlich eine neue Gasflasche zum Kochen fällig werden. Die Kälte im Winter sollte nicht unterschätzt werden, auch Neapel wird manchmal von einer dünnen Schneeschicht bedeckt. Ein Heizgerät und Decken sind in der Wohnung dann Gold wert.

Wenn man eine Wohnung braucht, sollte man am besten nach Neapel fahren, dort in eine günstige Unterkunft einchecken und vor Ort eine Wohnung suchen. Das Angebot ist üblicherweise nicht sehr angespannt, insbesondere am Semesterende, also zwischen Juni und Oktober, gibt es sehr viele freie Wohnungen. Bei gleichem Preis werden sehr unterschiedliche Wohnungen angeboten, daher sollte nicht sofort das erstbeste Angebot angenommen werden, falls die Wohnung nicht hundertprozentig gefällt.

LernenBearbeiten

Es gibt ein gutes halbes Dutzend Universitäten in Neapel. Die größte Universität ist die Università degli Studi di Napoli Federico II, die über eine renommierte Jura-Fakultät verfügt, an der unter anderem der Rechtsanwalt von Diego Maradona lehrt. Sprach-, Kultur- und andere Geisteswissenschaften kann man am besten an der Università degli Studi di Napoli "L'Orientale" studieren. Diese Universität hat einen Schwerpunkt im asiatischen Bereich, speziell China. Daneben gibt es noch die Parthenope oder die Seconda Università degli Studi di Napoli mit Standorten in Aversa und Caserta, die für Medizin und Ingenieurwissenschaften erste Anlaufstelle ist. Auch in Italien wird werden die Studiengänge seit der Bologna-Reform auf das Bachelor- und Mastersystem umgestellt. Dieser Prozess ist noch nicht so weit fortgeschritten wie in Deutschland. Für jeden Kurs erhält man "punti crediti", die den ECTS-Punkten entsprechen. Die meisten Prüfungen sind mündlich und finden im Hörsaal statt. Der Dozent und/oder mehrere Mitarbeiter sitzen am Pult und ab 9 Uhr morgens werden nach und nach alle Kandidaten nach vorne gerufen. Um 13 Uhr wird meist eine Pause eingelegt. Das Prozedere zieht sich je nach Studentenaufkommen bis etwa 17 Uhr. Es kann jedoch vorkommen, dass viele Studenten kurzfristig teilnehmen und nicht alle an einem Tag geprüft werden können. Dann geht die Prüfung am Folgetag weiter.

Die Universitäten verfügen auf dem Papier über immens hohe Studentenzahlen, ihre Räumlichkeiten sind jedoch verhältnismäßig klein, da viele Studenten nur als Karteileichen immatrikuliert sind oder keine Präsenz zeigen. Die Strukturen sind oft verwirrend, da die Unis sowohl in Fakultäten als auch in Dipartimenti unterteilt sind und sich die Zuständigkeiten überschneiden. Aktuelle Vorlesungsverzeichnisse gibt es oft nicht verfügbar, für die Raumbelegung muss täglich eine mündliche Auskunft beim Pförtner eingeholt werden. Zu Semesterbeginn erstellt man sich am besten eine Liste der Dozenten, sucht deren Büros auf und informiert sich dort über Kurse, Orten und Zeiten. Die Sprechstundenzeiten werden oft nicht eingehalten, nach einer Vereinbarung per E-Mail funktioniert ein Gespräch aber meist reibungslos. Die Professoren sind ausländischen Studenten gegenüber normalerweise sehr hilfsbereit und bieten bei Sprachschwierigkeiten oft auch individuelle Prüfungen an. Es sollte nicht erwartet werden, dass Dozenten Englisch oder Deutsch beherrschen. Bei den meisten Veranstaltungen handelt es sich um Frontalunterricht, bei dem der Professor aus dem Buch vorliest und danach die Aula verlässt.

Für ausländische Studenten gibt am Centro Interdipartimentale di servizi Linguistici e Audiovisivi (kurz: CILA) der Orientale immer einen qualitativ hochwertigen Sprachkurs auf dem gewünschten Niveau gratis. Weitere Kurse können danach bei Bedarf kostenpflichtig belegt werden. Das CILA bietet auch die Vermittlung von Tandempartnern zum Italienisch lernen an. Als Deutscher findet man dabei problemlos einen Partner, da viele italienische Studenten deutsch lernen möchten. Dies ist auch eine ideale Gelegenheit, um Neapolitaner kennenzulernen, falls man ansonsten in einer Erasmus-WG lebt.

