American Football

aus den Vereinigten Staaten stammende Ballsportart
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American Football ist der wohl ultimativ "Amerikanische" Sport, obwohl inzwischen seit mehreren Jahrzehnten auch außerhalb der USA Ligabetrieb stattfindet und mehrere Spieler der NFL (National Football League) keine amerikanischen Wurzeln haben. Dennoch gibt es - in Deutschland und Österreich nicht zuletzt dank der TV Übertragungen - weltweit Fans dieser Sportart, so dass für viele eine Reise notwendig wird, wenn man seine Idole einmal "live" sehen will. Für Europäer sicherlich am einfachsten ist hierbei die "NFL international series" in London, jedoch kann auch ein Kurzurlaub in den USA mit einem Besuch bei einem Spiel verbunden werden, zumal während der Saison (September-Februar, inklusive Playoffs) Flüge tendenziell günstiger sind als zu anderen Zeiten des Jahres.

HintergrundBearbeiten

American Football hat wie andere Sportarten die "Football" im Namen tragen, gemeinsame Ursprünge mit einem Ballsport des Mittelalters, bei dem ein Ball über eine Linie oder durch ein Tor getragen, geschossen oder geworfen werden musste. Die ersten Spiele die man heute als (American) Football bezeichnet wurden im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in den USA zwischen College-Amateuren gespielt. Dieses Spiel hatte noch viel mit dem Sport gemein, der heute als Rugby bekannt wurde und es ist in erster Linie Walter Camp (seinerzeit Kapitän des Football Teams der Universität Yale) zu verdanken, dass Innovationen wie der Vorwärtspass und das System der vier "downs" (Versuche) um zehn yards zurück zu legen Einzug hielten.

In den ersten Jahren und Jahrzehnten seiner Geschichte wurde der Football beinahe ausschließlich von Amateuren an Colleges betrieben und die "Bowl Games" bei denen sich die besten College Teams trafen zogen schon in den 1920er Jahren die Massen in ihren Bann. Im Jahr 1920 wurde auch jene Liga gegründet die heute als NFL bekannt ist und die seit spätestens den 1960er Jahren sowohl was Zuschauerinteresse als auch Qualität des Sports angeht die College Teams weit übertrifft.

RegelnBearbeiten

Beim Football stehen sich zwei Teams zu je elf Spielern auf einem 120 yard (1 yard entspricht in etwa 91 cm) langen Feld gegenüber. Die jeweils letzten zehn yards sind die so genannten "Endzonen", so dass die 50 yard Linie die Mittellinie darstellt. Die Linien sind in zehn yard Abständen durchnummeriert nach der Anzahl yards die bis zur nächstgelegenen Endzone fehlen. Jeder Spielzug beginnt mit einem "snap", wobei der "Center" den Ball zwischen seinen Beinen nach hinten durchreicht oder wirft. Normalerweise wird der Spieler der den snap empfängt der Quarterback sein, der diesen Ball wahlweise nach vorne pässt (Passspielzug), an einen Runningback überreicht (Laufspielzug) oder selbst damit vorwärts läuft um Raumgewinn zu erzielen. Ziel des Spiels ist es, den Ball in die Endzone zu tragen oder dort zu fangen, was als Touchdown mit sechs Punkten gewertet wird. Nach jedem Touchdown darf das Team das ihn erzielt hat einen Extrapunkt versuchen, bei dem der Ball entweder für einen Punkt durch die Stangen gekickt wird oder für zwei Punkte ein weiterer Touchdown erzielt wird.

Jede Seite hat vier Versuche, zehn yards Raumgewinn zu erzielen. Gelingt dies nicht, muss sie den Ball dem anderen Team übergeben. Gelingt dies, so gibt es wiederum vier Versuche um weitere zehn yards zu erzielen, bis die Distanz zur gegnerischen Endzone weniger als zehn yards beträgt. In diesem Fall muss in vier Versuchen die Endzone erreicht werden. Üblicherweise wird der vierte Versuch nicht für einen normalen Spielzug verwendet ("ausgespielt"), sondern stattdessen ein "punt" oder ein "field goal" versucht. Bei einem Punt trennt sich die Mannschaft vom Ballbesitz indem der Ball aus der Hand möglichst weit und hoch nach vorne gekickt wird (ähnlich wie ein Torwart beim Fußball). Bei einem Field Goal wird der Ball von einem Spieler aufrecht auf den Boden gestellt, während ein anderer Spieler ihn durch die stimmgabelförmigen Stangen zu treten versucht. Geht der Ball über die Querlatte und zwischen den Pfosten durch zählt dies als Field Goal, welches drei Punkte wert ist.

NFL TeamsBearbeiten

In der NFL spielen 32 in zwei Conferences a 4 Divisions mit je vier Teams. Die Conferences sind nach historischen Gesichtspunkten aufgeteilt, während die Divisions grob einer geographischen Logik folgen. Anders als in Deutschland gibt es weder Aufstieg noch Abstieg und die letzte Pleite eines NFL Teams war in den 1950ern, so dass im großen und ganzen immer die selben Teams in der Liga sind. Es ist jedoch in der Vergangenheit öfter vorgekommen, dass zusätzliche Teams gegründet werden ("Expansion") oder Teams umziehen, so zuletzt die St. Louis Rams, die nach zwanzig Jahren wieder nach Los Angeles umgezogen sind. Teams in der selben Division spielen jede Saison zwei Mal gegeneinander, so dass es einige Rivalitäten gibt, die "Derbies" im Fußball an Intensität in nichts nachstehen. Nach Abschluss einer "regular season" aus sechzehn Spielen pro Team kommen die besten Teams jeder Division, sowie zwei "Wild card" Teams je Konferenz (die beiden besten Teams die nicht erster in ihrer Division wurden) in die Playoffs, in denen bis Anfang Februar ermittelt wird wer die American Football Conference (AFC) und die National Football Conference (NFC) im Super Bowl vertritt. Der Super Bowl ist das größte Einzelsportereignis der Welt und findet jedes Jahr an einem anderen, Jahre im Voraus bestimmten Ort statt.

International seriesBearbeiten

Seit 2007 gibt es jedes Jahr mindestens ein Spiel in London, welches als "Heim"spiel eines Teams zählt und ganz normal in die Wertung eingeht. Die Spiele werden jedes Jahr mit dem allgemeinen Spielplan bekannt gegeben und hängen zum Teil auch von der Platzierung der Teams im Vorjahr ab. 2016 wird es auch erstmals wieder ein Spiel in Mexiko Stadt geben. Bisher gab es noch kein NFL-Spiel in Deutschland, doch die NFL hat großes Interesse am deutschen Markt und ein Gastspiel in Berlin, Frankfurt oder Hamburg für die Zukunft nicht ausgeschlossen.

Football in EuropaBearbeiten

Internationale WettbewerbeBearbeiten