Katar

Staat in Vorderasien

Katar ist eine Halbinsel und ein Staat im Nahen Osten. Im Süden grenzt Katar an Saudi-Arabien.

RegionenBearbeiten

StädteBearbeiten

HintergrundBearbeiten

Das aufgrund der klimatischen Bedingungen äußerst unwirtliche Katar war jahrhundertelang nahezu unbesiedelt und wurde lediglich von durchziehenden Beduinenstämmen und einigen Seeräubern genutzt. Dies änderte sich erst am 18. Dezember 1878, als die britische Ostindien-Kompatie zum Schutz der eigenen Handelsflotte die Halbinsel Katar kolonialisierte und damit den Staat in seiner heutigen Form gründete - dieser Tag gilt aus diesem Grund als Nationalfeiertag in Katar.

Im 20. Jahrhundert fand man in Katar Erdöl, das die Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung des Staates bildete. Auch heute lebt Katar vor allem von seinen Bodenschätzen, denn der Staat hat die größten bekannten Erdgasvorkommen der Erde. Wie viele andere Golfstaaten auch fällt Katar im Westen vor allem durch tollkühne Bauprojekte auf wie dem ersten vollklimatisierten Stadion, in dem auch die Leichtathletik-WM stattfand.

Die Schattenseite des schier unerschöpflichen Reichtums ist, dass der Emir von Katar auch radikal-islamistische Gruppierungen finanziell unterstützt und ihnen durch den staatlichen Fernsehsender Al-Jazeera ein Sprachrohr in der arabischen Welt gibt. Dies wurde im Westen erst so richtig deutlich, als es 2017 zu einer bis heute anhaltenden diplomatischen Krise kam, infolgedessen alle anderen arabischen Länder ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abbrachen und eine Handelsblockade verhängten. Da Katar weiterhin von einigen Staaten wirtschaftlich unterstützt wird, ist der Erfolg dieser Maßnahmen äußerst fraglich.

AnreiseBearbeiten

EinreisebestimmungenBearbeiten

Zur Einreise nach Katar benötigt man einen Reisepass. Ein Visum ist für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsbürger nicht notwendig. Bei der Einreise erhält man einen Aufkleber in den Pass, der die erlaubte Aufenthaltsdauer angibt (30 oder 90 Tage). Diese sollte auch nicht überschritten werden, da sonst bei der Ausreise hohe Strafzahlungen erhoben werden können.

Zoll

Kein Alkohol, 400 Zigaretten. Die Einfuhr von Zigarren, losem Tabak, e-Zigaretten und Nikotin-Kaugummi ist verboten.

Sonderregelung von/aus OmanBearbeiten

Wer innerhalb der Gültigkeit seiner Aufenthaltserlaubnis in den Oman reisen möchte und dies bei Ankunft in Katar am Flughafen angibt, erhält ein “visa waiver,” der es erlaubt ohne Zahlung der dortigen Visumsgebühr auch in den Oman zu reisen. Diese Befreiung gilt auch in Gegenrichtung, die dann fällige omanische Visumsgebühr ist aber fast doppelt so hoch.

Die Liste der berechtigten Staatsangehörigkeiten ist beschränkt, für Europäer im wesentlichen die Kern-EU vor der Osterweiterung, Schweizer und Liechtensteiner.

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Der einzige Verkehrsflughafen des Landes ist der 1 Doha Hamad Airport (IATA: DOH).       . Er dient der nationalen Fluggesellschaft Qatar Airways als Drehkreuz und wird von vielen internationalen Fluggesellschaften angeflogen.

Im Rahmen des von Saudi-Arabien begonnenen Boykotts des Landes gibt es seit Juni 2017 keine direkten Flüge nach Saudi-Arabien, Bahrain und die VAE (Dubai, Abu Dhabi) mehr. Wer aus Doha zu diesen Zielen will, muß mit Fluggesellschaften aus Drittländern (z.B. Oman oder Kuwait) über diese reisen und umsteigen.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Landgrenze wird seit Juni 2017 von Saudi-Arabien gesperrt.

Mit dem SchiffBearbeiten

Die Seegrenze wird seit Juni 2017 von Saudi-Arabien gesperrt. Dem Boykott haben sich u.a. auch Bahrain und VAE angeschlossen.

