Madaba

Ort in Jordanien

Madaba ist eine Stadt in Jordanien, die durch ihre zahlreichen Mosaiken aus byzantinischer Zeit, vor allem durch das Landkartenmosaik, bekannt geworden ist.

Madaba
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Karte von Madaba

HintergrundBearbeiten

Die Stadt gehörte in biblischer Zeit (Erwähnung beispielsweise in Josua 13,9 EU) zum Königreich Moab.

Später kam sie unter den Einfluss der Nabatäer; um 106 n. Chr. gelangte sie in die unter Kaiser Trajan errichtete Provinz Arabia petraea. Im ersten Jahrhundert n.Chr. wurde von den römischen Herren eine prächtige Kolonnadenstrasse errichtet. Unter den Byzantinern wurden in Madaba, das 451 als Bischofssitz erwähnt wurde, mehrere reich geschmückte Kirchen errichtet, von denen die Mosaikboden die späteren Zerstörungen überstanden haben.

Nach der Eroberung durch die Perser und einem verheerenden Erdbeben im Jahr 749 wurde die Stadt großteils verlassen und versank in der Bedeutungslosigkeit. Um 1890 kam bei einem Neubau einer griechisch-orthodoxen Kirche ein Mosaik in Form einer Landkarte in den Trümmern zum Vorschein. Durch die Mosaikkarte mit der Darstellung von Jerusalem und anderer antiker Stätten zu beiden Seiten des Jordan erhielt Madaba zunehmende touristische Bedeutung.

Heute hat Madaba ca. 80 000 Einwohner. Die Stadt ist für die Beduinen der Umgebung ein bedeutender Marktort.

AnreiseBearbeiten

Mit dem FlugzeugBearbeiten

Madaba liegt nur ca. 20 km westlich des Queen Alia International Airport.

Mit der Bahn / mit dem BusBearbeiten

Von der Bus-Umsteigestelle am 7th Circle in Amman ist der 1 Busbahnhof von Madaba mit dem Bus oder Service-Taxi in 30 Min. zu erreichen.

Auf der StraßeBearbeiten

Die Stadt liegt am King's Highway ca. 35 km südlich von Amman. Nach Kerak im Süden sind es ca. 70 km, zum Toten Meer im Westen ca. 20 km.

MobilitätBearbeiten

Madaba ist eine beschauliche Stadt, man kann sie durchaus zu Fuß erkunden. Das Besucherzentrum mit WC und Busparkplatz liegt etwa in der Stadtmitte.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Die LandkarteBearbeiten

Auf den Ruinen einer byzantinischen Kirche wurde 1884 mit dem Bau der 1 St.Georgs-Kirche begonnen. Dabei kam eine Landkarte zu Tage, die ca. 550 nach Christus aus ca. 2 Millionen Mosaiksteinchen angefertigt wurde. Sie hatte ursprünglich die Maße von 21 m auf 6 m, heute sind noch ungefähr Flächen von 16 m auf 5 m übrig. Auf dieser Karte ist praktisch das gesamte Heilige Land zu erkennen: sie reicht vom Nildelta in Ägypten bis zum südlichen Libanon und vom Mittelmeer bis in die arabische Wüste. Städte sind klar erkennbar und mit griechischem Namen beschriftet, Abbildungen von Personen wurden während der Herrschaft der Ummayaden nachträglich durch Verschieben oder Austausch von Mosaiksteinchen teilweise zerstört.

Man kann diese Karte in etwas kleinerem Format, aber besucherfreundlich senkrecht stehend, rechts neben der St.Georgs-Kirche in Ruhe betrachten.

Eine Kopie dieser Karte hängt in der Universität Göttingen. Weitere Details zur Karte bei Wikipedia.