ArbeitenBearbeiten

Arbeit finden ist schwer in Neapel. Die Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet, Armut macht sich insbesondere in den Vororten breit. Studentenjobs sind selten und wenn, sehr schlecht bezahlt (2 € die Stunde). Die meisten italienischen Studenten arbeiten nicht, sondern werden von ihren Familien unterhalten.

SicherheitBearbeiten

Grundsätzlich ist Neapel für Touristen nicht unsicherer als andere Städte des europäischen Südens. Es sollte jedoch bedacht werden, dass die Armut enorm groß und die Camorra nach wie vor größter Arbeitgeber der Stadt ist. Mit schwerer Kriminalität wie Schießereien zwischen verfeindeten Mafiagruppen werden Touristen nicht in Berührung kommen, jedoch stellen Taschendiebstahl und der Straßenverkehr eine durchaus reale, wenn auch teils dramatisierte, Gefahr dar - mit einigen Vorsichtsmaßnahmen und gesundem Menschenverstand sollte man aber einen unproblematischen Aufenthalt genießen können.

Der Bahnhofsvorplatz (Piazza Garibaldi) ist immer noch ein Anziehungspunkt für allerlei zwielichtige Gestalten, hier befinden sich allerdings auch der Eingang zur U-Bahn und den Circumvesuviana-Regionalzügen sowie die Haltestelle des Flughafenbusses. So gibt es hier Hütchenspieler, Betrüger, die "günstige" Smartphones anbieten, oder zahlreiche Händler geschmuggelter Waren wie Zigaretten, oder gefälschter Waren wie Handtaschen (Der Kauf ist strafbar sowohl für Händler als auch für Kunden) sowie zahlreiche Obdachlose. Grundsätzlich sollte man den Platz früh morgens und spät abends eher meiden bzw. am südlichen oder nördlichen Rand überqueren, da sich dort mehrere Hotels bzw. Restaurants befinden. Hierbei sollte immer bedacht werden, dass auch in Neapel ein Tourist für jeden schon aus der Distanz als solcher zu erkennen ist. Wer als Tourist hier nach seiner Ankunft angesprochen wird, sollte immer die Möglichkeit eines Betrugsversuchs im Hinterkopf behalten, ohne jeden Neapolitaner unter Generalverdacht zu stellen. Grundsätzlich werden Touristen, die mit Tennissocken, knielangen Hosen und Safarihüten herumlaufen eher Opfer von Diebstählen als solche, die sich äußerlich den örtlichen Vorstellungen von Stil und Mode anpassen und damit in der Masse der Einheimischen untertauchen.

Wertsachen sollten nicht in Hosen- oder Jackentaschen stecken, die von außen zu öffnen sind, erst recht nicht in Gesäßtaschen. Ideal sind stattdessen Taschen an der Brustinnenseite. Auch kleine Umhängetaschen, in die nicht mehr hineinpasst als Geld für den Tag, notwendige Papiere und Schlüssel, haben sich bewährt (der Rest sollte in den Safe im Hotel!). Ein deutlich erhöhtes Diebstahlrisiko besteht in den Buslinien vom und zum Hauptbahnhof sowie entlang der Sehenswürdigkeiten und den den vollen Gassen der Altstadt. Diese sind oft überfüllt und bieten Dieben gute Gelegenheiten. Auch Neapolitaner werden hier nicht verschont. Die Metro kann hingegen tendenziell gefahrlos betreten werden.

In den engen Altstadtgassen kommt es gelegentlich zu Raubüberfällen von einem Motorrad aus, bei denen die ganze Handtasche fortgerissen wird und Verletzungen des Opfers in Kauf genommen werden. Die Wahrscheinlichkeit, selbst einmal betroffen zu sein, ist jedoch sehr gering, was bereits die schiere Masse der Menschen beweist, die jeden Tag unbeschadet durch Neapel laufen - auch die Neapolitaner lassen Handttaschen oft eher locker über die Schulter hängen und hantieren unbedacht mit dem Smartphone, nachmachen sollte man das allerdings nicht. Legen Sie im Restaurant oder Café niemals Wertsachen offen auf den Tisch oder den Rucksack auf den Stuhl nebenan - dies ist auch eine Einladung für Gelegenheitsdiebe. Auf größeren Plätzen ist oft eine Polizeistreife oder gar das Militär in Sichtweite. Im Ernstfall sollte aber nicht damit gerechnet werden, dass die Beamten mit flammendem Eifer den Verbleib einer deutschen Geldbörse ermitteln. In Neapel gibt es für die Staatsmacht wichtigere Dinge zu tun.

