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Vennbahn

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[[File:Vennbahn-sign-lux.jpg|thumb|Wegweiser in Luxembourg]]
 
* '''Länge: 125  km'''
* '''Ausschilderung:''' sehr gut, als „Vennbahn“ und auch als „RAVeL“ (Réseau Autonome de Voies Lentes).
* '''Steigungen:''' Wo die Bahntrasse genutzt wird, hat die Route maximal 3 % Steigung/Gefälle. Steilere Abschnitte (bis 12 %) gibt es im Ortsbereich Sankt-Vith, im Ourtal und in Luxemburg.
== Hintergrund ==
 
Vor dem ersten Weltkrieg verband die Bahnlinie „Vennbahn“ die Industrie des Aachener Reviers auf dem kürzesten Wege mit Luxemburg, das unter anderem Eisenerz lieferte. Sie verlief komplett auf deutschem Territorium und hatte auch eine militärisch-strategische Bedeutung. Nach dem Ersten Weltkrieg ging der westlichste Teil der Rheinprovinz an [[Belgien]], was den Betrieb der Bahnlinie einschränkte. Die Siegermächte legten fest, dass die Bahntrasse belgisches Hoheitsgebiet ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg sank die Auslastung stetig, so dass die Strecke schließlich bis 1989 vollständig stillgelegt wurde. Bereits im Jahr 2001 wurde auf dem Streckenabschnitt St. Vith - Waimes ein Radweg angelegt. In Deutschland wurde 2008 in Aachen mit dem Bau des Radweges begonnen. Am 02. Juli 2013 ist in St. Vith die Radroute offiziell in einem Festakt eröffnet worden. Da im Bereich der Draisinenstrecke Braunkehlchen nisten, musste eine Umgehung gebaut werden. Der Lengeler Tunnel wurde wegen Fledermäusen nicht ausgebaut, weshalb die Tour nach Luxemburg sehr mühselig ist. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich bisher auf 14,7 Millionen Euro [August 2013], allein für Werbung wurden über 200.000  € ausgegeben.
 
Der belgische Abschnitt (auch quasi in Deutschland) ist Teil des RAVeL, also des Netzes für langsamen Verkehr (Wanderer, Reiter und Radfahrer). Die Namen der ehemaligen Bahnlinien 47 und 48 („Ligne 47“ und „Ligne 48“) wurden hinzugefügt. Die Linie 48 verläuft von Raeren nach St. Vith. Hinter Lommersweiler wird zur Umfahrung eines weiteren, allerdings verschlossenen Tunnels ein Stück der Linie 46 genutzt, anschließend nur noch die 47. Viele RAVeL-Routen haben eine Kilometrierung, darunter auch der Vennbahnradweg. Bis auf Waimes sind alle Orte deutschsprachig.
Im Rahmen einer Neuordnung des wallonischen Radwegenetzes hat die Vennbahn die Nummer 9 erhalten, die bereits auf zahlreichen Wegweisern erscheint. Die Vennbahn bildet nun den größten Teil der Route [http://ravel.wallonie.be/home/itineraires/regional/w9-la-veloroute-grandeur-nature.html '''La Véloroute grandeur Nature'''](„Route der großartigen Natur“), die über Bastogne führt und dann Teil der [[EuroVelo]]-Route 5 wird. Der pré-RAVeL Ligne 618 führt im ruhigen Tal der hohen Sauer nach [[Martelange]] (''dt.'' Martelingen). Dort wird erneut die Grenze zu Luxemburg erreicht, wo sich die europäische Route auf Bahntrassenradwegen fort setzt. Es ist geplant, diese technisch nicht immer gute Strecke qualitativ auf zu bessern.
 
In Luxemburg hat die hier nur 8  km lange Vennbahn die Nummer 21 im nationalen Radwegenetz.
 
2015 ist die Route unter der Bezeichnung '''Vennbahn Plus''' um 16 angebundende „Nebenstrecken“, meist Schleifen, ergänzt worden. Diese abzweigenden Routen haben allerdings keine RAVeL-Qualität. Die [https://www.eastbelgium.com/de/radfahren-in-ostbelgien/radwandern/vennbahn-plus-touren Ostbelgien-Seite] bietet Karten und Tracks für diese Routen.
== Streckenbeschreibung mit Sehenswürdigkeiten ==
 
==== Aachen-Rothe Erde - Monschau : ca. 46  km ====
 
[[File:Vennbahn-01.jpg|thumb|Am Start - Aachen-Arkaden rechts, Bahnstrecke links]]
 