MobilitätBearbeiten

TaxisBearbeiten

Innerhalb Dohas nimmt man sich am besten eines der allgegenwärtigen Taxis. Die Raten sind für europäische Verhältnisse äußerst günstig. Manchmal "vergessen" die Taxifahrer, den Taxameter einzuschalten und verlangen dann eine überhöhte Gebühr. Fahrten ohne Taxameter sind jedoch für den Fahrgast kostenlos.

MetroBearbeiten

Seit 2019 gibt es eine Teilstreckemit 13 Stationen der Doha Metro, welche bis 2020 fertiggestellt werden soll. Es sind drei Linen geplant: die Golden Line Verkehrt von Villagio zur Airport City North. DIe Grüne Linie beginnt am Al Rayyan Stadium und endet bei Msheireb und die rote Linie fährt von Lusail Center bis nach Al Wakra North. Bis 2026 soll eine dritte Linie, die Blue Line, folgen. Eine Fahrt kostet 2 QAR, das Tagesticket kostet 6 QAR.

Öffentliche BusseBearbeiten

In Doha fahren moderne klimatisierte Busse auf einem sehr gut ausgebautem Liniennetz. Hierzu bietet sich die App Karwa Bus an. Eine einfache Fahrt kostet 5 QAR. Für Urlauber gibt es ein Limited Card für 10 QAR, diese beinhaltet zwei Fahrten innerhalb von 24 Stunden oder einen Unlimited Card für 20 QAR mit unbegrenzt vielen Fahrten innerhalb von 24 Stunden.

StadtrundfahrtBearbeiten

Das Unternehmen Doha Bus bietet einen Hop On Hop Off Bus, welcher einen Rundkurs durch die Stadt fährt. Haltepunkte sind unter anderem Souq Waqif, am Museum of Islamic Art, an der City Center Mall, am Katara Cultural Village, an der Corniche, im Stadtteil „The Pearl“, an der Grand Mosque und bei den Msheireb Museums. Im 40-Minutentakt werden die Haltestellen bedient Das Ticket kostet 180 QAR.

AppsBearbeiten

Etwas günstiger als Taxen sind die Taxi-Apps Uber und Careem.

SpracheBearbeiten

Die Amtssprache ist Arabisch. Die Gastarbeiter sprechen ihre jeweiligen Heimatsprachen. Englisch wird von allen Bewohnern Katars gesprochen und sehr gut verstanden.

KaufenBearbeiten

Der Souk Waqif im alten Teil Dohas lohnt sich vor allem wegen der Gewürze und Spezialitäten, die es in viel besserer Qualität als in den heute überall üblichen Supermärkten gibt. Den Basar möglichst erst nach 18.00 Uhr besuchen, denn sonst ist die Hitze wirklich nicht zu ertragen. Manche Geschäfte verfügen jedoch über Klimatisierung. Die Klimageräte heizen dafür aber die engen Basargänge auf.

WährungBearbeiten

Die katarische Währung heißt Katar-Riyal (QR bzw. QAR). Ein QAR ist in 100 Dirham unterteilt. Es gibt Scheine zu 1, 5, 10, 50, 100 und 500 QAR und Münzen zu 50 und 25 Dirham. Die Währung ist mit einem Umrechnungskurs von 1:3,64 fest an den US-Dollar gekoppelt. Gegenüber dem Euro beträgt das Wechselverhältnis in etwa 1:4, das heißt, dass 1 QAR in etwa 0,24 € wert ist (Stand 03/2019). Es ist problemlos möglich, sich an den vielerorts aufgestellten Geldautomaten mit Bargeld zu versorgen. Eine Kreditkarte mit der Möglichkeit zum kostenlosen weltweiten Geld abheben ist hier von großem Vorteil.

KücheBearbeiten

NachtlebenBearbeiten

Nachtleben europäischen Zuschnitts existiert in Katar nicht.

UnterkunftBearbeiten

Lernen und StudierenBearbeiten

ArbeitenBearbeiten

Der Arbeitstag beginnt in Doha vergleichsweise früh. Auch Büroangestellte fangen in der Regel spätestens um 07:00 mit der Arbeit an. Einladungen zu Meetings um 7:30 morgens sind daher keine Seltenheit.