 
Karte von Madaba
 
verkleinerte Kopie der Karte
 
Seitenaltar der St.-Georgs-Kirche

Sehenswürdigkeiten in MadabaBearbeiten

 
Archäologischer Park
 
Apostelkirche
 
Kirche der Enthauptung von Johannes d.T.
  • 2 Apostelkirche (Church of the Apostles). Direkt im südlichen Stadteingang am King's Highway gelegen, mit schönen Mosaiken.
  • 3 Kirche der Enthauptung von Johannes dem Täufer, römsich katholische Kirche aus dem 19. Jhdt., vom Kirchturm aus schöne Rundsicht über die Stadt; sehenswert die Krypta mit einem unterirdischen Museum.
  • 4 Visitor Center, Abu Bakr As-Siddiq, Madaba. Am Besucherzentrum, in der Nähe ein Parkplatz, erhält man Informationen zur Lokalisation der verschiedenen Mosaiken, eine Mosaikschule liegt in der Nähe des Besucherzentrums
  • 5 Archäologischer Park. Im archäologischen Park sind etliche Mosaiken ausgestellt, in der Nähe eine römische Strasse mit Wagen-Spurrillen. Preis: 3 JOD, Einheimische 0,25 JOD.
  • 6 Burnt Palace , ein Palast aus dem 6. Jhdt. mit gut erhaltenen Mosaikböden, welche das Erdbeben von 749 n.Chr. überstanden haben.
  • 7 Tel Madaba mit der westlichen Akropolis, Befestigungen aus der Eisenzeit
  • Die Kathedrale
  • Madaba-Museum. Das Museum zeigt Mosaike, Schmuck und jordanische Trachten.

AktivitätenBearbeiten

EinkaufenBearbeiten

KücheBearbeiten

NachtlebenBearbeiten

UnterkunftBearbeiten

GesundheitBearbeiten

Praktische HinweiseBearbeiten

AusflügeBearbeiten

Der Berg NeboBearbeiten

  • 8 Mount Nebo
Wenige Kilometer außerhalb in Richtung des Toten Meeres liegt der Berg Nebo mit einer Höhe von 802 m. Bei klarem Wetter hat man von hier eine herrliche Sicht zum Toten Meer und in die fruchtbaren Ebenen des Jordantals. An der Stelle, an der nach der Bibel Moses das gelobte Land sehen durfte, wie im 5. Mose 34,1-5 EU beschrieben, wurde 393 eine Kirche errichtet. Auf dem Boden ihrer Taufkapelle fand man ein Mosaik unter anderem mit Jagd- und Hirtenszenen. Die Kirche wird zur Zeit von Franziskanern betreut und restauriert. Im Jahr 2000 wurde sie von Papst Johannes Paul II besucht, eine Steintafel und ein von ihm gepflanzter Olivenbaum erinnert an den Papstbesuch. Nahe der Kirche ist die Skulptur als Bild der Kupfernen Schlange, wie sie im 4. Mose 21,4-9 EU erwähnt ist.
 
Paar vor der Kapelle am Berg Nebo
 
Berg Nebo: Kupferne Schlange
 
Der Berg Nebo ist für 3 Religionen eine heilige Stätte
 
Stein zum Papstbesuch 2000

MachaerusBearbeiten

 
Machaerus, Festung des Herodes
  • 9 Mukawir
Südlich von Madaba kommt man nach ca. 30 km Fahrt zum biblischen Machaerus, der Festung von Herodes dem Großen. Dessen Sohn Herodes Antipas ließ hier Johannes den Täufer köpfen, nachdem Salome dies gefordert hatte (Markus 6,21-29 EU).

Umm Ar-RasasBearbeiten

 
Umm Ar-Rasas Mosaiken
 
Mosaik in der Kirche St. Stephanus
  • 10 Umm Ar-Resas
oder Umm Ar-Rasas liegt ca.30 km südöstlich von Madaba. Von der antiken Stadt mit vier Kirchen, die erst vor wenigen Jahrzehnten entdeckt und von der noch wenig ausgegraben wurde, ist das Bodenmosaik der Kirche St. Stephanus. Das im Jahre 718 entstandene Mosaik zeigt neben Vogelmotiven Darstellungen von 15 Städten im Heiligen Land. Es zählt zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Etwas südlich davon liegt das 11 Wadi Al-Mujib Wadi al-Mujib, ein beeindruckender Canyon, in dessen Talsohle ein Staudamm zur Trinkwasserversorgung ist.

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

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