Nauru

Inselstaat im Pazifischen Ozean

Die Insel Nauru (auch Pleasant island genannt) liegt in Ozeanien. Nauru ist der drittkleinste Staat der Erde. Die Insel ist vor allem durch die früher bedeutende Phosphatgewinnung bekannt, die das gesamte Inselinnere vollkommen verwüstet hat. Touristische Infrastruktur fehlt fast völlig und das Land gehört zu den Ländern mit den wenigsten Touristen weltweit.

RegionenBearbeiten

Nauru ist in 14 Distrikte unterteilt. Das Parlamentsgebäude befindet sich im Distrikt Yaren.

StädteBearbeiten

Die Insulaner leben in einer an der Küste fortlaufenden Stadt, welche sich immer mehr ins Landesinnere ausdehnt.

 
Karte von Nauru (2005, bzgl. Phospahtabbau überholt).
 
Sekundärer Phosphatabbau.

HintergrundBearbeiten

Nauru wurde 1886 deutsche Kolonie, der industrielle Phosphatabbau begann. 1914 wurde die Insel entgegen völkerrechtlicher Abmachungen von australischen Truppen besetzt. Das Völkerbundmandat ab 1923 wurde ebenfalls durch Australien ausgeübt. Zum Abbau der Mineralien wurde eine große Zahl von Hilfsarbeitern aus dem asiatischen Raum angeworben die, in Lagern untergebracht, streng von der einheimischen Bevölkerung getrennt wurden. Zwei Mal sank die Anzahl der indigenen Einwohner unter die als notwendig angesehene Reproduktionsfähigkeitsgrenze von 1500. Die Geburt des ersten „rettenden“ Babys 1932 wird noch heute jährlich als Angam Day gefeiert.

 
Waschgelegenheit im Flüchtlingslager (2012).

Im Zweiten Weltkrieg zerschoss Ende 1940 ein deutscher Kreuzer die Verladerampe. 1942 eroberten die Japaner die Insel, die 1945 wieder unter alliierte Kontrolle kam. Nauru kam 1947 als UNO-Trust Territory unter britische Kontrolle, die Verwaltung übernahm Australien.

1968 wurde Nauru unabhängig. 1988 konnte Nauru gegen Australien Ansprüche für die Renaturierungskosten des durch Tagebau verwüsteten Inneren der Insel gerichtlich durchsetzen. Die Phosphatvorräte, deren Abbau die Inselbewohner finanziell gut versorgt hatten, gingen Ende der 1980er zur Neige, sie waren 2006 komplett erschöpft, Rücklagen hatte man keine, das Land war sehr schnell pleite. Das ging soweit, dass die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten war, weil die Telekommunikationsgesellschaft, die die internationalen Verbindungen bereitstellte, alle Verbindungen kappte.

Eine Möglichkeit den Staatshaushalt aufzubessern sieht die Regierung darin, sich für diplomatische Anerkennung bezahlen zu lassen. So hat man mehrfach zwischen der Volksrepublik China und der Regierung der Provinz Taiwan in der Frage des „wahren Chinas“ gewechselt. Russland war die Anerkennung Südossetiens etliche Millionen Dollar wert. Nauru ließ sich auch vor den Karren der restriktiven australischen Flüchtlingspolitik spannen. Die Pacific Solution sah vor, dass andere Länder von Australien bezahlte, geschlossene Lager auf ihrem Gebiet einrichten würden, bis die Asylbewerber weiterreisen können. Nachdem die Flüchtlinge hier einige Jahre unter problematischen Bedingungen gelebt hatten, verschärften die Australier ihre Politik und ließen keine Antragsteller mehr ins Land. Gleichzeitig wurden die Nauru entstehenden Kosten nicht mehr übernommen und man stellte sich auf den Standpunkt „die Flüchtlinge seien das Problem der Aufenthaltsländer.“ 2017 übernahmen die USA mit 900 einen Teil der gestrandeten Menschen.

FlaggeBearbeiten

Die Flagge Naurus bildet in der Mitte einen gelben Streifen, welchen den Äquator versinnbildlicht. Der 16-zackige Stern, bei dem jeder Zacken für einen District steht, zeigt die auch die Lage Naurus. Was viele Flaggenhersteller falsch machen ist, dass der Stern den Äquator berühren muss. Die weiße Farbe steht für das Phosphat.