Um eine Arbeit in Katar aufnehmen zu dürfen, ist grundsätzlich ein Arbeitsvisum notwendig, das nur in Zusammenarbeit mit einem in Katar ansässigen Arbeitgeber beantragt werden kann.

FeiertageBearbeiten

Termin Name Bedeutung
Februar / März Eid al-Adha Großes Opferfest zur Pilgerfahrt nach Mekka
März Al-Hijri Islamisches Neujahr
Mai / Juni Maulid al-Nabi Geburtstag des Propheten Mohammed
27. Juni Tag der Thronbesteigung
3. September Unabhängigkeitstag
Oktober Lailat al-Miraj Himmelfahrt des Propheten
Dezember Eid al-Fitr Fest zum Fastenbrechen nach Ramadam

SicherheitBearbeiten

Die nationale Notrufnummer lautet 999. Katar ist ein äußerst sicheres Reiseland, Touristen sollten sich jedoch über die rigiden Moralvorstellungen und damit zusammenhängende Strafvorschriften informieren. Homosexuelle Handlungen sind in Katar illegal und können mit Gefängnisstrafen bis zu 15 Jahren geahndet werden. Gemeinsam reisende Männer sollten zudem keine Doppelzimmer in Hotels buchen. Auch heterosexueller Sex außerhalb der Ehe ist verboten. Drogenhandel, Drogenschmuggel sowie Drogenbesitz ab einer vorgesehenen Menge führt zu langjährigen Freiheitsstrafen, im ungünstigsten Fall zur Verhängung der Todesstrafe. Man darf nicht davon ausgehen, dass Touristen milder bestraft werden als Einheimische. Bei allen Verkehrsunfällen besteht anders als in Deutschland eine Pflicht, über die Notrufnummer 999 die Polizei anzufordern, auch wenn es Unfälle ohne Unfallgegner sind, wie beispielsweise dem Abrutschen eines PKW in einen Graben. Der Konsum alkoholischer Getränke ist für nicht-muslimische Touristen in den Hotelbereich und an privaten Hotelstränden gestattet, jedoch ist der Aufenthalt in der Öffentlichkeit für Personen, welche noch unter Restalkohol stehen, untersagt. In der Öffentlichkeit wird in Gaststätten kein Alkohol ausgeschenkt sowie keine alkoholischen Getränke in Supermärkten und Kiosken verkauft.

GesundheitBearbeiten

Katar verfügt über ein relativ gut ausgebautes Gesundheitswesen. Kernelement ist die Hamad Medical Corporation (HMC), die eine Einrichtung des Staates ist. Hamad General Hospital stellt die Anlaufstelle für alle Wehwehchen dar. Hier wird man ambulant, gegebenenfalls auch stationär behandelt. Katarische Staatsbürger und Bürger der sogenannten Gulf-Council-Länder werden in der Regel kostenlos oder gegen einen kleinen Obulus behandelt. Bürger von Drittstaaten müssen ein im Vergleich zu Deutschland geringes Entgelt zahlen.

HMC versucht die Standards seiner Behandlung den international üblichen Standards anzupassen. Dazu wurde unter anderem ein umfangreicher Kooperationsvertrag mit dem Universitätsklinikum Heidelberg abgeschlossen.

Klima und ReisezeitBearbeiten

Aufgrund der Nähe zum Persischen Golf ist das Klima ganzjährig schwül. Es ist subtropisch und heiß. Im Sommer (Mai bis September) herrschen Temperaturen zwischen 35° C und 45° C, im Winter (Dezember bis März) zwischen 15° C und 25° C, nacht bis unter 10° C (Heizungen gibt es nicht). Die Luftfeuchtigkeit beträgt 80%. Katar zählt zu den regen- und wasserärmsten Ländern der Welt, nichtsdestotrotz kann es im Winter zu feucht-kaltem Wetter mit z. T. erheblichen Niederschlägen über mehrere Tage kommen.

RespektBearbeiten

Katar ist eine absolute Monarchie, mit dem Emir als Oberhaupt. Staatsreligion ist der sunnitische Islam und die Scharia ist die Hauptquelle der Gesetzgebung. Im Leben von Reisenden macht sich das durch strenge Moralvorstellungen und Verhaltensregeln bemerkbar, die sogar strafrechtlich bewehrt sein können.

