Mallawī

Stadt in Mittelägypten
Mallawī ·ملوي
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Mallawī (arabisch: ‏ملوي‎, Mallawī) ist eine Stadt mit etwa 140.000 Einwohnern[1] in Mittelägypten südlich von el-Minyā westlich des Nils. Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Bezirks und Bischofssitz.

HintergrundBearbeiten

Die Stadt Mallawī befindet sich 42 Kilometer südlich von el-Minyā hauptsächlich auf der westlichen Seite des Ibrāhīmīya-Kanals.

AnreiseBearbeiten

Auf der StraßeBearbeiten

Die Stadt lässt sich einfach mit einem Taxi über die Fernverkehrsstraße von el-Minyā aus erreichen.

Mit der BahnBearbeiten

Mallawī lässt sich einfach mit der Bahn von Kairo oder el-Minyā aus erreichen. Der 1 Bahnhof Mallawī befindet sich auf der östlichen Seite des Ibrāhīmīya-Kanals.

Schnellzüge von Kairo aus benötigen für diese Strecke etwas mehr als vier Stunden. Es bietet sich der Zug um 07:00 Uhr morgens an. Wenn Sie keine Fahrkarte (mehr) von Kairo nach Mallawī bekommen, so fragen Sie nach einer Fahrkarte nach Asyūṭ; das Ticket in der 2. Klasse kostet LE 25 (Stand 3/2004). In den Nachmittagsstunden fahren keine Züge nach Kairo, erst wieder ab 19:00 Uhr und später.

BusseBearbeiten

Mallawī lässt sich ebenfalls mit Fernbussen von Upper Egypt Travel von Kairo aus erreichen. Die Fahrtzeit beträgt etwa sechs Stunden. Das Ticket kostet LE 16 (Stand 3/2004). Um 18:30 Uhr abends fährt wieder ein Bus nach Kairo.

MobilitätBearbeiten

 
Stadtplan von Mallawi

Vor dem Bahnhof stehen Taxen, die Sie nach Tell el-ʿAmārna, zur Nekropole von Meir und/oder nach Deir el-Muḥarraq bringen können. Die Kosten für ein Taxi nach Meir betragen etwa LE 100 (Stand 3/2004).

Offensichtlich gibt es in Mallawī keinen Polizeischutz wie in Asyūṭ oder el-Minyā.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

MuseumBearbeiten

  • 1 Archäologisches Museum Mallawī (متحف ملوي, Matḥaf Mallawī), el-Galāʾ St., شارع الجلاء. Tel.: +20 (0)86 263 2061, Mobil: +20 (0)100 662 7575.     . Das 1963 gegründete Museum besteht aus drei Sälen, die sich im Erdgeschoss befinden. Die meisten der ausgestellten Funde stammen aus Tūna el-Gebel. Im linken, östlichen Ibis-Saal kann man u.a. eine Ibis-Mumie, eine Ibis-Statue, ein Keramikgefäß mit den Göttern Isis, Horus und Nephthys sowie ein Relief mit der Darstellung eines Mannes vor einem Ibis betrachten. Der Hauptsaal widmet sich hauptsächlich den Bestattungsfunden. Hier lassen sich Totenmasken, Kanopenkrüge, ein Holzsarg aus Meir, ein Steinsarg aus Tūna el-Gebel, 65 v. Chr., und ein Sistrum betrachten. Zu den bedeutendsten Stücken zählen aber die Statue der Maketaton und die Doppelstatue des Pepi-Anch und seiner Ehefrau aus Meir. Im dritten Saal auf der rechten, westlichen Seite werden vorwiegend Götter- und Priesterstatuen gezeigt. Zu den dargestellten Göttern gehören u.a. Isis, Osiris und der pavian-gestaltige Gott Thot. Geöffnet: außer mittwochs täglich 9–15 Uhr. Preis: Der Eintrittspreis beträgt LE 40, für ausländische Studenten LE 20, Fototicket LE 50 (Stand 11/2019). (27° 44′ 8″ N 30° 50′ 40″ O)
 
