Wādī el-Bacht

Tal auf der Ostseite des Kamal-ed-Din-Plateaus, des östlichen Teils des Gilf-Kebir-Plateaus im Gilf-Kebir-Nationalpark.

Das Wadi el-Bacht (auch Wadi el-Bakht, Wadi Bakht, arabisch: ‏وادي البخت‎, Wādī al-Bacht, „das Glückstal“) ist ein Tal auf der Ostseite des Kamal-ed-Din-Plateaus, des östlichen Teils des Gilf-Kebir-Plateaus im Gilf-Kebir-Nationalpark. Im Wadi befindet sich eine 30 Meter hohe Sanddüne. Dieses Wadi bzw. der ausgetrocknete Seegrund hinter der Düne gehören zu den wenigen Plätzen, die archäologisch untersucht wurden und Auskunft zu den Nomaden in der Jungsteinzeit geben können.

Wādī el-Bacht ·وادي البخت
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HintergrundBearbeiten

Das Wādī el-Bacht erstreckt sich über eine Länge von ca. 20 Kilometern in westlicher Richtung an der Ostseite des Kamal-ed-Din-Plateaus. Nördlich von ihm befindet sich das 1 Wādī el-Maftūḥ (23° 15′ 41″ N 26° 24′ 55″ O), arabisch: ‏وادي المفتوح‎, südlich von ihm das 2 Wādī el-Gazāʾir (23° 9′ 0″ N 26° 21′ 50″ O), arabisch: ‏وادي الجزائر‎.

Eine Besonderheit ist, dass der hintere Teil des Wadis durch eine etwa 30 Meter hohe und ca. 650 Meter breite Sanddüne vom vorderen Teil abgetrennt wird. Im Neolithikum (Jungsteinzeit), vor etwa 10.000 Jahren, befand sich hier einst ein bis zu 9 Meter tiefer und ca. 100.000 Kubikmeter Wasser fassender See (Playa-See), der sich aus Niederschlagswasser speiste. Die bis zu acht Meter dicken Sedimente, also Ablagerungen des einstiges Sees können der Aufklärung der klimatischen Verhältnisse jener Zeit dienen. Zwischen 8.300 und 3.300 v. Chr. lebten hier auch Jäger und Sammler. Am Ende dieser Periode betrieben die Bewohner auch Weidewirtschaft.

Das Wadi wurde 1932 durch eine Expedition von László Almásy (1895–1951) entdeckt.

Das Wadi wurde 1938 im Rahmen einer Expedition von Ralph Alger Bagnold (1896–1990) aufgesucht, die auch die Sanddüne vorfanden. Über mehrere Tage wurde der Boden des einstigen Sees vom Archäologen der Expedition, Oliver Humphrys Myers (1903–1966), untersucht. Seine Ergebnisse wurden aber nie veröffentlicht. Seine Aufzeichnungen befinden sich noch im Musée de l’Homme in Paris. Seit 1980 wurde das Tal erneut von Wissenschaftlern der Universität Köln im Rahmen des DFG-Projekt „Besiedlungsgeschichte der Ostsahara“ (B.O.S.) und später des ACACIA-(Arid Climate, Adaption and Cultural Innovation in Africa)-Projekts untersucht.

Zu den Funden gehörten u.a. Keramik- und Steinartefakte wie Feuersteinwerkzeuge sowie Knochennadelfragmente und Straußeneierperlen. Die frühesten Besiedelung fand im Bereich des Beckens von Jägern und Sammlern statt, wo sich keine Reste domestizierter Tiere finden ließen. Spätere Besiedlung, etwa 4.300 bis 3.300 v. Chr., fand im Bereich der Hochebene statt. An Funden wie Ziegen- und Rinderknochen ließ sich ablesen, dass auch Weidewirtschaft betrieben wurde.

AnreiseBearbeiten

Der Besuch des Tals ist gelegentlich Teil einer Wüstenexkursion in den Gilf-Kebir-Nationalpark. Für die Reise durch die Wüste benötigt man ein geländegängiges Allradfahrzeug. Ortskundige Fahrer und Fahrzeuge gibt es z.B. in den Senken ed-Dāchla und el-Baḥrīya.

Man erreicht das Wādī el-Bacht über die Zwischenstationen Samīr-Lāmā-Felsen und Abū Ballāṣ.

Für eine Fahrt in den Nationalpark benötigt man eine Erlaubnis des ägyptischen Militärs. Während der Reise wird man von bewaffneten Polizisten und einem Militäroffizier begleitet. Für Reisen in das Gilf Kebir gibt es in Mūṭ ein eigenes Safari-Department, das auch die nötigen Begleitpolizisten und deren Fahrzeuge stellt. Die Pflicht-Dienstleistung ist natürlich kostenpflichtig.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Hauptsehenswürdigkeit im Wādī el-Bacht ist die (3 große Sanddüne (23° 12′ 33″ N 26° 16′ 37″ O) und der Sedimentboden im Westen der Düne.

KücheBearbeiten

Am Eingang zum Wādī el-Bacht kann man eine Rast einlegen. Speisen und Getränke müssen mitgeführt werden. Abfälle müssen mitgenommen werden und dürfen nicht liegen gelassen werden.

UnterkunftBearbeiten

Für die Übernachtung in einiger Entfernung müssen Zelte mitgeführt werden.

AusflügeBearbeiten

Auf dem Weg zum Wādī el-Bacht gelangt man bei 4 22° 39′ 1″ N 26° 13′ 40″ O zu einem weiteren archäologischen Fundgebiet, in dem sich u.a. Klingen und Messer aus Feuerstein, Mahlsteine und ein Straßenei, das von einem modernen Steinkreis umgeben ist, finden lassen. Die Funde sollten natürlich vor Ort verbleiben. Sie zeigen aber sehr deutlich, dass sich das Klima vor ca. 10.000 Jahren an dieser Stelle deutlich vom heutigen unterschied: hier befand sich eine Savannenlandschaft.

Man kann des Wādī el-Bacht auch als Ausgangspunkt zu Besichtigungen verschiedener anderer Wadis im Osten des Gilf-Kebir-Plateaus, der Höhle Maghārat el-Qanṭara, der Felsengruppe Eight Bells und des Denkmals des Prinzen Kamal ed-Din nutzen.

LiteraturBearbeiten

 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.