Dies betrifft insbesondere die Bekleidung, die nicht zu freizügig sein sollte. Das bedeutet, dass weder kurze Hosen noch kurze Röcke getragen werden sollten. Auch schulterfreie, tief ausgeschnittene oder transparente Bekleidung ist tabu. An Stränden gilt ein weniger strenger Dresscode als in den Städten.

Generell ist der Austausch von Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit nicht zulässig.

In den öffentlichen Bussen existieren abgeschirmte Sitz- und Stehbereiche für Frauen und deren Kinder, diese abgeschirmten Bereiche in den öffentlichen Verkehrsmitteln dürfen von allen Frauen, auch von Touristinnen genutzt werden, eine Pflicht zur Nutzung der abgetrennten Bereiche für Frauen besteht jedoch nicht.

Es gilt als sehr unhöflich, Menschen auffällig und direkt anzusehen bzw. anzustarren. Auch das Ansprechen von fremden (arabischen) Frauen durch Männer auf der Straße, sei es auch um z. B. nach dem Weg zu fragen, wird unter Umständen missbilligt.

Militärische Einrichtungen, öffentliche Gebäude, Moscheen, Paläste, Flug- und Seehäfen dürfen nicht fotografiert werden. Selbstverständlich sollte man auch Personen nicht ohne deren Einverständnis fotografieren, insbesondere nicht Einheimische und Frauen.

Der Konsum alkoholischer Getränke ist ausschließlich in Hotelbars und an privaten Hotelstränden erlaubt, in der Öffentlichkeit jedoch verboten. Touristen dürfen in den Hotelbereichen Alkohol konsumieren, in Gaststätten außerhalb von Hotels wird kein Alkohol ausgeschenkt, der Aufenthalt offensichtlich alkoholisierter Personen in der Öffentlichkeit ist verboten.

Während der Gebetsrufe des Muezzin sollten auch Nicht-Muslime sich ruhig verhalten und keine Musik hören oder Handys benutzen, auch nicht zur Internetnutzung.

Der Fastenmonat Ramadan wird in Katar sehr ernst genommen. Für Nicht-Muslime ist er natürlich nicht bindend. In dieser Zeit tagsüber in der Öffentlichkeit zu essen, zu trinken oder zu rauchen, kann aber als Provokation wahrgenommen werden. Allgemein ist mit Einschränkungen im Alltag zu rechnen, z. B. schließen Restaurants (außerhalb der Touristenhotels) tagsüber, Behörden haben reduzierte Arbeitszeiten. Auf die Einhaltung der Kleidungsvorschriften wird in dieser Zeit hingegen noch strenger geachtet als sonst.

Allgemein ist ein gewisser Respekt vor dem Islam sicher nicht verkehrt. Negative oder kritische Kommentare gegenüber dem Islam oder dem Propheten Mohammed könnten als Gotteslästerung oder Beleidigung der Religion aufgefasst werden, was in Katar eine Straftat darstellt.

Post und TelekommunikationBearbeiten

Die Verwendung der eigenen SIM-Karte ist in Katar eine ausgesprochen schlechte Idee. Die meisten deutschen Netzbetreiber klassifizieren Katar in der teuersten Tarifgruppe, die Kosten liegen dann bei 3 €/min oder mehr! Wesentlich günstiger geht es mit einer lokalen PrePaid SIM-Karte, z.B. von ooredoo oder Vodafone Qatar. Die Minute kostet dann ca. 0,55 QAR (etwa 0,13 €). Selbst Gespräche nach Deutschland sind vergleichsweise günstig, bei Vodafone Qatar etwa 1 QAR, also 0,24 €, pro Minute.

Der in Europa bekannte Brauch, den Verwandten daheim eine Postkarte zu schicken, ist in Katar kaum bekannt. Entsprechend schwierig wird man sich sowohl beim Finden von Postkarten und noch viel mehr beim Kaufen von Briefmarken tun. Postkarten erhält man am ehesten in einem der großen Supermärkte, zum Beispiel bei Carrefour. Briefmarken gibt fast ausschließlich bei den Postämtern. Auf den lokalen Märkten (Souqs) wird beides kaum verkauft! Briefkästen sind ebenso absolute Mangelware, daher ist es am besten die bereits fertig geschriebenen Postkarten auf das Postamt mitzunehmen und nach dem Kauf der Briefmarken dort direkt einzuwerfen.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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