Museum von Mallawi
 
Bemalter Lehmziegel, Museum von Mallawi
 
Statue des Pepi-Anch und seiner Ehefrau, aus Meir, 6. Dynastie, Museum von Mallawi
 
Keramikgefäß in Form des Gottes Bes, gefüllt mit Ibis-Eiern, Museum von Mallawi

MoscheenBearbeiten

 
Westseite der En-Nuṣra-Moschee
  • 2 El-ʿAsqalānī-Moschee (مسجد العسقلاني, Masǧid al-ʿAsqalānī). Die Moschee wurde 1193 AH (1779) errichtet. (27° 43′ 53″ N 30° 50′ 53″ O)
  • 3 El-Yūsufī-Moschee (مسجد اليوسفي, Masǧid al-Yūsufī). Die Moschee aus osmanischer Zeit befindet sich etwa 120 Meter südwestlich der el-Asqalānī-Moschee. (27° 43′ 50″ N 30° 50′ 51″ O)
  • 4 Scheich-ʿĪsā-Moschee (مسجد الشيخ عيسى, Masǧid asch-Schaich ʿĪsā) (27° 44′ 0″ N 30° 50′ 47″ O)
  • 5 En-Nuṣra-Moschee (مسجد النصرة, Masǧid an-Nuṣra, auch Scheich-Muḥammad-Moschee). Die Moschee befindet sich nördlich hinter dem Palast des Ḥaiyāt en-Nufūs. (27° 44′ 0″ N 30° 50′ 54″ O)

KirchenBearbeiten

  • 6 Bischofskirche des hl. Markus (كنيسة مطرانية مار مرقس, Kanīsa maṭrānīya Mār Marqus). Die südlich des archäologischen Museums gelegene Kirche gehört zum Sitz des Erzbischofs für Mallawī, Ansinnā (arabisch: ‏أنصنا‎, Antinooupolis) und el-Aschmūnein (Hermopolis). Die dreischiffige Kuppelbasilika besitzt drei Heikale (Allerheiligste), und zwar von links für Abū Mīnā, den hl. Markus und den Erzengel Michael. Die hölzerne Ikonostase trägt das Kreuz Christi und die Bildnisse des letzten Abendmahls, der zwölf Apostel und weiterer Heiliger. Links vor dem mittleren Heikal befindet sich der Bischofsstuhl. Die Fassade mit ihren beiden Türmen sowie die Wände und Säulen der Kirche sind mit roten-weiß-schwarzen Mosaik ausgelegt bzw. bemalt. Die Kuppeln tragen Bildnisse Jesu. (27° 44′ 5″ N 30° 50′ 39″ O)
 
Eingang im Westen der Kirche des hl. Markus
 
Mittelschiff der der Kirche des hl. Markus
 
Gottesdienst in der Kirche des hl. Markus
  • 7 Kirche der hl. Jungfrau Maria (كنيسة السيدة العذراء مريم, Kanīsat as-Saiyidat al-ʿAḏrāʾ Maryam) (27° 43′ 56″ N 30° 50′ 52″ O)
  • 8 Kirche des hl. Georg (كنيسة الشهيد العظيم مارجرجس, Kanīsat al-ʿAẓīm Mār Girgis) (27° 44′ 18″ N 30° 51′ 0″ O)
  • 9 Anglikanische Kirche (كنيسة الانجيلية, Kanīsat al-Inǧīlīya) (27° 43′ 58″ N 30° 50′ 38″ O)

ProfanbautenBearbeiten

In der Stadt gibt es noch ungefähr 17 Paläste, die von Großgrundbesitzern und Industriellen zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet wurden.

