Nachrichten:2013-02-07: Proteste in mehreren Städten Tunesiens

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Auslöser war die Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaid.

Proteste in Tunesien im Januar 2011

Tunis (Tunesien), 07. Februar 2013. – Bei einem Attentat wurde am 6. Februar 2013 der Vorsitzende der linksgerichteten oppositionellen Bewegung der Demokratischen Patrioten, Chokri Belaid, vor seinem Wohnhaus erschossen. Die Attentäter sind bislang unbekannt, jedoch vermutet man, dass dahinter die Ligen zum Schutz der Revolution stecken, die als militärischer Arm der regierenden islamistischen Partei Ennahda gelten. Der Vorsitzende der Ennahda, Rached Gannouchi, beteuerte jedoch, dass seine Partei mit der Ermordung Belaids nichts zu tun habe.

Bereits kurz nach Bekanntwerden des Attentats demonstrierten etwa 1000 Tunesier gegen diesen Mord vor dem Innenministerium. Später weiteten sich diese Proteste über mehrere Städte des Landes aus, die mit schweren Ausschreitungen einhergingen. Dabei wurde auch der Sitz der Ennahda in der Stadt Mezzouna in Brand gesetzt.

Allein in der Stadt Sidi Bouzid demonstrierten 4.000 Menschen. Diese Stadt gilt als Keim der arabischen Rebellion: hier hatte sich am 4. Januar 2011 der arbeitslose Gemüsehändler Mohamed Bouazizi selbst angezündet und damit die Rebellion ausgelöst.

Nachdem Attentat beschloss der tunesische Ministerpräsident, Hamadi Jebali, hat die Auflösung der von der Ennahda dominierten Regierung beschlossen. Die neue Regierung solle aus parteilosen Experten bestehen. Natürlich sprachen sich die Regierungsmitglieder dagegen aus, so dass es fraglich ist, ob es zur Regierungsauflösung kommt.

Am 7. Februar 2013 beschlossen die Gewerkschaften einen Generalstreik für den folgenden Freitag, dem 8. Februar.

Update 8. Februar 2013Bearbeiten

An den Beisetzungsfeierlichkeiten beteiligten sich Zehntausende Tunesier.

Wie in gleich gearteten Fällen rät das Auswärtige Amt, „Menschenansammlungen und Demonstrationen weiträumig zu meiden und die örtliche Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen.“

QuellenBearbeiten