Geldautomaten können mit geringer Wahrscheinlichkeit manipuliert sein, insbesondere auf Straßen jederzeit öffentlich zugängliche (diese sind zudem auch häufig stark verschmutzt). Hier gilt es, solche Automaten zu bevorzugen, die sich in einer Bank bzw. beispielsweise in einem Einkaufszentrum befinden. Auf der Via Toledo befinden sich mehrere solcher 24 Stunden geöffneten Automaten. Achten Sie darauf, dass sie bei der Nutzung nicht beobachtet werden - in Neapel ist zudem kontaktlose Kreditkartenzahlung mittlerweile in den meisten Geschäften und Restaurants sehr verbreitet und kann das Mitführen und Hantieren mit größeren Geldbeträgen oft vermeiden.

Allgemein hängt die Sicherheit in Neapel nicht zuletzt aufgrund des enormen Gefälles zwischen Armut und Reichtum stark vom Stadtteil ab. Forcella, Rione Sanità und Quartieri Spagnoli (Altstadt) gelten als eher unsicher, während auf dem Vomero oder in Posillipo vor allem Millionäre in schicken Villen leben. Geringe Gefahr besteht auch in Mergellina, Fuorigrotta, Chiaia oder Arenella. Viele dieser Gebiete sind für Touristen ohnehin nicht von Interesse oder liegen Abseits des Zentrums, dennoch sind insbesondere das Quartieri Spagnoli aber auch Sanità sehenswert weshalb man Vorsicht und gesunden Menschenverstand walten lassen sollte (auf belebten Hauptstraßen bleiben, nicht spät abends unterwegs sein, ein Minimum an gut versteckten Wertsachen mit sich tragen, fragwürdig erscheinende Gestalten umgehen etc.). Selbst innerhalb der Viertel können von Straße zu Straße erhebliche Unterschiede auszumachen sein. Bei Scampia und Secondigliano handelt es sich um Armenviertel, die aus zahlreichen Presseberichten bekannt sind. Vor allem in Scampia ist die Mafia stark vertreten, Drogen und Armut allgegenwärtig. Hier leben offiziell knapp 38.000 Einwohner, aber zusätzlich sollen nochmals 30.000 unregistrierte Menschen sich dort aufhalten. Sie sind jedoch außerhalb des Zentrums im Nordosten gelegen, dorthin gelangt man nur, wenn man die Viertel bewusst ansteuert. Eine unwirtliche Gegend ist der Stadtteil östlich des Hauptbahnhofes (Gianturco), wo vor allem chinesische Import-Export-Firmen angesiedelt sind. Diese profitieren übrigens auch von der lokalen Mafia und den daraus sehr laschen Einfuhrbestimmungen, die man sich gerne für die Einfuhr von Textilien für ganz Europa zu Nutze macht.

 
Karneval in Scampia. Hier wird das böse Glück, das Pech verbrannt.

Vielen Formen der Kriminalität begegnet man als Tourist aber niemals, wie dem cavallo di ritorno (dem „Pferd um nach Hause zu kommen“), was in Neapel den Diebstahl des Eigentums (bspw. des Rollers oder Autos und zumeist durch Bekannte des Bestohlenen) bezeichnet, woraufhin das Eigentum dann dem Bestohlenen im Nachhinein vergünstigt zum Rückkauf angeboten wird.

Häufig finden in Neapel politische Demonstrationen linker Oppositionsparteien und Organisationen, Streiks der Gewerkschaften und Studentenproteste statt. Es ist hierbei fast die Regel, dass es zu Ausschreitungen mit der Polizei kommt. Das liegt vor allem an der großen Politikverdrossenheit der Neapolitaner, in deren Leben der Staat nicht als positiv wirkende Instanz in Erscheinung tritt. Wer nicht in solche Vorfälle verwickelt werden möchte, sollte Demonstrationen von vornherein meiden.