* '''Schmithof''' - im Dorf wird die Hauptstraße gleich zwei Mal gekreuzt.
* '''[[Raeren]]''' (B) - 318  m Höhe - der recht große Bahnhof ist noch erhalten. Es finden sich ein paar alte Waggons und Lokomotiven auf den rostenden Gleisen. Der Radweg verläuft neben den Gleisen. Anschließend geht es dann endlich wieder auf die Bahntrasse, die allerdings eine Steigung von 100 Höhenmetern auf ca. 10  km Strecke aufweist.
: → Abstecher Wasserburg: Teil des Ortes ist eine {{marker | name = Wasserburg | type = castle | lat = 50.678688 | long = 6.120726 }} aus dem 14. Jahrhundert, in der ein Töpfermuseum untergebracht ist.
* '''[[Roetgen]]''' (D) - 419  m Höhe - man kreuzt die B  258 gleich 3 Mal. Die Bundesstraße überschreitet die belgische Grenze in diesem Bereich insgesamt 6 Mal.
* '''[[Simmerath|Simmerath-Lammersdorf]]''' (D) - 554  m Höhe - es beginnt ein ca. 4  km langer Abschnitt mit wassergebundener Decke bis zur erneuten Kreuzung mit der B258B 258 in
* '''[[Monschau|Monschau-Konzen]]''' - mit der [[w:Pankratiuskapelle|Pankratiuskapelle]] besitzt das Dorf das älteste Bauwerk in der Region, Die Kapelle ist der Rest einer größeren Kirche aus dem 9. Jahrhundert.
* '''[[Monschau|Monschau-Mützenich]]''' (D) - von der Stadt Monschau sieht man nicht viel, da die Strecke oberhalb durch den Ortsteil Mützenich führt. Zwischen Mützenich und Küchelscheid überquert man das [http://www.gv-mon.de/html/reichenstein.html Viadukt Reichenstein]. Zur Linken sieht man die noch junge Rur, die sich in ihrem Tal schlängelt und vom Radweg mehrfach überbrückt wird. Bereits kurz hinter dem Viadukt gibt es einen zuweilen rutschigen Trampelpfad links in das Tal, wo man den [[RurUfer-Radweg]] erreicht. Der von hier aus abschüssige Weg bietet eine interessante Möglichkeit, nach Monschau zu kommen oder das Kloster Reichenstein zu sehen.
 
==== Monschau - Waimes : ca. 29  km ====
 
Dieser Abschnitt ist ruhiger und wird von der Vennlandschaft geprägt. Interessant sind die Abzweigungen nach [[Malmedy]] und nach [[Hellenthal|Losheim]] in Deutschland.
[[File:Vennbahn-05.jpg|thumb|Die Schutzhütte für die Bahnpassagiere in Faymonville dient jetzt den Radlern]]
 
* '''[[Sourbrodt]]''' (B) (''dt''. Surbrot) - 564  m Höhe - stillgelegter, großer Bahnhof mit Anschluss an den belgischen Truppenübungsplatz „[http://www.worldwartours.be/camp_elsenborn.html Camp Elsenborn]“. 5,4  km von diesem Bahnhof entfernt ist der '''Signal de Botrange''', also der mit 694  m höchste Berg Belgiens. Auch die Radroute hat hier den topographischen Höhepunkt.
: → ca. 4,5 &nbsp;km lange Abzweigung nach Ovifat (Ortsteil von Waimes), wo man das {{marker | name = Château de Reinhardstein | type = castle | lat = 50.4526224 | long = 6.1003383|name= Château de Reinhardstein}} anschauen kann. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende und zwischenzeitlich zerstörte Burg wurde 1969 von Wallonen wieder aufgebaut. Neben Unterkunft beherbergt die Burg auch ein Museum.<ref>http://www.reinhardstein.net/de</ref>. Daneben fällt der mit 60 Metern höchste Wasserfall Belgiens ins Warchetal hinunter (Wikipedia).
* '''[[Weywertz]]''' (B)
: → Anschluss an die Ligne 45A nach Losheim (deutsche Grenze) und Jünkerath (D) (ehemalige '''[[w:Vennquerbahn|Vennquerbahn]]'''). Dieser ca. 38&nbsp;km lange Bahntrassenradweg ist schön zu fahren, bietet zwei Stauseen und eine insbesondere in Belgien ruhige Naturlandschaft. Im Bereich Büllingen ist die Strecke derzeit noch geschottert. Bis zum 28. April 2017 soll die Strecke asphaltiert sein, so dass es zu Sperrungen kommen kann. Ab Losheim gehört der Trassenradweg auch zum [[Kylltal-Radweg]], der zahlreiche weitere Verbindungen in der [[Eifel]] erschließt und in [[Trier]] endet.
: → Anschluss an die Ligne 45 (sehr gute Strecke) nach '''[[Malmedy]]''' und letztendlich Trois-Ponts. Auf dieser Strecke kommt man auch durch den alten Ort Weismes (deutsche Bezeichnung). Bereits vor Stavelot zweigt bei Francorchamps (Formel1 - Rundkurs) die Pre-RAVeL Ligne 44A nach [[Spa]] ab. Letztere hat eine mäßige Asphaltqualität und eine anhaltende Steigung.
 