AnreiseBearbeiten

Die Anreise nach Nauru erfolgt praktisch ausschließlich mit dem Flugzeug, meist über Brisbane in Australien, weswegen auch ein Visum für dieses Land erforderlich ist.

Visumfreie Einreise gibt es nur für wenige Länder. Die meisten Angehörigen westlicher Nationen dürfen im „vereinfachten Visumsverfahren“ als Tourist einreisen. Hierzu gehören alle EU-Bürger und Schweizer (keine Liechtensteiner oder Monegassen, aber San Mariner). In jedem Fall ist eine bestätigte Unterkunftsbuchung oder ein Einladungsschreiben (für Geschäftsreisende letzteres in jedem Fall) vorgeschrieben. Der Hauptunterschied zum normalen Antragsverfahren ist der, dass kein polizeiliches Führungszeugnis verlangt wird. Journalisten werden 2018 für Erlaubnisse mit A$ 8000 kräftig zur Kasse gebeten. Reisepässe müssen drei Monate über den Aufenthalt gültig sein. Touristische Aufenthalte werden normalerweise für 30 Tage genehmigt.

Nauru kann es sich nicht leisten in Europa konsularisch vertreten zu sein. Weitergehende Auskünfte erteilt das Consulate General of the Republic of Nauru, Level 3, 99 Creek Street, Brisbane QLD 4000, Australia, Tel.: +61 7 3220 3044. Anträge sind per eMail an den Director of Immigration zu schicken, Einzelheiten und Antragsformular.

Ab dem 1. Januar 2023 ist für die Anreise ab dem Alter von 5 Jahren eine Covid-Impfung vorgeschrieben, welche mindestens 14 Tage vor dem Anreisetag vollständig sein muss. Es ist außerdem ein PCR-Test (nicht älter als 72 Stunden) notwendig. Am Flughafen wird ein Antigentest (RAT) durchgeführt. Falls dieser positiv ausfällt, wird eine 13-tägige Quarantäne angeordnet. Wer negativ getestet ist, kann auf direktem Wege zu seiner Unterkunft weiterfahren, muss jedoch am nächsten Tag einen erneuten PCR-Test bei der Gesundheitsbehörde durchführen, bevor man sich frei bewegen darf.

Zollfreimengen
  • A$ 2500 Bargeld
  • ab 18: 200 Zigaretten oder 500 g Tabak
  • ab 21: 2 Liter Schnaps

Mit dem FlugzeugBearbeiten

 
Anflug auf Nauru.

Zur Zeit, Januar 2023, fliegt Nauru Airlines (früher “Our Airline”) auf folgenden Strecken:

  1. Nauru - Brisbane
  2. Brisbane - Honiara (Salomonen) - Nauru - Tarawa (Kiribati) - Majuro (Marshall Islands) - Pohnpei (Mikronesien)
  3. Nauru - Nadi (Fidschi)

Mit dem SchiffBearbeiten

Segler mit eigener Yacht müssen in Aiwo einklarieren (Hafeneingang: 0° 31′ 43″ S 166° 54′ 31″ O Hafenbehörde ☎ +647 557 3158).

MobilitätBearbeiten

Es gibt einen von Taiwan spendierten öffentlichen Busverkehr. Taxen gibt es ebenfalls. Nauru weist ein Straßennetz mit einer Länge von 41 Kilometern auf. Davon sind ungefähr 35 Kilometer befestigte Asphaltstraßen. 17 Kilometer bilden davon den Küstenstreifen rund um die Insel und die übrigen 12 Kilometer (unbefestigte Asphaltstraßen) führen ins Zentralplateau zu den Phosphatminen. Momentan wird gerade auf dem Zentralplateau, welches von der massiven Zerstörung unbewohnbar ist, aufgeschüttet und es werden Wohnblöcke errichtet. Das geschieht gleichzeitig mit dem Bau des neuen Hafens, welcher die Größe Naurus um ein gutes Zehntel vergrößern dürfte. Beides ist von China finanziert und sorgt deshalb für eine große chinesische Präsenz im alltäglichen Leben. Es gibt eine Bahnstrecke mit einer Länge von etwa fünf Kilometern. Sie bedient das Phosphatabbaugebiet und verläuft im Westen von Anibare nach Aiwo. Die Insel lässt sich aufgrund ihrer Größe gut umrunden. Mietwagen sind beim Menen Hotel gegen Vorlage eines Führerscheins erhältlich. Auf Nauru herrscht Linksverkehr.

