Jesreel-Ebene

Tal in Israel
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Die Jesreel-Ebene (auch Jesreelebene, auf hebräisch eigentlich Jesreeltal - Emek Jizre'el עמק יזרעאל) ist eine Ebene im nördlichen Israel.

Bei der Region handelt es sich um das größte ebene Becken des Landes; die Gegend wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Touristische Höhepunkte sind die Nekropole Bet Sche'arim und die Ausgrabungen von Megiddo.

Jesreel-Ebene, Blick vom Karmelgebirge

Regionale GliederungBearbeiten

Die Jesreel-Ebene in der hier beschriebenen Ausdehnung grenzt im Norden an die Berge Untergaliläas. Im Osten geht sie über in das Bet-Sche'an-Tal, das teilweise bereits im Jordangraben liegt und manchmal ebenfalls noch zur Jesreel-Ebene gezählt wird. Im Westen und Südwesten bildet das Karmelgebirge die natürliche Grenze, im Südosten ist es das Bergland von Gilboa an der Grenze zur Region Samaria im Westjordanland. Die Ebene wird vom Fluss Kischon entwässert; er fließt von hier nach Nordosten und mündet bei Haifa ins Mittelmeer.

OrteBearbeiten

  • Afula ist mit rund 40.000 Einwohnern der Hauptort der Region.
  • Im Nordwesten liegt die Kleinstadt Kirjat Tiv'on (Kiryat Tivon).
  • Einige Kilometer südlich von Kirjat Tiv'on liegt das Städtchen Jokne'am Illit am Fuß des Karmelgebirges am Westrand der Ebene.

Weitere ZieleBearbeiten

  • Nahalal ist der älteste Moschaw Israels; bekannt ist der Ort wegen seines außergewöhnlichen Grundrisses: Um allen Bewohnern ein gleich großes Stück Land zur Verfügung stellen zu können, wurden die gemeinschaftlichen Gebäude in die Mitte des Ortes gebaut. Außerhalb einer elliptischen Ringstraße wurden dann - fast wie Tortenstücke - die gleich großen Grundstücke abgeteilt (Luftbild).
  • Knapp östlich der Jesreelebene - also eigentlich schon nicht mehr in der Region - liegt in Untergaliläa der Berg Tabor; er gilt als Ort der Verklärung Jesu.

HintergrundBearbeiten

Wenn man Israels Landesnatur betrachtet, fällt auf, dass die Jesreel-Ebene einen Bruch in der allgemeinen Oberflächenstruktur darstellt: Von Haifa über die Jesreel-Ebene nach Bet Sche'an zieht sich nämlich eine Kette von Tälern, die weitgehend flach sind. Während in Israel sonst immer Gebirgszüge den Weg von der Mittelmeerküste im Westen zum Jordangraben im Osten versperren oder zumindest erschweren, gelangt man auf der beschriebenen Route ohne das Überqueren eines Gebirges bis zum Jordantal.

Weil die Ebene eine günstige Lage hatte und weil es wegen der landschaftlichen Besonderheiten schon vor Jahrtausenden wichtige Straßen gab, war sie in der Geschichte häufig der Schauplatz von Kriegen; auch die Bibel berichtet von Kämpfen in der Gegend. Von besonderer Bedeutung war die Festung von Megiddo, welche die wichtigste Kreuzung in der zeitweise weitgehend versumpften Ebene sicherte. Eine der letzten großen Schlachten in der Ebene wurde 1948 geschlagen, als die israelische Armee im Unabhängigkeitskrieg einen Sieg verbuchen konnte und so den Zugang zu den nördlichen Teilen des heutigen Landes sicherte.

Das fruchtbare Ackerland der Jesreel-Ebene war teilweise schon lange vor der israelischen Staatsgründung vom Jüdischen Nationalfonds aufgekauft worden. Schon ab 1921 waren hier jüdische Siedlungen gegründet worden, so der Kibbuz Gewa und der erste Moschaw Nahalal. Auch der Hauptort Afula bestand bereits seit 1925.

Wenn man heute von der „Jesreel-Ebene“ spricht, kann es zu Missverständnissen kommen, weil die Region nicht präzise definiert ist. Während in einem engeren Sinne nur das Dreieck zwischen den Städten Jokne'am, Nazaret und Dschenin mit dem Begriff bezeichnet wird, wird manchmal auch die ganze Kette von Tälern von Haifa im Nordwesten bis Bet Sche'an im Südosten pauschal „Jesreel-Ebene“ genannt. Nach diesem weiten Verständnis können zur Jesreelebene auch noch Gebiete gehören, die hier unter Westgaliläa, Haifa und Bet-Sche'an-Tal abgehandelt werden.

Die Ebene ist in den meisten Richtungen von mehr oder minder hohen Hügel- bzw. Gebirgslandschaften umgeben (Karmelgebirge, Berge Galiläas und Samarias, Gilboagebirge). Der Tatsache, dass die Region mit ihren über 350 Quadratkilometern das größte flache Becken des Landes ist, verdankt sie ihren Kurznamen. In Israel heißt die Gegend oft nur „haEmek“ - „das Tal“ (bzw. „die Ebene“).