Die Kriminalität und die Mafia von der hierzulande ab und zu im Fernsehen berichtet wird, sind sehr real und allgegenwärtig, auch wenn auf Nachfrage so gut wie niemand über sie sprechen möchte: Die Camorra übt ihren Einfluss mal mehr und mal weniger sichtbar aus und ist stets über alles auf dem laufenden: Wirkliche Anonymität existiert in Neapel trotz seiner circa 1,5 Millionen Einwohner nicht. Andererseits kommen Touristen mit Schutzgelderpressung nicht in Berührung, da sie durch Übernachtungen und Restaurantbesuche ohnehin Geld in der Stadt lassen und ein wichtiger Wirtschaftsfaktor sind. Es ist davon auszugehen, dass die Camorra in Sachen Straßenkriminalität mäßigend eingewirkt hat, damit das auch in Zukunft so bleibt. Ihrer Haupteinnahmequellen sind ohnehin anders gelagert: Illegale Müllentsorgung, Ergatterung von Bauaufträgen und Produkt- und Geldfälschung. Nichtsdestotrotz hat der Staat seit Jahren auch Militär in Neapel stationiert, welches zusätzlich zu mehr als fünf weiteren Einheiten der Polizei, wie der Polizia di Stato, der Arma dei Carabinieri, der Guardia di Finanza, sowie Europol und weiteren Sicherheitskräften die Camorra bekämpfen und insbesondere an öffentlichen Plätzen im Gebiet der Innenstadt Sicherheitsposten errichtet haben, da es über die Jahre sehr selten aber immer wieder zu Schießereien zwischen den konkurrierenden Camorra-Gruppen kam, bei welchen auch unschuldige Passanten zu Schaden kamen.

Insgesamt kommt man jedoch mit einem vertretbaren Maß an Vorsicht und Menschenkenntnis insbesondere als Tourist genauso gut in Neapel zurecht wie in anderen Städten Italiens und Spaniens.

VerkehrBearbeiten

Der Straßenverkehr kann durchaus gefährlich sein, da Verkehrsregeln häufig eher locker eingehalten werden und die Stadt ohnehin von verstopften Straßen geplagt ist - allerdings hat sich die Situation in den letzten Jahren auch deutlich verbessert, verbeulte Autos werden seltener und auch an Zebrastreifen wird zunehmend angehalten. Vor allem als Fußgänger sollte man jedoch weiterhin vorsichtig sein und man insbesondere beim Überqueren von Straßen (auch an Ampeln oder Zebrastreifen) wachsam auf seine Umgebung achten. Vom Überqueren von Straßen an nicht dafür vorgesehehen Stellen ist grundsätzlich abzuraten, die Neapolitaner fahren schnell und interpretieren Spuren häufig flexibel. Die zahlreichen Rollerfahrer schlengeln sich beispielsweise auch teils atemberaubend durch die Gassen der Altstadt, an Sicherheitsabstände ist nicht zu denken.

 
Blick auf Neapel. Links: Castel Nuovo, oben: castel Sant'Elmo, links im Vordergrund Baustelle der Metro

GesundheitBearbeiten

Das Leitungswasser in Neapel ist insbesondere aufgrund der völlig veralteten Leitungen gesundheitlich bedenklich und sollte keinesfalls getrunken werden - Zähne putzen und Duschen ist jedoch unproblematisch.

Das Gesundheitssystem ist relativ kompliziert. Die Europäische Versichertenkarte wird nicht ohne weiteres überall akzeptiert, es gibt zahlreiche Privatärzte - klären Sie im Vorfeld mit ihrer Krankenkasse, was im Zweifelsfall erstattet wird. Der bauliche Zustand der öffentlichen Krankenhäuser (von denen es im Bereich der Innenstadt jedoch mehrere gibt) ist häufig abschreckend und mit deutschen Standards nicht zu vergleichen. Der Rettungsdienst hat die in ganz Italien gültige Nummer 118.

  • Ospedale Cardinale Ascalesi, Via Egiziaca a Forcella, 31, 80139 Napoli. Tel.: +39 081 254 2195.

Praktische HinweiseBearbeiten

Kommunizieren ist leicht. Die Neapolitaner reden gerne und viel, egal ob man selbst versteht oder nicht, und können sehr herzlich sein, wenn man ihnen offen begegnet. Zumeist findet man einen Weg zum Ziel, egal wie. Erwarten Sie nicht, dass viele Leute Englisch sprechen. Französisch, Spanisch oder sonstige romanische Sprachen sind da schon leichter anzutreffen. Einige Einwohner können nicht mal Italienisch - in Neapel spricht man neapolitanisch, ein Dialekt von dem selbst mit sehr guten Italienischkenntnissen kaum etwas zu verstehen ist. Nur mit Ausländern oder in offiziellen Situationen spricht man Italienisch.

In ihrer Armut muss man den Neapolitanern eins zu Gute halten - sie verlieren selten die Hoffnung und schon gar nicht den Humor; auch wenn letzterer für Ausländer oft nicht so humorvoll scheint. Das Chaos in der Stadt spiegelt die zerrissene Gesellschaft wieder: Der Verkehr ist verrückt, wer Angst hat, kommt keine zehn Meter - die Devise lautet "einfach gehen".

