Das Wrack des Küstenmotorfrachtschiffs Hamada ist ein leicht erreichbares und einfach betauchbares Schiffswrack an der ägyptischen Rotmeerküste im Bereich des Wādī-el-Gimāl-Ḥamāṭa-Nationalparks, südsüdöstllich der Siedlung und Bucht Abū Ghuṣūn. Das unmittelbar am Saumriff gelegene Wrack kann aufgrund seiner geringen Tiefe auch von Schnorchlern besichtigt werden.

Heck der Hamada
Hamada
GouvernementRotes Meer
Einwohnerzahl
Höhe
Lagekarte von Ägypten
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Hamada

HintergrundBearbeiten

LageBearbeiten

 
Lageplan der Hamada

Das Wrack der Hamada befindet sich 77 Kilometer südsüdöstlich von 1 Marsā ʿAlam wikipedia commons wikidata, 28 Kilometer südlich des Haupteingangs zum 1 Wādī-el-Gimāl-Ḥamāṭa-Nationalpark wikipedia commons wikidata, 28 Kilometer nordwestlich von 2 Ḥamāṭa commons wikidata und zwei Kilometer südsüdöstlich der Siedlung Abū Ghuṣūn, أبو غصون, mit dem östlich gelegenen 1 Phosphat-Verladeterminal von Abū Ghuṣūn. Das in zwei Teile zerbrochene Wrack befindet sich unmittelbar am Saumriff.

Schiffsbau und EigentümerBearbeiten

Mit dem Bau des Küstenmotorfrachtschiffs, Baunummer 347, wurde am 15. März 1965 beim Schiffbauer John Lewis & Sons, Ltd. in Aberdeen begonnen. Der Bau wurde von der General Steam Navigation Company Ltd., einer Tochtergesellschaft der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company, in Auftrag gegeben, die das Schiff in britischen Küstengewässern einsetzen wollte. Beim Stapellauf am 12. Juni 1965 wurde es auf den Namen Avocet getauft. Das 65,10 m lange, 11,07 m breite Frachtschiff besaß einen Tiefgang von 4,05 m und konnte eine Ladung von bis zu 499 Bruttoregistertonnen aufnehmen. Der 1470 PS starke 7-Zylinder-Dieselmotor MN17 von British Polar Engines Ltd., Glasgow, verlieh dem Schiff eine Geschwindigkeit von 12,5 Knoten. Das Schiff besaß ein Deck und zwei Frachträume.

Das Schiff wurde später mehrfach verkauft, zuerst an andere Tochterunternehmen der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company. Am 22. Juni 1976 erfolgte der Verkauf an die Stavros Elias Liakos Maritime Ltd. in Limassol, Zypern, und das Schiff wurde in Afroditi H umgetauft. Nur wenig später gelangte das Schiff an Euromaster Navigation Co. Ltd., Zypern. 1982 erfolgte ein weiterer Verkauf, dieses Mal an die Leghorn Shipping Co. Ltd., Limassol, und das Schiff wurde in Samarah umgetauft. Zum letzten Mal wurde das Schiff 1986, dieses Mal in Hamada, umgetauft, nachdem es an die Chaldean Shipping Co. Ltd., Zypern, verkauft wurde. Letzter Eigner wurde 1986 die Phemios Shipping Co., Valletta, Malta.[1]

SchiffsunfallBearbeiten

Am 28. Juni 1993 havarierte das mit Kunststoffgranulat beladene Schiff auf der Fahrt von Dschidda in Saudi-Arabien nach Sues bei Schwerwetter mutmaßlich abseits der ausgewiesenen Schifffahrtsrouten, und einen Tag später sank es. Nach Angaben der Peninsular and Oriental Steam Navigation Company rammte das Schiff ein unter Wasser befindliches unbekanntes Objekt, bekam Schlagseite und sank an der Position 2 24.42N, 35.25E, also nordwestlich des Riffs 2 Scha'b Renga. Nach einer anderen Darstellung soll ein Feuer an Bord ausgebrochen sein, infolgedessen die Besatzung das Schiff verließ. Das führerlose Schiff trieb auf offener See in Richtung Küste und sank dort. Erste Taucher berichteten von Brandspuren auf dem Deck.