AnreiseBearbeiten

Mit dem FlugzeugBearbeiten

In der Jesreel-Ebene gibt es keinen zivilen Flughafen. Der kleine Flughafen der nahen Hafenstadt Haifa wird nur von einigen Inlandsflügen bedient. Wenn man mit dem Flugzeug anreist, wird man daher in der Regel den Weg über den wichtigsten Flughafen des Landes, den Flughafen Ben Gurion bei Tel Aviv wählen und von dort mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn bis Tel Aviv oder Haifa, dann Bus) oder mit dem Auto weiterreisen.

Mit der BahnBearbeiten

Ab Herbst 2016 ist die Ebene wieder per Bahn zu erreichen. Früher verlief durch die Ebene eine Nebenstrecke der bekannten Hedschasbahn. Der Verkehr auf dieser Strecke wurde schon in den 1950er Jahren eingestellt, die Gleise später entfernt.

Der Neubau einer Bahnstrecke von Haifa über Afula nach Bet Sche'an war schon etwa seit der Jahrtausendwende im Gespräch und ist inzwischen abgeschlossen. Ab 16.10.2016 verkehren - zunächst noch mit eingeschränktem Angebot - Züge der Israel Railways ab Haifa nach Bet Sche'an. In den ersten drei Wochen wird die Fahrt in die Region und aus der Region heraus deutlich vergünstigt, teilweise sogar kostenlos angeboten. In den ersten Novembertagen beginnt dann auf der Strecke der Planverkehr.

Mit dem BusBearbeiten

Das wichtigste Drehkreuz des Busverkehrs in der Ebene ist Afula. Von dort aus fahren regionale Buslinien, es bestehen außerdem überregionale Verbindungen, u.a. regelmäßig nach Jerusalem, Tel Aviv, Haifa, Tiberias und Bet Sche'an.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Jesreelebene ist durch verschiedene übergeordnete Straßen erschlossen und daher aus verschiedenen Richtungen gut erreichbar.

Von Tel Aviv-Jaffa fährt man entlang der Küste nach Chadera und wählt dort die Straße 65. Diese Straße durchquert die Ebene von Südwest nach Nordost und führt auch durch Afula. Im weiteren Verlauf der Straße besteht die Möglichkeit in Richtung See Genezareth abzubiegen (z.B. auf die Straße 77 nach Tiberias).

Von Haifa kommend wählt man zunächst die Straße 75. An der Abzweigung „HaAmakim“ kann man entweder weiter der Straße 75 in Richtung Nazareth folgen, die im Nordteil der Ebene verläuft, oder den Straßen 70 und später 66 am Westrand der Ebene entlang des Karmelgebirges. Von Bet Sche'an kommend erreicht man Afula über die Straße 71, die nördlich der Gilboa-Berge verläuft.

MobilitätBearbeiten

Die Ebene ist durch eine Reihe von Buslinien erschlossen, mit denen man teilweise sogar sehr gut vorankommt (z.B. verkehrt die Linie von Haifa nach Afula mit Halt in der Nähe von Bet Sche'arim ca. alle 20 Minuten). Ist man mit dem Wagen unterwegs, kommt man auf dem gut ausgebauten Straßennetz schnell vorwärts.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Grabhöhle in Bet Sche'arim
  • Megiddo, das Armageddon der Apokalypse, lag an der Via Maris und war in der Vergangenheit wiederholt umkämpft. Der antike Siedlungshügel wurde zu großen Teilen ausgegraben.
  • Der Ma'ayan-Harod-Nationalpark liegt am nordwestlichen Rand des Gilboa-Gebirges bei der Ortschaft Gid'ona südöstlich von Afula.
  • Die jüdische Gräberstadt von Bet Sche'arim bei Kirjat Tiv'on besteht aus ausgedehnten Katakomben, die teilweise besichtigt werden können.

AktivitätenBearbeiten

KücheBearbeiten

NachtlebenBearbeiten

Die Jesreel-Ebene hat kaum größere Orte und entsprechend in puncto Nachtleben nicht allzu viel zu bieten. Wenn man ein breiteres Angebot sucht, ist man in der großen Küstenstadt Haifa oder in der Touristenstadt Tiberias vermutlich besser aufgehoben.

SicherheitBearbeiten

Im Bereich der Jesreel-Ebene bestehen keine besonderen Sicherheitsrisiken. Wie auch sonst im Land sollte man die allgemeine Sicherheitslage beachten.

KlimaBearbeiten

Im Gegensatz in den höher liegenden Hügelregionen in der Nachbarschaft ist das Klima in der Jesreel-Ebene etwas wärmer - Schnee und Frost gibt es hier kaum, im Sommer wird es recht heiß. Am Ostrand, im Übergang zum Bet-Sche'an-Tal, wird das Klima zunehmend schwül-warm, im Sommer ist es oft unangenehm heiß.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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