Man kommt mit jedem über alles zu jeder Zeit ins Gespräch, Unterhaltungen quer durch den Bus sind vollkommen normal. Das Grundprinzip der Stadt lautet Arrangiarsi - sich (miteinander) arrangieren, ein Prinzip das bald schon zur Lebenskultur erhoben wird.

Es gibt Stadtviertel, in denen sollte man immer einen Blick nach oben werfen - Müll wird hier durch das Fenster entsorgt und Größe, Form oder Konsistenz spielen keine Rolle. Zu Neujahr kauft man sich, wenn Geld vorhanden ist, traditionellerweise neue Sachen wie Möbel oder Elektrogeräte, die alten Sachen fliegen dann auch mal aus dem Fenster, Waschmaschinen oder Kühlschränke nicht ausgeschlossen. Vorsichtshalber parken daher auch alle Anwohner zuvor ihre Autos um.

Zu Karneval mögen die Neapolitaner es, Leute zu teeren und zu federn, oder besser zu eiern und zu mehlen - Kinder laufen mit Mehltüten und Eierschachteln umher und die Plätze sind voller Eierschalen. Um die Weihnachtszeit ist der Kunstschnee aus der Sprühdose ein beliebtes Kinderspielzeug, zum Leidwesen insbesondere der Frauen, die dieses oft nur mit einem "Ma che rompicoglioni!" kommentieren.

An schönen Sommertagen kann die Stadt aber auch wunderschön sein und die Atmosphäre beflügelt alle Einwohner. Am Ende ist es eine Einstellungsfrage, ob man sich um das Chaos schert oder nicht. Überleben wird man es mit ziemlicher Sicherheit.

Die Vorwahl für Neapel lautet 081. Aus dem Ausland wählt man +39081 als Vorwahl. Die zahlreich vorhandenen öffentlichen Fernsprecher können nur mit Telefonkarten genutzt werden, die an den meisten Kiosken erhältlich sind.

Bei längeren Aufenthalten in Neapel und Italien kann sich der Erwerb einer italienischen SIM-Karte von den Anbietern TIM, WIND, Vodafone oder Tre lohnen. Marktführer ist TIM, dieser bietet die beste Netzabdeckung. Als preisgünstiger Anbieter ist WIND zu empfehlen, hier ist die Netzabdeckung nur unwesentlich schlechter, dafür werden sehr günstige Telefon- und Datentarife angeboten. Der Kauf einer Prepaidkarte ist in jeder Filiale dieser Anbieter möglich. Die Verkäufer sprechen meist nur Italienisch, die wichtigsten Begriffe können vorab im Internet herausgesucht werden - idealerweise auch bereits der gewünschte Tarif. Das Guthaben kann jederzeit mit einer Rubbelkarte zu unterschiedlichen Beträgen aufgeladen werden, die man an jedem Kiosk bekommt. Um den Code einzugeben, muss eine kostenfreie Hotline angerufen werden. Die Menüführung ist auf Italienisch, zumindest rudimentäre Sprachkenntnisse sind hilfreich. In den Filialen der Netzanbieter kann das Konto direkt aufgeladen werden, wenn die eigene Telefonnummer genannt wird.

Die Postleitzahl ist 80100.

AusflügeBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Über Neapel:

  • Dieter Richter: Neapel - Biographie einer Stadt. Klaus Wagenbach, Berlin 2005. ISBN 380312509X
  • Roberto Savianio: Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra. München 2009. ISBN 978-3-423-34529-3

In der Literatur:

  • Luciano De Crescenzo: Also sprach Bellavista - Neapel, Liebe und Freiheit. Diogenes, Zürich 1988. ISBN 3-257-21670-X
  • Marcello D'Orta: In Afrika ist immer August. Sechzig Schulaufsätze neapolitanischer Kinder. Diogenes, Zürich 1993. ISBN 3-257-22632-2
  • Marcello D'Orta: Am liebsten Neapel. Streifzüge durch meine Stadt. Rotbuch, Hamburg 1999. ISBN 3-434-53033-9
  • Curzio Malaparte: Die Haut. Fischer, Frankfurt am Main 1991. ISBN 3-596-29275-1
  • Marino Niola: Totem und Ragù - Neapolitanische Spaziergänge. Luchterhand, München 2000. ISBN 3-630-88001-0

WeblinksBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.