Teile der Kunststoffgranulatladung sind noch auf dem Strand zu finden.

AnreiseBearbeiten

 
Wrack der Hamada im Vorderteil des Schiffs
 
Korallenbewuchs am Wrack der Hamada
 
Teile der Schiffsladung am Strand

Die Anreise kann mit einem Safari- oder Ausflugsboot, aber auch über Land erfolgen. Man kann sich an der Einfahrt zur Bucht Abū Ghuṣūn orientieren, die sich etwa zwei Kilometer nördlich des Wracks befindet. Auf der Höhe das Lageorts des Schiffswracks befinden sich 1 Steingebäude hinter dem Strand.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Das südlich von Abū Ghuṣūn gelegene 2 Wrack der Hamada befindet sich in zwei bis 14 Metern Tiefe. Teile des Schiffs sind bei Ebbe an der Wasseroberfläche sichtbar. Das bedeutet, dass das Wrack auch von Schnorchlern von der Wasseroberfläche aus besichtigt werden kann.

Das Wrack befindet sich unmittelbar am Saumriff und liegt um 90° gedreht auf der Steuerbordseite in 14 Metern Tiefe im Schlamm. Die Backbordseite befindet sich maximal in etwa zwei Metern Tiefe. Der Bug des Schiffes weist in Südrichtung. Die Anker sind noch aufgezogen. Das Deck, die Brücke (Ruderhaus), der Schornstein und der Antennenmast weisen zum Riff, wobei sich Masten und Laderäume ins Riff gebohrt haben. Mittlerweile ist das Wrack in zwei Teile zerbrochen, wobei das nördlich gelegene Heck etwas weiter vom Riff entfernt ist.

Die Sicht unter Wasser ist u. a. wegen des Hafenbetriebs in Abū Ghuṣūn nur mäßig.

Sehenswert sind die Aufbauten auf dem Deck, darunter die Ankerwinde. Die offenen Laderäume sind mittlerweile fast leer und gut einsehbar. Wenige Reste der Ladung sind noch vorhanden. Einige Metallteile sind auf den Untergrund gestürzt. Am Rumpf können die vierblättrige Schiffsschraube, das Ruder und das Bugstrahlruder besichtigt werden.

Eine Besichtigung des Wracks von außen ist auch für Tauchanfänger geeignet. Dies sollte in Absprache mit den Tauchguides erfolgen. Erfahrene Taucher können auch das Ruderhaus, den Maschinen- und den Laderaum besichtigen.

Auf dem Wrack wachsen mittlerweile auch Korallen. Zu diesem Unterwasserbiotop gehören Nacktschnecken, Schwärme von Glasfischen, aber auch Fledermaus-, Papageien-, Doktor-, Falter- und Rotfeuerfische, Grundeln, Zackenbarsche sowie eine Muräne.

Küche und UnterkunftBearbeiten

Unterkunft und Verpflegung werden auf den Safarischiffen geboten. Bei einer Anreise über Land muss man die Verpflegung selbst mitführen.

AusflügeBearbeiten

Im Süden der Hamada gibt es weitere Tauchziele:

LiteraturBearbeiten

  • Stoll, Claus-Peter ; Kefrig, Udo ; Kirschner, Manuela ; Bergbauer, Matthias: Tauchführer Wracks im Roten Meer : Ägypten, Sudan, Israel, Jordanien. Stuttgart: Kosmos, 2010, ISBN 978-3-440-11968-6, S. 152–155.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Gelegentlich wird auch als Heimathafen Colombo in Sri Lanka angegeben.
  2. Anfänglich war man davon ausgegangen, dass es sich bei dem Wrack um das des griechischen Tankers Atlas handeln würde. Dies erwies sich als falsch.
 
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