==== Waimes - Troisvierges: ca. 50 &nbsp;km ====
 
Dieser Abschnitt ist jetzt bis zum Eintritt in das Ourtal asphaltiert. Entlang Our und Ulf gibt es meist eine wassergebundene Decke und der Weg ist schmaler. Südlich von Lengeler geht es in die luxemburgischen [[Ardennen]], mehrere knackige Steigungen bis zu 12&nbsp;% erwarten den Radler.
[[File:Vennbahn-06.jpg|thumb|Landschaft südlich von Born]]
 
* {{marker | name = Born | type = bridge | lat = 50.3325 | long = 6.114167 }} (B) - hier imponiert der [[:w:Friedrich Bernard Hubert Freiherr von Korff|Freiherr-von-Korff-Viadukt]], ein militärischer Brückenschlag aus dem 1. Weltkrieg, der zur abzweigenden Bahnstrecke Vielsalm–Born gehört. Der Viadukt wird unterquert und kann dadurch gut in ganzer Länge bewundert werden. Das Auffahren auf den Viadukt ist möglich. Ein Münzfernglas bietet weite Blicke. Südlich gibt es die Überreste einer ehemaligen Lokomotiven-Drehscheibe zu sehen (links abzweigen!), wobei sonstige Bahnbauten oder Gleise nicht mehr erkennbar sind.
* '''[[Sankt-Vith]]''' (B) - 480 &nbsp;m Höhe - ab jetzt fahren wir die Linie 47, die zum '''pre-RAVeL''' (Vorstufe zum RAVeL mit eventuell wassergebundener Decke) gehört. Hinter der Stadt ist die Strecke asphaltiert.
* '''Neidingen''' (B) - die Trasse wird kaum genutzt. Man radelt durch das Dorf. Anschließend wird die auf einem Damm verlaufende ehemalige Bahnstrecke ein Mal unterquert.
 
* '''[[Burg-Reuland|Reuland]]''' (B) - mit stillgelegtem Bahnhof, der als Villa ausgebaut wurde und einer Burgruine, die man am Besten vom Radweg aus sieht. Anders als üblich liegt diese Burg keinesfalls auf einer Anhöhe, sondern ist Teil des Dorfes und kann bequem besichtigt werden. Das liegt daran, dass bereits die Römer an dieser Stelle ein gar nicht so kleines Kastell errichtet hatten, das von den neuen Bauherren als Fundament genutzt wurde. Im Burghof wartet ein gastronomisches Angebot. Hinter dem Ort ist die Bahntrasse wieder deutlich erkennbar und es geht leicht bergauf, so dass sich einige schöne Blicke in das Ulftal ergeben. Es beginnt ein doppelspuriger Trampelpfad, der sich bei trockenem Wetter gut radeln lässt.
* '''Oudler''' (B) - Hier geht es weiter auf Asphalt.
* '''Lengeler''' (B) - der tief im Tal liegende Ort kann über eine Abzweigung erreicht werden. Hinter dem Ort befindet sich der 790 &nbsp;m lange unbeleuchtete Tunnel, der als Quartier für Fledermäuse ganzjährig reserviert bleiben soll. Der asphaltierte Radweg führt allerdings auf beiden Seiten bis an den Tunnel. Es gibt eine weite und eine kürzere Umfahrung (mit 12&nbsp;% Steigung). Eine Brücke wurde erneuert. Der Lengeler Tunnel ist (Stand 20.5.14) nicht mehr gesperrt. Es gibt lediglich ein Schild: „Betreten auf eigene Gefahr“. Wer keine Angst vor Dunkelheit hat und nasse Füße riskiert, kann den Tunnel mit Taschenlampe und Gummistiefeln durchwandern. Radfahren mit Tourenrädern ist im Tunnel nicht möglich.
Hinter dem Tunnel ist Luxemburg, wo die Bahntrasse kaum noch genutzt wird. Die Strecke ist nur noch selten flach (mehrere, aufeinander folgende steile Rampen), aber immerhin durchgehend asphaltiert. Ausgeschildert ist der Weg nun auch als „Piste Cyclable du Nord 21“.
 
* {{Buch | Autor = Gotthard Kirch, Hans-Jürgen Serwe| Titel = Die Vennbahn. Auf dem Rad von Aachen nach Luxemburg | Verlag = Grenz-Echo Verlag Eupen|Seiten = 192 | Jahr = 2014 | ISBN = 978-3-86712-079-1}}
* {{Buch | Titel = Bikeline Vennbahn-Radweg: Von Aachen durch den Naturpark Hohes Venn nach Luxemburg | Verlag = Esterbauer | Jahr = 2014 | ISBN = 978-3-85000-495-4 }}
* {{Buch | Titel = Bikeline Flüsse und Bahntrassen Eifel: Ahr, Enz, Erft, Kalkeifel, Kyll, Maare-Mosel, Prüm, Urft, Vennbahn - 722 &nbsp;km | Verlag = Esterbauer | Jahr = 2016 | ISBN = 978-3850006828 }}
* {{Buch | Autor = Ziebold, Uwe ; Ziebold, Christiane | Titel = Mit dem Fahrrad über den Vennbahn Radweg: Die 12 schönsten Touren von Aachen nach Luxemburg | Verlag = J.P. Bachem | Jahr = 2015 | Seiten = 192 | ISBN = 978-3-7616-2734-1 }}