  • 10 Palast des ʿAbd el-Migīd Pascha Seif en-Naṣr (قصر عبد المجيد سيف النصر, Qaṣr ʿAbd al-Miǧīd Bāschā Saif an-Naṣr). Der U-förmige, zweigeschossige Palast wird von einem Garten umgeben. Er wurde 1333 AH (1914/1915) errichtet. (27° 44′ 0″ N 30° 50′ 34″ O)
 
Eingangsfassade des Palasts des ʿAbd el-Migīd Pascha
 
Springbrunnen vor dem Eingang des Palasts
 
Aussichtsbalkon in der Nordostecke des Palasts
  • 11 Palast des Ḥaiyāt en-Nufūs (قصر حياة النفوس, Qaṣr Ḥaiyāt an-Nufūs), el-Ṣāgha St. Der zweigeschossige Palast wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet. Die Fassade wird von einer Arkadenreihe mit darüber liegendem Balkon gebildet. Die Balkonbrüstung besteht aus hölzernen Ziergittern. Der Palast wurde um 2017 abgerissen. (27° 44′ 0″ N 30° 50′ 55″ O)
 
Südwestecke des Palast des Ḥaiyāt en-Nufūs
 
Nordseite des Palasts des Ḥaiyāt en-Nufūs
 
Westseite des Palasts des Ḥaiyāt en-Nufūs
 
Detail des hölzerner Balkons auf der Westseite
 
Erker auf der Südseite
  • 12 Lūqā-Haus (منزل لوقا, Manzil Lūqā), Amīn er-Rīdī St. Das Haus befindet sich in unmittelbarer Nähe zum vorgenannten. Das Tor zu diesem dreigeschossigen Haus wird von zwei Säulen eingefasst und zwei Löwen bewacht. Die Familie Lūqā stellte einst auch den Botschaften in den USA. (27° 44′ 0″ N 30° 50′ 53″ O)
 
Südostecke des Lūqā-Hauses
 
Ostseite und Eingang des Lūqā-Hauses
 
Löwe oberhalb des Eingangs zum Lūqā-Haus
 
Detail des hölzernen Erkers am Lūqā-Haus
  • 13 Fūrtīnīya-Palast (قصر فورتينية, Qaṣr Fūrtīnīya). Der Palast befindet sich im Südosten außerhalb der Stadt östlich der neuen Kanalbrücke, nördlich der Straße. Der dreigeschossige Palast mit Innenhof wurde 1916 von einem französischen Ingenieur für die hiesige Zuckerfabrik errichtet. Oberhalb der Eingangstür sind die Initialen AF zu lesen. (27° 42′ 58″ N 30° 51′ 42″ O)
 
Südseite des Fūrtīnīya-Palasts
 
Eingang zum Fūrtīnīya-Palast
 
Ostseite des Fūrtīnīya-Palasts
  • Palast des Muḥmmad Bey Wālī (قصر محمد بك والي, Qaṣr Muḥmmad Bek Wālī). Der 1943–1945 errichtete Palast befindet sich 6 Kilometer von Mallawī entfernt in Manschiyat Nasr.

EinkaufenBearbeiten

KücheBearbeiten

UnterkunftBearbeiten

Unterkunftsmöglichkeiten bestehen in el-Minyā.

EinfachBearbeiten

  • Samiramis Hotel, El Ibrahamiya St. Nicht klassifiziertes Hotel mit 25 Doppelzimmern, Restaurant und Cafeteria.
  • Zudem besteht eine Übernachtungsmöglichkeit im Gästehaus der koptisch-orthodoxen Kirche.

GesundheitBearbeiten

AusflügeBearbeiten

Von Mallawī aus lassen sich mehrere Stätten in Mittelägypten wie z.B. Tell el-ʿAmārna, die Nekropole von Meir und Deir el-Muḥarraq besuchen. In dieser Stadt gibt es (von el-Minyā abgesehen) die einzige Nilbrücke weit und breit.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohnerzahlen nach dem ägyptischen Zensus von 2006, Central Agency for Public Mobilization and Statistics, eingesehen am 7. November 2014.
 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.