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Reisen mit dem Zug

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Fahrkarten und ihre Preise sind für Reisende und die Bahnunternehmen ein wichtiger Punkt. Denn beispielsweise der Bau und der Betrieb einer Schienenbahn, wie es amtsdeutsch heißt, ist ein kostspieliges Geschäft. Andererseits möchte keiner der Kunden mehr bezahlen als notwendig, womöglich gar weil man nicht ausreichend informiert war.
 
Der traditionelle Eisenbahnfahrschein basiert auf dem Modell '''Entfernungstarif''', der früher rechnerisch einfach ermittelt werden konnte: Mit Hilfe von Streckentafeln oder Tabellen wurde die Entfernung vom Start teilweise über mehrere Streckenabschnitte bis zum Ziel ermittelt und dann mit dem Preis pro Kilometer multipliziert. Heute sind die Preise oft nicht mehr so einfach nachvollziehbar, weil Datenbanken im Hintergrund mit zusätzlichen Parametern wie einem degressiven Kilometerpreis arbeiten (je größer die Entfernung desto niedriger der Kilometerpreis). Das Grundprinzip ist aber oft noch erkennbar. Großer Vorteil solcher Tickets ist die hohe FlexibiliätFlexibilität für den Reisenden, Schnäppchen sind aber in der Regel nicht vorgesehen.
 
Heute werden Preise oft ohne einen fixen Satz pro Kilometer festgelegt. Die Unternehmen orientieren sich eher an der Nachfrage und der konkreten Wettbewerbssituation. Hier gibt es je nach konkretem Start und Ziel einen bestimmten Preis, oft als '''Globalpreis''' bezeichnet. Gegebenenfalls können gewisse Verbindungen nur mit einem Globalpreis benutzt werden, der sich unter Umständen auch noch zwischen bestimmten Zügen und Verkehrstagen unterscheidet. Oder der Preis ist noch flexibler und kann sich im Vorverkauf auch noch ändern. Hier kommen verschiedene Bahngesellschaften den Airlines in ihren Verkaufskonzepten immer näher. Einige Angebote beinhalten im Preis zusätzliche Leistungen wie Speisen oder die Platzreservierung. Diese Angebote sind eher unflexibel, teilweise zuggebunden; es finden sich aber durchaus günstige Angebote. In Zeiten großer Nachfrage, etwa um einen Feiertag im Reiseland, sind aus marktwirtschaftlichen Gründen vergleichsweise hohe Fahrpreise nicht ausgeschlossen.
 
'''Passangebote''' wie das [[Inter RailInterRail]]-Ticket sind eine lohnenswerte Alternative, wenn man innerhalb eines bestimmten Zeitraums mehrere längere Fahrten absolvieren möchte. Die Pässe sind oft als touristische Angebote an ausländische Besucher konzipiert und stehen möglicherweise den Bürgern des Reiselandes nicht zur Verfügung. Neben dem europäischen Inter RailInterRail-Ticket werden auch länderspezifische Pässe wie [http://www.britrail.com/ BritRail], oder [http://www.swisstravelsystem.ch/ Swiss Pass] angeboten.
 
Sonderangebote (in Deutschland '''Sparpreise''', in Österreich '''Sparschiene''' genannt) sind meist an eine Vorkaufsfrist gebunden oder mit einer '''Zugbindung''' versehen, gelten also nur für die gebuchte Verbindung. Eine '''Sitzplatzreservierung''' kostet, wenn sie nicht Teil eines Globalpreises ist, meist extra. Sofern es nicht ohnehin ausgeschlossen ist, stellt der Fahrkartenkauf im Zug in der Regel die teuerste Variante dar.