Darb el-Farāfra

Antike Karawanenroute in Ägypten, die die Senke el-Farāfra in der Westliche Wüste mit der Denke ed-Dāchla verbindet
Nordseite des Bab el-Cailliaud
Darb el-Farāfra ·درب الفرافرة
Länge200 km

Der Darb el-Farafra (arabisch: ‏درب الفرافرة‎, Darb al-Farāfra, „Al-Farāfra-Piste“) ist eine antike Karawanenroute in Ägypten, die die Senke el-Farāfra in der Westliche Wüste mit der Senke ed-Dāchla verbindet. Die Route ist 200 Kilometer lang und lässt sich mit Kamelen in etwa vier Tagen bewältigen.

HintergrundBearbeiten

Bis in die Neuzeit nutzen Karawanen und Expeditionen den Darb el-Farāfra, da er über einhundert Kilometer kürzer ist als die Anreise über Abū Minqār. So auch die Expedition des deutschen Afrikaforschers Gerhard Rohlfs (1831–1896) im Jahr 1874. In seinem Werk Drei Monate in der libyschen Wüste beschreibt er die Reise, die vom 3. bis zum 7. Januar 1874 andauerte.

Als besonders frustrierend müssen die Teilnehmer der Expedition die Reise nach Biʾr Dikkār durch die Sanddünenfelder empfunden haben. Rohlfs klagte:

„Kann man sich etwas Trostloseres denken, etwas Langweiligeres, als die Gegend, welche wir jetzt zu durchziehen hatten? Rechts und links 80–100 Meter hohe Sanddünen, etwa ½ Stunde von einander entfernt. Und in dieser von den beiden Sandketten gebildeten Thalrinne bewegt sich unsere Karawane. Da ist kein Fels, kein Gor, kein Berg, um etwas Abwechslung in die Scenerie zu bringen. So wie die Gegend hier aussieht, so sieht sie nach 4-, nach 8-, nach 10stündigem Marsche noch aus. Der Boden der Allee, in der wir uns befanden, bestand im Norden aus grauem Kreidemergel, der Sand der Dünen aber war Quarz. Ueberstreut war der Boden mit Schwefelkies, der meist in Brauneisenstein verwandelt und von Quarz durchzogen war.“[1]

Erst die Ankunft am Naqb el-Qaṣr am 7. Januar 1874 mit seinen außerordentlichsten Naturszenen konnte für die Mühen entschädigen.

VorbereitungBearbeiten

Die Route ist nicht einfach. Größere Abschnitte müssen über sandigem Untergrund zurückgelegt werden. Es ist sinnvoll, Sandbleche mit sich zu führen und die Strecke in einer Gruppe von mehreren Fahrzeugen zu bewältigen.

MobilitätBearbeiten

Die Reise entlang dieser Route kann nur mit Kamelen oder geländegängigen Allradfahrzeugen erfolgen. Die Querung des Naqb el-Qaṣr, des el-Qaṣr-Passes, ist schwierig. Es bietet sich an, die Reise in der Richtung von el-Farāfra nach ed-Dāchla durchzuführen. Kamele sollten geländegängigen Allradfahrzeugen vorgezogen werden. Im Fall der Fahrzeuge benötigt man erfahrene Fahrer mit Streckenkenntnis.

RouteBearbeiten

Die Route beginnt in el-Farāfra und führt nach Biʾr Dikkār, das sich etwa 45 Kilometer südöstlich der Stadt el-Farāfra befindet. Dieser „Brunnen der [männlichen] Palme“ ist die einzige Wasserquelle auf der ganzen Route.

Schon wenig später gelangt man in ein Sanddünenfeld. Mehrere fast parallele Dünen ragen hier bis in eine Höhe von einhundert Metern. Die Korridore sind etwa anderthalb Kilometer breit. Einer dieser Korridore heißt Black Valley und erstreckt sich über etwa 50 Kilometer. Seinen Namen erhielt er von unzähligen kleinen schwarzen Pyritsteinchen, die auf dem fast weißen Sand liegen. Pyrit wird auch als auch Schwefelkies bezeichnet und besteht aus Eisen(II)-disulfid.

Nach etwa 150 Kilometern folgt das sog. Marmorlabyrinth, einem immer noch sandigen Gebiet, das von Kalksteinfelsen durchzogen ist.

Nach weiteren 25 Kilometern erreicht man die Passstraße nach ed-Dāchla, den Naqb el-Qaṣr oder Naqb ed-Dāchla. Diese etwa anderthalb Kilometer lange Strecke ist wohl das schönste Teilstück der Karawanenroute. Die Passstraße wird auf beiden Seiten von einem Felstor begrenzt. Dies ist im Norden das Bab el-Jasmund und im Süden das Bab el-Cailliaud.

Von diesem Pass aus sind es noch etwa zwölf Kilometer bis nach Qaṣr ed-Dāchla.

SicherheitBearbeiten

Sie benötigen für die Anreise mehrere geländegängige Fahrzeuge (4×4), ausreichend Wasser und Proviant und ein Satellitentelefon.

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rohlfs, Gerhard, a.a.O.; S. 101 f.
 Dies ist ein brauchbarer Artikel. Es gibt noch einige Stellen, an denen Informationen fehlen. Wenn du etwas zu ergänzen hast, sei mutig und ergänze sie.