SpracheBearbeiten

Der überwiegende Teil der Bevölkerung spricht Englisch, etwa 13.000 Menschen. Nauruisch (naur. dorerin Naoero) wird von etwa 6.500 Menschen als Erstsprache und von ca. 1.000 Menschen als Zweitsprache gesprochen und gilt als Nationalsprache. Nauruisch ist eine von der UNO anerkannte Sprache. Sie gehört zur Familie der austronesischen Sprachen des Westpazifiks. Englisch und auch Französisch werden jedoch weitgehend verstanden.

UnterkunftBearbeiten

Es gibt auf Nauru nur zwei Hotels, man hat also nicht viel Auswahl.

  • Menen Hotel, am Kap Menen. Tel.: +674 557 8020. 101 Zimmer.
  • OD-N-Aiwo Hotel, in Aiwo. Tel.: +674 555 4957.

Dazu kommen noch zwei Anlagen mit Ferienwohnungen.

FeiertageBearbeiten

Termin Name Bedeutung
1. Januar New Year's Day Neujahrstag
31. Januar Independence Day Jahrestag der 1968 erlangten Unabhängigkeit
10. April 2023 Easter Ostermontag
17. Mai Constitution Day Jahrestag der nauruischen Verfassung von 1968
26. Oktober Angam Day Jahrestag des erstmaligen Erreichens von 1.500 Einwohnern
25. und 26. Dezember Christmas Weihnachten

SicherheitBearbeiten

Die Kriminalität ist sehr niedrig. Taschendiebstahl kommt vor. Das Nauru Police Department ist modern ausgestattet und patrouilliert rund um die Uhr mit mehreren Streifenwagen.

Ebenfalls gibt es Demonstrationen von Flüchtlingen welche auf Nauru zu Tausenden auf engem Raum interniert sind. In letzter Zeit ist die Anzahl von Tötungsdelikten angestiegen.

GesundheitBearbeiten

Nauru ist malariafrei. Es gibt ein von Taiwan und Australien gut ausgestattetes Krankenhaus im Aiwo District. Für schwere Verletzungen werden jedoch teure Notflüge nach Australien gechartert.

KlimaBearbeiten

Jahresdurchschnittstemperatur: 27 °C.

Von November bis April können tropische Wirbelstürme (Zyklone) auftreten.

RespektBearbeiten

Die Kultur ist wie auf allen Pazifikinseln ländlich, konservativ geprägt. Homosexualität ist nicht verboten, sollte aber auch nicht offen zur Schau getragen werden.

Praktische HinweiseBearbeiten

Landesvorwahl ☎ +647

Betreten Sie auf gar keinen Fall landesinnere Baustellen. Vermehrt wurde Touristen unterstellt, dass sie Journalisten seien, welche bei der Ausreise A$ 8000 zu zahlen haben. Unterhaltungen mit Nauruern seien pro Tag auf 2-3 mal zu beschränken, da dies verdächtig sei.

LiteraturBearbeiten

  • Folliet, Luc: Nauru, die verwüstete Insel: wie der Kapitalismus das reichste Land der Erde zerstörte. Berlin: Wagenbach, 2011, ISBN 9783803126542.
  • Gleeson, Madeline: Offshore: behind the wire on Manus and Nauru. Kensington, Australia, 2016, ISBN 9781742234717.
  • Mückler, Hermann; Steinbach, Erwin: Marshall-Inseln und Nauru in deutscher Kolonialzeit: Südsee-Insulaner, Händler und Kolonialbeamte in alten Fotografien. Berlin: Frank & Timme, 2016, ISBN 9783732902859.
  • Philips, Sarah; Sovereign relations: Australia's “Off-shoring” of asylum seekers on Nauru in historical perspective; in: Epstein, Charlotte; Against international relations norms: postcolonial perspectives; London 2017 (Routledge); ISBN 9781138955981

WeblinksBearbeiten

http://naurugov.nr/government-information-office/media.aspx

 
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